20080102a FSC EOS Hochsicheres Rechenzentrum

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Industrialisierung der IT fängt bei der Planung des Rechenzentrums an:

Im Zweifel greift Plan B

Der internationale Finanzdienstleister EOS hat in Zusammenarbeit mit Fujitsu Siemens Computers in Hamburg ein hoch sicheres Rechenzentrum in Betrieb genommen. Denn bedingt durch das stetige Wachstum der EOS Gruppe steigen die IT-Anforderungen massiv: Die Verantwortlichen rechnen damit, dass das Datenvolumen zukünftig im Bereich zwischen 100 und 150 Prozent pro Jahr anwachsen kann. Gleichzeitig ist ein extrem hoher Sicherheitsstandard erforderlich, denn der Finanzdienstleister pflegt riesige Datenbanken mit Kunden-Kunden-Daten.

 

S

chafft es ein Unternehmen, einerseits die Verfügbarkeit und Leistung, andererseits die Kosten seiner IT-Infrastruktur gut auszubalancieren, erzielt es einen Wettbewerbsvorteil. Eine wichtige Rolle spielt dabei nicht nur die Standfestigkeit von Hard- und Software, sondern auch die Beschaffenheit der Serverräume beziehungsweise Rechenzentren. Hierzu zählen Faktoren wie die Bauart von Wänden und Türen, Stromversorgung, Klimatisierung, der Schutz vor Überhitzung, Brand, Wasserschäden und unbefugten Zutritt.

Viel Aufwand steckt EOS IT Services, ein Unternehmen der EOS Gruppe, in den Aufbau und bauphysikalischen Schutz des zweiten Rechenzentrums am Hauptsitz in Hamburg. Dieses Projekt ist ein wichtiges Element der Desaster-Recovery-Strategie des Unternehmens. Denn für die Geschäftsprozesse des internationalen Finanzdienstleisters, der 1974 als Deutscher Inkasso-Dienst gegründet wurde, sind die Datensicherheit und der störungsfreie Ablauf von großer Bedeutung. Die Gründe dafür erläutert Jens Salomon, Leiter Rechenzentrum bei EOS IT Services: »Unsere extrem hohen Sicherheitsstandards liegen darin begründet, dass wir im Rahmen des Informationsmanagements unseren mehr als 20.000 Kunden weltweit Auskünfte über 32 Millionen Privatpersonen und 3,5 Millionen deutsche Unternehmen anbieten. Entsprechend pflegen wir – ähnlich wie die Schufa – riesige Datenbanken mit Kunden-Kunden-Daten. Natürlich ist es da sehr wichtig zu vermeiden, dass wir die Daten in irgendeiner Form auf einmal im Internet wiederfinden.«

Vertretung sichergestellt

Das neue Rechenzentrum übernimmt Teile des bisherigen Produktionsbetriebs in einer neuen, hoch sicheren Umgebung. EOS verfügt damit über zwei redundant ausgelegte Rechenzentren, die sich im Störungsfall wechselseitig ersetzen können. EOS ließ das neue Rechenzentrum von Fujitsu Siemens Computers nach den derzeit höchsten Sicherheitsanforderungen konzipieren und erstellen. So sorgt der modular aufgebaute Serverschutzraum S³R nach der DIN-Schutzklasse 4102 für den höchstmöglichen Brand- und Klimaschutz und schützt das Data Center vor äußeren Einflüssen wie Feuer oder Löschwasser.

Die Server- und Storage-Systeme sind mit einem ausgeklügelten Notfallkonzept ausgestattet, das die Sicherung und Wiederherstellung der Datensysteme im Störungsfall garantiert. Der Vorteil des neuen Hochverfügbarkeitskonzepts: Auch wenn eines der Rechenzentren ausfallen sollte, kann EOS ohne Datenverlust innerhalb kürzester Zeit die Produktion im Ausweichrechenzentrum aufnehmen.

Sicherheit durch Flexibilität

Nur eine Minderheit von Unternehmen in Deutschland geht so umsichtig vor wie EOS. Kommt es beispielsweise zu einem IT-Systemausfall durch Stromausfall, Feuer im Rechenzentrum oder durch einen Hackerangriff, können nur 28 Prozent der Unternehmen auf ein externes Ausweichsystem zurückgreifen und nur jedes zweite Unternehmen hat einen Notfallplan in der Schublade. Das sind die Ergebnisse der Studie »Managementkompass Sicherheitsstrategien« von Steria Mummert Consulting in Zusammenarbeit mit dem F.A.Z.-Institut. Rund jeder fünfte Entscheider räumt auch ein, dass in seinem Unternehmen noch große Sicherheitslücken vorhanden sind. Darüber hinaus mangelt es bei vielen an Servicevereinbarungen mit IT-Dienstleistern, wann ein Störfall spätestens behoben sein muss: Nur knapp ein Viertel der befragten Unternehmen legt derartige Toleranzen für Ausfallzeiten vertraglich fest.

Dass Firmenchefs und IT-Verantwortliche so handeln, hat unterschiedliche Gründe. Natürlich verursacht ein Ausfallrechenzentrum hohe Kosten, die sich allerdings teilweise wieder einspielen lassen, wenn man wie EOS vorgeht und die Infrastruktur nicht für das Backup, sondern auch produktiv nutzt. Zudem ist ein hochverfügbarer 24x7-Betrieb des eigenen Rechenzentrums aufwendig. Er übersteigt in vielen Fällen die personellen Möglichkeiten mittelständischer Unternehmen, obwohl er beispielsweise durch die neue Produktionsstätte in einer anderen Zeitzone erforderlich wird. Hinzu kommt die nicht unberechtigte Scheu, die IT-Infrastruktur und damit das Rückgrat des Unternehmens komplett outzusourcen.

Doch es gibt einen Mittelweg: »Der Trend zur partiellen Auslagerung ist ungebrochen, allerdings steht das Full Outsourcing nicht mehr im Vordergrund. Die Kunden gehen heute differenzierter an das Thema heran, indem sie die partielle Herausgabe von Critical Commodities planen, etwa den Betrieb ihrer Client-, Server-, Storage- oder LAN/WAN-Infrastruktur. Der Grund ist die größere Flexibilität beim gezielten Einkauf von Leistungen, die den 24x7-Betrieb oder die verbrauchsorientierte Abrechnung besonders wirtschaftlich machen«, erklärt Bernd Wagner, Vice President & Managing Director IT Product Services Germany bei Fujitsu Siemens Computers. »Managed Services sind auch für viele Unternehmen insbesondere aus dem Mittelstand und gehobenen Mittelstand ein attraktiver Weg, um neue Herausforderungen sicher zu bewältigen. Denn die ständig steigende Komplexität oder regulatorische Anforderungen wie den Sarbanes Oxley Act oder Basel II lassen sich aus eigenen Kräften oft nur mit wesentlich größerem Aufwand in den Griff bekommen«, ist Wagner überzeugt.

Irmgard Schlembach

 

 

Die Geschäftsleitung wünscht sich die optimale Balance zwischen dem Aufwand für Sicherheitsmaßnahmen und dem Risikomanagement. (Quelle Fujitsu Siemens Computers 2007)

Jens Salomon, Leiter Rechenzentrum bei EOS IT Services

 

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