|
|
|
»manage
it«
als
|
Interview Prozess-zentrierte Business Integration Dr. JoMei Chang über ihre Beweggründe wieder zu Vitria zurückzukehren und die zukünftigen Entwicklungen der Business Integration.
Nach vier Jahren kehrt Dr. JoMei Chang als CEO zu Vitria zurück. Sie ist für die Unternehmensbereiche Vertrieb, Marketing und Produktentwicklung zuständig. Frage: Dr. JoMei Chang, Sie waren 1994 Mitbegründerin von Vitria und standen bis 2003 als CEO an der Spitze des Unternehmens. Was waren die Highlights dieser Phase? Dr. JoMei Chang: Was Vitria bis zum heutigen Tage auszeichnet, ist »Innovation« und eng damit verbunden ist die Attraktivität des Unternehmens für kreative und hoch engagierte Mitarbeiter. Damit ist es uns gelungen, loyale Kunden zu gewinnen, die nun über viele Jahre hinweg enorme wirtschaftliche Vorteile mit den Vitria-Lösungen erzielt haben. Frage: Das Fortune Magazine bezeichnete Sie als »eine der neuen, führenden CEOs«, und die Business Week wählte sie zum »Entrepreneur of the Year 2000«. Haben diese Auszeichnungen zu ihrer Ernennung zum CEO beigetragen oder suchte Vitria jemanden mit neuen Ideen? Dr. JoMei Chang: Für eine Technologiefirma zählen die Gründer zur Seele des Unternehmens – und daher greife ich nun wieder aktiv ins Geschehen ein. Frage: Was halten Kunden und Investoren von ihrer Berufung zum CEO? Dr. JoMei Chang: Die Reaktionen waren sehr positiv. Viele sehen dies als Bestätigung des Weges, den Vitria seit langem verfolgt: Mit technologisch innovativen Lösungen die drängenden Businessprobleme anzugehen und dabei die Unternehmen nachhaltig wettbewerbsfähig und damit zukunftsfähig zu machen. Frage: Mit welchen Herausforderungen haben Sie es als CEO bei Vitria zu tun? Dr. JoMei Chang: Wir wollen wachsen und neue, talentierte Mitarbeiter gewinnen. Letztendlich konzentrieren wir uns darauf, mit innovativer Technologie die Businessprobleme der Kunden zu lösen und ihnen dadurch zu mehr wirtschaftlichem Erfolg zu verhelfen. Auch wenn ich bereits an drei erfolgreichen Unternehmensgründungen beteiligt war, bedeutet für mich die Rückkehr zu Vitria eine der spannendsten Zeiten in meinem Berufsleben. Frage: Wie sehen Ihre Prognosen für die Business Integration Technology aus? Dr. JoMei Chang: Vitria hat in allen drei Phasen der Enterprise Integration Technology Pionierarbeit geleistet. Zu Beginn der 90er Jahre brachte Vitria die erste Generation von Messaging-Oriented Middleware (MOM) auf den Markt. Gegen Ende der 90er Jahre war Vitria Vorreiter der Enterprise Application Integration (EAI) und beim Business Performance Management (BPM). Wir bezeichnen die nächste Phase als »Prozess-zentrierte Business Integration«. Zum Einsatz kommen dabei SOA- und BPM-Technologien – wobei die Betonung auf den Businessaspekten liegt. Der unmittelbare Nutzen: Ein klarer Return on Investment und effizientere Geschäftsprozesse. Die Prozess-zentrierte Integration wird zu einer besseren Abstimmung von Geschäftszielen und IT führen und hat das Potenzial, die Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen nachhaltig zu stärken. Frage: Welche Entwicklungstrends sind bei der Business Integration Technology zu verzeichnen? Dr. JoMei Chang: Der wichtigste Aspekt ist der Wandel von einem technologischen Fokus zum Business-Fokus. Dazu zählt beispielsweise das Business Exception Management: Je stärker sich die Fehlerrate in den Prozessen reduziert und je höher der Automatisierungsgrad wird, mit der diese Behebung von Problemen einhergeht, desto positiver wird sich das auf die Unternehmen auswirken: Kosten sinken, die Produktivität steigt und Unternehmen können sich auf ihre Kernkompetenzen konzentrieren statt sich immer wieder mit den gleichen Problemen bei der Auftragsverarbeitung befassen zu müssen. Vitria hat mit Resolution Accelerator eine Lösung entwickelt, die sich speziell den Anforderungen des Business Exception Management und dem Error Handling widmet. Das Ziel dabei: Eine Senkung der Fehlerrate in unternehmenskritischen Geschäftsprozessen. Frage: Aus welchen Bausteinen besteht die SOA-Integrationsplattform von Vitria? Dr. JoMei Chang: Business Accelerator ist eine infrastrukturunabhängige, sehr gut skalierbare und offene SOA-Integrationsplattform. Sie stellt alle benötigten Funktionen und Werkzeuge für eine optimale Abstimmung von Geschäftszielen und IT-Infrastrukturen bereit. Die Entwicklungs- und Modellierumgebung nutzt die bekannten Tools und Werkzeuge des Open-Source-Frameworks Eclipse. Mit Business Accelerator erstellte Lösungen arbeiten mit allen gängigen J2EE-Application-Servern und Messaging-Plattformen zusammen. Standardmäßig wird Business Accelerator mit JBoss als Application Server ausgeliefert. Vorhandene Infrastrukturen, und das gilt auch für Open-Source-Umgebungen, lassen sich so sehr einfach SOA-fähig machen. Frage: Wie sieht das Kundenportfolio von Vitria aus? Was sind ihre Zielmärkte? Dr. JoMei Chang: Das Produktportfolio von Vitria ist recht umfangreich und die damit erstellten Lösungen kommen in nahezu allen Wirtschaftszweigen zum Einsatz. Der Schwerpunkt liegt auf Branchen, die in einem sehr dynamischen Marktumfeld einem enormen Wettbewerbsdruck ausgeliefert sind. Das gilt für die Telekommunikationsindustrie, aber auch für Banken und Versicherungen. Hier tragen die Lösungen von Vitria nachhaltig zur Modernisierung, Automatisierung und Optimierung von Geschäftsprozessen bei. Frage: Wie unterscheidet sich Vitria von seinen Wettbewerbern? Dr. JoMei Chang: Vitria war vor mehr als zehn Jahren Wegbereiter für Business Process Management. Mit Business Accelerator verfügen wir über die nächste Generation von BPM-Lösungen. Zudem verfügen wir mit Resolution Accelerator über ein klares Alleinstellungsmerkmal. Als einzige Lösung auf dem Markt adressiert Resolution Accelerator Ausnahme- und Problemfälle sowohl auf technischer als auch auf fachlicher Ebene. Technisch betrachtet lässt sich die Software als Web-Service konfigurieren und harmoniert dann mit einer Vielzahl von Applikationen und Prozessen. Im Unterschied zu anderen Ansätzen, die sich mit Ausnahmefällen in einzelnen Applikationen befassen, behandelt Resolution Accelerator Probleme, die den gesamten, reibungslosen Ablauf unternehmenskritischer Geschäftsprozessen gefährden. * Dr. JoMei Chang ist Chief Executive Officer bei VitriaTechnology.
»Der wichtigste Aspekt ist der Wandel von einem technologischen Fokus zum Business-Fokus.« |
|