200701u Winterheller SOA CPM Unternehmensführung

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SOA und CPM-Systeme

Unternehmensführung neu definiert

Nach der Vorstellung der Führungspersonen in internationalen Konzernen ist ein Corporate-Performance-Management-System (CPM-System) vollständig integriert, ein reibungsloses Zusammenspiel verschiedener Tools. Alle beteiligten Unternehmen sollen ein einheitliches System für alle Bereiche des CPM (Konsolidierung, Reporting, Budgetierung / Planung und Analyse) verwenden können; das System soll weitgehend automatisiert agieren und zugleich anwenderfreundlich sein.

 

W

unsch und Wirklichkeit gehen oft diametral auseinander. Herkömmliche Systeme verursachen meist heterogene IT-Landschaften, divergierende Verantwortungsbereiche und Zugriffsrechte. Dazu kommen unterschiedliche Kulturen beziehungsweise Sprachen und natürlich auch eingeschränkte Ressourcen und vergleichsweise relativ geringe Umsetzungsbudgets.

Ein Praxisbeispiel – oder: muss es so laufen?

Stellen Sie sich den monatlichen Reporting-Zyklus eines mittleren, internationalen Konzerns vor. Die einzelnen Tochterunternehmen senden ihre Monatsabschlüsse an einem bestimmten Stichtag an die Konzernmutter. Oft werden – historisch bedingt – in den einzelnen Tochtergesellschaften unterschiedliche ERP-Systeme verwendet. Alleine dadurch kommt es schon zu Datenintegrationsproblemen. Deshalb werden die Daten für das Konzerncontrolling dann in speziell entwickelten Microsoft Excel-Blättern erfasst. Die manuelle Datenerfassung in Microsoft Excel ist meist mühsam und fehleranfällig. Von einem automatischen Prozess ist man meilenweit entfernt.

Ein weiteres Beispiel: Intercompany-Beziehungen – zeitraubend und kostenintensiv?

Bei Geschäften innerhalb eines Konzerns kommt es oft zu langwierigen Abstimmungsschwierigkeiten zwischen den einzelnen Unternehmen. Unrichtige Buchungen, divergierende Wechselkurse und vieles mehr sorgen für Verzögerungen, Arbeitsaufwand und unnötige Kosten. Die Undurchgängigkeit der Systeme, Bruchstellen von den operativen Zahlen zu den Berichtszahlen sind Alltag und erschweren diese Prozesse zusätzlich.

Viele Manntage werden jeden Monat mit dem Bereinigen solcher Sachverhalte verbracht und müssen ohne konkreten Nutzen für die mit der Arbeit belastete Abteilung durchgeführt werden. In den Augen der Anwender ist das lästiger Mehraufwand, zu dem sich die Mitarbeiter schwer motivieren lassen.

Automatische Bereinigung von IC-Sachverhalten spart Zeit, ebenso wie transparente und durchgängige Konzernberichte, die auf einheitlichem Zahlenmaterial basieren.

 

Durchgehende, transparente Daten – von der Basis bis zum Report

 

 

Der Silberstreif am Horizont – Serviceorientierte Architektur (SOA)

SOA kann entscheidende Vorteile in der Umsetzung verteilter CPM-Projekte bringen: die Plattformunabhängigkeit gewährleistet ein reibungsloses Zusammenspiel verschiedener IT-Landschaften. Der Architekturansatz von SOA, Softwarekomponenten lose über Web-Services zu verbinden, vereinfacht WAN-Netzwerkzugriffe erheblich und lässt klassische Firewall-Probleme gar nicht erst entstehen.

Vor allem im Bereich der Datenintegration kann durch SOA vieles vereinfacht werden. Die einleitenden Beispiele, komplexe Monatsreports und interne Geschäfte, können nun mit SOA gelöst werden.

Als ersten Schritt definiert die IT-Abteilung ein einheitliches Web-Service zum Import der Monatsabschlussdaten. Die IT-Abteilung des Tochterunternehmens baut in einem zweiten Schritt eine einfache Dotnet-Applikation auf, die die erforderlichen Daten aus dem lokalen ERP-System extrahieren und dem Web-Service des Konzernunternehmens übermitteln. Hier liegt der Vorteil darin, dass die IT-Abteilungen mit dem hauseigenen ERP-System sehr gut vertraut sind. Positiv ist weiters, dass die Einbindung eines Web-Services unter Dotnet sehr einfach ist. Damit lassen sich Monatsabschlüsse automatisiert und fehlerfrei, zeit- oder eventgesteuert an das Zentralcontrolling übermitteln. In der Konzernzentrale laufen die Daten in Echtzeit in die jeweiligen CPM-Systeme. IC-Abstimmungsdiffernzen stehen unmittelbar nach der Verarbeitung über Web-Services den jeweiligen Tochterunternehmen wieder zur Bereinigung zur Verfügung. Durch die Echtzeitverarbeitung kann mittels SOA hier einiges an Kosten und Zeit für die Konzernberichterstattung gespart werden.

