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Virtual Networks Reelle Vorteile durch virtuelle Netze Im Zuge der Globalisierung haben viele Unternehmen ihr Standortnetz über Ländergrenzen hinweg ausgedehnt. Das gilt jedoch nicht für die Infrastrukturen der jahrelang bewährten Netzwerkdienstleister. Deswegen gelangen diese mit ihren Dienstleistungen buchstäblich an ihre Grenzen, wenn neue Niederlassungen ihrer Kunden außerhalb des eigenen Einzugsgebietes liegen. Vor diesem Hintergrund entwickelte sich das Prinzip des virtuellen Netzes, das in den letzten Jahren immer beliebter wurde. Denn im Gegensatz zu den Infrastrukturen lokaler Carrier sind virtuelle Netze grenzenlos.
ie Erfinder der virtuellen Vernetzung – sogenannte Virtual Network Operator (VNO) wie zum Beispiel Vanco – besitzen im Gegensatz zu Netzbetreibern wie Deutsche Telekom, British Telecom oder Swisscom keine eigenen Leitungen. Stattdessen stellen sie für Unternehmen mit zahlreichen, weit verstreuten Niederlassungen eine maßgeschneiderte, virtuelle Kommunikationsinfrastruktur aus den Angeboten verschiedener lokaler Carrier und unterschiedlichster Technologien zusammen. Ergebnis ist ein individuelles Netzwerk mit Best-of-Breed-Lösungen für jeden einzelnen Standort weltweit und die Möglichkeit, jederzeit weitere Unternehmensstandorte flexibel in die Gesamtlösung einbinden zu können. Bei der Bereitstellung von Kommunikationsinfrastrukturen sind Virtual Network Operator völlig technologieunabhängig. Einsetzen kann der Dienstleister alles, was es am Markt gibt: Unternehmen haben die Wahl zwischen verschiedenen Infrastrukturalternativen bei Datenservices, Konvergenzservices, Securtiy Services und Remote Access. In seiner Funktion als neutraler Dritter berät der VNO seine Kunden und entwickelt mit ihnen zusammen eine sinnvolle, auf die spezifischen Bedürfnisse abgestimmte Lösung, die sämtlichen Anforderungen hinsichtlich Sicherheit, Leistung und Verfügbarkeit gerecht wird. Unternehmen sparen mit solchen virtuellen Netzen bis zu 20 Prozent Netzwerkkosten und profitieren dazu von mehr Leistung beispielsweise bezüglich der Bandbreite. Erfolgsfaktoren virtueller Vernetzung Der VNO übernimmt bei diesem Kommunikations-Mix in der Rolle des Netzwerk-Outsourcers die komplette Ende-zu-Ende-Überwachung, den laufenden Betrieb, das Management und die Verhandlung mit den Netzbetreibern während des gesamten Lebenszyklus der Infrastruktur. Mittlerweile legen laut ICM Research mehr als drei Viertel aller großen internationalen Unternehmen ihr WAN-Management in die Hände eines externen Partners. Sie versprechen sich davon sinkende Netzwerkkosten bei gleichzeitig steigender Effizienz und schließlich mehr Wettbewerbsvorteilen. Dennoch ist das WAN-Outsourcing nicht frei von Risiken. Kriterien wie Netzwerkkosten, geographische Reichweite, Servicequalität des VNOs und Ausfallsicherheit des Netzwerkes entscheiden über den Erfolg des Projektes. Damit sich das Outsourcing aber tatsächlich rechnet – sowohl in finanzieller als auch in organisatorischer Hinsicht – müssen eine ganze Reihe von Faktoren beachtet werden. Ein hohes Maß an Flexibilität und Sicherheit, die Berücksichtigung individueller Anforderungen, innovative Technologien, Rund-um-die-Uhr-Service und proaktives Netzwerkmanagement machen eine gute WAN-Outsourcing-Lösung aus. Und natürlich ein wettbewerbsfähiger Preis. Doch wie lässt sich der Erfolg des virtuellen Netzes sichern