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Collaboration

Webkonferenz über drei Kontinente einfach per Knopfdruck

Zur besseren Koordination seiner Softwareentwickler in Deutschland, China und den USA setzt Adidas auf Webkonferenzen. Der Aufwand für Meetings ist praktisch entfallen, und die sonst horrenden Reisekosten über drei Kontinente hinweg hat der Sportartikelhersteller mit dem Webex Meeting Center massiv reduziert.

 

20.000 Produkte umfasst das Sortiment von Adidas, vom Fußball über Inline-Skates bis zu Outdoor-Jacken und Snowboards. Dazu kommen Tausende von Produktvarianten, vor allem im Sektor Lifestyle. Ein Sortimentswechsel steht zwei Mal im Jahr an; kommen neue Technologien auf den Markt, auch öfter. Zudem wollen lokale, Vertikal- und Nischenmärkte gezielt adressiert werden.

Designstudios und Entwicklungsabteilungen arbeiten auf Hochtouren, um alle Märkte unter enormem Wettbewerbsdruck rechtzeitig zu bedienen. Für die gesamte Produktplanung und -entwicklung bedeutet das eine riesige Herausforderung.

Die Festlegung der Produktstrategie ist der erste Schritt, der zweite die eigentliche Fertigung. Insgesamt sind weltweit 900 Zulieferer für Adidas tätig. Weit mehr als 90 Prozent der Produkte entstehen in Fabrikationsstätten, die nicht zu Adidasgehören. Zu neudeutsch betreibt das Unternehmen in diesem Sektor Business-Outsourcing.

Die IT-Abteilung verfolgt einen anderen Ansatz. Externe Dienstleister erbringen nur rund ein Viertel der IT-Leistungen. Dazu zählt etwa das Management der Netze sowie Hosting und Betrieb von SAP-Systemen. Die restlichen 75 Prozent führt das Unternehmen selbst durch; im Wesentlichen sind es unternehmenskritische Aufgaben. Zu diesen zählt auch die Kernanwendung für das Produktdaten-Management (PDM) – verständlich vor dem Hintergrund des riesigen Produktsortiments.

PDM basiert auf SAP Material Management und umfasst die gesamte Produktplanung und -gestaltung. Darin sollen alle Produktinformationen und -Konfigurationen abgelegt werden, damit Funktionsabteilungen wie Design und Marketing, aber auch die externen Fertigungsunternehmen darauf zugreifen können. Damit lassen sich sehr schnell Fragen beantworten wie: Welche Produkte verkaufen sich in welchen Regionen gut? Welches sind Ladenhüter? Welche Änderungen an den Produkten müssen durchgeführt werden, weil sich Kundeanforderungen oder Kundenvorlieben gewandelt haben? Alle dazu benötigten Informationen sind in der Datenbank der PDM-Anwendung hinterlegt. Das Ziel der PDM-Lösung ist es, die Qualität der Produktentwicklung zu erhöhen sowie Zeit und Kosten der Produktentwicklung zu vermindern – für Marken-gesteuerte Unternehmen wie Adidas hat das hohe Priorität.

Softwareentwicklung auf drei Kontinenten

Entstanden ist die PDM-Applikation über einen Zeitraum von zwei Jahren an drei Standorten: in Herzogenaurach bei Nürnberg, Portland (Oregon) und Hongkong. Von Anfang an waren neben den Fachabteilungen wie Design und Marketing auch die externen Fertigungsunternehmen in Ostasien in den Prozess der Definition von Anforderungen eingebunden. Verständlich, dass bei solch einem Großprojekt mit Dutzenden von Mitarbeitern ein enormer Koordinationsaufwand zu betreiben ist. Das fängt bei der Zuweisung von Arbeitsaufträgen an und reicht über die Steuerung des Projektfortschritts bis zur Bewertung von Funktionstests, der Freigabe und der Festlegung von Rollout-Plänen.

