20070708zh IDTZ Berlin SOA und E-Government

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ITDZ Berlin zentralisiert E-Government-Dienste in einer serviceorientierten Architektur (SOA)

Vom Antrag bis zum Bescheid

Mit einer SOA werden fachverfahrensneutrale Services in der Berliner Verwaltung installiert und live geschaltet. Unterschiedliche Verwaltungsprozesse werden auf wenige individuelle, fachspezifische IT-Komponenten reduziert.

 

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ie E-Government-Diensteplattform des IT-Dienstleistungszentrums Berlin (ITDZ Berlin) geht in die heiße Phase. Gemeinsam mit der Firma Bearing Point entwickelte das ITDZ Berlin eine Strategie für die Zentralisierung von E-Government-Services: Die E- Government-Diensteplattform basiert auf dem Konzept einer serviceorientierten Architektur (SOA). Konform mit der Berliner IT-Strategie und dem E-Government-Masterplan werden mit dieser modernen Lösung fachverfahrensneutrale Services für die Berliner Verwaltung aufgebaut und betrieben. Das Modell erlaubt es, die E-Government-Dienste mit bestehenden Fachverfahren und zukünftigen IT-Anwendungen verschiedener Behörden auf einfache Weise zu verknüpfen. Da die Voruntersuchung abgeschlossen ist, beginnt nun die Realisierung dieser Dienste. Dazu gehören die Massendigitalisierung, das elektronische Archiv, die virtuelle Poststelle, das Dokumentenmanagement, der Formularservice sowie das Output Management.

SOA innerhalb der E-Government-Diensteplattform

Der SOA-Ansatz beschreibt Systemarchitekturen in Wirtschaft oder Verwaltung, die auf die Zentralisierung und Vereinheitlichung von IT-Diensten ausgerichtet sind. Dahinter steht die Idee, IT-Fachverfahren »schlanker« und effizienter zu gestalten, indem sich wiederholende Komponenten aus den Prozessen herausgelöst und standardisiert werden. So werden durch das ITDZ Berlin unterschiedliche Verwaltungsprozesse auf wenige individuelle, fachspezifische IT-Komponenten reduziert. Mit offenen Schnittstellen können die Fachverfahren der Behörden mit der E-Government-Diensteplattform vernetzt auf standardisierte Dienste zugreifen. Beispiel: Mehrere Behörden benötigen für ihre Fachverfahren eine elektronische Dokumentenverwaltung (DMS). Diese Komponente wird nun zentralisiert in Form entsprechender Instanzen des DMS/VBS-Dienstes auf der E-Government-Diensteplattform des ITDZ Berlin zur Verfügung gestellt.

Technisch ist die Realisierung eines Dienstes in einer SOA strikt von seiner Beschreibung getrennt. Konkret bedeutet das, dass zu jedem Dienst eine separate Schnittstelle (service interface) existiert, die den Dienst eindeutig beschreiben kann. Unter Zuhilfenahme von plattformunabhängigen Beschreibungstechniken wie der Web Service Description Language (WSDL), kann somit nicht nur der Dienst, sondern sogar die zur Realisierung verwendete Plattform abstrahiert werden. Die Realisierung der einzelnen Dienste ist so transparent und das Gesamtsystem heterogen und interoperabel. Das bedeutet, dass die Behörden im Land Berlin in Zukunft über standardisierte und plattformunabhängige Schnittstellen (beispielsweise SOAP oder OSCI) auf die Services des ITDZ Berlin zugreifen können.

Kreislauf der elektronischen Akte

Im Idealfall wird ein Fachverfahren komplett durch die sinnvolle »Orchestrierung« verschiedener Services der E-Government-Diensteplattform realisiert. Die E-Government-Lösungen unterstützen die Verwaltung beim alltäglichen Prozess von der Antragsstellung bis zum Bescheid. Hierbei stellt der Bürger über den Formularservice einen Antrag, der dann dem Dokumentenmanagement übergeben wird. Alternativ kann diese Übergabe auch über die virtuelle Poststelle erfolgen, falls entsprechende Sicherheitserfordernisse oder rechtliche Vorgaben dies erfordern. Mit Hilfe des DMS-Dienstes kann der Verwaltungsmitarbeiter elektronische Dokumente anlegen, bearbeiten, archivieren und digital signieren. Bestehende Altakten in Papierform können ebenfalls digitalisiert dem Kreislauf der elektronischen Akte zugeführt werden. Mittels Outputmanagement kann dem Bürger in diesem Stadium zunächst per E-Mail eine Eingangsbestätigung zugesendet werden. Ist der Antrag bearbeitet, wird der Bescheid über das Output Management gedruckt, kuvertiert und an den Bürger versendet. Parallel dazu kann er ebenfalls vom Output Management als E-Mail-Anhang vorab an den Antragsteller verschickt werden.

Effizient und sicher

Behörden, die die E-Government-Diensteplattform nutzen, können ihren Aufwand zur Entwicklung von Fachverfahren auf die rein verfahrensspezifischen Funktionskomponenten reduzieren. Die Kosten für Entwicklung, Betrieb und Wartung der nun zentralisierten E-Government-Dienste müssen nicht mehr von der Behörde getragen werden. Damit kann die Behörde Einsparungspotenziale realisieren. Darüber hinaus ermöglicht das Baukastensystem der E-Government-Diensteplattform, mit den Anforderungen der Behörde zu wachsen, indem je nach Bedarf neue Dienste hinzugenommen beziehungsweise vorhandene Dienste skaliert werden. Auch die Administration und Überprüfung der Zugriffsrechte kann vom ITDZ Berlin übernommen werden. Zu guter Letzt wird eine kundenbezogene Abrechnung der Nutzung sicher gestellt.

www.itdz-berlin.de

 

 

Über das IT-Dienstleistungszentrum Berlin.

Das IT-Dienstleistungszentrum Berlin (ITDZ Berlin) ist als Anstalt des öffentlichen Rechts ein eigenständiges Unternehmen und finanziert sich aus seiner eigenen Leistungserbringung. Seine Aufgaben umfassen die Unterstützung der Berliner Verwaltung beim Einsatz der Informations- und Kommunikationstechnik und die Bereitstellung umfassender IT-Dienstleistungen. Das ITDZ Berlin betreibt und vermarktet für Berlin das Hochsicherheitsrechenzentrum, das Landesnetz, das Druckzentrum sowie Dienstleistungen für die Beschaffung, Beratung sowie Projektierung von IT- und Telekommunikationsdiensten. Der Umsatz betrug 2006 insgesamt rund 93 Mio. Euro. Das ITDZ Berlin wird durch den Vorstand Herrn Dipl.-Ing. Konrad Kandziora vertreten.

 

 

 

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