Beraterschelte

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Wider eine pauschale Beraterschelte:

 

Lünendonk nimmt Stellung zur Situation des Beratermarktes Deutschland

 

Die öffentliche Meinung über die vielschichtige Berufsgruppe „Berater“ wird in den letzten Wochen auf einem Niveau gebildet und beeinflusst, das dem Anspruch des Wirtschafts- und Dienstleistungsstandortes Deutschland in keiner Weise gerecht wird. „Es wird pauschal und populistisch Meinung gemacht, ohne ausreichend Fakten zu kennen oder zu berücksichtigen“, sagt Thomas Lünendonk, Geschäftsführer der Lünendonk GmbH, die seit 1983 den Markt der Beratung in Deutschland analysiert und jährlich Rankings und Studien zu diesem Thema vorlegt.

 Vorurteile

Da der Beruf des Beraters nicht so einfach zu erklären und zu verstehen ist wie beispielsweise der eines Architekten oder Bäckers, ranken sich um seine Qualifikationen und konkreten Aktivitäten viele Spekulationen und Vorurteile. Aussagen wie „Wieso Berater, das müsste ein Unternehmen oder eine Behörde doch eigentlich selbst können“ oder „Das sind doch die, die immer Mitarbeiter wegrationalisieren“ kennzeichnen Unkenntnis und Oberflächlichkeit.

 Fakten

Einige Fakten: In Deutschland waren im Jahr 2002 (Zahlen für 2003 werden erst im Frühjahr 2004 vorliegen) schätzungsweise 15.000 Beratungsgesellschaften tätig. Der Umsatz mit klassischer Management- und Unternehmensberatung, mit den Themen Strategie, Organisation, Führung, Betriebswirtschaft, Logistik oder Marketing betrug 2002 nach Berechnungen des Bundesverbandes Deutscher Unternehmensberater (BDU) rund 7,8 Milliarden Euro. Davon erwirtschafteten die Beratungsunternehmen rund 5 Prozent (400 Millionen Euro) mit Kunden, die der öffentlichen Hand zuzurechnen sind. Hinzu kommen noch die Umsätze der IT-Beratungs- und Systemintegrations-Unternehmen, die sich überwiegend mit der Konzeption und Realisierung von Informations- und Kommunikationstechnik-Systemen befassen. Knapp 8 Prozent ihrer Gesamtumsätze von 13,5 Milliarden Euro, also rund 1 Mrd. Euro, erzielten diese IT-Beratungsunternehmen 2002 mit Behörden und anderen öffentlichen Auftraggebern.

 Nutzen

Die Arbeit von Beratern hilft weltweit Unternehmen, wettbewerbsfähig zu bleiben, am Weltmarkt bestehen zu können oder Behörden trotz steigender Anforderungen und knapper Budgets funktionsfähig zu erhalten. Berater sorgen für funktionierende Logistik- und Informationstechnik-Konzepte, die helfen, dem Verbraucher Waren guter Qualität zu günstigen Preisen anbieten zu können. Sie entwickeln Ideen für den Umbau der Volkswirtschaft und des Steuerwesens, deren mäßig erfolgreiche Umsetzung weniger den Beratern als vielmehr der politischen Willensbildung anzulasten ist.

 Berater helfen, verkrustete Organisationen, die sich ebenso wenig selbst reorganisieren, wie Frösche keine Teiche trocken legen, funktionsfähig zu machen. Dass dabei Widerstände auftauchen, liegt in der Natur von Veränderungsprozessen, wie an einem aktuellen Beispiel in Nürnberg zu sehen ist.

 Gleichwohl haben Berater auch Fehler gemacht – und werden das sicher auch weiter tun. Aber das Risiko des Irrtums ist nicht nur dem Berufsstand der Berater vorbehalten. Statistik und Erfahrung lehren, dass der Anteil von Erfolgslosen in jedem Berufsfeld etwa gleich groß ist.

 Arbeitsmarkt und Exportartikel

Der Berufsstand der Berater bietet jungen, hoch qualifizierten Menschen in Deutschland ebenso eine Arbeitsplattform wie erfahrenen Fachleuten und Führungskräften, die ihre Kenntnisse anderen Unternehmen beratend zur Verfügung stellen. Das Spektrum der Dienstleistungen, die mit dem Etikett Berater versehen sind, reicht von der klassischen Unternehmensberatung über die Personalberatung bis hin zu Spezialdisziplinen wie IT- und Logistik-Beratung, Telekommunikationsberatung etc. Deutsches Beratungs-Know-how ist international gefragt, ja geradezu ein Exportartikel. Deutsche Top-Berater stehen an der Spitze internationaler Beratungsunternehmen.

 Thomas Lünendonk: „Eine pauschale Beraterschelte ist ebenso unangebracht wie  jegliche pauschale Beschimpfung einer anderen Berufsgruppe. Eines steht jedoch fest: Für die Zukunft des Standortes Deutschland sind 70.000 Unternehmensberater, die sich ehrlich und kompetent in komplizierten Projekten engagieren, weiterhin von entscheidender Bedeutung – nicht nur in Nürnberg!“

 

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