20070708j Serena Enterprise Release Management CCM

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Change und Configuration Management in Kombination mit Enterprise Release Management

Klare Prozesse vereinfachen vieles

Die IT-Abteilungen von Banken und Versicherungen kennen es zur Genüge: Softwareprojekte umfassen immer öfter sowohl Host- als auch Client-Server-Komponenten. Gefragt sind daher integrierte Verfahren und Methoden, die plattformübergreifend Module, Prozesse und Änderungsanforderungen steuern.

 

I

n fünf Jahren wird der letzte Mainframe abgeschaltet – hieß es 1991. Zu dieser gewag­ten Prognose verstieg sich ein angesehener Marktbeobachter in den USA. Die fünf Jahre waren bereits 1996 abgelaufen und weitere zehn Jahre später erfreut sich die große Mehrheit der Mainframes noch immer bester Gesundheit. Warum wächst und gedeiht der Markt nach wie vor, auch wenn die CPUs, RAM-Module und Festplattenspeicher der Host-Rechner um einiges teurer sind als die der Unix- und Windows-Server? Die Antwort ist recht einfach: Jahrzehntelange Investitionen in Hard- und Software, prohibitiv hohe Kosten eines Systemwechsels sowie eine enorme Zuverlässigkeit und Ausfallsicherheit liefern stichhaltige Erklärungen.

Banken, Versicherungen, Großunternehmen und Behörden kommen ohne Mainframe nicht aus und gelten hierzulande als angestammte Bastion der Großrechner. In Kombination mit modernen Betriebskonzepten wie einem ausgelagerten Betrieb oder Managed Services sind Mainframes keine aussterbende Spezies, sondern bilden überall dort das Rückgrat der IT, wo es um Datenmengen im Terabyte-Bereich, Zuverlässigkeit, Verfüg­barkeit und Sicherheit geht. Der Leistungshunger der Mainframes ist schier grenzenlos. So vermeldet IBM von Quartal zu Quartal in schöner Regelmäßigkeit, dass die verkaufte MIPS-Leistung (Millions of Instructions per Second) um 20 Prozent und mehr angestiegen sei.

Individualanwendungen dominieren

Wer im Rechenzentrum einen Mainframe selbst betreibt oder dessen Betrieb ausgelagert hat, wird mit hoher Wahrscheinlichkeit noch lange Zeit unternehmenskritische Applikationen darauf laufen lassen. Quasi im Umfeld haben sich über die Jahre hinweg bei allen Host-Anwendern eine Vielzahl von Unix-, Linux- und Windows-Systemen dazugesellt. Während unter Windows in all seinen Varianten die Standardsoftware (oder Kauf-Software wie die Mainframe-Community auch gerne sagt) überwiegt, dominieren auf dem Host ganz klar die Individualanwendungen. Nicht selten geht es hier um einige 100 Applikationen, die ständig gepflegt, weiterentwickelt und angepasst werden.

Gründe dafür, dass die unternehmenskritischen Applikationen einem ständigen Änderungsprozess unterworfen sind, gibt es viele: neue gesetzliche Anforderungen und Vorschriften, ergänzende Schnittstellen für den Austausch von Daten mit Lieferanten und Handelspartnern, zusätzliche fachliche Anforderungen der Benutzer und in einigen Fällen auch die Beseitigung von Fehlern, die sich im laufenden Betrieb zeigen. Initiiert werden die Änderungen über eine formale Anforderung und gesteuert über diverse Change Management-Verfahren. Um solche Änderungen in die produktiv genutzten Systeme zu übernehmen, kennt die Theorie zwei unterschiedliche Methoden: den Patch- (oder auch Paket-) und den Release-Ansatz.

Die große Mehrheit der Change-Management-Lösungen für Mainframes verwendet den Paketansatz. Dessen Kern ist ein Auftrag, der die Änderung an der Applikation umfasst, wobei der einzelne Auftrag Sourcecode, Dokumentation, Executables, Datenbankkomponenten und die Deklaration der Datenstruktur (Copystrecke) beinhaltet. Fest steht: Der Paketansatz ist eine »schlanke Lösung« für eine einzelne Änderung, er ist schnell einzu­setzen, erfordert keinen großen Verwaltungsaufwand und hat einen direk­ten Auftragsbezug. Allerdings ergibt sich bei einer Vielzahl einzelner Maßnahmen ein hoher Testaufwand, der in der Praxis dazu führt, dass einzelne Tests nur sehr oberflächlich durchgeführt werden und so ein erhöhtes Risiko bei Freischaltung der Änderungen entsteht.

Im Gegensatz zu vielen anderen Fällen, bei denen die Mainframes Pate für Verfahren, Methoden und Organisationsprinzipien standen, die sich dann erst im Laufe der Zeit ihren Weg in die Unix- und Windows-Welt bahnten, verhält es sich beim Release-Ansatz genau umgekehrt. Der Re­lease-Ansatz hat sich zunächst im Client-Server-Umfeld etabliert und setzt sich jetzt auch beim Change Management für Mainframe-Applika­tionen durch.

Während der Paketansatz jeweils nur einen Auftrag enthält, bündelt der Release-Ansatz mehrere Änderungsaufträge und sorgt für eine ordnungs­gemäße Umsetzung in einer Applikation. Gerade durch die Konzentration der Aufträge sinkt der Test- und Abnahmeaufwand im direkten Vergleich mit dem Paketansatz. Während sich beim Paketansatz eine Zeitplanung mit unterschiedlichen Versionen als sehr aufwendig und schwierig er­weist, ist die Planung und Realisierung unterschiedlicher Versions­stände eine der Stärken des Release-Ansatzes.

