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EDI-Format DESADV für das LieferavisVollreinigung in der KommissionierungAus dem Zwang eine Tugend gemacht: Weil seine Kunden nach DESADV riefen, stellte der Reinigungsmittelhersteller Delta Pronatura auf elektronische Kommissionierung um. Heute gibt es so gut wie keine Rückläufer.
und 150
Einzelpakete und 20 Paletten mit durchschnittlich je 50 Päckchen verlassen
täglich das Warenlager von Delta Pronatura in Egelsbach. Der Hersteller des
bekannten Dr. Beckmann-Fleckensalzes und anderer Markenprodukte im Bereich
Reinigung, Körperpflege und Pharma beliefert in Deutschland eine Vielzahl an
Kunden, darunter große Handelsketten. Jede Bestellung, die bis 12 Uhr mittags
eingeht, wird noch am selben Tag bearbeitet. Ein beachtliches Arbeitspensum für
die Kommissionierer, die nicht nur flink, sondern auch genau sein müssen.
Schnell landet ein falsches Reinigungsmittel im Paket oder man packt statt der
bestellten zehn Stück Gallseife nur fünf in den Karton. Beim mittelständischen
Familienunternehmen gab es in der Vergangenheit keine elektronische Kontrolle,
ob jeweils die richtigen Artikel in der korrekten Menge verpackt wurden. Der
Mitarbeiter bekam den Auftrag, schrieb Menge und Artikel auf eine Liste und
erfasste diese dann später im Kein DESADV? Kein Kostenrückgang! Entstanden war diese Idee aber aus einem anderen Grund. Immer mehr Kunden verlangten von Delta Pronatura das EDI-Format DESADV für das Lieferavis (siehe Kasten 1). Zum Verständnis: Händler wollen in der Regel bereits vor Eintreffen der Ware wissen, was sie an Lieferung zu erwarten haben. Dafür brauchen sie die Liefermeldung, die sie in ihr Warenwirtschaftssystem übernehmen – entweder händisch oder elektronisch mittels eines Datenformates, das von jedem EDV-System sofort gelesen werden kann. Da die zweite Alternative weniger aufwendig ist, verlangen Handelsunternehmen zunehmend von ihren Lieferanten die Bereitstellung von DESADV. Im Bestell- und im Rechnungswesen kommunizierte Delta Pronatura mit den Händlern bereits elektronisch über die Formate ORDERS und INVOIC. Nun sollte auch die Übermittlung der Lieferdaten digitalisiert werden. »Es war zu erwarten, dass unsere Kunden zusätzliche Konditionsforderungen stellen«, meint Jörg Hirte von Delta Pronatura. Der kaufmännische Direktor weiter: »Wahrscheinlich hätten sie uns den Aufwand für die manuelle Erfassung der Liefermeldungen aufgebürdet.« DESADV einzuführen bedeutete aber, auf digitale Kommissionierung umzustellen; denn das Format setzt die elektronische Datenerfassung voraus. Dass man auf diese Weise auch mehr Sicherheit erzielt, war ein wichtiger Zusatzeffekt. Sicheres Kommissionieren fällt in die Waagschale Delta Pronatura verwendet als Handling Units Einzelpakete/-päckchen sowie sortenreine und gemischte Paletten. Sowohl die Handling Units als auch die einzelnen Artikel besitzen Barcodes (EAN), die mit mobilen Erfassungsgeräten gescannt werden. Per Funk wird die Entnahme aus dem Lager und die Zuordnung zur jeweiligen Packeinheit an die Unternehmenssoftware mySAP ERP gemeldet. Das Lager ist über Sende- und Empfangsstationen, sogenannte WLAN-Access-Points, vernetzt. Geht eine Bestellung bei Delta Pronatura ein, erzeugt das SAP-System einen Auftrag mit Kommissionierliste. Diese besitzt ebenfalls einen Barcode, den der Kommissionierer zunächst scannt. Damit hat er alle Daten auf seinem Display und weiß, was er einpacken muss. Es werden immer erst die Nummer der Liste gescannt, anschließend die Nummer der Packeinheit und dann sukzessive jeder einzelne Artikel. Vergisst der Kommissionierer Produkte oder packt er falsche beziehungsweise zu viele davon ein, bekommt er eine Warnmeldung. Er kann den Auftrag erst dann abschließen, wenn die tatsächlich kommissionierte Ware mit den Daten auf seinem Display übereinstimmt.
Rückläufer gibt es kaum Auch die Paletten werden gewogen und erhalten einen Barcode, der im System erfasst wird. Über diesen identifiziert man nicht nur Stellplatz und Gewicht der Palette, sondern auch die einzelnen Pakete. So lässt sich anhand des Barcodes über alle Ebenen hinweg lückenlos nachvollziehen, welche Artikel sich in welcher Stückzahl auf welchen Paletten und in welchen Einzelkartons befinden. Die Informationen – Name und Stückzahl der Produkte sowie das Gewicht der Paletten und Pakete – gehen als DESADV aus dem SAP-System heraus an den jeweiligen Kunden. Einige Händler wollen trotzdem nach wie vor einen herkömmlichen Lieferschein; aber auch hier kommissioniert Delta Pronatura heute fast komplett elektronisch. Lediglich die Kommissionierliste wird noch gedruckt und vom Warehouse-Manager an den Lagermitarbeiter übergeben.
Beide Unternehmen hatten bei der Umstellung auf die digitale Kommissionierung miteinander kooperiert. »Die cormeta-Berater haben bewiesen, dass sie zu den ersten Adressen im SAP-Umfeld gehören«, resümieren einstimmig Jörg Hirte sowie Susann Dort und Janko Janev, die beiden Geschäftsführer der D&J Consulting GmbH.
