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Red Hat baut seine Produktpräsenz für die serviceorientierte Architektur konsequent aus Offensiv in Sachen SOA Die serviceorientierteArchitektur (SOA) wird von den Großen IT-Anbietern progressiv vermarktet. Über sie sollen die Unternehmen ihren Geschäftsauftritt wesentlich effizienter, effektiver und dynamischer als heute ausrichten können. Das Gros des Software-Produktangebots, um die SOA mit Leben zu erfüllen, hat einen gravierenden Nachteil: Es zielt auf eine strikte Herstellerbindung ab, mit allen damit für die Unternehmen verbundenen kaufmännischen und technischen Nachteilen. Nicht nur dagegen macht Red Hat, Marktführer im Open Source Software (OSS)-Bereich, mit seiner Middleware-Software-Offensive Front. »Manage it« hat sich mit Dirk Kissinger, Senior Manager EMEA Marketing Red Hat, über Offerten, Strategien und Ziele des OSS-Anbieters unterhalten.
manage it: Viele ihrer Konkurrenten versuchen weiterhin, Red Hat in die Ecke der nur Server- und PC-basierenden Betriebssystem OSS zu stellen. Viel mehr sei darüber hinaus über OSS nicht abzubilden, so ihr Statement. Was halten Sie von solchen Äußerungen? Kissinger: Diese Behauptungen der etablierten Konkurrenten zielen darauf ab, unsere Kunden zu verunsichern und das Abwandern ihrer Kunden zu verzögern. Im Rahmen des Red Hat Eco-Systems sind über 2.000 Anwendungen zertifiziert. Wir bieten einen kompletten Open Source Stack im Rahmen unserer Subskription - Abonnement inklusive Support – an, und das deutlich günstiger wie für lizenzpflichtige, proprietäre Softwarelösungen. Diese breite Softwareabdeckung zeigt, wie weit OSS mittlerweile innerhalb der IT-Architektur vorgedrungen ist. Dieser Fortschritt macht den klassischen Softwareanbietern Angst, preislich nicht mehr mithalten zu können. Das erklärt, wieso einige Softwaregrößen versuchen, die OSS-Anbieter in die alte Ecke zu stellen. manage it: Sind denn die Kostenunterschiede zur klassischen, lizenzpflichtigen Software so gewaltig?
manage it: Können Sie darauf eingehen? Kissinger: OSS Programme sind frei und von vielen Lieferanten beziehbar, durch ihre offene Auslegung leichter einzubinden, haben offene Schnittstellen und machen nicht herstellerabhängig. Auf die wirtschaftlichen Vorteile für die Unternehmen umgemünzt, heißt das: - eine größere Produktauswahl, auch hinsichtlich der Preise - eine weniger aufwendige Projektierung und im Betrieb weniger aufwendige Anpassungen - später einfachere Erweiterungen des Geschäftssystems - sowie keine Hersteller- und dadurch Produktbindung Nach der Installation zieht die Open Source Software geringere Aktualisierungs- und Pflegekosten sowie, ohne Lizenzauflagen, deutlich niedrigere Verwaltungskosten nach sich. Das alles bereitet den großen Anbietern von Softwarelizenzen zunehmend Kopfzerbrechen. manage it: Und ohne diese Vorteile? Kissinger: Verzichtet das Unternehmen auf die OSS-typischen Vorteile, muss das in der Summe und mit Blick in die Zukunft unweigerlich zu deutlich höheren Kosten führen. Zumal sich durch die Konzentrationsprozesse im IT-Softwaremarkt diese Kostennachteile der klassischen, lizenzpflichtigen Software noch verstärken werden. Solchen sich verstärkenden Zwängen werden sich die Unternehmen nur durch den vermehrten Einsatz von Open Source Software entziehen können. manage it: Wird die Software rund um SOA nach dem gleichen Abonnement-Modell angeboten?
