20070708h Axiom Fertigungstraße für TK-Produkte und TK-Dienste

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Die Fertigungsstraße für Telekommunikationsprodukte und -dienste

Von der Vision zur Realität

Um wettbewerbsfähig zu werden/bleiben, ist es für Telekommunikationsunternehmen absolut notwendig die Serviceprozesse enger zu verzahnen und eine produktionsmäßige Organisation der Geschäftsprozesse anzustreben.

 

S

chon länger ist es ein Ziel der Netzbetreiber, ihren Kunden schnell und effizient neue Produkte und individuelle Services liefern zu können. Die meisten großen Netzbetreiber benötigen allerdings immer noch bis zu 18 Monate vom ersten Konzept bis zu Auslieferung nur eines neuen Produktes oder Dienstes. Dabei verwenden sie häufig ein Sammelsurium von Prozessen, Standards und Technologien. In der heutigen wettbewerbsintensiven Marktlandschaft ist ein solches Verfahren nicht mehr zeitgemäß. Die enormen Summen, die Telekommunikationsunternehmen bei der Migration zu Next Generation Networks (NGN) in die Hand nehmen, stellen sicherlich einen Teil der Lösung dar. Um aber die große Zahl neuer Produkte und Dienste, die über NGNs angeboten werden (sollen), auch bieten zu können, müssen die Bereitstellungsprozesse beschleunigt werden.

Denn das ist die Schwachstelle vieler Netzbetreiber; die mangelnde Verzahnung und produktionsmäßige Organisation der Serviceprozesse. Wegen dieser Ineffizienz ist es so schwierig, neue Dienste als fertig auslieferungsfähige Produkte nach der Konzeptions- und Designphase bereitzustellen. Dabei gibt es ein Vorbild, das zeigt, wie eine effiziente und flexible Ablauforganisation aussehen kann: die verarbeitende Industrie, die das Prinzip der Massenproduktion mit Fertigungsstraßen als erste eingeführt hat.

Zwei Konzepte machen die verarbeitende Industrie zu einer Referenz für die Telekommunikationsindustrie: computergestütztes Design und Fertigung (Computer Aided Design = CAD und Computer Aided Manufacturing = CAM).

Durch die Kombination von CAD und CAM können heute Hersteller im Maschinen-, Anlagen oder Automobilbau, um nur einige Branchen zu nennen, neue Produkte sehr viel effizienter und kostengünstiger entwerfen, testen und herstellen als früher. Auch wenn die Abteilungen in einer industriellen Fertigungsstraße typischerweise die Aufgaben der anderen nicht kennt, bereitet das keine Probleme, da die Materialien und Protokolle, mit denen sie arbeiten, standardisiert sind. Jede Abteilung erledigt ihren Teil in der Produktionskette und das Endprodukt wird jedes Mal schnell und einheitlich hergestellt. Dieser Produktionsprozess funktioniert aber nur, weil allgemein akzeptierte Standards verwandt werden.

Ein weiteres Beispiel sind Computerhersteller, bei denen Kunden schon seit vielen Jahren individuelle PCs über das Internet konfigurieren können, basierend auf täglich neuen Bausteinen und Komponenten.

Bis heute fehlt Netzbetreibern dagegen das entsprechende Gerüst an Methoden und Standards, die es erlauben würden, ihre Umgebungen für die Diensterstellung und für die Implementierung von Änderungen zu vereinheitlichen. Eine solche Zusammenstellung von Standards würde den Rahmen für die Entwicklung eines in sich schlüssigen Produktportfolios mit allen geschäftlichen Anwendungen bieten – und die Komplexität bei der Gestaltung neuer Produkte verringern. Das Produktmarketing könnte neue Dienste entwerfen, die Gesamtbetriebskosten würden sinken, Kunden würden neue Produkte zu niedrigeren Preisen erwerben und personalisierte Dienste nutzen.

Eine Fertigungsstraße für alle Kommunikationsdienste.

Diese Architektur begründet also in letzter Konsequenz einen neuen Typ von Diensterstellungsumgebung und führt den Gedanken der Fertigungsstraße für Produktfindung und Produkterstellung in die Welt der Kommunikationsdienste ein. Sprachbarrieren zwischen Abteilungen verschwinden, Produktmarketing und IT-Abteilung arbeiten zusammen, statt aneinander vorbei, wegen der gemeinsamen Sprache.

Diese Vision ist auf dem Weg der Realisierung. Die Product und Service Assembly Initiative, kurz PSA, entwickelt seit gut einem Jahr eine standardbasierte Architektur für Netzbetreiber. Die Architektur soll Telekommunikations-Betreibern einen umfassenden Referenzrahmen für die schnelle und flexible Definition von neuen Services liefern. Dabei ist eine XML-basierte Beschreibungssprache entstanden, die es erlaubt neue Dienste als Web-Service von einem Subsystem oder einen 3rd-Party-Lieferanten hochzuladen, und über dieses Interface die neuen Dienste dann auch zu provisionieren.

