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Externe KVM-Lösungen Neue Weiten mit KVMoIP Um Server aus der Ferne zu warten hilft ein neuer Trend: der Einsatz der KVMoIP-Technologie. Die digitalisierten Signale lassen sich verlustfrei über große Distanzen und unter Verwendung herkömmlicher Netzwerktechnik übertragen.
ine hohe Ausfallsicherheit spielt in jedem Unternehmen – unabhängig der Größe – eine wichtige Rolle. Die Server müssen stets bedienbar sein, um beispielsweise Patches aufzuspielen, Programme zu starten, Log-Dateien auszuwerten usw. Treten Hardwarefehler auf, ist es notwendig Zugriff auf die BIOS-Ebene zu haben. Zwar ist es in manchen Fällen möglich, einen Remote-Zugriff über eine geeignete Software wie VNC oder PC-Anywhere zu starten, aber eine Softwarelösung erfordert ein laufendes Betriebssystem – welches aber gerade in Störungsfällen oftmals nicht vorhanden ist. Deshalb ist es von Vorteil, die Server mittels Hardware, wie KVM-Switche, zu bedienen, da hiermit der Zugriff auf die BIOS-Ebene möglich ist. Von welchem Ansatzpunkt bei KVM-Lösungen am besten auszugehen ist, soll im Folgenden zuerst näher betrachtet werden. Anschließend geht der Blick in Richtung Zukunft: ein neuer Trend ist der zunehmende Einsatz der KVMoIP-Technologie. Diese Lösung hat gegenüber der »alten« den Vorteil, dass die vom Gerät digitalisierten Signale verlustfrei über große Distanzen unter Verwendung herkömmlicher Netzwerk-Technik übertragen werden können. Doch bringt die neue Technologie mit IP nur Vorteile? Zwei Ansätze – eine Lösung
Bei externen Lösungen ist generell von zwei unterschiedlichen Ansatzpunkten auszugehen: 1. die Verwendung einer universellen Lösung und 2. die Anwendung einzelner Komponenten. Modell 1 Erstere hat den Vorteil, dass eine außerordentliche Funktionsvielfalt geboten wird, mit der alle gewünschten Anwendungen aus einer Hand bedient werden können. Allerdings werden diese im Alltag nie beziehungsweise äußerst selten benötigt. Die große Vielfalt hat den Nachteil, dass sie zudem oft sehr komplex und sehr teuer ist. Zusätzlich erfordern die meisten Lösungen dieser Art eine besondere Schulung der Anwender, um überhaupt mit diesem System arbeiten zu können. Aufgrund der Komplexität und der damit verbundenen großen Anzahl verbauter Komponenten, steigt zudem das Ausfallsrisiko. Somit kommen für ein teueres Gerät zusätzliche Kosten hinzu, wenn dieses ausgetauscht werden muss. Modell 2 Das zweite Modell sieht die Verwendung von Einzelkomponenten vor. In diesem Fall kann das System genau auf die entsprechenden Anforderungen konzipiert werden. Dadurch steigt nicht nur die Flexibilität, sondern es können auch spezialisierte Komponenten unterschiedlicher Hersteller kombiniert werden, die für sich allein eine hohe Qualität und Leistungsfähigkeit beanspruchen. Ein weiterer Pluspunkt ist die Fehlersicherheit. Fällt hier eine Komponente aus, lässt sich diese austauschen, während das restliche System weiterhin problemlos läuft und weiterhin auf die Server zugegriffen werden kann. Außerdem können zusätzliche Funktionen hinzugefügt werden, die bei einem einzigen, großen System eventuell gar nicht zur Verfügung stehen würden. Beispielsweise können mit der Virtual-Media-Funktionalität von einem lokal angesteckten USB-Stick aus Daten auf die Server übertragen werden, wobei eine echte Remote-Administrierbarkeit ermöglicht wird. Jedes Unternehmen kann sich ein auf die individuellen Anforderungen zugeschnittenes System aus Einzelkomponenten zusammenstellen und falls erforderlich jederzeit erweitern. Der Einsatz einer externen Lösung ist somit in jedem Fall kostengünstiger. Nicht nur betreffend der Ausfalls- und Installationskosten, sondern auch der Personalkosten, da keine spezielle Schulung notwendig ist. Ein neuer, dritter Ansatz ist, die herkömmliche KVM-Technik mit IP zu kombinieren. Ergebnis: KVMoIP. Neue Technologie für große Distanzen In vielen Unternehmen zeichnet sich ein eindeutiger Trend ab, vermehrt KVMoIP einzusetzen. KVM over IP bedeutet, dass die KVM-Signale in digitalisierter Form über eine herkömmliche Netzwerkinfrastruktur übertragen werden. Es sind keine dedizierten Verbindungen mehr nötig, sondern die Signale können ganz regulär durch Netzwerk-Switche oder Router übertragen werden. Bei entsprechend optimierten Geräten wie z.B. dem ServSwitch Wizard IP beziehungsweise Wizard IP Plus von Black Box ist sogar eine Steuerung des Rechners über das Internet möglich. Somit gibt es keine Längenbeschränkungen mehr. Bei der neuen KVM-Technologie kommt es besonders auf die Leistungsfähigkeit der einzelnen Komponenten an, damit beispielsweise ein ruckelfreies Bild angezeigt wird. Vorteil ist, dass die vom Gerät digitalisierten Signale, insbesondere Videosignale, nahezu verlustfrei über sehr große Distanzen übertragen werden können.