Hintergrund: EDI, EANCOM und DESADV Mehr als 60.000 Anwender weltweit tauschen Daten zwischen verschiedenen Computersystemen aus (Electronic Data Interchange – EDI). Das Prinzip von EDI: Die Daten sind einheitlich und präzise strukturiert hinsichtlich Syntax und Semantik und besitzen ein maschinenlesbares Format. Unter Syntax ist die Ordnung der Zeichen zu verstehen, beispielsweise wie ein Datum abgebildet ist. Bei der Semantik geht es um Bedeutung und Inhalt der Zeichenfolge – also wie man ein Datum beispielsweise als Liefertermin qualifiziert. Der am weitesten verbreitete EDI-Nachrichtenstandard ist EANCOM und wurde Anfang der 90er Jahre speziell für die Konsumgüterwirtschaft entwickelt. Inzwischen arbeiten damit vor allem Unternehmen in Industrie, Handel, Logistik und Verwaltung. Das Format basiert auf dem von den Vereinten Nationen festgelegten globalen EDI-Standard EDIFACT, reduziert aber dessen zahlreiche Interpretationsmöglichkeiten. Es legt klare Regeln, Beschreibungen, Erklärungen und Beispiele zur detaillierten Nutzung von EDIFACT-Nachrichten fest. Derzeit existieren rund 50 EANCOM-Typen, zu denen ORDERS (Bestellung), DESADV (Lieferavis) und INVOIC (Rechnung) gehören. Diese Nachrichten werden ausgetauscht, um Bestellungen, Liefermeldungen und Rechnungen schneller zu erstellen und zu bearbeiten. DESADV (Dispatch Advice) beschreibt Einzelheiten über Waren, die unter vereinbarten Bedingungen geliefert worden sind oder zur Lieferung bereitstehen.
Kommissionierung bei Delta Pronatura: Technische Daten Unternehmenssoftware: mySAP ERP Handheld/Scanner: Symbol PDT 8146 Funkverbindung: Wireless Local Area Network (WLAN) Server: SLTelnet von Seattle Lab Waage: Mettler Toledo ID7 MTBalco mit Eigenprogrammierung Etikettendruck: Software Etimark
Hintergrund: Delta Pronatura (Egelsbach bei Frankfurt/Main) produziert und vertreibt Wasch-, Putz-, Reinigungs- und Körperpflegemittel sowie Arzneimittel. Zu den bekanntesten Marken gehören Dr. Beckmann (Fleckentferner, Entfärber, Waschkraftverstärker, Gardinenpflege, Desinfektionsmittel), Bullrich (Heilerde, Salze gegen Sodbrennen und Magenbeschwerden, Nahrungsergänzungsmittel zur Unterstützung des Säure-Basen-Haushalts), Blistex (Lippenpflege) und DDD/ProNail (Hautcreme, Nagelpflege). Gegründet 1934 in Berlin, befindet sich das Unternehmen in dritter Generation in Familienbesitz. Delta Pronatura ist mit Niederlassungen und Partnerunternehmen auf allen Kontinenten vertreten und beschäftigt weltweit rund 200 Mitarbeiter. Seit 1994 – dem Gründungsjahr von Delta Carbona – gibt es Fleckenteufel und andere Wasch-/Reinigungsmittel des Unternehmens auch auf dem nord- und mittelamerikanischen Markt unter dem Namen Carbona.
Die D&J Consulting GmbH ist der integrative IT-Mittelstandspartner. Das Leistungsspektrum erstreckt sich von der strategischen Management- und Prozessberatung über die Technologieberatung bis hin zur Systemintegration. D&J Consulting verfügt über eine 10-jährige SAP-Beratungskompetenz über alle klassischen ERP-Module sowie besondere Branchenkompetenz im Pharma-, Chemie-, Food-, Medizintechnik- und Konsumgütersektor. Die Philosophie des Unternehmens trägt mit bei zum stetigen Erfolg: «Die Problemlösung für unsere Kunden steht im Vordergrund. Dabei zählt die menschlich soziale Komponente genauso, wie die fachliche Kompetenz.» Als SAP Channel Partner bietet die cormeta ag eigen entwickelte und in der Praxis erprobte SAP All-in-One-Lösungen für den technischen Handel, Kfz-Teile- und Reifenhandel (TRADEsprint), die Nahrungsmittelindustrie (FOODsprint), die pharmazeutische Industrie (PHARMAsprint), die Kosmetikindustrie/-handel (BEAUTYsprint), die Textilwirtschaft (FASHIONsprint) sowie die Versorgungswirtschaft (VUsprint basierend auf SAP Utilities) an. Die cormeta ag – ISO 9001 zertifiziert – ist mit ihren integrierten Lösungen, innovativen Produkten und umfangreichen Serviceangeboten seit mehr als zehn Jahren auf mittelständische Kunden spezialisiert. Daneben stehen für SAP-Anwender die Add-Ons CREFOsprint, KVsprint und ABSsprint für ein integriertes Debitorenmanagement zur Verfügung. Die Module unterstützen die Qualifizierung von Debitoren, das Management von Kreditversicherungen, die Abwicklung von Inkassoverfahren sowie die Verwaltung verkaufter Forderungen. Die cormeta ag ist ein Unternehmen der command Gruppe mit Sitz in Ettlingen. cormeta beschäftigt am Hauptsitz und in den Niederlassungen Berlin, Düsseldorf und Hamburg 85 Mitarbeiter. Im Geschäftsjahr 05/06 (Ende 30.04.2006) konnte die cormeta einen Umsatz von 12,2 Millionen Euro erzielen. www.cormeta.de
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