20070708l Dialogic ITK-Infrastruktur Konvergenz

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ITK-Infrastruktur der nächsten Dekade

Sprach-, Video- und Datenservices

Konvergenz in aller Munde. Sprache, Daten und Video lauten die Schlagworte, die die Verknüpfung gegenwärtiger und zukünftiger Technologien beschreiben. Endgeräte für die aktuellen Konvergenztrends wie Blackberry, multimediafähige Handys und IP-Telefonie dominieren daher zunehmend den Businessbereich. Zeichnete sich der Markt in den letzten Jahren durch steigende Diversifizierung unterschiedlichster Technologien aus, so fordert heute die Konsolidierung der Technologien die Hersteller heraus.

 

K

onvergenz von Sprach-, Daten- und Videoservices beinhaltet also die Integration all dieser Dienste in einer gemeinsam genutzten Netzwerkinfrastruktur auf Basis des Internetprotokolls. Der Begriff Konvergenz umschreibt das Zusammenwachsen von Informationstechnologie und Telekommunikation, im Wesentlichen von Datenkommunikation und Telekommunikationsdiensten. Dies umfasst die Zusammenführung von Mobilkommunikation, verschiedenen Übertragungstechniken und Medieninhalten, um Texte, Grafiken, Audio und Video über alle Medien übertragen zu können. Wichtige Voraussetzung hierfür: die Digitalisierung von Inhalten und Netzen.

VORAUSSETZUNGEN

In einem konvergenten ITK-Markt sind Erfahrungen und Kompetenz sowohl im IT- als auch im TK-Umfeld entscheidend. Hohe Anforderungen an das Netzwerk, die Dienste und deren Verfügbarkeit sowie die unterliegende Plattform hinsichtlich Skalierbarkeit und Stabilität, um beispielsweise Speicherkapazitäten, Datenübertragung und Energieversorgung sicherzustellen, sind die Basis für reibungslose Konvergenz. Die Weiterentwicklung von Schnittstellen wie die Verbesserung der Mensch-zu-Maschine-Schnittstelle bei der Spracherkennung spielen ebenfalls eine maßgebliche Rolle für die Akzeptanz und die Verbreitung konvergenter Technologien. Das Ziel ist eine nahtlose Anbindung von Applikationen an die IT-Infrastruktur, um auch Dienste wie Video-Portale oder Video-Conferencing über verschiedene Endgeräte nutzbar zu machen, wie dies zum Teil heute schon mit Unified Communications Realität ist.

Das Zusammenwachsen von Daten- und Sprachverkehr resultiert in einer Vereinheitlichung der Transportnetze. Die Liberalisierung im Telekommunikationsmarkt, der steigende Kostendruck einerseits sowie die Anforderungen der Kunden nach intuitiver Bedienbarkeit andererseits zwingen Anbieter zu einer Vereinfachung der eingesetzten Technologien. Durch die daraus entstandene Vereinigung – von ehemals in verschiedenen Netzen getrenntem Datenverkehr in wenige universelle Transportnetze – treten neue Aspekte in den Vordergrund. Beispielsweise sind dies Schutz sensitiver Daten, Zuverlässigkeit bereitgestellter Ressourcen, redundanter Aufbau, minimierter Paketverlust, Latenzzeit, Bandbreite, Jitter und die Fähigkeit, Verzögerungen in der Datenbereitstellung zu tolerieren.

NETZWERK & INFRASTRUKTUR

Die Anforderungen an die Netzwerkinfrastruktur umfassen verschiedene Aspekte:

Schutz und Sicherheit – Anwendungen müssen vor Eingriffen wie beispielsweise Viren geschützt werden.

Zuverlässigkeit – Das Netzwerk muss gegen Ausfälle geschützt werden, idealerweise bevor Anwender davon betroffen werden.

Qualität – Eine intelligente Infrastruktur priorisiert zwischen verschiedenen Anwendungen und gewährleistet so dauerhaft Qualität.

Kosten – Profitabilität ist ebenfalls ein wichtiges Kriterium, wenn es um Konvergenz geht.

Einfachheit – Die Umstellung auf ein konvergentes Netzwerk sollte die Infrastruktur nicht übermäßig kompliziert machen.

Die steigende Komplexität von Netzwerken ist unter anderem auf die verschiedenen beteiligten Komponenten wie LAN (Local Area Network), WAN (Wide Area Network) und Wi-Fi zurückzuführen, die Implementierung, Konfigurierung und Wartung erschweren. Zudem rückt die Nutzung von Voice over IP (VoIP) und Multimedia-Anwendungen heute in den Fokus vieler Unternehmen. Voice- und Videodaten sind sehr störanfällig hinsichtlich Latenz oder Jitter – der Verlust von Sprach- und Datenpaketen beeinflusst dabei die Qualität der übertragenen Daten. IT-Administratoren sehen sich daher zahlreichen Herausforderungen gegenüber, wie die Bereitstellung und Verfügbarkeit der richtigen Bandbreite, die Sicherheit von Drahtlosnetzwerken, die Anbindung von Remote-Arbeitsplätzen, die Fehlerbehebung und die Kontrolle über die Rechte der Anwender im Unternehmensnetzwerk.