Momentan sieht die KVMoIP-Technologie im konkreten Anwendungsfall beispielsweise wie folgt aus: In einem angemieteten Server-Raum, der sich einige Kilometer entfernt vom Firmenhauptsitz befindet und in dem meist kein Administrator oder Anwender vor Ort ist, erfolgt der Zugriff auf den Server vom Hauptsitz aus über TCP/IP. Neben der einwandfreien Bedienbarkeit ist in diesem Fall auch die Redunanz beziehungsweise Ausfallsicherheit von hoher Bedeutung. Insbesondere, da zunehmend Virtualisierungslösungen auf den Servern eingesetzt werden, um die Server bestmöglich auszulasten. Handelt es sich dabei sogar um ein Rechenzentrum, kommt ein weiterer wichtiger Punkt hinzu – die Anforderung, das System einfach und jederzeit zu erweitern. In diesem Fall ist es sinnvoll für jeden einzelnen Server eine eigene KVM-Lösung einzusetzen. Jedes Gerät ist damit stets erreichbar und es können beliebig viele Administratoren bzw. Anwender gleichzeitig arbeiten. Durch die räumliche Ferne ist es auch sinnvoll eine beziehungsweise mehrere über TCP/IP steuerbare Steckdosenleisten einzusetzen um beispielsweise die Server stromlos schalten zu können. Denkbar ist auch die Verwendung eines Out-of-Band-Zugriffsweges (z.B. ISDN-Leitung) um auf kritische beziehungsweise besonders wichtige Server jederzeit zugreifen zu können, selbst wenn die Direktverbindung (z.B. Standleitung) einmal unterbrochen sein sollte. Das bringt die Zukunft In Zukunft wird es sogar möglich sein, aufgrund der Entwicklung spezieller KVMoIP-Chips auf jedem einzelnem Server eigene KVMoIP-Geräte einzusetzen. Mit diesen speziellen Chips kann dann zusätzlich die Stromaufnahme gesenkt werden. Externe KVM-»Module« können direkt von PS/2- beziehungsweise USB-Schnittstellen mit Spannung versorgt werden, so dass keine externen Netzteile mehr notwendig sind. Idealerweise basieren die Chips auf Quasi-Standards, wie VNC, der bereits seit Jahren mit guter Erfahrung eingesetzt wird. Durch die Verwendung hoch integrierter Schaltungen wird es möglich sein, die Herstellungskosten der externen KVMoIP-Geräte sehr gering zu halten. Die Erweiterung um zusätzliche Server wird einfach durch den Zukauf einzelner KVMoIP-»Module« erfolgen. Kommt es zu einem Defekt, ist lediglich nur dieser eine Server nicht mehr bedienbar. Mit allen anderen kann weiterhin gearbeitet werden. Somit kommt es zu keinem Produktionsausfall und es entstehen keine Ausfallskosten. Die Verwaltung der Zugriffsrechte sowie die Authentifizierung erfolgt dann über eine Software, die auf einem gesonderten Server läuft. Diese kann für zusätzliche Redundanz auch auf mehreren Servern installiert werden. Es ist sogar denkbar KVMoIP-Chips direkt auf den Mainboards der Computer zu integrieren. In diesem Fall würde, im Gegensatz zu den Management-Boards, eine quasi-standardisierte Übertragungstechnik (VNC) eingesetzt werden. Allerdings wird bis zur Umsetzung noch einige Zeit vergehen Resümee Die KVMoIP-Lösung bietet den Vorteil, dass bei der Steuerung der angeschlossenen Rechner kein direkter Zugriff auf den KVM-Switch erforderlich ist. Die Fernsteuerung erfolgt von einem beliebigen Arbeitsplatz im eigenen Netz oder über das Internet. Gegenüber den anderen vorgestellten Ansätzen bietet dieser noch mehr Flexibilität. Wer sich für eine IP-Lösung entscheidet, sollte jedoch berücksichtigen, dass bei der Übertragung stets gewisse Sicherheitsmaßnahmen getroffen werden müssen. Namhafte Hersteller bieten bereits gute Verschlüsselungen an, um somit eine sichere Anwendung zu garantieren. Karl Loncarek
_____________________________________________________________________ Karl Loncarek, Key Account Manager bei der Black Box Deutschland GmbH
Die KVMoIP-Lösung bietet den Vorteil, dass bei der Steuerung der angeschlossenen Rechner kein direkter Zugriff auf den KVM-Switch erforderlich ist. Die Fernsteuerung erfolgt von einem beliebigen Arbeitsplatz im eigenen Netz oder über das Internet.
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