XML und Microsoft

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Microsoft Office System — IDA-Kommission der EU empfiehlt Open Document Formate

Offener Brief vom Senior Director und XML Architect Jean Paoli

Das Telematics Between Administrations Committee (TAC) der Europäischen Union empfiehlt seinen Behörden die Verwendung von Open Document Formaten, die auch im Microsoft Office System verfügbar sind

 

10. Juni 2004 - Als einer der Entwickler des XML 1.0 Standards vom World Wide Web Consortium (W3C) sowie als langjähriger Befürworter von XML, bin ich sehr erfreut über den neuesten Valoris Report, der von der IDA-Kommission (IDA - Interchange of Data between Administrations) der Europäischen Union herausgegeben wurde. Der Report empfiehlt die Nutzung von Open Document Formaten auf XML-Basis sowie die Verwendung von Standards und individuell definierten Schemata. Darüber hinaus nennt er Microsoft® WordML (das Schema für Microsoft Office Word 2003) als ein Open Document Format, das die Interoperabilität in der Dokumentenverarbeitung wesentlich verbessert.

Wir bei Microsoft und allgemein in der XML Community sind überzeugt, dass XML-basierte Technologien die Grundlage für neue und interessante eGovernment-Lösungen bereitstellen. Daher freuen wir uns sehr über die Bestätigung dieser Einschätzung durch die höchste europäische Regierungsebene. Dieser Report lässt keinen Zweifel daran, dass XML die Dateninteroperabilität zwischen heterogenen Systemen verbessert und die Archivierung, Restrukturierung, Zusammenfassung und Wiederverwendung von Dokumenten auf neue und dynamische Weise ermöglicht. Die von der EU unternommenen Schritte zur Analyse des aktuellen Status von Dokumentenformaten in der Branche und die Unterstützung der Vision von XML wird wesentlich dazu beitragen, diese Vision in den kommenden Jahren in die Realität umzusetzen.

Ich freue mich sehr, dass wir mit dem Report der IDA-Kommission Unterstützung erhalten für das Engagement, unseren Kunden die Vorteile von XML auf dem Desktop bereitzustellen. Der Report nennt ausdrücklich die Schritte, die Microsoft mit dem WordML Format unternommen hat, als sehr förderlich für die Optimierung der weltweiten Interoperabilität in der Dokumentenverarbeitung und bezeichnet die Unterstützung von Microsoft für individuell definierte Schemata als wesentlichen Vorteil für die Kunden.

Wir werden unsere Arbeit in diesem Bereich weiter fortsetzen, doch wir sehen diesen EU-Report als Bestätigung unseres Engagements für XML und unserer Initiative für offene, lizenzgebührenfreie Softwarekomponenten. Microsoft hat die Verfügbarkeit des WordprocessingML Formats (auch WordML genannt) im Rahmen eines gebührenfreien Lizenzprogramms bereits kurz nach der Einführung des Microsoft Office Systems im vergangenen Oktober angekündigt. Seither gab es sehr positive Reaktionen auf diese Ankündigung, sowohl von Behörden als auch von zahlreichen Kunden, die ihre Pläne für die Implementierung von XML-basierten Lösungen auf Grundlage der Microsoft Office 2003 Editionen forciert haben. Wir waren stolz und erfreut, als wir in diesem Jahr von der EU zu einem Meeting der IDA-Kommission eingeladen wurden, um über unsere Arbeit und die Schritte, die wir für die Entwicklung des Open Document Formats unternommen haben, zu sprechen.

Ich freue mich über die Initiative, mit der die Kommission die Branche aufgefordert hat, Filter anzubieten, die es ermöglichen, auf den WordML Spezifikationen basierte Dokumente mit anderen Applikationen zu lesen und zu schreiben und gleichzeitig eine maximale Übereinstimmung hinsichtlich Inhalt, Struktur und Darstellung zu erreichen. Bei Microsoft sind wir überzeugt von den Vorteilen dieses Konzepts, wie auch unser Lizenzprogramm für offene und lizenzgebührenfreie Office 2003 XML-Referenzschemata (http://www.microsoft.com/office/xml) zeigt. Dieses Programm ermöglicht es Programmierern Filter zu entwickeln, die eine bessere Interoperabilität zwischen verschiedenen Dokumentenformaten ermöglichen. Ich möchte diesen Appell gerne noch erweitern. Wir sollten unsere Aktivitäten nicht auf Textverarbeitungsfunktionen beschränken. Ich würde dieses Konzept gerne auf zahlreiche andere Produktivitätsbereiche ausweiten, um Kunden weltweit eine effiziente Dateninteroperabilität zu ermöglichen. Und diese Überlegungen sind auch die Grundlage für die Einführung von SpreadsheetML (für Microsoft Office Excel 2003), DataDiagramingML (für Microsoft Office Visio® 2003), WordprocessingML (für Microsoft Office Word 2003) und FormTemplate Schemata (für Microsoft Office InfoPath™ 2003).