BEISPIEL DATENRATEN

Die Leistungsfähigkeit von Technologien ist in den letzten Jahren rapide angestiegen. Sowohl im privaten als auch im beruflichen Umfeld entstanden und entstehen neue Möglichkeiten zur Vernetzung der Systeme beziehungsweise zur Anbindung an das Internet. Betrachtet man die nutzbare Bandbreite der angebotenen Lösungen, ist das Entwicklungstempo rasant. Vor allem die Anbieter (Carrier) im Telekommunikationsmarkt sehen sich den Anforderungen eines stetig wachsenden Datenverkehrsvolumens gegenüber. In allen Kommunikationsbereichen rechnet man mit mindestens einer Verzehnfachung der nutzbaren Daten innerhalb der nächsten zehn Jahre. Weitaus höhere Steigerungen bis zum Faktor 200 werden im WAN-Bereich erwartet.

Geht man davon aus, dass Datenanwendungen eine Bandbreite von 1 Gbit/s und Telefonieanwendungen eine Latenzzeit von weniger als 150 ms erfordern, dann muss das konvergente Netzwerk in der Lage sein, diese Datenraten bereitzustellen, soll ein reibungsloser Ablauf garantiert werden. Experten schätzen, dass in ca. zehn Jahren Datenraten im Tbit/s-Bereich im Backbone zu erwarten sind und Unternehmen über WAN-Anbindungen im Bereich mehrerer Gbit/s verfügen werden. Derzeit wird das größte Wachstum im WAN-Bereich erwartet, gefolgt von den drahtlosen LANs, mit deren Wachstum im zweistelligen Mbit/s-Bereich gerechnet wird. Langfristig werden sich drahtlose Netze in Beruf und privatem Umfeld etablieren.

Beispiele umfassen E-Commerce-Applikationen, Shareware-Applikationen im Internet, Echtzeitzugriff auf Bestandsdaten, Software-Upgrades auf Remote-Servern, Backoffice-Applikationen, Video-Konferenzen, E-Mail oder die IP-Telefonie, die aktuell durch Microsoft Office Communications Server (OCS) oder Skype in vielen Büros und Privathaushalten Einzug halten.

ANSATZPUNKTE & LÖSUNGEN

Die schnelle Anbindung IP-basierter Lösungen (beispielsweise die Integration von UC-Funktionalitäten ins E-Mail-Programm) an klassische Kommunikationsinfrastrukturen (TK-Anlage, PSTN) wird durch die Nutzung sogenannter Gateways möglich. In den Unternehmen gibt es häufig eine existierende TK-Infrastruktur, die weiter genutzt werden soll, wenn beispielsweise langfristige Verpflichtungen mit dem TK-Anbieter bestehen. Gateways erlauben die schrittweise Migration zu IP. Gleichzeitig werden vorhandene Investitionen geschützt und die Infrastruktur durch die Überbrückung von Legacy-Hardware für neueste Technologien fit gemacht. Damit wird die schrittweise Umstellung auf ein vollständig konvergentes Sprach- und Datennetzwerk Wirklichkeit.

Media Gateways dienen als physikalische Schnittstelle zwischen IP-basiertem Netzwerk und bestehender TK-Anlage oder PSTN. Sie konvertieren Sprach-, Daten- und Faxinformationen in IP und umgekehrt. Gateways gewährleisten die nahtlose Anbindung von Applikationen an IP-basierte paketvermittelnde und integrierte leitungsvermittelnde Netzwerke. Sie können via Ethernet, analogen Anschlüssen, digitalen Trunks und Wireless-Netzwerken angebunden werden.

Die Aufgaben von Gateways sind vielfältig: Sie kontrollieren Point-to-Point-Verbindungen und Conferencing-Anforderungen, halten Informationen über verfügbare Ressourcen und mögliche Engpässe bereit und garantieren, dass die richtigen Routing-Entscheidungen getroffen werden – abhängig vom Gesamt-Datenaufkommen und der Priorisierung im Netzwerk. Media Gateways integrieren im Netzwerk gehostete Applikationen mit einer PBX, sorgen für die Vernetzung einzelner Niederlassungen mit einer PBX und binden zahlreiche Sprach-, Fax- und Call Processing-Funktionalitäten in eine professionelle LAN- oder WAN-Umgebung ein.

Die Highlights:

-       Schnelle und kosteneffektive Anbindung: Für Unternehmen, die eine günstige Lösung mit geringem Wartungsaufwand suchen, bieten Gateways eine ideale Lösung. Sie sind einfach zu installieren und konfigurieren – in der Regel innerhalb weniger Minuten. Das Herzstück eines Gateways bildet die eingebundene Gateway-Software. Bei der Auswahl eines geeigneten Gateway-Typen sollte darauf geachtet werden, dass dieser mit einer Vielzahl der am Markt erhältlichen TK-Anlagen kompatibel ist.

