20070708s Xnet Edeka DSL EC-Cash

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Software-basierte DSL-EC-Cash-Lösung für Edeka Rhein-Ruhr

90 Prozent weniger Kosten und blitzschnell

Zur Kostenoptimierung und um den Kunden eine noch schnellere EC-Cash-Abwicklung zu bieten, wollte der Einzelhandelskonzern Edeka Rhein-Ruhr in rund 1.000 Filialen sein EC-Telecash-Verfahren von ISDN auf IP-Verbindungen umstellen. Dass dafür sogar die »einfachen« DSL-Anschlüsse mit niedriger Monats-Flatrate genutzt werden können, ermöglicht die intelligente Software-basierte Gateway-Lösung, die von Xnet Communications entwickelt und implementiert wurde.

 

D

er Trend zum bargeldlosen Bezahlen nimmt im Einzelhandel zu. Allerdings strapaziert die oft langwierige EC- oder Kreditkartenautorisierung die Geduld von Kassierern und Kunden. Zudem werden ISDN-Anschlüsse per Einwahl oder Übertragungsvolumen abgerechnet, so dass mit den Transaktionen die Kosten steigen. Problematisch ist die mangelnde Flexibilität: Auf Events oder bei Sonderaktionen, die auf einem Außengelände stattfinden, war bislang gar keine EC-Cash-Zahlung möglich.

Die Herausforderung

Damit sollte bei Edeka Rhein-Ruhr Schluss sein. Ziel war eine weitestgehend flexible Lösung ohne Transportbindung, die auch drahtlos, etwa über GSM, UMTS oder W-LAN, ohne aufwändige Anschluss-Hardware und Konfigurationen sicher funktionieren sollte.

Da in nahezu jeder Edeka-Filiale ein DSL-Anschluss vorhanden oder leicht einzurichten ist, überlegten die IT-Spezialisten von Edeka gemeinsam mit dem sie seit mehr als 20 Jahren betreuenden Systemhaus Xnet Communications, ob man die EC-Cash-Transaktionen auf das modernere IP-Protokoll umstellen konnte.

Der EC-Cash-Provider Telecash in Frankfurt bietet bereits fertige IP-basierende Lösungen an. Sie haben allerdings eine besondere Anforderung: Jede Filiale benötigt einen Business-DSL-Anschluss mit fester IP-Adresse und ein IPSec-fähiges Endgerät, das jeweils teuer und aufwendig zu konfigurieren ist. Die große Schwierigkeit besteht darin, die Netze des Kunden und des EC-Cash-Providers zusammen zu bringen.

Wie also konnte man die meistens ohnehin vorhandenen preisgünstigen DSL-Anschlüsse nutzen?

Die Lösung

Bei der Entwicklung der neuen Software-basierten Lösung konnten die Xnet-Spezialisten auf der bereits vorhandenen IT-Infrastruktur aufsetzen, die sie drei Jahre zuvor konfiguriert und eingeführt hatten. Damals war zur Anbindung der EC-Cash-Terminals in jeder Filiale das Xnet-Produkt ATOS EFT-Gateway mit einer X.31-Schnittstelle für die ISDN-Übertragung installiert worden. Das EFT-Gateway sorgt dafür, dass nicht jedes Terminal eine dedizierte ISDN-Leitung benötigt (siehe dazu auch Referenz »Filialinfrastruktur par Excellence bei Edeka Rhein-Ruhr«).

Für diese vorhandene EFT-Gateway-Software, die sich auf jedem Filial-Server befindet, entwickelte Xnet nun die Erweiterung durch eine TCP/IP-Schnittstelle für den DSL-Betrieb. Die »alte« X.31 Schnittstelle sollte als Backup erhalten bleiben, um einen eventuellen Ausfall der DSL-Verbindung abzusichern.

