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Leitfaden Schutz gegen interne Datenspionage Die Hälfte der deutschen Unternehmen ist in den vergangenen beiden Jahren mindestens einmal Opfer von Wirtschaftskriminalität geworden. Zu diesem Ergebnis kommen die Unternehmensberatung PricewaterhouseCoopers und die Universität Halle-Wittenberg in einer gemeinsamen Studie. Ihr zufolge wurden in 49 Prozent der befragten Unternehmen Spionage, Korruption oder Betrug entdeckt. 2005 waren es 46 Prozent, 2003 noch 39 Prozent. Hinzu kommt eine Dunkelziffer unentdeckter Fälle. Doch der Schaden ist auch so schon immens: In der Studie kommen die Forscher auf eine Summe von mindestens sechs Milliarden Euro, die Wirtschaftskriminelle pro Jahr allein in Deutschland anrichten. Diese Ergebnisse decken sich tendenziell mit den Erkenntnissen des Bundeskriminalamtes. Danach ist die Wirtschaftskriminalität in Deutschland statistisch auf dem Vormarsch. 2006 registrierte das BKA über 95.000 Fälle - das waren 7,5 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Gleichzeitig wuchs die Schadenssumme um 2,8 Prozent auf rund 4,3 Milliarden Euro. Damit machte die Wirtschaftskriminalität im vergangenen Jahr zwar nur 1,5 Prozent der Delikte, aber über die Hälfte (53 Prozent) des gesamten Kriminalitätsschadens aus. Einen steilen Anstieg zeigten die Taten mit Hilfe des Internets, die sich auf 9.700 Fälle verdoppelten. Letztlich erst aufgeschreckt durch solche Meldungen, widmen sich die Unternehmen zunehmend mehr dem Schutz vor internem Datenmissbrauch. Aber wegen der komplexen Kommunikationsmatrix der lokalen Netzwerke lässt sich mit klassischen Methoden kaum ausreichender Schutz schaffen. Dieser Leitfaden soll deshalb darin unterstützen, sowohl die aktuelle Situation hinsichtlich der internen Sicherheitsbedingungen in den Unternehmen zu beleuchten als auch die möglichen Lösungsszenarien fachlich zu betrachten, um vor diesem Hintergrund eigene Handlungserfordernisse abzuleiten. Hierfür dient auch eine Checkliste zur Selbstanalyse: Je zahlreicher es dabei zu Nein-Nennungen kommt, desto deutlicher zeichnet sich das Erfordernis ab, adäquate Maßnahmen zur Optimierung der internen IT-Sicherheit vorzunehmen. ■Problematischer Security-Status
Dies gestehen die meisten Unternehmen auch tatsächlich ein, wenn 57 Prozent selbstkritisch von einem zu lässigen Umgang mit den Fragen der internen Sicherheitsverhältnisse sprechen und darin eine der Ursachen für den gegenwärtig unbefriedigenden Status sehen. Noch mehr schreiben jedoch den fehlenden Ressourcen (59 Prozent) und einer unzureichenden Kenntnis angemessener Lösungen (62 Prozent) die Schuld zu. Auch mit fehlenden Investitionsmitteln wird von fast jedem Zweiten begründet, dass noch kein ausreichender Schutz vor internem Datenmissbrauch durch Mitarbeiter besteht.
■Möglichkeiten und Grenzen alternativer Security-Konzepte Die Besonderheit der internen Angriffe liegt in der sehr komplexen Kommunikationsmatrix lokaler Netzwerke. Während Schnittstellen zum Internet meistens über eine oder mehrere Firewalls realisiert werden, sind die Kommunikationspfade lokaler Netze weitaus vielfältiger, komplexer und performanter. Oftmals sind redundante Verbindungen oder vermaschte Infrastrukturen zu berücksichtigen, deren Design verschiedene und dynamische Kommunikationspfade ermöglicht und somit eine Paketanalyse erschwert. Darüber hinaus besteht das Problem, dass in lokalen Netzen zusätzliche Protokolle zu berücksichtigen sind, die dem Management der Infrastruktur dienen. ►IDS-Lösungen IDS-Lösungen gewährleisten wie Firewalls Schutz vor Angriffen, indem sie den gesamten Netzwerkverkehr auf allen Schichten nach bestimmten Angriffsmustern bzw. Anomalien durchfiltern. Dabei sind sie auf Sensoren an allen relevanten Punkten im Netzwerk angewiesen. In den meisten Fällen erfolgt die Angriffsdefinition durch Abgleich mit vorab definierten Angriffsmustern. Dieser Ansatz erfordert jedoch, praktisch alle Angriffsvarianten in jeglicher Modifikation für einen Abgleich verfügbar zu halten. Ein weiterer Nachteil: Der Schutz des gesamten internen Unternehmensnetzes macht es erforderlich, an allen kritischen Netzpunkten Sensoren zu installieren. Sie müssen außerdem mit erheblicher Rechenleistung ausgestattet sein, um tatsächlich alle ankommenden Datenpakete aufnehmen und filtern zu können. Moderne Unternehmensnetze mit hoher Bandbreite überfordern deshalb vielfach die heute verfügbaren IDS-Sensoren, so dass kein zuverlässiger Schutz gewährleistet werden kann. Hinzu kommt die spürbare Belastung der Netzperformance bei lückenloser Sensorüberwachung. Zum anderen sorgt die Kommunikation der IDS-Komponenten untereinander für zusätzlichen Traffic, was zumindest in Teilbereichen ein Redesign des Unternehmensnetzes erforderlich machen kann. Auch der hohe finanzielle