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Interview mit Sacha Labourney: Open Source Middleware und Software-as-a-Service Zwei Teile ergeben ein effizientes Ganzes Software-as-a-Service (SaaS) ist einer der wichtigsten Trends im Softwaremarkt und birgt für die nächsten Jahre noch großes Potenzial. Besonders die Infrastruktur-Software, die bei der Bereitstellung hochverfügbarer Services über das Web eine Schlüsselrolle spielt, verursacht schnell hohe Kosten. Als Alternative zu kommerziellen Middleware-Plattformen bietet sich verstärkt Open Source Middleware an.
aaS-Unternehmen vermieten Software-Lösungen und den Support spezialisierter Anbieter an ihre Kunden. Der Vorteil für den Anwender: Er zahlt nur, was er wirklich nutzt, und muss sich um Wartung und Weiterentwicklung nicht selbst kümmern. Da SaaS-Anbieter immer danach streben, ihren Kunden die zuverlässigste, technisch innovativste und flexibelste aber dennoch preisgünstigste Software zu bieten, suchen sie vermehrt nach passenden Alternativen zu kommerziellen Lösungen. Besonders die Infrastruktur-Software, die bei der Bereitstellung hochverfügbarer Services über das Web eine Schlüsselrolle spielt, verursacht schnell hohe Kosten. Als Alternative zu kommerziellen Middleware-Plattformen bietet sich verstärkt Open Source Middleware an. Sacha Labourey, CTO und Europa-Chef des Open-Source-Middleware-Anbieters JBoss, seit Mitte vergangenen Jahres ein Unternehmensbereich von Red Hat, erklärt, warum SaaS-Anforderungen und Open-Source-Middleware-Angebote gut zusammenpassen.
manage it: Herr Labourey, JBoss behauptet, dass Open-Source-Middleware eine optimale Lösung für Software-as-a-Service (SaaS)-Provider ist. Weshalb sehen Sie das so? Labourey: JBoss Open-Source-Middleware ist geeignet für SaaS, weil die Kosten für den Einsatz nicht im gleichen Maße steigen, wie der angebotene Service skaliert. Egal, welches Problem Unternehmen lösen wollen und wie ihr Geschäft aussieht – für die Nutzung der Software zahlen sie nur einen verhältnismäßig kleinen Betrag. Lizenzkosten fallen bei Open-Source-Middleware vollständig weg. Bleiben die Support-Angebote, ohne die kaum jemand geschäftskritische Systeme laufen lassen würde. Ein weiterer wichtiger Faktor für die Nutzung von Open-Source-Middleware ist ihre schnelle Verfügbarkeit. Entsprechend der unterschiedlichen Anforderungen von SaaS-Nutzern können Open-Source-Anwendungen ohne weiteres skaliert werden. Dadurch ist es sehr einfach, bestehende Lösungen zu ergänzen, neue zu entwickeln und sich damit an veränderte Kundenanforderungen anzupassen. Da JBoss strikt offene Standards nutzt, ist es leichter, einzelne Bestandteile miteinander zu verbinden und in vielfältigen Auswahlmöglichkeiten neu zu kombinieren. Diese Flexibilität der JBoss-Technologie, gerade auch im Hinblick auf serviceorientierte Architekturen, wie sie von SaaS-Anbietern genutzt werden, gibt ihnen die totale Wahlfreiheit bei Funktionalität, Skalierbarkeit, Schnittstellen und so weiter. Dagegen sind die proprietären Lösungen kommerzieller Anbieter das reinste Gefängnis, einmal darin gefangen, steigen die Kosten mit jedem neuen Server und mit jeder neuen Softwarekomponente. manage it: Wie sollten SaaS-Anbieter Ihrer Meinung nach den Auswahlprozess für die passende Middleware gestalten? Labourey: Ganz klar: Der wichtigste Faktor ist die Zuverlässigkeit der Software. Die Software sollte so reif sein, dass sie stabil und belastbar läuft und jedes Skalierungsniveau mithält. Das ist zwar fast schon selbstverständlich, aber dennoch unverzichtbar. Ein zweiter Faktor sind die »Cost of Entry«, also die Gesamtkosten bei Neueinführung einer Software. Da kommen wieder die Standards ins Spiel, denn proprietäre Schnittstellen zum Beispiel verteuern schnell die Implementierung. Umgekehrt gilt es aber auch, schon bei Einstieg die Kosten eines möglichen Ausstiegs im Auge zu behalten. Die Applikationen, die auf der Infrastruktur aufsetzen sollten eine Portierung in eine neue Umgebung erlauben. Zu guter Letzt spielen natürlich die Kosten für die Skalierung einer Lösung eine ganz wichtige Rolle. Das Konzept der SaaS lebt ja vom Prinzip her schon vom Skalierungsgedanken. Und da ist Open Source Software kaum zu schlagen. Aber nochmal, die Zuverlässigkeit ist Kriterium Nummer eins. Ohne geht’s nicht. manage it: Welche Hauptunterschiede gibt es zwischen traditioneller, kommerzieller Software und Open-Source-Software für SaaS-Anwendungen? Labourey: Mit Open-Source-Software sind Anwender nicht an monolitische, teure und proprietäre Plattformen gebunden, die dazu oft noch unflexibel sind. JBoss legt Wert auf vollkommen modulare Systeme, die die Auswahlmöglichkeiten für Software-Architekten maximieren. Hierbei können Entwickler zwischen verschiedenen Komponenten der JBoss Enterprise Middleware Suite (JEMS) wählen und sich die für ihre Anforderungen passende Lösung zusammenstellen. manage it: Wie wird sich Ihrer Meinung nach der Einsatz von SaaS auf den europäischen Markt für Unternehmenssoftware auswirken? Labourey: Es ist schwierig, das Marktpotenzial oder die Marktdynamik von SaaS in Bezug auf die Branche abzuschätzen. Aber wir sind sicher, dass Open-Source-Lösungen wie die von JBoss eine immer wichtigere Rolle spielen werden und grundlegend beeinflussen, wie SaaS-Lösungen von Anwenderunternehmen angenommen werden. Die Gründe dafür sind vielfältig, in diesem Gespräch habe ich jedoch die wichtigsten genannt. SaaS entwickelt sich weiter, weil es eine wirklich große Nachfrage nach diesem Ansatz gibt. Und Open Source ist einer der wichtigsten Einflussfaktoren für die Durchsetzung von SaaS. Es gibt also eine starke Verbindung zwischen SaaS und Open Source, wenn es um Marktdurchdringung geht. manage it: Gibt es bei JBoss innerhalb von Red Hat besondere Pläne, um speziell den Anforderungen von SaaS-Anbietern Rechnung zu tragen? Labourey: Wir haben seit Beginn des ursprünglichen JBoss-Projekts versucht, SaaS-Anbietern durch unser Bekenntnis zu Open Source besonders gute Lösungen zu bieten. Da offene Standards so wichtig für SaaS sind, können Sie sich drauf verlassen, dass wir 100prozentig sicherstellen werden, dass diese Philosophie auch bei unserer weiteren Entwicklung gewahrt bleibt.
Vielen Dank für das Gespräch
Mehr Informationen zu JBoss unter de.jboss.com |
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