Die PSA-Kernarchitektur ist flexibel, automatisiert und adaptiv – Charakteristiken, die sich am besten mit dem Begriff »active catalog« fassen lassen. Allgemein gesagt, verzahnt ein solcher aktiver Katalog die Diensterstellung, Entwicklung und Ausführung sehr eng miteinander. Dafür werden feinkörnige Informationseinheiten aus dem Produktkatalog eines Betreibers herausgegriffen und in Form von »Informations-Bausteinen« in eine Komponentenbibliothek überführt. Jede Komponente enthält das »Wissen«, wie sie mit jeder anderen Komponente im Katalog interagieren muss und versteht die Abhängigkeiten, Voraussetzungen oder Ausnahmen, die für jede dieser Verbindungen gelten. Jede Komponente ist zudem wieder verwendbar in anderen Produktpaketen.

Der andere Bestandteil der Architektur ist eine webbasierte grafische Benutzeroberfläche, über die Detailinformationen der im Active Catalog vorhandenen Komponenten veröffentlicht werden. Diese Plattform mit der Funktionalität des Active Catalog bildet das zentrale Werkzeug für Mitarbeiter aus dem Produktmarketing wie aus der IT-Abteilung. Produktmanager und Marketiers können neue Dienste und Komponenten entwickeln, ohne dass eine langwierige Spezifikationsphase nötig ist. IT-Architekten erhalten Zugriff auf eine Reihe bewährter Geschäftsfunktionen, die ihnen die Koordination in der Komponentenentwicklung und deren Einsatz im gesamten Netzwerk erleichtern.

Ein solcher »Active Catalog« ist seit kurzem verfügbar. Axiom Systems, Gründungsmitglied der PSA-Initiative hat – parallel zum Prototyp der Gesamtarchitektur – auf der Telemanagement World in Nizza ein neues Produkt vorgestellt: dieser Active Catalog baut auf der komponentenbasierten Architektur der OSS-Suite von Axiom Systems auf, und separiert das Product Lifecycle Management von OSS (Operational Support System) und BSS (Business Support System) -Umgebungen sowie dem Netzbetrieb. Damit können Betreiber mit soliden, getesteten und wiederverwendbaren Bausteinen kombinierte Dienste definieren und kommerzielle Angebote erstellen. Dies verkürzt die Entwicklungs- und Bereitstellungszeit selbst für sehr komplexe Dienste drastisch – bei gleichzeitig effizienteren Prozessen.

Sämtliche für den Kunden verfügbaren Produkte und Angebotspakete basieren dabei auf aktuellen Informationen aus dem Netz, um Fehler in der Provisionierung auszuschließen oder zu minimieren. In diesem Prozess werden Service- und Ressourcenkataloge verwaltet, Aufträge und Abläufe orchestriert und sogar der vollständige Bereitstellungszyklus gesteuert.

Die PSA-Initiative vereint Unternehmen aus der gesamten Wertschöpfungskette der Telekommunikationsindustrie, Beratungshäuser, Netzbetreiber und Softwareanbieter. Neben den Gründungsmitgliedern Atos Origin, Axiom Systems, British Telecom, Cable & Wireless, Telia Sonera, Celona, Huawei und Oracle, sind seit Anfang 2007 Microsoft, Tibco, Convergys und Quinetiq in der PSA-Initiative. Auf der Telemanagement World Nizza im Mai zeigten sie, wie mit der PSA-Architektur IPTV-, DSL- und VoIP-Dienste erstellt, zusammengefügt und ausgeliefert werden können.

Resümee: Schnellere und effizientere Geschäfte.

Einer der Hauptvorzüge der PSA-Initiative liegt darin, dass sie das Product Lifecycle Management vereinfacht. Da die PSA-Architektur im Kern auf den Prinzipien des Active Catalog und dessen Funktionalität beruht, werden alle Parameter eines neuen Dienstes als Optionen für eine zukünftige Verwendung von Produktmanagern gespeichert. Wenn beispielsweise ein Drittel der Kunden eines Betreibers angegeben haben, dass sie einen derzeit genutzten Dienst nach sechs Monaten kündigen werden, kann der Betreiber den Kunden zum richtigen Zeitpunkt vor Ablauf dieser Frist neue Dienste anbieten. Damit versprechen die PSA-Initiative und die in ihrem Rahmen entwickelten Produkte, grundlegende Probleme heutiger Telekommunikationsanbieter zu lösen und neue Perspektiven in Hinblick auf Umsatzwachstum und Kundenbindung zu eröffnen.

Ulrich Moll

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Ulrich Moll ist Presales Manager Central Europe bei Axiom Systems

 

 

Die Telekommunikationsfabrik

Quelle: Axiom Systems

Die Product und Service Assembly Initiative, kurz PSA, entwickelt seit gut einem Jahr eine standardbasierte Architektur, die in letzter Konsequenz einen neuen Typ von Diensterstellungsumgebung begründet und dadurch den Gedanken der Fertigungsstraße für Produktfindung und Produkterstellung in die Welt der Kommunikationsdienste einführt.

 

 

Active Catalog

Quelle: Axiom Systems

 

Ein Active Catalog baut auf der komponentenbasierten Architektur auf, und separiert das Product Lifecycle Management von OSS (Operational Support System) und BSS (Business Support System) -Umgebungen sowie dem Netzbetrieb. Damit können Betreiber mit soliden, getesteten und wiederverwendbaren Bausteinen kombinierte Dienste definieren und kommerzielle Angebote erstellen. Dies verkürzt die Entwicklungs- und Bereitstellungszeit selbst für sehr komplexe Dienste drastisch – bei gleichzeitig effizienteren Prozessen.

 

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