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IT-Security hört nicht vor dem Serverraum auf

Statement von Bernhard Böhm, General Country Manager für Deutschland und Österreich 

Auf dem IT-Sicherheitskongress des BSI am 10. Mai 2005 in Bonn kündigte Otto Schily den „Nationalen Plan zum Schutz der Infrastrukturen“ an. Darin forderte er "neue Strategien zur Bekämpfung von Angriffen von Hackern und Viren" für private Anwender als auch für Unternehmen und Behörden. Dieser Plan ist lobenswert und längst überfällig, reicht aber bei weitem nicht aus. Unserer Meinung nach sollte ein solcher Plan auch netzwerkkritische physische Infrastrukturen (NCPI) einbeziehen und somit ein höheres Risikobewusstsein bei Unternehmen und Heimanwendern hin zu einer ganzheitlichen Betrachtung der IT-Security schaffen.

Hacker- und Virenangriffe stellen ohne Zweifel eine beträchtliche Bedrohung der IT-Sicherheit dar und müssen bekämpft werden. Gegen solche Angriffe von außen haben sich daher die meisten Organisationen bereits ausreichend geschützt. Dennoch gibt es weitaus mehr Risiken und Gefahren, denen Firmen und Privatanwender mit ihren Informationsinfrastrukturen ausgesetzt sind. Weitgehend unbekannt sind zum Beispiel die Risiken durch Energieversorgungsprobleme und Defizite der internen Infrastruktur. Was nutzt das beste Konzept gegen Cyberattacken, wenn das gesamte Datencenter aufgrund von Stromversorgungsmängeln oder Überhitzung ausfällt? Ohne eine zuverlässige Stromversorgung und eine ausreichende Verfügbarkeit der netzwerkkritischen, physischen Infrastrukturen kann es daher keinen zuverlässigen Schutz vor Ausfällen geben.

Ein aktuelles Beispiel hierfür bietet der Stromausfall beim zentralen Serviceprovider von eBay in Kalifornien. Die Website des Internetauktionshauses war Anfang Mai fast 2 Stunden offline und für mehrere Millionen Kunden nicht erreichbar. Dem Unternehmen stehen nun Schadensersatzansprüche seitens der Kunden für die Gebühren aller in dieser Zeit betroffenen Angebote bevor. Welche Beträge bei einem Systemausfall entstehen können, zeigt der bis dato teuerste eBay-Störfall im Juni 1999: bei diesem 22-stündigen Systemausfall sank der Aktienwert von eBay um sechs Milliarden Dollar.

Bereits kurze Netzausfälle von mehr als 10 Millisekunden Dauer lassen Workstations und Server abstürzen. Dass dies mittlerweile auch in Deutschland für möglich gehalten wird, belegt der „Branchen­kompass Energieversorger 2005“, den die Unternehmensgruppe Steria Mummert Consulting und das F.A.Z.-Institut Ende April veröffentlichten. Darin wird Deutschland weiterhin eine hohe Versorgungsqualität attestiert, doch gleichzeitig wollen sich immer weniger Top-Manager langfristig darauf verlassen. Mehr als drei Viertel der Befragten rechnen mit einer abnehmenden Sicherheit der Energieversorgung bis zum Jahr 2007.

Neben Systemabstürzen kann die mangelnde Stromqualität zu Datenverlust, Übertragungsfehlern, Betriebssystemstörungen oder zu Hardwareschäden führen. Was sich dabei an hohen Folgekosten entwickeln kann, kann für kleine und mittlere Unternehmen schnell zu einer existenziellen Bedrohung werden. Firmen und Behörden sollten daher die gesamte netzwerkkritische physische Infrastruktur in ihre Sicherheitsbetrachtung mit einbeziehen und eine einheitliche wie zukunftssichere Architektur anstreben. Eine wirtschaftliche Möglichkeit zur Standardisierung der gesamten Versorgungskette bieten dabei modular aufgebaute und Rack-basierte Konzepte, die sich bedarfsgerecht erweitern lassen und alle ausfallskritischen Bereiche der NCPI berücksichtigt. Dies fängt bei der unter­brechungsfreien Stromversorgung (USV) an und reicht über die Verkabelung und integrierte Kühlung bis hin zu einem standortübergreifenden Management sämtlicher Infrastruktur­komponenten.

www.apc.com/de


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