20070506f Wily CA Portale Komplexität Portal-Management

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Portale

Das Tor zur Einfachheit

Portale haben das Zeug, zum Fundament der web-basierten Wirtschaft zu werden – wäre da nicht die Komplexität der Systeme. Je mehr verknüpfte Systeme und Applikationen es gibt, die zur gemeinsamen Nutzung in ein web-basiertes System gestellt werden, um so mehr wird von der Stabilität und Verwaltbarkeit geopfert, die traditionelle, geschlossene Point-to-Point-Systeme bieten.

 

W

as die Out-of-the-Box-Funktionalität der Portal-Software an Entwicklungszeit und -kosten spart, geht beim Management der darunterliegenden komplexen IT-Systeme verloren. Schlimmer noch: Administratoren werden Fehler zumeist erst gewahr, wenn sich die ersten Kunden beschweren, dass es Probleme mit dem Portal gibt. Die Suche nach der Fehlerquelle gleicht dann nicht selten der sprichwörtlichen Nadel im Heuhaufen:  Es könnte ein Portlet sein, eine Datenbank oder eines der unterstützenden Backend-Systeme. Um den Fehler zu identifizieren und auszuschalten, müsste im Prinzip jedes Portlet in einem eigenen Test-Fenster aufgebaut und analysiert werden. Eine Antwort auf dieses Dilemma bieten Portal-Management-Werkzeuge, die einen Blick hinter die Kulissen werfen lassen – auf die internen Portal-Prozesse und die dort ablaufenden Interaktionen.

Um sich eine Vorstellung machen zu können, welche komplexe Aufgabe ein solches Werkzeug erfüllen muss, hilft es, sich zum Beispiel die Funktionsweise eines IBM WebSphere Portals zu vergegenwärtigen.

WebSphere Portale in Aktion

WebSphere Portale umfassen eine breite Palette an Technologien, um hoch entwickelte Business-to-Consumer (B2C)-, Business-to-Business (B2B)- und Business-to-Employee (B2E)-Portale aufzusetzen und zu betreiben. Wenn ein Nutzer eine WebSphere Portal-Application öffnet, die auf seinem Desktop im Portal-Fenster angeboten ist, nimmt ein Gateway-Servlet die Anfrage an. Dieses Servlet leitet sie weiter an die Authentifizierung, bei der die Identität des Nutzers im Abgleich mit den in einer Datenbank hinterlegten Nutzerinformationen bestätigt wird. Bis hierher ist der Prozess nicht komplexer als jeder einfache Login, den jeder Internet-Nutzer kennt. Da das Portal aber eine große Zahl von Applikationen und Datenquellen für eine ebenso große Zahl unterschiedlicher Nutzer individuell zusammenführt, ist der Zugriff keine einfache Ja-Nein-Entscheidung. Eine Autorisierungsinstanz muss das Zugriffsprofil des jeweiligen Nutzers von den entsprechenden Datenbanken empfangen und auswerten, um zu entscheiden, welche Applikationen und Inhalte der Nutzer überhaupt aufrufen darf. Diese Autorisierung wird an die Portal-Engine geschickt, die diese Daten mit der dort hinterlegten Geschäftsregeln und -Logik kombiniert und weiterverarbeitet. Das Ergebnis ist ein Modell der Hierarchie aller Seiten, für deren Nutzung der jeweilige User eine Autorisierung hat. Die Engine entscheidet aufgrund des geladenen Seiteninhalts, welche Portlets auf der Seite sein müssen. Ein Portlet ist eine Java-basierte Web-Komponente, die in Portalen als Elemente der Benutzeroberfläche zum Einsatz kommt, indem sie eine Präsentationsebene für ein Informationssystem liefert. Der Portlet-Container sorgt dann dafür, dass das Portal die von den Portlets angeforderten Aktionen anschiebt – mit anderen Worten: die hinterlegte Geschäftslogik anwendet und die integrierten Systeme anspricht. Schließlich gibt die Engine jedes Portlet auf der Seite aus.