-       Zukunftsfähige und skalierbare Lösungen: Gateways befähigen Kunden, neue IP-Services und -Features zu nutzen, ohne große Änderungen der bestehenden Hard- und Software-Architektur notwendig zu machen.

Die Dialogic® Media Gateways werden beispielsweise in folgenden Anwendungsbereichen eingesetzt: Um IP-basierte Applikationen und IP-Geräte an eine herkömmliche TK-Anlage anzubinden, wird das Gateway an die digitalen oder analogen Ports der TK-Anlage angebunden. Damit ist der Weg frei für die Kommunikation zwischen PSTN und H.323- Applikation (beispielsweise Softphone oder IP-basiertem Unified Messaging) oder SIP-kompatiblem Gerät (beispielsweise IP- oder Wireless-Telefon). Darüber hinaus wollen viele Unternehmen Multimedia-Konvergenzdienste wie Datenaustausch, Voice Mail und Unified Messaging sowohl im Office als auch von remote für Mitarbeiter zur Verfügung stellen. Der Einsatz eines Gateways sorgt hierbei für die schnelle Anbindung der Applikationen und kann so Wochen oder sogar Monate an Installation, Integration, Troubleshooting und Wartung einsparen. Denn die Dialogic® Media Gateways unterstützen im Zusammenspiel mit passender Software die Entwicklung kosteneffektiver IP Media Server. Die Abbildung zeigt, wie Media Gateways eingesetzt werden, um Multimedia-Applikationen beispielsweise im Headquarters und den einzelnen Niederlassungen anzubinden.

Topologie Media Gateways

 

Bei sehr komplexen Media Processing-Applikationen wie Video-Portalen und Video-Conferencing lässt sich Dialogic® Host Media Processing (HMP) Software einsetzen. Durch die Anbindung IP-basierter Multimedia-Applikationen ebnet der leistungsstarke softwarebasierte Media Engine den Einstieg in die IP-Welt. HMP unterstützt TDM- und rein IP-basierte sowie konvergente Infrastukturen. Die HMP-Software übernimmt das Media Processing (Media Streaming) via RTP oder die Signalisierung via SIP in der eingesetzten ITK-Umgebung. Interessant werden diese Features, wenn sich beispielsweise User via Mobiltelefon auf einem Video-Portal einwählen und sich durch Inhalte wie Musik, Film-Trailer, Nachrichten etc. klicken. Möglich wird dies erst durch das Streamen der Inhalte via Video-Server.

HMP ist ein flexibles Tool und bietet Media Processing-Funktionalitäten wie Multimedia Play/Record (H.263), Voice (Play/Record, Volume Control, Automatic Gain Control), Conferencing over IP, Fax (T.38 und V.17) sowie Continuous Speech Processing für Automatic Speech Recognition und die Text-to-Speech-Integration. Darüber hinaus unterstützt die Software Voice over IP-Features wie RTP-Streaming (G.711, G.723.1, G.729ab, G.726), Sicherheit (Secure RTP für Media, Transport Layer Security for Signaling), DTMF (In-Band, RFC2833, H.245UII), Quality of Service und IP-Multicast.

 Anwendungsgebiete:

-       IP Media Server
Interactive Voice Response, Conferencing Server, Video Content Delivery, Video Messaging

-       Converged PBX
Media and Call Control, Blades for HMP

-       IP PBX
Switching, Integrated Messaging, Conferencing, Unified Messaging

-       Gateway
TDM/PSTN zu IP-Gateway, Voice/Fax Gateway

-       Contactcenter
Switching, Automatic Call Distribution, Interactive Voice Response, Conferencing

Insgesamt zeichnet sich HMP-Software aus durch erweiterte Funktionalitäten, Skalierbarkeit von einer kleinen Lösung bis hin zu großen Installationen sowie niedrige TCO, da vorhandene Boards nicht ersetzt, neu gekauft oder erweitert werden müssen. Als Software-Lizenzprodukt steht HMP via Download zur Verfügung.

AUSBLICK

Das Zusammenwachsen von TK und IT bedingt die Konsolidierung und somit Standardisierung der unterschiedlichen Technologien. Branchenstandards, um beispielsweise Qualität bei Übertragungstechniken zu garantieren, die Integration von Daten (Sprache, Daten, Video), Interoperabilität, Kosteneffizienz, Qualitätssicherung und Sicherheit lauten die zentralen Themen. Die heutigen dynamischen Technologien stellen hohe Anforderungen an eine reibungslose Nutzung konvergenter Dienste. Diese sind jedoch notwendig für die Beherrschung der zunehmend komplexen Netzwerke und stellen eine der zentralen Herausforderungen für die Zukunft dar.

Hille Vogel

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Hille Vogel, Marketing Manager Central & Eastern, Dialogic Deutschland GmbH

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