20060708l Roll out Amadeus Softlab

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Großangelegter Software-Rollout bei Reisebüros

Kurze Wege zur Traumreise

Die Amadeus Germany GmbH stand vor der gewaltigen Aufgabe, ihre neue Reisevertriebsplattform Vista in nur 24 Monaten auf 40.000 Terminals zu installieren. Um das Großprojekt möglichst effektiv über die Bühne zu bringen, bildete das Unternehmen ein interdisziplinäres Team, zu dem auch Spezialisten der Softlab Group gehörten.

 

A

madeus steht für Deutschlands führendes Reisevertriebssystem. Veranstalter können mit der Spezialsoftware ihre touristischen Leistungen über alle erdenklichen Absatzkanäle an den Kunden bringen: Reisebüro, Internet, Call Center sowie via Kartenvorverkaufsstellen. Egal, ob es um Flüge oder Hotels, Mietwagen oder Bus und Bahn, Fähren, Events oder Kreuzfahrten geht – 85 Prozent aller deutschen Reisebüros arbeiten mit dem System des Bad Homburger Unternehmens.

Bisherige Lösung erfüllte nicht mehr alle Anforderungen optimal

Bis zum Start des Rollouts im Herbst 2004 arbeiteten die deutschen Kunden von Amadeus mit der Windows-Anwendung Start Comfort. Dieses Frontend, eine um grafische Elemente erweiterte Terminal Emulation, ermöglichte Reisebüromitarbeitern den Zugriff auf die benötigten Funktionen auf dem Host (BS2000). Das System entsprach jedoch in einigen Punkten nicht mehr den aktuellen Anforderungen von Reisebüros und Veranstaltern: Zum einen ist die Reisebranche mittlerweile stark international ausgerichtet. »Die alte Plattform war jedoch eine Eigenentwicklung aus dem deutschen Markt«, erläutert Michael Mann, Vice President Marketing bei Amadeus. »Den Herausforderungen international agierender Kunden konnte sie daher kaum gerecht werden.« Die Rufe global tätiger Reiseketten wie etwa TUI oder Thomas Cook nach grenzüberschreitend homogenen Produktlandschaften wurden aus diesem Grund immer lauter. Zum anderen sollte die Vertriebsplattform flexibel erweiterbar sein. »Für unsere Kunden war es entscheidend, auch individuell angepasste Applikationen an ihr System anbinden zu können«, so Mann. »Genauso wenig wollten sie an eine bestimmte Hardware gebunden sein – Entscheidungsfreiheit und damit die Möglichkeit, Kosten zu sparen, waren oberstes Gebot«.

Startschuss für Entwicklungsprojekt

Amadeus nahm die veränderten Bedingungen seiner Kunden sehr ernst. In enger Abstimmung mit der Zentrale in Madrid traf das Unternehmen die Entscheidung, seine Applikations-Infrastruktur für den Reisebüromarkt nachhaltig zu erneuern und besser an den Bedürfnissen der Kunden auszurichten. Aus diesem Grund starteten die Verantwortlichen ein Entwicklungsprojekt, das zum Ziel hatte, die spezifisch deutschen Erfordernisse in die neue, internationale Amadeus Selling Platform zu integrieren. Dazu zählte beispielsweise die Möglichkeit, über die Plattform Tickets bei der Deutschen Bahn zu buchen. Nach ausgiebigen Performance-Tests brachte Amadeus die neue Amadeus Selling Platform auf den deutschen Markt.

Ein verbindlicher Standard für alle

Die Vertriebsplattform Amadeus Selling Platform (Vista) stellt das von den Kunden geforderte Leistungsspektrum umfassend zur Verfügung. Die Lösung ist webbasiert und lässt den Reisebüros die volle Wahlfreiheit bei ihrer Netzanbindung zum Amadeus-System sowie bei der Hardware. Internationale Veranstalter können in allen Ländern mit der gleichen Infrastruktur agieren. Auch die Bedienung wurde deutlich vereinfacht. Alle Buchungsverfahren sind grafisch dargestellt, zudem zeichnet sich die Plattform durch moderne Features wie Pull-Down-Menüs und zahlreiche Bildinformationen – beispielsweise zu Hotels und Zimmern – aus. »Damit sind jetzt auch Standards verfügbar, die die Leute aus dem Internet gewohnt sind«, sagt Michael Mann. »Die Oberfläche ist ausgesprochen intuitiv gestaltet, so dass neue Mitarbeiter keine Systemschulungen benötigen.« Wer jedoch aus Gewohnheit weiter mit dem bekannten befehlsorientierten Modus arbeiten möchte, kann dies tun. Die neue Plattform erleichtert es darüber hinaus, unterschiedliche Produkte von Amadeus flexibel zu einem maßgeschneiderten Portfolio zusammenzustellen. Auf diese Weise ist der Anbieter in der Lage, auf die individuellen Wünsche der einzelnen Reisebüros optimal einzugehen.

