20070708zd nionex Claas Web CMS Portal

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Nionex realisiert ausgefeiltes Web-CMS-Portal-System für CLAAS

Multi-Channel-Publishing für den Mähdrescher

Ein Hersteller von Agrarmaschinen hat mit einem Medienunternehmen auf den ersten Blick nicht viel gemeinsam. Dennoch kann es bei den Technologien, die sie zur Umsetzung ihrer E-Business-Strategien verwenden, durchaus Gemeinsamkeiten geben. Denn heute kommt kein Unternehmen, weder der Mähdrescherfabrikant noch das Verlagshaus, in seinen Kommunikationsprozessen ohne das Web aus.

 

I

n jedem Unternehmen gibt es Content, der bereitgestellt und distribuiert werden muss, innerhalb des Unternehmens genauso wie an externe Partner, Zulieferer oder Kunden. Konzepte wie Cross-Media- oder Multi-Channel-Publishing hätte man vor wenigen Jahren wohl nur einem großen Medienhaus mit seinen diversen Online-Portalen und Syndikationspartnern zugetraut. Wie sinnvoll und effektiv eine durchdachte Web-Content-Management-Strategie aber für jedes größere Unternehmen sein kann, zeigt das Beispiel CLAAS. 1913 gegründet ist die CLAAS Gruppe heute einer der führenden Hersteller von Agrarmaschinen weltweit. Mehr als 8.100 CLAAS Mitarbeiter erwirtschafteten im Jahr 2006 international Umsätze von über 2,35 Milliarden Euro. Als wichtigen Bestandteil der E-Business-Strategie hat CLAAS den IT-Dienstleister Nionex, die Technologietochter der DirectGroup Bertelsmann, mit der Realisierung für ein Portalkonzept auf Basis des CoreMedia CMS beauftragt, das heute Grundlage aller CLAAS Portale ist – vom zentralen Internetauftritt der CLAAS Gruppe unter www.claas.com über Intranet und Suppliernet bis hin zu den Partner-Portalen von CLAAS. Sogar der Merchandising-Shop von CLAAS mit Maschinenmodellen und Baseball-Caps setzt auf die zentrale CoreMedia-Lösung auf und greift auf denselben Content Pool zu: bei CLAAS darf man zu Recht von einem strategischen E-Business-Ansatz sprechen.

Strategischer Ansatz beim E-Business und Web-CMS

Schon als der Bereich E-Business bei CLAAS vor mehr als sechs Jahren aus der Taufe gehoben wurde, war ein Handlungsfeld klar: Es sollte ein strukturiertes Informationsmanagement für interne und externe Nutzer entstehen. Zusammen mit dem Kölner Beratungsunternehmen ConbrioWorks veranstaltete CLAAS im Jahr 2003 einen Workshop mit allen Fachbereichen, in dem eine Strategie zum Enterprise-Content-Management bei CLAAS entwickelt und Zielgruppen definiert wurden. »Dabei ergab sich der Bedarf, unsere Inhalte besser für alle Nutzer zugreifbar zu machen und beispielsweise aus File-Servern und Datenbanken herauszuholen«, erklärt Silke Gabriel, die Leiterin Electronic Business bei CLAAS. »Was wir unter anderem dafür brauchten, war ein Web-Content-Management-System.« Bei der Auswahl eines geeigneten Web-CMS holte sich CLAAS professionelle Unterstützung – bei der Nionex GmbH. »Für Nionex sprach, dass sie sich im Web-CMS-Markt sehr gut auskannten«, berichtet Silke Gabriel. »Auch die wirklich umfassende Erfahrung durch die zahlreichen Projekte für Bertelsmann – zum Beispiel bei Wissen.de – war ein großer Pluspunkt. Denn Bertelsmann macht sein E-Business ganz über den Content, die Bereitstellung und Distribution von Content ist da von geschäftskritischer Bedeutung. Gerade im Bereich Content Management hat Nionex darum einen hervorragenden Überblick.« In mehreren Workshops definierte CLAAS zusammen mit Nionex Anforderungen und K.O.-Kriterien für ein Web-CMS, und aus der Long-List wurde bald eine Short-List. Im Sommer 2004 fiel die Wahl schließlich auf die CoreMedia Softwarelösung als Basis für die strategische Content-Plattform bei CLAAS. CoreMedia hat einen starken Framework-Charakter und lässt viel Spielraum für eine individuelle Anpassung an den konkreten Bedarf eines Unternehmens. Was ebenfalls für das Web-CMS sprach, war die Tatsache, dass sich mit CoreMedia recht schnell die für das Portalkonzept bei CLAAS unabdingbare Personalisierung umsetzen ließ, ohne weitere, teure Software.

