20060708j Storage Leitfaden Pillar

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Zwölf Fragen an Storage-Anbieter

Leitfaden durch den Speicher-Dschungel

Die richtigen Fragen im Auswahlprozess für ein neues Storage-System können manchmal Tausende sparen.

 

D

ie Storage-Branche tendiert wie viele andere Technologie-Branchen dazu, ihre Produkte komplexer darzustellen als sie in Wirklichkeit sind, um sie wertvoller zu machen. Der Technologie-Markt ist bekannt für extrem kurze Produktzyklen, vorprogrammierte Verfallsdaten und immer kürzere Zeitabstände, die zwischen einem innovativen und überalterten Gerät liegen.

Wer dennoch die passende, langfristig einsetzbare Lösung finden will, muss Storage-Anbietern die richtigen Fragen stellen. Im Auswahlprozess werden schnell mögliche Stolperfallen oder wichtige Details übersehen, die sich mit der richtigen Herangehensweise aufspüren lassen. Die folgenden Fragen geben IT-Managern einen Leitfaden an die Hand, um die Gesamtkosten ihrer Investitionen besser einzuschätzen und bieten interessante Ausgangspunkte für die Planung eines Storage-Projekts.

Einige der Fragen könnten jedoch uneinheitliche Antworten von Storage-Anbietern provozieren, da sie sich um spezifische und manchmal verborgene Zusatzkosten drehen. Die Fragen sollen verhindern, dass sich ein scheinbar attraktives Angebot in ein weiteres IT-Projekt verwandelt, dessen Kosten außer Kontrolle geraten.

 

Zwölf Fragen an einen Storage-Anbieter vor dem Kauf einer neuen Speicherinfrastruktur:

1.      Wie hoch wären die Kosten für die doppelte oder dreifache Speicherkapazität?

Die Speicheranforderungen wachsen zum einen mit dem Unternehmen selbst, zum anderen werden sie durch neue Richtlinien für längere Aufbewahrungszeiten von Daten vom Gesetzgeber beeinflusst. Die anfängliche Kapazität mag zunächst ausreichend erscheinen, doch es wird ein Zeitpunkt kommen, an dem man diese erweitern muss. Deswegen sollte man sich bereits am Anfang informieren, was größere Systeme kosten, um sicherzustellen, dass die Investitionen zukunftssicher sind und das ausgewählte System skalierbar ist, um mit geplantem und ungeplantem Wachstum Schritt zu halten.

2.      Wie verteilen sich die Kosten des Storage-Projekts auf Hardware, Software, Implementierung und Wartung? 

Die verborgenen Kosten können wesentlich höher sein als erwartet – zudem sind sie wahrscheinlich jedes Jahr fällig. Durch die Aufspaltung des Budgets in einzelne Bereiche lässt sich viel einfacher erkennen, wo Kosten explodieren könnten.

3.      Gibt es eine Speicherlösung für Applikationen und Fileserving auf einer einzigen Plattform?

Viele Systeme benötigen verschiedene Plattformen, zum Beispiel für Storage Area Network (SAN)-Technologie und für Network Attached Storage (NAS)-Geräte. Dies kann die Gesamtbetriebskosten kurz- und langfristig in die Höhe treiben. Ein kombinierter Ansatz aus NAS and SAN auf einer Plattform kann hier Abhilfe schaffen.

4.      Wie viele verschiedene Einheiten, sind für unterschiedliche Speicherklassen nötig?

Eine Klassifizierung der Daten basierend auf Leistung, Verfügbarkeit und Bedeutung macht auf jeden Fall Sinn. Einige Anbieter speichern verschiedene Datenklassen in unterschiedlichen physischen Einheiten, um höchste Leistungsfähigkeit für wichtige Daten zu gewährleisten. Doch dafür besteht kein Grund. Ein System kann alle Datenklassen integrieren, ohne dabei Abstriche bei der Leistungsfähigkeit machen zu müssen.

5.      Welche Software ist nicht im Standard-Preis der Hardware enthalten?

Zusätzliche Software, wie für das Management, Snapshots und andere Programme, berechnen viele Anbieter extra. Deswegen lohnt es sich nachzufragen, welche Software im Preis inbegriffen ist und welche nicht.

