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SOA verjüngt Hosts

Bewährte Systeme in modernen Architekturen

Hoher Kostendruck und knappe Budgets stellen viele Unternehmen heute vor die Aufgabe, getätigte Investitionen zu schützen. IT-Verantwortliche suchen daher nach einem Weg, die betriebskritischen Host-Anwendungen in fortschrittliche Konzepte einzubinden und für neue Anwendungen verfügbar zu machen. Mit intelligenter Integrationssoftware und dem Konzept der serviceorientierten Architekturen (SOA) lassen sich die bewährten Legacy-Anwendungen als Dienste bereitstellen und in neue Lösungen einbinden.

 

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ost-Systeme bilden das Herzstück vieler Unternehmen: Großrechner von IBM und HP oder UNIX-basierte Rechner wickeln oft seit Jahren geschäftskritische Prozesse ab und haben sich im täglichen Einsatz bewährt. Die meisten Unternehmen betreiben mehrere verschiedene Legacy-Systeme. Zu den Einsatzgebieten zählen vor allem Personalwirtschaft, Finanzbuchhaltung und Warenwirtschaft. Aufgrund ihrer Zuverlässigkeit und zentralen Rolle in der Unternehmens-IT haben Host-Systeme ein enormes Zukunftspotenzial: Indem sie sie modernisieren, können Unternehmen bereits getätigte Investitionen schützen und schnell und flexibel auf neue Geschäftsanforderungen reagieren.

Integration als Schlüsselaufgabe

An Bedeutung gewinnt insbesondere die Aufgabe, die bewährten Anwendungen in neue Lösungen zu integrieren: Denn die steigende Zahl von Teilsystemen hat in den letzten Jahren komplexe IT-Strukturen entstehen lassen. So sind in den meisten Unternehmen Daten und Informationen heute auf unterschiedlichen und nicht kompatiblen Systemen verteilt. Die Herausforderung besteht darin, die verschiedenen, voneinander unabhängigen Anwendungen zu integrieren, um durchgängige und flexible Arbeitsprozesse zu gewährleisten. Viel versprechend ist hierbei das Konzept der serviceorientierten Integration: Software, die den Ansatz der Serviceorientierung unterstützt und auf dem Konzept der zusammengesetzten Anwendungen (Composite Applications) basiert, grenzt einzelne Funktionen der Legacy-Anwendungen ab und kapselt sie als wieder verwendbare Komponenten. Dabei schafft sie eine Abstraktionsschicht, die es erlaubt, auf einzelne Geschäftsfunktionen zuzugreifen, ohne weiteres Wissen über die Zielanwendung vorauszusetzen. Die Funktionen lassen sich aus screenbasierten Host-Anwendungen extrahieren. Für neue Aufgaben können Unternehmen dann Anwendungen entwickeln, die zur Laufzeit auf diese Komponenten zurückgreifen. Der Vorteil: Die Legacy-Anwendung führt weiterhin die Transaktion durch und muss nicht verändert werden. Außerdem können Unternehmen mit einmal erstellten Komponenten auch für weitere Lösungen auf die Legacy-Anwendung zugreifen.

SOA in Deutschland noch in den Kinderschuhen

Obwohl die Vorzüge serviceorientierter Architekturen bekannt sind, tun sich deutsche Unternehmen beim Einstieg schwer. Die Marktforscher von Pierre Audoin Consultants haben festgestellt, dass hierzulande nur etwa ein Prozent der Ausgaben für IT-Integrationsinitiativen auf reine SOA-Projekte entfallen. Der Grund dafür ist unter anderem mangelnde Erfahrung: Viele Unternehmen sind unsicher, womit sie starten sollen, was sie beachten müssen und welche Produkte und Technologien benötigt werden. Zudem fürchtet ein Großteil den Aufwand, der mit dem Aufbau einer serviceorientierten Architektur verbunden ist. Laut einer Studie von Capgemini schreckt ein Viertel der befragten Entscheidungsträger in deutschen Unternehmen vor den entstehenden Projektkosten zurück, weitere 19 Prozent betrachten die Lizenzkosten als zu hoch.

Wer richtig plant, gewinnt

Dabei lässt sich in wenigen Schritten der richtige Rahmen für eine serviceorientierte Architektur schaffen. Unternehmen müssen sich zunächst darüber im Klaren sein, dass der Ansatz nahezu alle Abteilungen und Arbeitsabläufe des Unternehmens beeinflusst. Denn SOA ist nicht nur eine Technologie, sondern vielmehr ein Managementkonzept: Am Anfang eines jeden Projekts steht die Frage, wie sich bestehende Geschäftsprozesse optimieren lassen. Hier sind Mitarbeiter aus dem Management, den Fachabteilungen und der IT gleichermaßen gefragt.