und letztendlich messen? Auf Nummer sicher mit SLAs Wie die Stellenbeschreibung zum Arbeitsvertrag gehören Service Level Agreements (SLAs) zum Vertrag zwischen Netzwerk-Dienstleister und Kunde. SLAs sind fest definierte Service- und Leistungsvereinbarungen zwischen Servicegeber und -nehmer. Sie dienen dazu, die Qualität und Verfügbarkeit von angegebenen Dienstleistungen zu beschreiben und vergleichbar zu machen. Anhand der SLAs misst der Kunde die Dienstleistungsqualität des Virtual Network Operators und kann die Kosten abschätzen, die auf ihn zukommen. Hält der Dienstleister die definierten Serviceziele nicht ein, kann der Auftraggeber auf Besserung drängen oder Strafgebühren einfordern. SLAs des Netzwerk-Outsourcings werden in zwei Kategorien unterteilt: Technische Service Levels beziehen sich auf die Leistungen der zugrunde liegenden Technologien, prozessorientierte Service Levels auf die Leistungen des Netzwerk-Outsourcers. Faustregeln für die Technik Beispiel Wide Area Network: Hier definieren technische Service Levels die Backbone- oder Leitungsverfügbarkeit, die Anteile verlorener Datenpakete (»packet loss«) und die Paketumlaufzeiten. Diese Eigenschaften sind in der zugrunde liegenden Technik manifestiert und werden durch einen technischen Workaround (beispielsweise Backup-Systeme oder Re-Routing) konfiguriert. Richtlinien für die Servicequalität Beispiele für prozessorientierte Service Levels sind das Monitoring sowie Änderungen im Netzwerk und die Güte der Fehlerbehebungen, die für einen reibungslosen Betrieb von entscheidender Bedeutung sind. Sie beziehen sich auf Angaben wie die Wiederanlaufzeit einer ausgefallenen Netzwerkdienstleistung (Troubleshooting), die Reaktionszeiten des Servicepersonals und die Dauer, bis eine beauftragte Änderung umgesetzt ist. Zudem fallen sämtliche Eskalationsschritte in den Bereich der prozessorientierten SLAs; beispielsweise die zwischen dem Servicenehmer und dem Servicegeber definierten Vorgänge und Kommunikationsbeziehungen, um Missstände zu beheben. Hinzu kommen Remote Netzwerkmonitoring und auch die Leistungs-Optimierung. In diesen Punkten wird deutlich, wie groß der Einfluss des Menschen auf die Qualität des Netzwerkbetriebes ist. Mit eindeutigen SLAs und einem transparenten Reporting erhält der Kunde Planungssicherheit. Ziel des Reportings ist ein Controlling der Services im Hinblick auf Vertrags-Konformität des Outsourcing-Partners. Zugleich können beide Seiten sehen, ob der zugrunde liegende Vertrag alltagstauglich ist. Klare Regeln sorgen für klare Verhältnisse – und damit für ein entspanntes Vertragsverhältnis. Joachim Trickl ___________________________________________________________ Joachim Trickl ist Geschäftsführer der Vanco GmbH
Infokasten Kundenbeispiel Südzucker AG: Die Südzucker AG entschied sich im Zuge eines Programms zur Harmonisierung und Zentralisierung der Unternehmens-IT, die Netzwerk-Dienste des gesamten Konzerns mit Standorten in Deutschland, Frankreich und Belgien in die Hände eines externen Dienstleisters zu legen. Südzucker ging damit völlig neue Wege, denn bis dahin kümmerte sich das Unternehmen selbst um Verfügbarkeit, Sicherheit und Leistung der Netzwerke. Seit April 2006 hat diese Aufgabe der Virtual Network Operator Vanco übernommen. Südzucker spart seitdem einerseits Netzwerkkosten ein und profitiert dabei von circa 20 Prozent mehr Bandbreite.
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