Aufwand für die Anschaffung aller erforderlichen IDS-Komponenten dürfte Zweifel an der Wirtschaftlichkeit dieses Sicherheitsansatzes aufkommen lassen. Denn trotz eines hohen Investitionsaufwands in IDS-Systeme wird in aller Regel trotzdem kein Schutz vor noch nicht bekannten Angriffsarten geschaffen. ►Schutzmechanismen in Netzwerkkomponenten Ein anderer Lösungsansatz können prinzipiell intelligente Schutzmechanismen in Netzwerkkomponenten sein, die Manipulationen an den Adressbeständen erkennen und melden können. Dies macht Sinn und würde einen Basis-Schutz an jedem verfügbaren Port realisieren. Allerdings existieren für solche Schutzmechanismen noch keine internationalen Standards und haben die führenden Hersteller noch keine miteinander kompatiblen Lösungen entwickelt. Darüber hinaus verlangt ein solcher Ansatz ein umfassendes Security Management, welches die gesamte Infrastruktur herstellerübergreifend verwalten kann. ►Überwachung über SNMP und Syslog Einen alternativen Lösungsansatz stellt die Verwendung des Simple Network Management Protokolls (SNMP) und Syslog dar. SNMP und Syslog sind in fast allen Netzwerken aufgrund ihrer Verwendung in Netz- und System-Management-Lösungen bereits aktiv. Die Technologie ist in nahezu allen Infrastrukturkomponenten (Switches, Routern) verfügbar und kann somit flächendeckend zur Überwachung eines jeden Ports im Netzwerk genutzt werden. Darüber hinaus lassen sich Komponenten wie Firewalls, IDS, IPS, Server und ggf. PCs für die zusätzliche Überwachung beliebiger SNMP-Parameter oder Syslog-Meldungen einbinden. Die Angriffsüberwachung kann somit jegliche kommunizierenden Komponenten einbeziehen. Dies gilt auch für neue Technologien wie Wireless LAN (WLAN) und Voice over Internet Protocol (VoIP), die ein zusätzliches und teilweise noch unbekanntes Angriffspotenzial in sich bergen. Denn alle Geräte lassen sich inventarisieren und anhand ihrer Adressparameter und zugehörigen Switchports lokalisieren. Dies schafft die Möglichkeit, Adressmanipulationen beispielsweise durch ARP-Poisoning, IP-Spoofing etc. zu erkennen und Angreifer vom Netzwerk zu isolieren. Zudem bewirkt die Überwachung der gesamten Netzwerk-Infrastruktur, dass deutlich geringere Investitionskosten entstehen und auch der laufende Betrieb keine Verwaltung eines zusätzlichen Systems erfordert. ■Maximaler Schutz bei geringen Investitionen Einen solchen Ansatz verfolgt etwa die Lösung »IntraPROTECTOR« als ein übergreifendes Security Management System. Hierbei empfängt und behandelt eine zentrale Konsole nach definierten Regeln alle sicherheitsrelevanten Ereignisse der gesamten Security-Infrastruktur, korreliert diese und stellt sie in einem flexiblen Alarm-Center nebst Reporting zur Verfügung. Der modulare Aufbau beinhaltet eigene Subsysteme zur Erkennung und Behandlung von internen Angriffen auf Infrastrukturkomponenten, die mit herkömmlichen Security-Lösungen nicht erkannt werden können. »IntraPROTECTOR« wird an einem Port des lokalen Netzwerks angeschlossen und überprüft ARP-Caches und Forwarding-Tabellen der Infrastruktur mittels SNMP-Abfragen. Jede durch dieses Sicherheitssystem abgefragte Komponente - in der Regel Switches, Router und Server - wird als Sensor bezeichnet. Die gesammelten Informationen liefern einen Aufschluss über die Adressparameter der im Netzwerk kommunizierenden Geräte und die Topologie des Netzwerks. Damit ist eine lückenlose Identifizierung und Lokalisierung jeglicher im Netzwerk kommunizierenden Systeme möglich. Adressmanipulationen wie beim ARP-Poisoning und ARP- oder MAC-Spoofing werden unmittelbar nach Abfrage der Sensoren erkannt. Die Datenbank des Systems speichert umfassende Informationen über alle kommunizierenden Teilnehmer des Netzwerks und diese können für das Inventory- und Asset Management bereitgestellt werden. Zusätzlich bietet das System Abfragemöglichkeiten für sämtliche Parameter von Systemen wie Server, PCs, Switches, Router, Firewalls und IDS/IPS. Zudem besteht ein besonderes Access Control für die Überwachung des Netzwerkzugangs. Diese Lösung umgeht das Problem, dass die Integration eines typischerweise auf dem Standard 802.1x basierenden Zugangssystems häufig aufgrund der proprietären Spezifikationen einen erheblichen Aufwand erzeugt. Die Access Control-Lösung von »IntraPROTECTOR« verlangt keine Konfigurationen an Endgeräten und kann dadurch im Vergleich zu 802.1x-Lösungen schneller und kostengünstiger implementiert werden. © COMCO AG
■Checkliste zur Selbstanalyse Die nachfolgenden Fragen zur Selbstanalyse dienen einer tendenziellen Bewertung der individuellen Ist-Bedingungen. Je zahlreicher es dabei zu Nein-Nennungen kommt, desto deutlicher zeichnet sich das Erfordernis ab, adäquate Maßnahmen zur Optimierung der internen IT-Sicherheit vorzunehmen.
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