Ich möchte hervorheben, dass die Stellungnahme der EU zur umfassenden Unterstützung für individuell definierte Schemata durch Microsoft einen wesentlichen Vorteil für unsere Kunden darstellt, da dies ein zentraler Bestandteil unserer Gesamtstrategie ist. Bei Microsoft glauben wir nicht an ein „One-Size-Fits-All“-Konzept. Stattdessen haben wir bei der Weiterentwicklung von Microsoft Office über viele Jahre hinweg Unterstützung für immer mehr Dateiformate integriert, um den wachsenden Anforderungen unserer Kunden gerecht zu werden. Die Unterstützung für individuell definierte Schemata, die wir in die Office 2003 Professional Editionen integriert haben, transportiert dieses Konzept auf eine neue Ebene. Erstmals ist Microsoft damit in der Lage, Kunden eine integrierte Infrastruktur für die Unterstützung ihrer eigenen XML-Dokumentenschemata anzubieten. Dadurch können Kunden die Leistungsfähigkeit von Microsoft Office 2003 mit der grenzenlosen Flexibilität individuell definierter Unterstützung für XML-Dokumente kombinieren.

Hinter diesem Konzept steht die Vision, die viele von uns teilen: Wenn wir den Inhalt oder die Bedeutung eines Dokuments von der Darstellungsebene trennen können, dann wären Anwender in der Lage, Teile ihres Dokuments eindeutig zu identifizieren und mit Markierungen zu kennzeichnen, die eine allgemeingültige Bedeutung haben. Dadurch wäre es möglich, Inhalte zu nutzen und wiederzuverwenden. In einem Behördenformular beispielsweise könnte der Verfasser Namen, Adresse, Geschlecht, Alter und andere Felder markieren, um die Erfassung der Informationen in einer erweiterten, eher semantischen und strukturierten Form zu ermöglichen. Wenn Behörden und Unternehmen in der Lage sind, diese Informationen zu erfassen, dann könnten die Anwender weltweit immer mit den Daten arbeiten, die für die jeweilige Situation am besten geeignet sind. Dies ist das Ziel der Unterstützung von individuell definierten Schemata. Wir sind überzeugt, dass wir in den nächsten Jahren eine explosionsartige Zunahme neuer Lösungen erleben werden, mit denen beispielsweise Apotheken, Krankenhäuser, Gesundheitsorganisationen und andere medizinische Einrichtungen die Vorteile des offenen Standards der HL7 XML Datenstruktur nutzen können, um die Anforderungen der Branche zu definieren. Das Microsoft Office System bietet eine umfassende Umgebung mit Authoring-, Editing- und Workflow-Funktionen für dieses Schema.  

Bei Microsoft wissen wir, dass der EU-Report nicht nur in mehrfacher Hinsicht unser Konzept positiv bewertet, sondern uns und andere Unternehmen der Branche auch auffordert, darüber nachzudenken, wie wir unsere Position weiter verdeutlichen und uns langfristig für das Thema Datenaustausch engagieren können. Wir nehmen diese Herausforderung an und freuen uns auf die Zusammenarbeit mit der EU, mit den Repräsentanten ihrer Mitgliedsstaaten und mit anderen Regierungsbehörden sowie mit der Branche insgesamt in den kommenden Monaten und Jahren. Ich persönlich bin begeistert, dass die Vision von XML auf dem Desktop Realität wird, und dass alle davon profitieren.

 

C’est magnifique.

 

Mit freundlichen Grüßen

Jean Paoli

Senior Director, XML Architecture

Microsoft Corp.

 

Jean Paoli, Senior Director of XML Architecture bei Microsoft, ist einer der Entwickler des XML 1.0 Standards  im World Wide Web Consortium (W3C) und ist ein maßgeblicher Teilnehmer der weltweiten XML Community seit 1985, als die Technologie noch unter der Bezeichnung SGML (Standard Generalized Markup Language) bekannt war. Er startete seine XML-Aktivitäten bei Microsoft mit dem Aufbau und der Leitung eines Teams, das die Software entwickelte, mit der sowohl der Internet Explorer als auch Windows XML-fähig wurden und die eine wesentliche Voraussetzung für die Entwicklung des neuen Microsoft Office InfoPath 2003 war.

 


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