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Corporate Governance

Corporate Compliance aus Bordmitteln

Das Erfüllen nationaler wie internationaler Corporate Governance Anforderungen an die IT gemäß des Sarbanes-Oxley Act oder des Deutschen Corporate-Governance-Kodex verunsichert Unternehmen zunehmend. Dabei ist die Umsetzung kein Hexenwerk und oftmals mit bereits vorhandenen »Bordmitteln« zu realisieren.

 

D

ie deutsche Gesetzgebung hat bereits seit 1998 mit dem Kontroll- und Transparenzgesetz (KonTraG), dem Transparenz- und Publikationsgesetz (TransPuG) oder dem Deutschen Corporate-Governance-Kodex Kapitalgesellschaften dazu verpflichtet, sich mit Governance-Themen auseinander zu setzen – also lange vor dem 2001 erlassenen Sarbanes-Oxley Act, der amerikanische Unternehmensrecht reformierte.
Zielsetzung sowohl der deutschen als auch der amerikanischen Gesetzgebung ist es, mithilfe von vier Punkten aktives Risikomanagement zu betreiben und somit das Vertrauen des Kapitalmarktes wiederzugewinnen:

§  Mehr Transparenz und verbesserte Informationspolitik

§  Unabhängigkeit der Prüfungsorgane und mehr Überwachung

§  Verantwortungsvoller Umgang mit Risiken sowie

§  Ausrichtung auf eine langfristige Wertschöpfung
 

Die vier Elemente des Risikomanagement

Abgebildet sind diese vertrauensbildenden Ziele in einem integrierten Risikomanagement­system (i.w.S.) mit den folgenden vier Kernaufgaben (siehe Abbildung 1).

Das Controlling hat die Funktion der Planung, Steuerung und Kontrolle im Unternehmen und sorgt somit durch die Sicherstellung von Effektivität und Effizienz für eine gesicherte, langfristige Wertschöpfung.

Unter Risikomanagement (i.e.S.) werden hier alle Aktivitäten zusammengefasst, die sich mit den eher schwer quantifizierbaren Risikofaktoren beschäftigen, die den Geschäftsbetrieb und die wertschöpfenden Prozesse behindern oder gar verhindern können.

Das interne Kontrollsystem wiederum umfasst alle Formen von prozess- und organisationsimmanenten Steuerungs- und Kontrollmaßnahmen. Diese sind in die Wert schöpfenden Geschäftsprozesse integriert und sorgen somit für eine korrekte Prozessdurchführung sowie eine verlässliche Berichterstattung.

Die interne Revision ist eine unabhängige, unternehmensinterne Funktion, die auf einer übergeordneten Ebene eingesetzte Kontrollmaßnahmen stets auf ihre Wirksamkeit überprüft und die Einhaltung gesetzlicher Vorschriften überwacht.

Die Konzeption eines solchen Governance-Systems, die Anpassung an Wert schöpfende Geschäftsprozesse sowie die gleichzeitige Ausrichtung an den Unternehmensanforderungen gelten hierbei als größte Herausforderung.
»Was muss konkret kontrolliert werden?«, »Wie wird die Qualität der Prozesse gemessen und sichergestellt?« und »Welche Methoden stehen zur Verfügung?« sind die Kernfragen, die sich verantwortliche Geschäftsführer hierbei stellen.

Der einfache Weg zu Corporate Compliance

Um die unternehmerischen, IT-bezogenen Risiken zu managen und die damit verbundenen Kontrollen in einem IT-Governance-Modell systematisch zu implementieren, empfiehlt sich die Verwendung von Referenzmodellen wie COBIT und ITIL. Da die gänzliche Umsetzung der Modelle aber als kostspielig und sehr aufwendig gilt, sehen sich vor allem mittelständische Unternehmen (KMUs) oftmals überfordert und nicht in der Lage, die Auflagen zu erfüllen.

Mit der Fokussierung auf die Anforderungen einer mittelständischen Kapitalgesellschaft hat beispielsweise die arxes NCC AG das Konzept »Corporate Compliance für den Mittelstand« entwickelt. Damit gelingt es, unter Einsatz bewährter und praxisorientierter Bordmittel sowie Teilen aus COBIT und ITIL, den Anforderungen gerecht zu werden, ohne die vollständigen Modelle implementieren zu müssen.