Virtueller Content-Pool und Single-Source-Multi-Channel-Publishing

»Nachdem Nionex uns bereits bei der Auswahl des optimalen Web-CMS wesentlich unterstützt hatte, lag es nahe, die Kompetenz von Nionex auch zur technischen Umsetzung zu nutzen«, sagt Silke Gabriel. Grundlage für die Entwicklung des Portalkonzepts durch Nionex, des sogenannten Basis-Portals, war ein virtueller Content-Pool. Die Inhalte bei CLAAS sollten dem Bedarf der verschiedenen Adressatengruppen und Portale bei CLAAS entsprechend automatisch angepasst, personalisiert und distribuiert werden können. Das heißt: einmal eingestellt oder erstellt, kann jeder Inhalt bei CLAAS – falls erforderlich – an verschiedensten relevanten Stellen in der jeweils geeigneten Form und zum gewünschten Zeitpunkt veröffentlicht werden. Das technische Konzept, das Nionex bei CLAAS umgesetzt hat, ist das eines Single-Source-Multi-Channel-Publishing. »Denken Sie etwa an eine Pressemeldung«, erläutert Silke Gabriel, »um 8 Uhr stellen wir sie ins Intranet, um 12 Uhr ist sie automatisch auf claas.com veröffentlicht und dann geht sie auch auf alle anderen gewünschten Portale.« Mit einem einzigen zentralen Web-CMS verteilt CLAAS heute Inhalte in ein halbes Dutzend Portale und Anwendungen, mit einer ausgefeilten Zielgruppenpersonalisierung und Rechtestruktur .

Das Basis-Portal

Um das Investitionsrisiko gering zu halten, begann die Implementierung zunächst mit einem Prototypen. Dann entstanden nach und nach die Portale und claas.com und schließlich, in enger Abstimmung mit den Fachabteilungen das wegen seiner Rechtestruktur vergleichsweise komplexe Intranet. »Wichtig ist, dass das Web-CMS über alle Portale hinweg im Prinzip dieselben Funktionen bietet, das ist die Aufgabe des Basis-Portals«, erläutert Silke Gabriel. »Eine Funktion darin ist zum Beispiel die Redaktionsoberfläche, mit der die meisten Redakteure arbeiten. Zum Einstellen ihrer Inhalte nutzen sie den einfachen Editor, den Nionex individuell für CLAAS programmiert hat.« Während Power-User bei CLAAS das Standard-Interface von CoreMedia benutzen, hat Nionex für die Gelegenheitsredakteure ein etwas abgespecktes System entwickelt, das ein Editing direkt im Kontext erlaubt, auch Inplace-Editing oder Site-Editing genannt. Die Zahl der Redakteure bei CLAAS, die sehr intensiv mit dem System arbeiten, beträgt rund 300, sie stammen aus allen Fachbereichen. Strukturierte Erfassungsmasken erlauben das Einpflegen verschiedenster Dokumententypen, ob es sich um einen einfachen Marketingartikel, um Handbücher, Präsentationen, Bilder oder Prospekte handelt. Auch diverse Download-Center für PDF-Dokumente – Prospekte, Datenblätter oder technische Handbücher – gehören zur Portallandschaft von CLAAS.

Zielgruppenpersonalisierung

Die Zielgruppenpersonalisierung ist eine wichtige Eigenschaft des Web-CMS bei CLAAS, denn natürlich müssen und sollen nicht alle Inhalte in derselben Form für jeden Nutzer in derselben Weise sichtbar und zugänglich sein. Zudem hat jedes der Portale von CLAAS seine eigene Farbwelt und sein eigenes Layout, an das die Darstellung des Content falls nötig automatisch angepasst wird. Möglich wird das durch die strukturierte und medienneutrale Erfassung des Content bei der Eingabe. Auch dass Content nur in einem Portal erscheinen soll, kann vorkommen. »Besonders unser Intranet hat viele geschlossene Communities, die die Wertschöpfungskette bei CLAAS bilden«, berichtet Silke Gabriel. »Entsprechend umfangreich ist auch die Personalisierung. Eine detaillierte Berechtigungsstruktur steuert dabei, wer welche Inhalte sehen darf.« Das Intranet teilt die Informationen für die CLAASianer in mitarbeiterrelevante und geschäftsprozess- beziehungsweise businessrelevante Inhalte. Im Sinne eines unternehmensweiten Identity Management hat Nionex die Benutzerverwaltung für das CoreMedia CMS mit dem LDAP im Novell-Netzwerk zusammengeführt. Durch Single-Sign-on muss der Anwender sich nur einmal an seinem Portal anmelden und kann dann in allen angeschlossenen Anwendungen ohne erneutes Log-in arbeiten.