 

Im Prinzip können alle Software-Abhängigkeiten des Portals auf drei Hauptbereiche heruntergebrochen werden: Backend-Systeme, verbindende Middleware und Präsentation. Backend-Ressourcen umfassen Datacenter-Systeme wie beispielsweise CICS, MQSeries, Tuxedo oder DB2 sowie Enterprise-Applikationen wie ERP-, CRM- oder andere Geschäftsanwendungen. Die Zahl solcher Backend-Ressourcen, die von einem Portal genutzt werden, kann schnell steigen, sobald mehr Applikationen – von denen wiederum potenziell jede auf verschiedene Datacenter-Systeme zugreift – in dem Portal zusammengefasst werden. Unter dem Strich entwickeln Portale auf diese Weise mehr und komplexere Backend-Abhängigkeiten als typische Enterprise-Applikationen. Die Portal-Präsentationsmechanismen sind vergleichsweise einfach und statisch – auch wenn die Informationen und das spezifische Layout der Präsentation sehr dynamisch sein können. Trotzdem stellen auch sie eine potenzielle Fehlerquelle dar, die die Funktionsfähigkeit und Verfügbarkeit des Portals beeinflussen kann.

Anforderungen an Werkzeuge zum Monitoring und Management

Jedes Element in der Architektur von Portalen hat seine eigene Management-Software. Das Problem: All diese unabhängigen Silos mit Managment- und Performance-Informationen lassen sich nur schwer überblicken, wenn ein Problem das Portal schachmatt setzt und eine schnelle Lösung gefragt ist. Wenn ein ausgefallener Server für die Störung verantwortlich ist, lässt sich das schnell ausmachen. Zumeist sind die Gründe für eine Performance-Beeinträchtigung komplizierter: Ein System-Administrator, der eine bestimmte Komponente des Portals überwacht, wird nicht sehen können, wie ein anderes Element einen Engpass erzeugt. Dabei muss dafür gar nicht einmal ein Stück Hardware oder Software verantwortlich sein, sondern das fehlerhafte Zusammenspiel verschiedener Ressourcen. Für solche Integrationsprobleme ist Ressourcen-spezifische Management-Software allerdings genauso ungeeignet wie für die vorausschauende Überwachung, mit deren Hilfe Portal-Probleme erkannt und beseitigt werden können, bevor sie Schaden anrichten können.

Eine echte Portalmanagement-Plattform muss folglich die gesamte Service-Liefer-Kette, die über das Portal angestoßen wird, visualisieren, Abhängigkeiten beleuchten und Informationen über Service-Minderungen liefern. Die Hauptanforderungen sind:

-       Überwachung aller komplexen, dynamischen Interaktionen, einerseits innerhalb des gesamten Workflows und andererseits in den einzelnen Prozessen

-       Präsentation der Überwachungsdaten in einfach zu überblickenden Diagrammen, die Probleme und ihre Entstehungsquelle anzeigen und die die Möglichkeit bieten, die Informationen bis zu individuellen Portlets oder Transaktionen herunterzubrechen

-       Zusammenfassung der Gesamt-Performance in den Schlüsselbereichen des Portals wie Authentifizierung/Autorisierung, Engine sowie Portlet Container und Portlet-Services.