manage it: Web-Services sind gut. Die IT in den Unternehmen ist dennoch heterogen, in großen Teilen also noch klassisch aufgebaut. Kann Red Hat mit seinen SOA-Offerten solchen Mischinstallationen Paroli bieten? Kissinger: Jboss Enterprise Application Platform ist darauf abgestimmt, in voller Breite Legacy-Applikationen in eine SOA-konforme Architektur zu integrieren. Jboss Middleware ist betriebssystemunabhängig, standardkonform und noch dazu hoch modular. Es fügt sich somit gut in ein heterogenes IT-Umfeld ein. Diese Plattform integriert außerdem den Applikations-Server Jboss mit der Hibernate Persistance Engine, dem Jboss Seam Framework sowie Jboss Transactions in Form einer getesteten und zertifizierten Ablaufplattform für Java-Applikationen. Damit steht den Entwicklern und Dienstebereitstellern schon heute fast alles zu Gebote, um ihre serviceorientierte Architektur sukzessiv mit Leben zu erfüllen und permanent am Leben zu erhalten. Zudem eröffnet unsere Aquise von Meta Matrix unseren Kunden, unterschiedliche Datenbanktypen zu integrieren und in eine SOA-Umgebung zu überführen. manage it: Können Sie die aktuelle Marktverfügbarkeit an OSS für SOA anhand des Software-Stacks darstellen? Kissinger: Durch unsere Akquisitionen und das konsequente Überführen der Anwendungen in OSS sind wir mittlerweile in der Lage, den proprietären Lösungen einen kompletten OSS-Stack entgegenzustellen. Statt einer proprietären Storage Suite kann Global File System zum Einsatz kommen. An die Stelle der lizenzpflichtigen Software für eine höhere Performance und Verfügbarkeit von Anwendungen und Datenbanken kann Multi-Path Input/Output (MPIO) in Aktion treten. Herstellerspezifische Server-Plattformen können durch Enterprise Linux Server ersetzt werden. Das hat bereits in der Vergangenheit, vor allem gegenüber Unix, für die Unternehmen zu erheblichen Einsparungen geführt. Jboss Application Plattform kann die Funktion beispielsweise von Websphere oder Weblogic übernehmen. Portal und Business Process Management (BPM) können über Jboss Portal, JBPM und Rules abgebildet werden. Statt eines proprietären Enterprise Service Bus (ESB), der der gesamten SOA-Lösung einen herstellerspezifischen Zuschnitt verleiht, kann der Jboss Open Source ESB eingesetzt werden. Wichtiger Nebeneffekt dieser durchgehenden OSS-Auslegung: So löst sich das Unternehmen in voller Breite aus der Klammer herstellerbindender SOA-Produkte. Denn wenn diese Softwarehersteller auch von SOA-Standards sprechen: Von ihnen gibt es für die Realisierung einer serviceorientierten Architektur nur wenige. Open Source Software, hingegen, ist per se standardorientiert, sowohl mit Blick auf die Hardware als auch die Software. Für die Unternehmen ist das gleichbedeutend mit einer hohen Interoperabilität, fernab von Herstellerbindungen. manage it: Wo bleiben für SOA in Open Source Software noch Lücken? Kissinger: Was bisher noch fehlt, ist Jboss Enterprise Portal und Jboss SOA Platform. In beiden Punkten kann ich unseren Mitbewerbern aber wenig Hoffnung machen. Beide Plattformen werden voraussichtlich noch dieses Jahr von Red Hat als integrative Bestandteile von Jboss Enterprise Application Platform verfügbar sein. Das Interview führte Hadi Stiel _____________________________________________________________________ Hadi Stiel ist freier Journalist in Bad Camberg.
Sukzessiv für SOA aufgerüstet Schon 2003 hat Red Hat Sistina Software übernommen und sich auf diese Weise die Global File System (GFS)-Technologie für geclusterte Speicherumgebungen angeeignet. Im April 2006 folgte der große Clou ”JBoss” für 350 Millionen US-Dollar. Im Juli diesen Jahres hat Red Hat das geistige Eigentum von Thomas Erl Technologien - Techniken zur Service-Modellierung in serviceorientierten Architekturen - erworben. Thomas Erl ist ein führender SOA-Experte und der weltweit meistverkaufte SOA-Autor. Die Techniken helfen Gruppen, besser zusammenzuarbeiten sowie neue Dienste schneller zu entwerfen und zu entwickeln. Die erworbenen Techniken werden als nächstes in die Jboss Enterprise SOA-Plattform integriert werden.
Umsetzung vereinfacht und beschleunigt Services a la SOA sind vor allem in geschäftskritischen Produktivumgebungen und bei Finanzdienstleistern heiß gefragt. Denn nur sie bieten die Dynamik und Ablaufsicherheit, auf die diese Unternehmen zunehmend angewiesen sein werden. Ein wesentlicher Umsetzungsvereinfacher und -beschleuniger: Aufgrund der Micro-Kernel-basierenden, modularen Architektur des Jboss-Applikations-Server können die Java-Plattform sowie Funktionen der Java Enterprise Edition (Java EE) 5.0 wie Enterprise Java Beans 3.0 (EJB3), Java Server Faces (JSF) und Jboss Web Services Stack vollständig eingegliedert, also als integrale Bestandteile der Jboss Enterprise Application Platform umgesetzt werden.
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