Bei SOA kommt aber auch der Sicherheitsaspekt nicht zu kurz. Verschlüsselte Datenübertragung ist machbar; ebenso eine sichere Anmeldung zum Web-Service. Gerade im Konzerncontrolling steht Sicherheit der Daten an oberster Stelle. Zusätzlich lassen sich derartige Anwendungen auch in bestehende Unternehmensportale integrieren. Damit kann auf einfache Weise ein zentraler und einfacher Zugang für die Anwender geschaffen werden.

Die Liste der Vorteile lässt sich noch fortsetzen. Auch wenn die Tochterunternehmen in unterschiedlichen Zeitzonen liegen, kommt es zu keinen Verzögerungen in der Datenverarbeitung. Hinzu kommt, dass man über ein eigenes Web-Service auch Reports aus dem Konsolidierungssystem der Konzernmutter erhalten kann. Das heißt, jedes Tochterunternehmen kann Berichte aus den CPM-Systemen in Echtzeit erhalten.

SOA und Professional Planner World

Die Architektur von Professional Planner sorgt für eine vollständige Integration mit gleichzeitiger modularer Anpassungsfähigkeit. Professional Planner World umfasst alle wesentlichen Bereiche eines CPM-Systems: Konsolidierung, Reporting, Budgetierung, Planung und Analyse.

Professional Planner hat alle Voraussetzungen, um die Implementierung einer serviceorientierten Architektur zu unterstützen.

 


  

Professional Planner schafft mit seiner Schichtarchitektur (SOA) völlige Integration bei gleichzeitig modularer Anwendbarkeit.

 

 

Die mehrstufige Client-Server-Architektur sowie die COM­Interfaces ermöglichen eine direkte Einbindung in ASP.NET Web-Services. So können beispielsweise leistungsfähige Import- und Exportfunktione n in SOA abgebildet werden. Darüber hinaus lassen sich alle denkbaren Reports, die auf Daten aus verschiedenen Bereichen der Professional Planner World basieren, dank der COM-Technologie auch problemlos, einfach und kostengünstig als Web-Services realisieren.

 

 

Professional Planner und SOA – eine vereinfachte Darstellung

 

 

Offline-Datenerfassung

In vielen Konzernlandschaften ist die offline Datenerfassung immer noch weit verbreitet, obwohl weniger vorteilhaft als eine Online-Erfassung.

In Zukunft ist geplant den Professional Planner Offline Reader und den Professional Planner Collector - der Offline-Datenerfassung möglich macht – der SOA-Technologie zugänglich zu machen. Damit können mit dem Collector offline erfasste Daten direkt über ein Web-Service an den Professional Planner Server gesendet werden oder über Web-Service verfügbare Reports (auch) zurOoffline-Auswertung empfangen werden.

SOA – die Perspektiven

SOA ist ein Technologieansatz, der viele der oben angesprochenen Herausforderungen einfacher und kostengünstiger lösen kann. Viele IT-Abteilungen begrüßen diesen einfachen Ansatz sehr; wichtige Aspekte dürfen dabei nicht vernachlässigt werden. Das Umfeld eines SOA-Systems kann sehr komplex werden. Sicherheitsthemen müssen vorausgedacht und eingeplant werden, zumal es sich gerade im CPM-Bereiche um äußerst heikle Daten handelt.

Die relativ einfache Implementierung von Web-Services kann dazu verleiten, Sicherheitsaspekte außer Acht zu lassen. Hier gilt es ein Mittelmaß zwischen einfacher Implementierung und hoher Datensicherheit zu finden. Einerseits muss der Datenverkehr sicher sein und anderseits darf die Verwaltung und Implementierung nicht zu kompliziert werden. Eben diesen Weg zu finden, gehört sicherlich zu den aufregendsten Aufgaben eines solchen Projektes.

Wie viele Unternehmen in den nächsten Monaten die SOA-Technologie umsetzen werden, bleibt abzuwarten. Der Ansatz ist jedenfalls sehr vielversprechend und wird von der Professional Planner World unterstützt.

Herwig Bachner

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Herwig Bachner ist Head of Research & Development der Winterheller Software GmbH

 

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