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IT-Outsourcing in Wissenschaft und Forschung Individuelle Serviceprozesse vs. Standardisierung Eine wissenschaftliche Einrichtung stellt andere Anforderungen an IT-Services und IT-Lösungen als etwa Banken oder Versicherungen. Gefragt sind neben hoher Flexibilität vor allem Eigeninitiative und die Fähigkeit zu vorausschauendem Denken und Handeln.
orscher sind eine anspruchsvolle IT-Klientel. Ihre Rechencodes und die Spezialsoftware, die sie für wissenschaftliche Berechnungen und Simulationen einsetzen, benötigen in der Regel hohe Rechenleistung und Speicherkapazität. So auch in der Gesellschaft für Anlagen- und Reaktorsicherheit (GRS), die umfangreiche Codes zur Bewertung sicherheitstechnischer Fragestellungen – insbesondere im Hinblick auf Kernreaktoren und nukleare Endlager – entwickelt und anwendet. Dabei ist der aktuelle Bedarf an Hochleistungsrechner-Ressourcen stark abhängig vom jeweiligen Forschungsschwerpunkt und der momentanen Fragestellung. Wissenschaftliche IT-Anwendungen der GRS bedingen breit gefächerte IT-Architekturen und -Leistungsklassen, die eine sehr flexible Herangehensweise des IT-Dienstleisters erfordern. Normalerweise sind IT-Provider daran interessiert, so viele IT-Ressourcen wie möglich in »industrialisierter« Form bereitzustellen. Wissenschaftler benötigen jedoch spezifische IT-Werkzeuge und lassen sich kaum mit Standardlösungen zufriedenstellen. Meist zeichnet sich die Arbeit des Wissenschaftlers durch eine hohe Individualität aus, die auch in der IT ihren Niederschlag findet: Die Hard- und Software-Ausstattungen zweier benachbarter Forscher-Büros sind häufig stark unterschiedlich. Es ist ein anspruchsvoller Spagat für den Dienstleister, bei niedrigen Kosten flexibel für individuelle Bedürfnisse und Anforderungen der Kunden zu bleiben. Da nicht alle der rund 480 GRS-Mitarbeiter in unmittelbar forschungsrelevanten Bereichen tätig sind, gibt es auch eine ganze Reihe von IT-Arbeitsplätzen mit Standard-Konfiguration und Basissoftware wie MS Office, Lotus Notes und SAP. Seit Anfang 2002 fungiert T-Systems Solutions for Research (SfR) als IT-Service-Partner für alle Betriebsbereiche der GRS. Zu diesem Zeitpunkt gingen im Rahmen eines Outsourcing-Projekts sämtliche Mitarbeiter des IT-Bereichs der GRS auf den Dienstleister über. Im Rahmen des Service-Vertrags, der kürzlich um weitere sechs Jahre verlängert wurde, erbringt T-Systems SfR umfassende Leistungen. Diese erstrecken sich neben den bereits erwähnten technisch-wissenschaftlichen Systemen und Anwendungen insbesondere auf die Bereitstellung und den Betrieb der IT-Infrastruktur, auf betriebswirtschaftliche IT-Anwendungen und -Systeme wie SAP, auf das umfangreiche Netzwerk (LAN, WAN) und die Telekommunikationseinrichtungen, die Arbeitsplatzsysteme und Laborrechner sowie auf das übergreifende Thema IT-Security. Fachorientierte Support-Qualität gefragt Speziell für die technisch-wissenschaftlichen Mitarbeiter der GRS ist eine besondere, fachorientierte Support-Qualität vonnöten. Zwar verbleibt der eigentliche informationstechnologische Kern der GRS-Forschungsarbeit, also die Entwicklung von Programmcodes für Simulationen, in den Händen der Forscher. Doch stehen ihnen beispielsweise bei der programmtechnischen Optimierung, der Portierung von Codes auf aktuelle Rechnerplattformen oder der Integration von Anwendungen in Compute-Grids oder serviceorientierte Architekturen die Spezialisten von T-Systems SfR hilfreich zur Seite. Indes sind Forscher zuweilen nur schwer davon zu überzeugen, dass ihnen Neuerungen tatsächliche Vorteile bringen. Hier tendieren auch sie manchmal zu dem bewährten Prinzip: »Never touch a running system«. Dann ist der Dienstleister gefordert, mit guten Argumenten für das Neue zu werben. Er muss letztendlich den praktischen Nachweis führen, dass die neue Lösung gegenüber der