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Individuelle Softwareentwicklung durch »offenes« Application Lifecycle Management Industrialisierung der IT Eine verlässliche Softwarearchitektur ist für Unternehmen ein fester Bestandteil ihrer IT-Infrastruktur und für viele sogar ein Umsatzmotor. Auf Grund des direkten Einflusses auf die Produktivität eines Unternehmens wird folglich auch die Entwicklung von Software immer mehr zum Gegenstand der betriebswirtschaftlichen Betrachtung und Messung.
amit die Applikationsentwicklung Geschäftsabläufe in der Praxis effizient unterstützt, ist der fristgerechte Einsatz einer neuen oder veränderten Lösung von enormer Bedeutung. Der Application-Lifecycle-Management-Ansatz veränderte die Softwareentwicklung bereits ein Stück weit, da der gesamte Entwicklungszyklus in einen planbaren und transparenten Geschäftsprozess umgewandelt wird. Damit industrialisiert und automatisiert sich die Branche. Einziger Kritikpunkt ist jedoch, dass Lösungs-Anbieter meist »geschlossene«, monolithische Lösungen auf den Markt bringen. Für entwickelnde Unternehmen bedeutet das, sie machen sich von einem Anbieter und seiner Produktagenda abhängig. Hier könnte ein »offenes« Application Lifecycle Management Abhilfe schaffen, bei dem sich Tools, Prozesse und Plattformen unterschiedlicher Hersteller integriert anwenden lassen. Treibende Kraft für Geschäftswachstum Obwohl integrierte Softwarearchitekturen Einfluss auf die Produktivität eines Unternehmens haben, verpasst die Entwicklungsindustrie dennoch immer noch zu oft ihre Chance, die treibende Kraft für Geschäftswachstum zu sein. Projekte in der Entwicklung werden teilweise nicht entsprechend der Zeitvorgaben abgeschlossen und lassen sich nicht innerhalb des geplanten Budgets umsetzen. Hinsichtlich des Geschäftsnutzens hat der fristgerechte Einsatz einer neuen oder verbesserten Applikation jedoch enorme Bedeutung – spätestens wenn hiervon Kunden und damit verbundene Auftragseingänge betroffen sind. Dann beeinträchtigt die Verschiebung eines geplanten Termins Umsätze oder ganze Produktlieferzyklen. Nach den Zahlen des aktuellen Chaos Report [1] sind Softwareprojekte zwar im letzten Jahr erfolgreicher verlaufen als in den Jahren zuvor. Dennoch konnte der Budget- und Zeitrahmen bei 46 Prozent der Projekte nicht eingehalten werden, während 19 Prozent gänzlich scheiterten. Diese Projekte wurden überhaupt nicht zu Ende geführt, obwohl schon viel investiert wurde.
Der geschlossene, monolithische ALM-Ansatz ist gescheitert Laut Forrester wird der ALM-Markt in den nächsten Jahren kontinuierlich wachsen. Experten gehen von einem Volumen von 3,3 Millionen Dollar für das Jahr 2009 aus, mit einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate von 9,2 Prozent. Nicht alle ALM-Lösungen bringen jedoch den maximalen Nutzen, weil Anbieter immer noch geschlossene, verkäuferspezifische ALM-Lösungen auf den Markt bringen. Dabei vergessen Lösungsanbieter häufig einen entscheidenden Aspekt: Nachdem Unternehmen über Jahre hinweg Investitionen in Software und Prozesse getätigt haben, ist eine komplexe, heterogene Infrastruktur mit unterschiedlichen Tools, Prozessen und Plattformen entstanden. Monolithische Lösungen erlauben jedoch nicht das Zusammenspiel und die Integration der bereits eingesetzten Werkzeuge, Plattformen und Prozesse. Arbeitet ein Unternehmen mit Java und Dotnet-Plattformen, Wasserfall- und Agile-Prozessen, wird ungern eine ALM-Lösung implementiert, die zur Anwendung eines bestimmten Prozesses zwingt oder spezifische Werkzeuge vorschreibt. Gleiches gilt für die unterschiedlichen Werkzeuge wie Eclipse, Visual Studio, Dotnet, Cruise Control oder Ivy. Rein betriebswirtschaftlich betrachtet sollten bereits getätigte Investitionen geschützt werden, in dem die angeschafften Produkte auch mit neuen Lösungen harmonieren. Mit einem »offenen« ALM-Ansatz zu mehr Flexibilität Anstelle geschlossener, restriktiver ALM-Lösungen, gehen Anbieter vermehrt zu einem »offenen«, kundenzentrierten Ansatz über. Damit lassen sie ihren Kunden größtmögliche Flexibilität bei der Wahl ihrer Entwicklungsprozesse und ihrer Plattformen. Anwender sind damit unabhängig von der Agenda eines Anbieters. Ein »offener« ALM-Ansatz unterstützt die individuelle Applikationsentwicklung. Im Rahmen eines solchen Ansatzes werden Vorgehensmodelle, Prozesse und Plattformen unterschiedlicher Hersteller in die Entwicklung integriert. Entwickler können flexibel und individuell arbeiten, da die verschiedenen Komponenten interoperabel sind. Individuelles Optimierungspotenzial lässt sich anhand von Best Practises erkennen, welches die bestehenden Prozesse mit den Erfahrungswerten aus der Branche vergleicht. Bereits getätigte Investitionen in Tools, Prozesse und Methoden sind nicht obsolet, sondern fließen auch in neue oder veränderte Entwicklungsprojekte ein. Unternehmen wie beispielsweise die Novar GmbH a Honeywell Company unterstreichen die Bedeutung dieser »offenen« Herangehensweise: »Uns war es wichtig, dass wir bei unseren Entwicklungen auch einen gewissen Entscheidungsspielraum haben. In der Vergangenheit haben wir in unterschiedliche Produkte investiert, und dieser finanzielle Aufwand sollte sich auch nachträglich als sinnvoll erweisen«, so Volker Wiesemann, Senior Development Engineer bei Novar. Carey Schwaber, Senior Analyst bei Forrester Research sieht in den offenen ALM-Lösungen einen wichtigen Schritt zu mehr Planungssicherheit und gibt einen Ausblick auf die künftige Entwicklung: »Die ALM-Lösung von morgen ist eine Plattform zur Planung und Steuerung von Entwicklungsaktivitäten, im Gegensatz zu einer reinen Ansammlung von Lifecyle-Tools mit feststehenden, begrenzten ALM-Features. Durch die konsequente Verfolgung dieser Strategie können Kunden automatisierte ALM-Technologien einfacher implementieren, betreiben und erfolgreich umsetzen«, so Schwaber »Nur so lassen sich die Produktivitätssteigerungen in der Softwareentwicklung, die wir als unumgänglich ansehen, realisieren.«
Carlos Mendez ___________________________________________________________ Carlos Mendez ist Country Marketing Manager DACH bei Borland. Mendez verfügt über eine 22-jährige Expertise in der IT- und Telekommunikationsbranche. [1] Standish Group: Chaos Report 2006. |
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