Innerhalb eines Vorgehensmodells werden die gesetzlichen Richtlinien aufgegriffen und auf Basis der Geschäftsanforderungen sowie ausgesuchter Kontrollziele aus dem COBIT-Framework konkretisiert. Anschließend werden diese durch pragmatische und erprobte Vorgehensweisen operativ umgesetzt (siehe Abbildung 2).

Die jeweiligen Anforderungen an die Leistungsfähigkeit eines zu etablierenden Risikomanagement werden idealerweise in einem gemeinsamen Strategie-Workshop von Unternehmen und IT-Dienstleister sowie anhand einer aus der Balanced Scorecard abgeleiteten Methode erarbeitet. Die daraus resultierenden Ergebnisse ergänzen und spezifizieren die für das Unternehmen geltenden rechtlichen Aspekte und bilden den Anforderungskatalog an das Risikomanagement.

Anhand dieser Anforderungen wird nun das COBIT-Framework herangezogen, welches Referenz-Prozesse und Kontrollen zur Verfügung stellt. Dies gewährleistet ein wirkungsvolles IT-Risikomanagement. Für die Einführung des Gesamtwerkes von COBIT spricht natürlich der sich daraus ergebende Wettbewerbs- und Kostenvorteil. Damit aber mittelständische Unternehmen die Anforderungen der Corporate-Governance-Richtlinien nach dem Minimalprinzip erfüllen und die daraus resultierenden Vorteile ausschöpfen können, genügen lediglich einige elementare Kontrollen aus dem reichhaltigen Angebot von COBIT.

Nach Identifikation geeigneter Kontrollen müssen diese mit einer Projektmethodik operativ umgesetzt werden. Dies kann etwa über die Projektmanagementmethode PRINCE2 realisiert werden.

Für den Betrieb der IT-Organisation hat sich ITIL als die Service-Management-Methode durchgesetzt. Auch hier muss die umfassende Version, welche alle Aspekte einer großen IT-Organisation berücksichtigt, auf ein kleineres Anforderungsniveau adaptiert werden. Allein durch das Zusammenfassen und Anpassen von Rollen, Support- und Delivery-Prozessen können mittelständisch geprägte Organisationen das ITIL-Framework sinnvoll nutzen, ohne dass zu viel organisatorischer Aufwand entsteht.

Da ITIL einen großen Teil der geforderten Maßnahmen abdeckt, ist für Organisationen, die ITIL bereits vollständig oder teilweise eingeführt haben, der Weg zur Corporate Compliance um ein Vielfaches leichter.

Ein weiterer wichtiger Aspekt im Rahmen der Corporate Compliance ist es, alle sicherheitsrelevanten Anforderungen, die unternehmens- und branchenspezifisch variieren, zu erfüllen. Dazu können in Unternehmen so genannte »Security Health Checks« auf Grundlage des BSI Grundschutzhandbuchs durchgeführt werden. Sicherheitslücken werden identifiziert und durch nachgelagert organisatorische, technische Maßnahmen behoben.

Durch das somit geschaffene praxisorientierte, interne Kontrollsystem entstehen für mittelständische Gesellschaften nur minimale Kosten bei der Umsetzung der Anforderungen. Diese stehen in einem gesunden Verhältnis zur Leistungsfähigkeit.

Alles in allem, benötigt so ein gut organisierter IT-Betrieb meistens nur einige überschaubare Anpassungen und Optimierungen bestehender »Bordmittel«, um so zusätzliche Produktivitätspotenziale in Aufbau- und Ablauforganisation aufzudecken.

Stephan Brendel

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Stephan Brendel ist Leiter Consulting bei der arxes NCC AG

 

Bordmittel im Überblick:
 

  • CobiT Framework
  • ITIL Framework
  • BSI Grundschutzhandbuch
  • PRINCE2
  • Balanced Scorecard
  • ISO 9000
  • GoB

 

 

Stephan Brendel, Leiter Consulting bei der arxes NCC AG:
»Ein gut organisierter IT-Betrieb benötigt meistens nur einige überschaubare Anpassungen und Optimierungen bestehender »Bordmittel«, um so zusätzliche Produktivitätspotenziale in Aufbau- und Ablauforganisation aufzudecken.«

 

 

 

Abbildung  1: Elemente eines Risikomanagementsystems (Quelle: arxes)

 

 

Abbildung  2: Schematische Darstellung des »Bordmittel-Konzepts« (Quelle: arxes)

 


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