Projekt-Highlights

Da der EC-Cash-Provider zunächst die Kommunikation über den »einfachen« DSL-Anschluss in seinem Service-Portfolio nicht vorgesehen hatte, musste dafür nicht nur lange Überzeugungsarbeit, sondern auch eine sichere Datenübertragung für die Kreditkarteninformationen entwickelt werden.

Die Lösung ist einfach und genial zugleich: Im Gebäude von Telecash in Frankfurt wurde technisch gesehen eine virtuelle »Edeka-Filiale« in Form zweier redundanter Server mit den notwendigen Routing-Algorithmen errichtet. Die Geräte, sogenannte embedded PC, benötigen als Speicher lediglich eine Compact-Flash-Karte, als Betriebssystem eine Minimalversion von Linux sowie Anschlüsse an Strom und ein IP-Netz. Dadurch sind sie extrem robust und ausfallsicher.

Netztechnisch wurden die Server hochverfügbar über eine gemanagte Telekom-Leitung in das Edeka-MPLS integriert und zur Abwicklung der Zahlungstransaktionen mit dem Telecash-Host verbunden.

In den Edeka-Filialen mussten die ATOS EFT-Gateways auf den Kassenservern durch die TCP/IP-Schnittstelle für den DSL-Betrieb erweitert werden. Die Einwahl in das MPLS erfolgt über einen zentralen Vermittlungsknoten im Rechenzentrum der Edeka Rhein-Ruhr in Moers.

Die Daten, die zwischen zwei ATOS EFT-Gateways ausgetaucht werden, werden zusätzlich durch Xnet-Software verschlüsselt. Dadurch ist der Einsatz eines gesicherten MPLS-Netzes nicht zwingend erforderlich. Die Lösung kann damit auch 1:1 über Internet eingesetzt werden.

Im Januar 2007 wurde die Lösung im Pilotbetrieb mit fünf Betrieben aller Größenordnungen getestet, von der kleinen Filiale bis zum großen E-Center mit 20 Kassen. Die Umstellungsarbeiten führte das Xnet-Team remote über das Fernwartungs-Tool ATOS an einem Tag durch, so dass kein Personal vor Ort erforderlich war. Ausnahmen bildeten lediglich die Filialen, in denen die Telekom einen neuen DSL-Anschluss einrichten musste. Nach sechs Wochen erfolgreichem Pilotbetrieb begann der Rollout im großen Stil. Der Plan sieht vor, im laufenden Jahr alle Filialen auf die neue Übertragungstechnik umzustellen, wobei die großen Handelshäuser durch die neue Übertragungstechnik am meisten profitieren und daher auch als erstes versorgt werden.

Der Nutzen

Durch die Umstellung auf DSL verkürzen sich die Transaktionszeiten von zehn auf drei Sekunden, »besetzt« gibt es nicht mehr. Das verkürzt die Kassenschlangen und spart bares Geld: Die von Xnet Communications entwickelte Software-basierte Gateway-Lösung nutzt einen einfachen DSL-Anschluss mit dynamischer IP-Adresse, dessen monatliche Flatrate unter 20 Euro kostet. Einwahl- und Volumengebühren für ISDN/X.31 entfallen. Die Einzelhändler sind nicht mehr an stationäre Kassen gebunden, sondern können die IP-Einwahl über GSM, UMTS oder W-LAN für Sonderaktionen auf Außenflächen nutzen.

Alle Verbindungsparameter sowie die Verschlüsselung sind per Fernwartung konfigurierbar – sowohl für die erste Inbetriebnahme als auch für spätere Software-Aktualisierungen.

Auch der Provider Telecash profitiert: Er benötigt keine 1.000 Einzelleitungen zu den jeweiligen Edeka-Standorten, sondern lediglich »einen Draht« zu der einen virtuellen Filiale im eigenen Gebäude. Damit spart Telecash kundenspezifische Konfigurationen, Anpassungen bei Umzügen oder Anbindung neuer Standorte.

Doris Jessen

 

 

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