Als einziger der bekannten Anbieter im Change und Configuration Management-Markt kombiniert Serena bei ChangeMan ZMF den Paket- und Release-Ansatz, was zu einer sehr hohen Flexibilität führt. So können Änderungen in der Release-Planung auch noch kurzfristig ohne großen Aufwand realisiert werden. Der Release Audit erkennt die neuen Abhängigkeiten und ermöglicht dadurch notwendige Anpassungen der gemeinsamen Komponenten in kürzester Zeit.

Eingebettet ist das Release Management in ein übergeordnetes Change und Configuration Management, das darüber hinaus Funktionen für Ver­sionskontrolle, die Verwaltung von Änderungsanforderungen und für die Organisation von Prozessmodellen enthält. Im Release Management erfolgt eine Definition und Planung der zur Erstellung eines Releases notwendigen Maßnahmen, und es wird der funktionale Umfang eines Releases festgelegt: ein Major Release um­fasst deutliche Änderungen an der Software, ein Minor Release bezeich­net funktionale Erweiterungen des Programms und ein Patch Level befasst sich im Wesentlichen mit der Behebung von Fehlern. Zu den weiteren Auf­gaben des Release Managements gehört die Planung der Freigabe un­ter­schiedlicher Release-Stände, die dynamische Zuordnung von Auf­trägen zu Releases unter Berücksichtigung von Abhängigkeiten, die Do­kumen­tation des Umfangs eines neu­en Releases sowie schließlich eine Release-Historie, damit die Reprodu­zierbarkeit zurückliegender Release-Stände sichergestellt ist.

Ohne Change Management keine qualitativ hochwertige Software

In Kombination mit einem plattformübergreifenden Change und Confi­guration Management bewirkt das Release Management auf dem Main­frame eine verbesserte Qualität im Softwareentwicklungsprozess. Ein we­sentlicher Bestandteil dabei ist eine explizite Impact-Analyse, bei der die Auswirkungen geplanter Änderungen bereits frühzeitig identifiziert wer­den und so das Ausmaß und die Richtung von Änderungen aktiv ge­steu­ert werden können. Die Ergebnisse der Änderungsaufträge werden reproduzierbar und revisionssicher. Stimmen die Prozesse, lassen sich auch nach Jahren noch für jeden Zeitpunkt alle Zustände, Änderungen und Inhalte älterer Releases wieder herstellen. Damit ist gleichzeitig die Vo­raussetzung geschaffen, um den Application Lifecycle effektiv zu planen und den gesamten Prozess von der Anwendungsentwicklung bis zur Produktionseinführung zu steuern.

Roland Köhler

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Roland Köhler ist Technical Account Manager Central Europe bei Serena Software in Köln

 

Change und Configuration Management vom Mainframe bis in die Client-Server-Welt

Über eine bi-direk­ti­ona­le Kommunikation zwischen Serena TeamTrack, einer Lösung für das Prozessmanagement, und Serena ChangeMan ZMF, einem Werkzeug für das Change Management auf dem Mainframe, können An­wender Änderungen auf dem Mainframe über den gesamten Appli­cation Lifecycle via Browser einsehen, steuern und synchro­nisieren. Auch An­wender außerhalb der ISPF-Umgebung (Interactiv System Product Faci­lity) des Mainframes sind so in den Prozess eingebunden. Die Ein­sicht in Änderungen und die Erteilung entsprechender Freigaben erfordert hier nicht mehr das Einloggen in das TSO (Timesharing Op­tion), sondern kann aus der TeamTrack-Oberfläche heraus erfolgen. Da­bei bleiben natürlich alle relevanten Sicherheitsmaßnahmen, die im Secu­rity-System des Mainframe hinterlegt sind, erhalten. Zugleich wird si­chergestellt, dass ausschließlich die angeforderten Änderungen umgesetzt und dass umge­kehrt keine Anforderungen übersehen werden. So lässt sich die Integrität und Qualität des Entwicklungsprozesses erheblich verbessern. Die kom­bi­nierte Lösung verfügt zudem über erweiterte Funktionen, um die Op­tion zur Koordination unterschiedlicher Re­lea­ses auch per Browser nut­zen zu können. Damit lassen sich beispiels­weise Release-Beziehungen zwischen verschiedenen Änderungen herstellen und durch einen vorge­gebenen Workflow schleusen.

 

 

Abbildungen:

Abbildung 1: Unternehmensweites Lifecycle Management benötigt Steuerkomponenten wie TeamTrack, aber auch Client-Server-Lösungen wie Dimensions und schließlich Mainframe-Lösungen wie ChangeMan. (Quelle: Serena Software)

 

Abbildung 2: Effizientes Change Management: Mehrere Aufträge – im Bild die drei links unten – werden gebündelt, an den Systemtest weitergereicht und bei erfolgreichem Abschluss gemeinsam installiert. (Quelle: Serena Software)

 

Abbildung 3:
Der Paketansatz ist traditionell im Mainframe-Bereich weit verbreitet. Für komplexe, detaillierte Änderungen ist er jedoch weniger geeignet.
(Quelle: Serena Software)

 

Abbildung  4: Durch die Bündelung von Aufträgen entsteht beim Release-Ansatz ein geringerer Test- und Abnahmeaufwand. (Quelle: Serena Software)

 

Abbildung  5: Auf einen Blick: Der Lifecycle zur Softwareentwicklung mit den Eckpunkten Entwicklung, Test/Qualitätssicherung und Produktion. (Quelle: Serena Software)

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