alten einen uneingeschränkten »Mehrwert« bietet. Andererseits sind Wissenschaftler von Berufs wegen immer am technischen Fortschritt interessiert. Der IT-Dienstleister ist also gut beraten, permanent und intensiv neue Entwicklungen in der IT zu verfolgen und diese proaktiv anzubieten. Er muss aufzeigen, welche Themen wichtig werden – derzeit sind dies beispielsweise Supercomputing, Grids, Web 2.0, Business-Intelligence-Lösungen – und den Kunden kompetent beraten. Damit kann er wesentlich dazu beitragen, dass beim Kunden neue Potenziale aktiviert werden, mittels derer Wertschöpfung, Wettbewerbsfähigkeit und Qualität unter Beachtung des Kostenaspekts gesteigert werden können. Hohe Benutzerzufriedenheit All diese Anforderungen hat T-Systems SfR offenbar seit Beginn des Servicevertrags im Jahr 2002 erfüllt, denn in den jährlich durchgeführten Umfragen zur Benutzerzufriedenheit hat sie konstant gut abgeschnitten. Sie konnte ihre Bewertung sogar kontinuierlich verbessern. An der jüngsten Umfrage vom Herbst 2006 beteiligten sich rund zwei Drittel der GRS-Mitarbeiter, die ihrem IT-Dienstleister auf einer Skala von 1 (sehr gut) bis 5 (ungenügend) eine Gesamtnote von 1,9 ausstellten. Auch aus betriebswirtschaftlicher Sicht hat sich die Partnerschaft für die GRS gerechnet. Unter dem Strich ist es gelungen, die Qualität der IT-Leistungen zu verbessern und dabei gleichzeitig die Kosten wesentlich zu senken. Darüber hinaus steht die Konzentration auf das technisch-wissenschaftliche Kerngeschäft auf der Habenseite des Outsourcing-Projekts. Zur effizienten Erreichung der Dienstleistungsqualität stützt sich T-Systems SfR auf zertifizierte IT-Service-Management-Prozesse, die zudem einen wirksamen Rahmen im Hinblick auf die kontinuierliche Innovation und Verbesserung der Dienstleistungen vorgeben. Detailliertere Anforderungen sind in den Service Level Agreements (SLA) vertraglich vereinbart, deren Bedeutung allerdings nicht überstrapaziert werden sollte. Zur Unterschrift des ersten Vertrags prägte der damalige GRS-Geschäftsführer Professor Dr. Adolf Birkhofer seinerzeit den Satz: »Der beste Vertrag ist der, der nach der Unterschrift in den Schrank gelegt wird und nie wieder herausgeholt werden muss«. Anders ausgedrückt: Der Geist des Vertrags ist wichtiger als seine Buchstaben. Nach diesem Grundsatz handeln GRS und T-Systems SfR in einer partnerschaftlichen Beziehung. Hans R. Seel
_____________________________________________________________________ Hans R. Seel ist IT-Manager der Gesellschaft für Anlagen- und Reaktorsicherheit (GRS) mbH.
Die Gesellschaft für Anlagen- und Reaktorsicherheit (GRS) Die GRS ist eine technisch-wissenschaftliche Forschungs- und Sachverständigenorganisation. Sie stellt interdisziplinäres Wissen, fortschrittliche Methoden und qualifizierte Daten zur Verfügung, um die Sicherheit technischer Anlagen zu bewerten und zu verbessern sowie den Schutz von Mensch und Umwelt vor Gefahren und Risiken solcher Anlagen weiterzuentwickeln. Der Schwerpunkt ihrer Arbeiten liegt auf dem Gebiet der nuklearen Sicherheit. Hier ist die GRS Deutschlands zentrale Fachinstitution. Insgesamt sind rund 480 Mitarbeiter an insgesamt vier Standorten in Deutschland für die GRS sowie für zwei Tochtergesellschaften tätig. Firmensitz ist Köln. Die GRS ist als gemeinnützige Gesellschaft konstituiert. Unter ihren Gesellschaftern hält die öffentliche Hand die Mehrheit: Mit den Anteilen des Bundes (46 %) und denen der Länder Bayern und Nordrhein-Westfalen (je 4 %) verfügt sie über 54 Prozent der Anteile an der GRS. Einen Großteil ihrer Forschungsaufträge erhält die GRS aus den Bundesministerien für Wirtschaft und Technologie (BMWi), Umwelt (BMU) sowie Bildung und Forschung (BMBF).
GRS in Köln
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Triaxialzelle
Grimsel
Das Analysezentrum in Garching
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