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Baden-Württembergs Ärzte kommunizieren elektronisch »Doctor to Doctor« Ursprünglich für Anfang des Jahres geplant, verzögert sich die bundesweite Einführung der E-Gesundheitskarte weiterhin und bleibt in den Fachgremien höchst umstritten. In bestem Einvernehmen mit Vertragsärzten und Kostenträgern hingegen betreibt die Kassenärztliche Vereinigung Baden-Württemberg (KVBW) bereits seit drei Jahren eine Telematik-Plattform mit deutlich weiter gehender Funktionalität.
etreu
ihrem Selbstverständnis als Dienstleister für die Ärzte und Psychotherapeuten im
Land berät die KVBW ihre über Bei ihren Recherchen erfuhr Appel, dass D2D technisch auf dem PaDok-Verfahren des Fraunhofer Institutes für Biomedizinische Technik aufbaut. Als Client-Server-Technologie in Verbindung mit modernen Kryptographieverfahren bildete D2D eine sichere Kommunikationsplattform für vertrauliche medizinische Daten. »Wichtig war uns vor allem auch, dass D2D bereits system- und herstellerübergreifend eingesetzt wurde«, betont Appel. »Schließlich sollte unsere Lösung zukunftssicher und unabhängig davon sein, welches Computersystem die Ärzte nutzen.« Das Projekt formiert sich So
beschloss der Vorstand der KV Nordwürttemberg im Herbst
Im
Mai Von der Theorie in die Praxis »Uns war wichtig, von Anfang an zu beweisen, dass D2D systemübergreifend eingesetzt werden kann«, betont Appel. »Nur so konnten wir weitere PVS-Hersteller motivieren, bei dem Projekt mitzumachen.« So etwa Duria, ein genossenschaftlich organisierter Anbieter aus Düren, dessen Software in Crailsheim im Einsatz war. »Uns hat überzeugt, dass D2D bereits damals mit der adressierten, gerichteten und ungerichteten Kommunikation alle Anforderungen im medizinischen Umfeld vollständig abdecken konnte«, erläutert Entwicklungsleiter Dr. Erich Gehlen. »Die Implementierung der Schnittstelle war sehr einfach und ging wirklich schnell. Woran es in der Anfangszeit fehlte, waren jedoch die Geschäftsmodelle für die Praxis.« Mit
der Ausweitung des Projektes zunächst auf rund Der wirtschaftliche Nutzen bestimmt die Akzeptanz
Für den E-Arztbrief gilt
dies ganz besonders, wie der Feldversuch gezeigt hat. Gegenüber dem Postversand
ersparen sich die Praxen mit dem Ausdrucken, Falzen, Kuvertieren, Frankieren und
Einliefern nicht nur einiges an Aufwand, zudem stehen auf der Kostenseite Für
viele andere Ärzte wurde D2D erst mit der Einführung der weiteren Anwendungen
attraktiv. Während der Praxisnutzen der E-Überweisung und der
E-Krankenhauseinweisung sich in engen Grenzen hielt, überzeugte die Mehr als nur Arztbrief und Abrechnung
Inzwischen ist die KV mit ihrer D2D-Plattform auch über die Kassenabrechnung
hinaus als Informationsvermittler zwischen den Ärzten und Kostenträgern
erfolgreich. So hat sie mit einer ganzen Reihe von Krankenkassen Vereinbarungen
über die elektronische Datenübermittlung im Rahmen von strukturierten
Behandlungsprogrammen (DMP) getroffen. Ärzte, die im Rahmen eines DMP Patienten
mit Diabetes mellitus Typ 2, koronarer Herzkrankheit oder Brustkrebs behandeln,
können die entsprechenden Dokumentationsbögen seit Ende Ähnliches gilt für die D- und H-Ärzte, die die medizinische Versorgung im Auftrag der Unfallversicherungsträger durchführen. Hier bedient D2D auf Knopfdruck das elektronische Berichts- und Abrechnungssystem »Datenaustausch mit Leistungserbringern in der gesetzlichen Unfallversicherung« (DALE-UV). Wenn
demnächst noch die Abrechnung mit den Privatärztlichen Verrechnungsstellen
flächendeckend implementiert ist, wird für die an D2D teilnehmenden Ärzte der
»Papierkrieg« erheblich nachgelassen haben. Dass sich das auszahlt, erkennen
immer mehr Praxen – so rechnet Appel mit einem Anstieg der D2D-Nutzerzahlen
bundesweit von Der eigene Server musste sein »Nach
Abschluss der Pilotphase war uns klar, dass unser Gastspiel auf dem D2D-Server
der KV Nordrhein nicht lange andauern könnte«, erläutert Appel. »Schon alleine
aus Kapazitätsgründen wurde ein eigener Server benötigt.« Seit Anfang
»Damit sind wir nun für das erwartete Wachstum optimal gerüstet«, freut sich
Appel. »Neben allen anderen steigenden Anforderungen nehmen wir mit der Region
Heilbronn ja am Dabei hat die neue Konfiguration auch handfeste Vorteile für die beteiligten Ärzte gebracht. War früher die Kommunikation über D2D nur per direkter ISDN-Einwahl möglich, sind inzwischen auch per VPN-Technik (nach den KV-Safenet-Vorgaben) gesicherte Internet-Verbindungen möglich. So sparen die Praxen Telefongebühren und können auch die vielerorts vorhandenen schnellen DSL-Verbindungen nutzen. In Zukunft: mehr Dienste, mehr Teilnehmer Mit
dem bisherigen Projektverlauf zeigt Appel sich ausgesprochen zufrieden. »Als wir
vor fünf Jahren mit D2D begonnen haben, galten wir als Pioniere. Nach Teilnahme
der KV Bayerns setzen heute die drei größten KVen Deutschlands auf D2D. Die
Unterstützung der PVS-Hersteller ist inzwischen ebenfalls so gut, dass über Michael Ihringer
Mögliche D2D-Anwendungen
Dokument
Versandart Patient Empfänger Dokument D2D unterscheidet verschiedene Dokumentenarten. Die Formate und Datenschnittstellen bauen auf dem SCIPHOX-Standard (XML/CDA Rel. 1) bzw. CDA Rel. 2 auf. Versandart Die Übertragung erfolgt verschlüsselt entweder an einen vorherbestimmten Empfänger (»adressiert«), an einen erst später bestimmten Empfänger aus einer vorgegebenen Gruppe (»gerichtet«) oder an einen beliebigen, vom Patienten spontan zum Erhalt der Informationen autorisierten Empfänger. Fallbezogene Datenhoheit des Patienten (Ticket) Der Patient verfügt über ein fallbezogenes Vorgangs-Ticket als Schlüssel zu seinen Daten. Dieses kann sich als Barcode auf Papier oder elektronisch auf einer Patientenkarte oder einem anderen Datenträger befinden. Technische Daten
- Datenaustausch über
TCP/IP
Doris Appel, EDV-Beraterin KVBW (Quelle: KVBW)
D2D-Funktionsschema (Quelle: Fraunhofer IBMT)
Arztbriefversand mit D2D (Quelle: Duria)
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