Unternehmen, die bereits Erfahrungen mit SOA-Initiativen haben, stellten außerdem fest, dass klein angelegte Projekte eher zum Erfolg führen als komplexe, über Nacht umgesetzte Konzepte. So bietet es sich beispielsweise an, in einem ersten Schritt wenige geschäftskritische Legacy-Anwendungen als Dienste bereitzustellen, um anderen Systemen den Zugriff auf wichtige Host-Daten zu ermöglichen.

Hosts in neuen Architekturen: J2EE und .NET

Voraussetzung dafür, dass Legacy-Systeme auch in künftigen IT-Projekten einen Part übernehmen, ist, dass sie sich in bestehende Architekturen einbinden lassen. Als Entwicklungsplattformen für Web-basierte Anwendungen sind Microsoft Dotnet und Sun Java 2 Platform, Enterprise Edition (J2EE) im Einsatz und liefern sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen um die Gunst der Anwender. Während kleine und mittelständische Unternehmen über begrenzte personelle und finanzielle Ressourcen verfügen und sich daher für eine Entwicklungsumgebung entscheiden müssen, ist es in Großunternehmen oft üblich, beide Plattformen gleichzeitig zu betreiben. So lassen sich die Vorteile von Dotnet und J2EE voll ausschöpfen und für individuelle Entwicklungsaufgaben nutzen.

Wollen diese Unternehmen ihre bewährten Legacy-Anwendungen in Dotnet- oder J2EE-Anwendungen einbinden, brauchen sie eine Integrationssoftware, die beide Plattformen unterstützt. Sie grenzt Host-Daten und -Logik ab und stellt sie als Dotnet-Komponenten oder Java Beans zur Verfügung. Auch Unternehmen, die sich noch nicht für eine Plattform entschieden haben, profitieren von der gleichzeitigen Unterstützung, weil sie weiterhin ungebunden sind und sich nicht auf ein Produkt festlegen müssen.

Welche Legacy-Anwendungen sich sinnvoll als Dienste bereitstellen lassen, hängt dabei von den aktuellen Anforderungen im Unternehmen ab. Besteht die wichtigste Aufgabe zum Beispiel darin, den Weg vom Auftragseingang bis zur Produktion zu automatisieren, sollten zunächst die Anwendungen für Auftragserfassung, Lagerhaltung und Produktionsplanung integriert werden. Andere Unternehmen, deren größte Herausforderung es ist, die Kundenbeziehungen zu verbessern, können in einem ersten Schritt Anwendungen mit Kundenstammdaten mit Applikationen für Lagerwirtschaft und Rechnungswesen verbinden. Weitere Integrationsprojekte können dann nach und nach folgen.

Gute Verwaltung ist das A und O

Sind die ersten Dienste erstellt, müssen Unternehmen im nächsten Schritt eine zuverlässige Verwaltung gewährleisten. Dazu gehört ein Verzeichnis, das bereits bestehende Services auflistet. Dies kann in zunächst eine Website sein. Sobald die Anzahl der Dienste steigt, empfiehlt sich ein komplexes Register auf Basis des Verzeichnisdienstes Universal Description, Discovery and Integration (UDDI), der sich als Standard durchgesetzt hat. Außerdem ist es wichtig zu klären, wer für welche Dienste zuständig ist und für deren Qualität verantwortlich zeichnet – Stichwort Governance. Denn nur so lässt sich sicherstellen, dass Unternehmen den Überblick behalten und die Architektur den Geschäftsanforderungen gerecht wird. Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Sicherheit der serviceorientierten Architektur. Sie ist insbesondere dann entscheidend, die externe Partner einbinden wollen.

Serviceorientierte Architekturen werden die IT der Zukunft stark beeinflussen – darin sind sich die Experten einig. Mit intelligenter Integrationssoftware, die den Ansatz der Serviceorientierung unterstützt, können Unternehmen ihre Legacy-Systeme flexibel in neue – beispielsweise Web-basierte – Lösungen einbinden. So werden die Großrechner zukunftsfähig und können auch in der IT-Strategie der nächsten Jahre eine wichtige Rolle spielen.

Norman Rohde


Norman Rohde ist Director Sales & Marketing Central and Eastern Europe bei Attachmate

 

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