6.      Welche Single Points of Failure gibt es im Basissystem und wie lassen sich diese ausschalten?

Bei einigen Anbietern muss man zusätzlich in eine Clustering-Software und -Hardware investieren, um mögliche Ausfallpunkte zu vermeiden. Deswegen sollte man die Schwachstellen in einem detaillierten Plan des Systems vorab überprüfen.

7.      Wie hoch ist die tatsächlich nutzbare Kapazität der Speicherlösung?

Echte Speicherkosten müssen die Systemauslastung und Überkapazitäten mit berücksichtigen. Deswegen ist es wichtig, zu verstehen, wie der Platz auf den Platten zugewiesen wird und wie viel davon noch ungenutzt ist. Nur mit diesem Wissen lässt sich eine optimale Auslastung des Systems erreichen und die steigenden Kosten eines wachsenden Speichersystems im Zaum halten.

8.      Kann das System gleichzeitig Daten hochverfügbar halten und effizient archivieren?

Die meisten Systeme behandeln alle Daten gleich. Dies heißt auch, dass bei einer Speicherung verschiedener Speicherklassen auf einem System nicht priorisierte Daten oder Archivdaten die Leistungsfähigkeit der hoch priorisierten Daten beeinflussen können. Doch wenn man alternativ verschiedene Plattformen für unterschiedliche Speicherklassen verwendet, kann dies bedeuten, dass man auch mehrere Systeme verwalten muss und dabei höhere Kosten entstehen. Deswegen sollte man sicherstellen, dass die Speicherlösung alle Datenklassen auf einem einzigen System integriert, ohne dass dies die Kosten oder Leistung negativ beeinflusst.

9.      Ab welchen Punkt fallen Kosten für mehr Softwarelizenzen an?

Zusätzliche Hardware bedeutet oft weitere Softwarekosten. Wenn man weiß, wann man das System erweitern muss, kann man böse Überraschungen in Form von Zusatzkosten vermeiden.

10.   Wie hoch sind die jährlichen Betriebskosten für die Software und Hardware, und um wieviel Prozent würden diese bei der doppelten Speicherkapazität steigen?

Langfristig machen die Betriebskosten einen wesentlichen Bestandteil der Total Cost of Ownership aus. Deswegen ist eine klare Aufschlüsselung der laufenden Betriebskosten für das System äußerst wichtig. Eine Prognose für die Total Cost of Ownership über die komplette Laufzeit des Systems ist auch hilfreich. Fixkosten sollten über drei Jahre hinaus garantiert werden.

11.   Kann ich die Storage-Lösung selbst warten?

In der Vergangenheit waren Storage-Lösungen für das IT-Team des Unternehmens immer schwierig zu warten, was zwangsläufig teure Support-Verträge mit externen Dienstleistern zur Folge hatte. Deswegen ist es wichtig, vorab in Erfahrung zu bringen, ob man die Hardware selbst warten oder zumindest seinen Partner selbst wählen kann.

12.  Wie lang dauert die Wiederherstellung der Daten einer ausgefallenen Platte?

Die Wiederherstellung der Festplatten sollte möglichst schnell gehen und die Leistungsfähigkeit der Anwendungen nicht beeinflussen. Jede Minute der Wiederherstellung gefährdet die Daten und sollte deshalb nicht Tage, sondern nur einige Stunden dauern.

 

Klare Fakten und Zahlen von Anbietern für eine Lösung zu erhalten, die einen Lebenszyklus von mehreren Jahren hat, kann schwierig sein. Deswegen sollen diese Fragen IT-Verantwortlichen helfen, einen Einblick in die Gesamtkosten eines Storage-Systems sowie einen Ausblick auf die langfristigen Kosten zu erhalten. Damit können sie die Angebote einfacher vergleichen. Gleichzeitig kann die Geschäftsführung besser einschätzen, mit welchen Investitionen zu rechnen ist.

 

Claus Schmidt

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Claus Schmidt, Director Sales DACH von Pillar Data Systems

 

 


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