Hersteller bieten derzeit in erster Linie Management-Lösungen, die diese Performance-Informationen in einem End-to-End-Verfahren sammeln. Das heißt, sie simulieren Transaktionen, um die Antwortzeit einer Applikation als Black-Box messen. Der Nachteil: Solche Lösungen machen zwar generell auf bereits entstandene Probleme aufmerksam, aber nicht exakt auf die Fehlerquelle. Die bessere Alternative sind Werkzeuge, die Informationen über das Zusammenspiel der einzelnen Komponenten gezielt innen heraus liefern und dabei die tatsächlich ablaufenden Transaktionen messen. Wily Technology hat den Wily Portal Manager für IBM WebSphere Portals im Programm, eine Lösungssuite, die auf diese Weise die gesamte WebSphere Applikations-Infrastruktur abdeckt. Das Herzstück der Lösung, Wily Introscope, arbeitet mit so genannter Byte-Code-Instrumentierung und ist damit unabhängig von der Plattform und der Version der Java Virtual Machine (JVM). Eine JVM interpretiert den kompilierten Java-Binär-Code – auch Byte-Code genant – für den Prozessor eines Rechners beziehungsweise die Hardware-Plattform, um so die Instruktionen eines Java-Programms ausführen zu können. Der Einsatz von Byte-Code-Instrumentierung bedeutet, dass Messfühler direkt auf dieser Code-Ebene arbeiten. Sie sammeln dort Rohdaten über die Performance einer Applikation und leiten sie an den Introscope Enterprise Manager weiter. Dort werden diese Informationen ‘übersetzt’ und für Nicht-Java-Experten verständlich in Grafiken – wie etwa einem Ampel-System, das bei Problemen erst gelbes, im Ernstfall rotes Licht zeigt – aufbereitet. Dabei lassen sich zahlreiche Metriken gezielt überwachen – angefangen beim Ressourcenverbrauch über Pools bis zu Parallelitäten (Concurrencies), um Performance-Probleme zu lösen und so die Verfügbarkeit zu erhöhen.

Technologie ist nicht alles

Effektives Portalmanagement ist allerdings nicht ausschließlich eine Technologie-Frage. Wer Portale mit funktionellen Abhängigkeiten von Legacy-Systemen bis hin zu extern eingespeisten Informationen hochverfügbar halten will, muss seine kollaborativen Prozesse über Abteilungs- und Unternehmensgrenzen hinweg stärken. Application Performance Management ist traditionell von der Zusammenarbeit zwischen Netzwerk-Managern, System-Administratoren und Software-Entwicklern geprägt. Die Natur eines Portals schraubt die Anforderungen hier allerdings höher: Das komplexe Zusammenspiel der Ressourcen verzeiht Schwächen bei dieser Kooperation nicht – zwangsläufig dauert es länger und kostet mehr Nerven, bis Fehlerquellen entdeckt und behoben sind. Hilfreich ist daher eine Lösung, die eine gemeinsame – wenn auch individuell auf Komponenten heruntergebrochene – Sicht der Portal-Performance bietet. Die Herausforderung beim Portalmanagement für die IT ist somit im Prinzip vergleichbar mit der Herausforderung der Portalgestaltung für das Kerngeschäft: Die grundlegenden Informationen müssen jedem Nutzer so präsentiert werden, dass sie sowohl dem allgemeinen Zweck als auch der individuellen Rolle gerecht werden. Der Kollaborations-Gedanke wird sich zukünftig noch stärker durchsetzen müssen, wenn Web Services die eigene IT entsprechend ergänzen. Diese externen Provider können nicht für eine schnelle Trouble-Shooting-Runde ins Konferenzzimmer gerufen werden, wie das bei unternehmensinternen Problemen mit dem Portal noch der Fall ist. Hier sind praktische Mechanismen und Policies gefragt, die die Informationsverteilung und Eskalation regeln. Weder Portale noch Service-orientierte On-Demand-Architekturen, die aus Portalen erwachsen können, werden langfristig ohne diesen Kollaborationsansatz Erfolg haben.

Werner Maass

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Von Werner Maass, Sales Director Central and Eastern Europe bei Wily Technology, ein CA-Geschäftsbereich

 

 

Über Wily Technology

Wily Technology ist der führende Anbieter von Enterprise Performance Management-Lösungen. Die Produkte von Wily Technology ermöglichen es Unternehmen, die Verfügbarkeit ihrer kritischen Web-Applikationen und Infrastrukturen erfolgreich zu verwalten, in dem das Unternehmen eine Echtzeit-Sicht in tatsächliche Kundentransaktionen bietet. Der kollaborative Management-Ansatz von Wily Technology lässt Großunternehmen schnell schwere Anwendungsfehler entdecken und die Ursache herausfinden. Damit kann auch die Auswirkung von Application Performance auf den Geschäftserfolg errechnet werden. Zusammengefasst heißt das: besserer Kundenservice, stabilerer Umsatz und höhere IT-Produktivität. Weitere Informationen zu Wily Technology finden sich unter http://www.wilytech.com/

 

 

 

 


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