Statt zu regelmäßigen Meetings und Workshops an einem der drei Standorte einzuladen und so beträchtliche Reisekosten zu verursachen, beschloss das Projektteam, für die Kommunikation der Teilnehmer untereinander Webkonferenzen durchzuführen. Adidas setzt hier auf das Produkt Meeting Center von Webex, einem der führenden Anbieter von professionellen Services und Online-Meetings im Web. Mit den Webex-Diensten können Anwender in Echtzeit online kommunizieren und Präsentationen, Dokumente oder Applikationen gemeinsam nutzen und bearbeiten. Die Gespräche finden dabei parallel über eine Telefon-Konferenzschaltung statt.

»Die Nutzung eines Videokonferenzsystems als Alternative zu der Webkonferenzlösung schied sehr schnell aus«, berichtet Ronald Urban, Specialist Incident Management, Global IT Service Desk bei Adidas in Herzogenaurach und zuständig für den Support der Webex-Lösung. »Speziell in China – dort befinden sich viele Fertigungsunternehmen von Adidas – sind die Telefonleitungen, über die Daten von Videokonferenzsystemen übertragen werden, nicht zuverlässig genug.«

Webex Meeting Center nutzt ein äußerst leistungsfähiges, globales Netzwerk, das Webex speziell für die Übertragung von Echtzeitkommunikation via Internet entwickelte. Die Teilnahme an einer Webkonferenz mit Webex ist denkbar einfach. Alles, was Anwender dazu brauchen, ist ein PC, ein Browser, ein Internetzugang und ein Telefon. Im Gegensatz zu fest installierten Videokonferenzlösungen entfallen nach Angaben von Urban bei servicebasierten Webkonferenzen teure Investitionen in zusätzliche Hard- und Software komplett.

 Kommunikatives Netzwerk

Teilnehmer an einem Online-Meeting sind mit wenigen Mausklicks am Start: Nach Erhalt der Einladung per E-Mail melden sie sich auf der Website von Webex an und laden einmalig einen Client. Die Installation ist in wenigen Minuten abgeschlossen. Anschließend steht der Service sofort zur Verfügung. Die Webkonferenz-Services sind plattformunabhängig und funktionieren mit jedem beliebigen PC.

Im Verlauf der Zeit nutzten Angaben von Urban zufolge zwischen 120 und 150 Projektbeteiligte (Projektleiter, Teamleiter, Entwickler, Adidas-Salomon-Mitarbeiter aus den Abteilungen Design, Produktentwicklung und Marketing sowie Mitarbeiter der externen Fertigungsstätten in China) die Webkonferenzlösung. Gut die Hälfte davon arbeitet in Herzogenaurach, jeweils 20 Prozent in Hongkong und in Portland, die restlichen 10 Prozent waren Externe. In Spitzenzeiten werden bis 100 Webmeetings pro Monat abgehalten, in weniger intensiven Arbeitsphasen sind es immerhin noch 60.

»Auch wenn hin und wieder persönliche Meetings der Projektbeteiligten unumgänglich waren, ergaben sich durch den Einsatz von Webex Meeting Center enorme Einsparungen bei den Reisekosten«, resümiert Urban. »Im gesamten Projekt kam hier ein sechsstelliger Betrag zusammen.« Statt auf Geschäftsreise zu Meetings wertvolle Arbeitszeit zu verschwenden, sind Mitarbeiter durch die Nutzung von Webkonferenzen weit produktiver.

Bei der Nutzung von Webkonferenzen in globalen Großprojekten der IT-Abteilung ist Outsourcing ein Aspekt. Statt selbst die benötigte Hard- und Software einzurichten, verwendet Adidas die von Webex bereit gestellte Infrastruktur. Diese besteht aus der Media-Tone-Technologie und dem Webex Interactive Network (WIN). Die Media-Tone-Technologie nutzt den T.120-Standard, ein Protokoll zur plattformunabhängigen Datenkommunikation in Echtzeit.