Internationaler Content-Flow mit 4-Augen-Prinzip

Generell gibt es für die Publikation von Content einen 4-Augen-Workflow, der auf dem integrierten CoreMedia Workflow Server läuft: Ein Redakteur erstellt den Content und ein weiterer sogenannter Content Owner hat das Recht, ihn zur Publikation freizugeben. Zur Aktualitätswahrung existiert ein Wiedervorlage-Workflow. Ein besonderes Workflow-Konzept, das Nionex für CLAAS realisiert hat, ist der »Content-Flow«. Er unterstützt die Redakteure bei der Wiederverwendung von Inhalten als Variante. Zum einen betrifft dies die Übersetzung von mehrsprachigen Inhalten, zum anderen die Wiederverwendung von Inhalten zwischen den zweistufigen Partner-Portalen im Vertrieb für CLAAS Produkte. Der Content-Flow bei CLAAS sorgt dafür, dass den ausländischen Importeuren und Vertriebsgesellschaften der Content auf Englisch zur Verfügung gestellt wird – woraufhin er von den nationalen Vertriebsgesellschaften übersetzt und angepasst wird. Denn die internationale CLAAS Welt ist vielsprachig. Im Ausland ist CLAAS zwar auch durch Tochterunternehmen vertreten, arbeitet aber oft mit ausländischen Importeuren, eigenständigen Vertriebspartnern, zusammen. CLAAS stellt durch seine Web-Content-Management-Strategie und sein Informationsmanagement sicher, dass der gewünschte und relevante Content auch auf den Sites der ausländischen Importeure zu sehen ist, ebenso wie auf den Sites für die Händler. »Die Mastersprache für alle E-Business-Anwendungen bei uns ist Englisch«, sagt Silke Gabriel, »und auch in den Communities ist Englisch die wichtigste Sprache. CLAAS ist wirklich ein internationales Unternehmen, mehr als 50 Prozent unserer Mitarbeiter sitzen im Ausland. Viele unserer Dokumente müssen in mehr als 25 Sprachen übersetzt werden – Betriebshandbücher, technische Informationen und Serviceinformationen beispielsweise. Auf unserer Website www.claas.com haben wir sechs Sprachvarianten und rund 20 Ländervarianten für unsere Produktdarstellungen«, sagt Silke Gabriel.

Der Shop – zentral und trotzdem anpassungsfähig

»Zentral, aber flexibel« könnte das Motto lauten, das über dem zentralen Web-CMS für alle CLAAS Portale steht. Sogar der CLAAS Shop ist seit Dezember 2006 an das CoreMedia Redaktionssystem angebunden. Im CLAAS Shop gibt es ein umfangreiches Sortiment von Merchandisingartikeln: vom limitierten Mähdrescher-Sammlermodell über Arbeitsanzüge bis zur Baseball-Cap. Nionex hatte zum Einsatz des javabasierten Shopsystems OFBiz geraten, eine Open-Source-Anwendung der Apache Software Foundation, weil sich OFBiz – anders als PHP-basierte Shops – perfekt in die bestehende E-Business-Infrastruktur einfügt. Nachdem Nionex eine entsprechende Schnittstelle zum CLAAS ERP-System programmiert hat, können alle verkaufsrelevanten Inhalte des Shops einfach über CoreMedia zugepflegt werden, von Produktbeschreibungen und Preisen über die Produktplatzierungen auf Teaser-Seiten bis hin zu den AGBs. »Im Oktober 2006 haben wir Nionex beauftragt und rechtzeitig zum Weihnachtsgeschäft im November war der Shop bereits fertig«, stellt Silke Gabriel fest. »Nionex ist sehr flexibel und auch sehr sauber in der technischen Umsetzung. Natürlich profitieren wir auch von dem Know-how über CLAAS, das sich Nionex inzwischen erworben hat. Dass wir mit Nionex jetzt schon seit rund vier Jahren zusammenarbeiten, zeigt, dass wir diese Beziehung als Partnerschaft mit einer langfristigen Perspektive sehen.«

Der strategische Wert der Information

Mit der Installation des Web-CMS und der Realisierung des strukturierten Informationsmanagements hat CLAAS einen wichtigen Teil seiner Enterprise-Content-Management-Strategie bereits umgesetzt, weitere Arbeitsfelder wären beispielsweise ein umfassendes Dokumenten- und Wissensmanagement und Collaboration-Tools für die Zusammenarbeit von virtuellen Teams. »Was wir mit unserer E-Business-Strategie wollten, war ein Philosophie- und Paradigmenwechsel«, erklärt Silke Gabriel. »Wir haben Content Management als Weg zur Prozessoptimierung begriffen. Auch Geschäftsführung und Aufsichtsrat bei CLAAS haben schon zu Beginn des Projekts die strategischen Effekte erkannt – und beispielsweise keine detaillierte ROI-Betrachtung gefordert.« Dennoch liegt für die Leiterin Electronic Business der Nutzen klar auf der Hand: »Denken Sie nur daran, was wir durch unser System für Zeit sparen und wie sehr wir den Aufwand der Dokumenten- und Content-Distribution reduziert haben« führt Silke Gabriel an. »Unser neues Prinzip ist einfach: Für Interne und Externe gilt, dass die aktuellsten Informationen immer die sind, die im jeweiligen Portal zu finden sind. Für Maschinenbauunternehmen, wie wir eines sind, ist solch ein Ansatz nicht selbstverständlich.« Da hat Silke Gabriel recht. Mit einer so durchdachten E-Business- und Content-Management-Strategie macht die internationale CLAAS Gruppe fast schon einem Verlagshaus Konkurrenz. Bei CLAAS hat man verstanden, welch enormen Wert Informationsgüter haben – für jedes Unternehmen.

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