Damit alle Kunden in Deutschland möglichst schnell die Vorteile der Amadeus Selling Platform nutzen können, setzte sich Amadeus ein enges Zeitfenster für die landesweite Installation der neuen Software. Der Rollout auf insgesamt 40.000 Zielterminals sollte in nur zwei Jahren abgeschlossen sein. Als erstes Etappenziel waren bis November 2004 knapp 7.800 Rechner mit der neuen Software auszurüsten, die Marke 40.000 sollte das Team bis zum Februar 2006 erreichen. »Wir kamen in einem Jahr auf 15.000 erfolgreiche Migrationen, mitunter zwei- bis dreitausend pro Monat«, bestätigt Mann. »Das sind Stückzahlen, die uns im Ausland manchmal gar nicht geglaubt werden«.

Interdisziplinäres Projektteam mit straffen Zeitvorgaben

Für die Planung und Ausführung des zeitlich höchst anspruchvollen Projektes setzte Amadeus Ressourcen aus den unterschiedlichsten Unternehmensbereichen frei: Zu dem Team gehörten Mitarbeiter aus der Forschung und Entwicklung, dem Projektmanagement, dem Vertrieb, der Auftragsabwicklung und dem Help Desk. Zudem wurde Amadeus durch erfahrene Spezialisten der Softlab Group verstärkt. Schon bei der Anpassung der neuen Amadeus Plattform an den deutschen Markt war Softlab beteiligt gewesen. Christoph Engelschalk von Softlab übernahm die neu geschaffene Stelle des Rollout-Projektleiters und zeichnete damit für bestimmte Großkunden verantwortlich. Das Team gliederte das Projekt in so genannte Frames: Projektmanagement, Migration, Solution und Installation. Softlab leitete den Frame »Installation«. Innerhalb dieser Bausteine wurden entsprechende Aktivitäten prozessorientiert geplant und durchgeführt.

»Die Masse an Installationen erforderte einen möglichst automatisierten Rollout«, erzählt Michael Mann. »Unsere Kunden hatten die Wahl, sich Vista entweder aus dem Internet runter zu laden oder die Software per Post zu erhalten.« Jedes Release lief vor der ersten Installation auf internen Test- sowie auf kundenspezifischen Referenzplattformen Probe. Amadeus musste sicherstellen, dass die Kunden die richtige Programmversion bekamen und dass alle Lizenzen korrekt eingerichtet wurden. »Als wir 2004 mit der Auslieferung und der Installation begonnen haben, merkten wir, dass wir noch an der ein oder anderen Stelle nachjustieren müssen, um die von uns anvisierten hohen Stückzahlen zu erreichen«, so Mann. Geknirscht hatte es vor allem im Bestellprozess und im Rollout bei den Key Accounts. Zeit war Mangelware, weswegen es Amadeus sehr gelegen kam, dass Softlab ohne große Erklärungen einsteigen konnte. »Softlab hat uns bei der Entwicklung und Definition des Auslieferungsprozesses unterstützt und maßgeblich beim Aufsetzen des Rollout-Projekts mitgearbeitet«, lobt Mann. Außerdem übernahm der IT-Dienstleister die Leitung von Teilprojekten wie etwa bei TUI und Rewe mit je vier- bis fünftausend einzelnen PCs.

»Amadeus Vista ist ein Meilenstein in der Geschichte unseres Unternehmens«, sagt Mann. »Die Kunden äußerten sich durchwegs positiv darüber. Wir haben übrigens gerade ein neues Projekt gestartet – wieder mit Softlab an unserer Seite.«

 

www.softlab-group.com

 

 


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