WIN ist ein redundantes, leistungsfähiges, globales Netzwerk, das speziell für die Übertragung von Echtzeitkommunikation via Internet entwickelt wurde. Aktuell umfasst das WIN über 650 Server an zehn Standorten in USA, Europa und Asien, die von einem Network Operations Center im Silicon Valley überwacht werden. Die in die Netzwerkarchitektur integrierten automatischen Ausfallsicherungsfunktionen gewährleisten die hohe Zuverlässigkeit der Infrastruktur. Dadurch ist eine Unabhängigkeit von der Internet-spezifischen Performanceproblemen gegeben.

Datensicherheit im Web

»Neben der Zuverlässigkeit ist die Sicherheit einer der zentralen Aspekte bei den Webkonferenzen. Schließlich werden in Online-Meetings wichtige Themen besprochen und vertrauliche Informationen ausgetauscht«, betont Urban. »Die Informationen und Inhalte einer Websitzung stehen bei Webex als Kopien der Original-Files in Echtzeit zur Verfügung. Sie werden nicht wie bei Lösungen anderer Anbieter auf einem Server gespeichert. Vorteil dabei: Daten müssen nicht erst upgeloadet werden und es gibt praktisch keine Möglichkeit für Eindringlinge, die Informationen zu hacken.« Beim schreibenden Zugriff auf die Datenkopie werden die Daten mit 128 Bit und SSL (Secure Socket Layer) verschlüsselt. Dieses Verfahren wird auch von Finanzinstituten beim Online-Banking verwendet und gilt als sehr sicher.

»Für Online-Meetings hat sich Meeting Center im PDM-Projekt in höchstem Maße bewährt« zieht Urban ein Fazit. »In Portland wurde die Technologie auch bereits für Schulungszwecke entdeckt und eingesetzt. Dabei werden Daten und Videos – mit einer zusätzlichen Webcam – in Echtzeit übertragen, so dass sich Online-Schulungen bequem wie herkömmlicher Unterricht im Klassenzimmer durchführen lassen. Ein Browser genügt, um so jederzeit und überall interaktiven Live-Unterricht für Mitarbeiter, Partner oder Kunden zu organisieren und durchzuführen.”

 

Jürgen Wasem-Gutensohn

Jürgen Wasem-Gutensohn ist Redakteur bei der Beratungsgesellschaft für strategische Kommunikation PR-COM in München.

 

Das Unternehmen

Die Adidas AG hat ihren Sitz in Herzogenaurach bei Nürnberg. Von dort aus wird das Unternehmen mit seinen 115 Tochterunternehmen weltweit geführt. In Herzogenaurach sind die strategischen Geschäftseinheiten Running, Fußball und Tennis angesiedelt, ebenso das Zentrum für Forschung und Entwicklung. Wesentliche Unternehmensteile befinden sich darüber hinaus in Portland, Oregon, USA, dem Sitz der Adidas America Inc. und der strategischen Geschäftseinheiten Basketball, Adventure und Alternative Sports. In Kalifornien ist die strategische Geschäftseinheit Golf zu Hause, in Annecy, Frankreich die Geschäftseinheit Wintersport. Das Unternehmen unterhält zudem Designstudios und Entwicklungsabteilungen an verschiedenen, für die jeweilige Tätigkeit besonders geeigneten Orte der Welt. Die weltweite Beschaffung wird von der hundertprozentigen Tochtergesellschaft Adidas International Sourcing Ltd. (aIS) mit Sitz in Hongkong verantwortet. Die Adidas AG beschäftigt weltweit über 16.700 Mitarbeiter und erzielte im 2003 einen Umsatz von 6,3 Milliarden Euro.

 

 

World of Sports – die Firmenzentrale der Adidas AG im mainfränkischen Herzogenaurach. (Quelle: Adidas AG)

 

Adidas Village in Portland, Oregon – nach der Konzernzentrale in Herzogenaurach ist dies die wichtigste Niederlassung von Adidas. (Quelle: Adidas AG)

 

Adidas Predator – der Fußballschuh der Profis. (Quelle: Adidas AG)

 

Das neue Heimtrikot der Deutschen Fußball-Nationalmannschaft. (Quelle: Adidas AG)

 

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