20080304r Micro Focus Application Portfolio Management

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Application Portfolio Management

Mut zur Transparenz

Die Unternehmens-IT wird immer komplexer. Viele Unternehmen wissen nicht mehr genau wie ihre Anwendungen eigentlich funktionieren – und wie viel sie kosten. Application Portfolio Management stellt sich die Aufgabe, die Unternehmens-IT systematisch zu analysieren und wieder transparent zu machen. Unternehmen gewinnen damit erneut die Kontrolle über ihre IT-Systeme.

 

T

rotz aller Bemühungen um Standardisierung und Vereinfachung – die Komplexität der Unternehmens-IT nimmt weiter zu. Veränderungen in den Unternehmen, wie Fusionen, Outsourcing, Restrukturierungen, etc, haben in den vergangen Jahren unterschiedliche Systeme und Anwendungen zusammengebracht.

Komplex ist die IT-Landschaft aber nicht nur durch die Vielfalt von Systemen, Plattformen und Technologien, durch den Hardware- und Software-Zoo der in vielen Unternehmen entstanden ist. Auch die großen Kernanwendungen, von deren Funktionieren alle Organisationen abhängig sind, sind alles andere als homogene, übersichtlich strukturierte Systeme. Sie sind in der Regel über viele Jahre gewachsen, wurden angepasst, weiterentwickelt und ausgebaut. Nach zahllosen Änderungen wissen sehr viele IT-Abteilungen selbst nicht mehr genau, was im Innersten ihrer Anwendungen eigentlich genau passiert, welche Prozesse wann wie ausgeführt werden usw. Gerade Legacy-Anwendungen wurden in der Vergangenheit nur unzureichend dokumentiert und häufig sind auch die mit ihnen vertrauten Mitarbeiter nicht mehr im Unternehmen. Unter Transparenz stellt man sich etwas anderes vor.

Einerseits spricht es durchaus für die Anwendungen, dass sie dessen ungeachtet Tag für Tag mit großer Stabilität ungeheure Datenmengen verarbeiten. Andererseits stellt diese Situation für die weitere Entwicklung aber auch ein großes Risiko dar. Die pragmatische Auffassung »Hauptsache es funktioniert« eignet sich jedenfalls nicht als Basis für zukunftsfähige Lösungen. Die mangelnde Transparenz der Anwendungen kann schnell zu einer Abnahme der Leistungsfähigkeit führen, sie stellt in jedem Fall für das jeweilige Unternehmen einen Verlust an Kontrolle dar, sowohl hinsichtlich der Kosten als auch der Qualität der Software. Spätestens wenn die betreffenden Anwendungen mit anderen Lösungen, etwa der Web- oder B2B-Welt verbunden werden müssen, ist eine genaue Kenntnis der Strukturen und der funktionellen Zusammenhänge unerlässlich.

Application Portfolio Management

Für die Unternehmensführung entsteht hier ein neuer Aufgabenbereich. Nicht nur die Leitung der IT-Abteilung – nicht nur der CIO. Auch die Fachbereiche und Service Management, darüber hinaus CFO und Controller werden künftig die IT und dabei insbesondere die Kern-Anwendungen, weniger unter technischen Gesichtspunkten, als viel mehr unter dem Aspekt Ertrag und Kosten untersuchen und durchleuchten.

Wie wenig selbstverständlich diese Betrachtungen und Anforderungen sind, zeigte sich kürzlich in einer im Auftrag von Micro Focus durchgeführten internationalen Untersuchung: Rund ein Drittel der befragten CIOs und CFOs wusste nicht, wie viel Geld sie für ihre Kern-Anwen­dungen ausgeben. Weniger als die Hälfte hatte überhaupt schon einmal versucht, den finanziellen Wert der Software-Assets zu quantifizieren.

Aber nur transparente Systeme lassen sich kontrollieren, nur transparente Systeme lassen sich auch auf die Business-Anforderungen ausrichten, nur transparente Systeme lassen sich entsprechend den Unternehmenszielen weiterentwickeln. Anforderungen, die im Übrigen nicht nur im Eigeninteresse der jeweiligen Unternehmen liegen – ihre Erfüllung bildet auch die Basis für die Einhaltung von Compliance und Governance.

Die Transparenz der IT lässt sich allerdings nicht durch Ad-Hoc-Maß­nahmen, sondern nur durch eine systematische, methodisch abgesicherte Analyse erreichen. Dafür wurde in den letzten Jahren das Konzept des Application Portfolio Management (APM) entwickelt. APM orientiert sich an dem Motto: Was nicht bekannt ist, kann nicht gemessen werden – was nicht messbar ist, kann nicht kontrolliert werden. APM übernimmt daher bei der Untersuchung der Anwendungen folgende Aufgaben:

·         Vollständige Bestandsaufnahme und Kategorisierung

·         Priorisierung der Aktivitäten und Projekte

·         Ermittlung der echten Aufwände, Kosten und Werte

·         Entscheidungsgrundlage für selektive Ausgliederungsstrategie und Eliminierung überflüssiger Komponenten

·         Optimierung des Ressourceneinsatzes

Da moderne IT-Landschaften stark heterogen geprägt sind, muss APM alle Arten von Anwendungen abdecken, unabhängig von den verwendeten Programmiersprachen, Plattformen, Hardware-Umgebungen usw. Legacy-Anwendungen werden genauso untersucht wie ganz neu erstellte Programme. Dabei werden die Bestandteile der Anwendungen, wie Code, Masken, Transaktionssystem, Datenbank, Systemumgebung usw., automatisch untersucht. Darüber hinaus werden ergänzend Informationen aus anderen Quellen herangezogen, beispielsweise aus dem Konfigurations- und Change Management, dem Rechnungswesen, aus Gutachten, aus Performance- und Fehlerstatistiken usw.

APM ist dabei keinesfalls ein reines IT-Thema. Je nach Unternehmensbereich sind ganz unterschiedliche Fragestellungen interessant, so zum Beispiel:

·         Controlling

Wie entwickeln sich die Kosten
         - für Neuentwicklungen und Erweiterungen?
         - für Wartung und Fehlerkorrekturen?

Welche Anwendungen sind wie teuer in der Wartung?

Was kostet der Betrieb der Anwendungen?

Wo können Kosten reduziert werden?

Was kosten Veränderungen – welche Einsparungen lassen sich dadurch erzielen?

·         Fachbereich

Wie schnell können neue Anforderungen umgesetzt werden?

Welche Auswirkungen haben Veränderungen in IT auf die Leistungsfähigkeit der Geschäftsprozesse?

·         Service Management

Welche Auswirkungen haben Veränderungen in IT auf die Service Qualität?

·         IT-Leitung

Durch welche Maßnahmen können die erforderlichen Kostenreduzierungen umgesetzt werden?

Welche Entwicklungsstrategie soll verfolgt werden?

Wie gut arbeiten die Outsourcer / Dienstleister?

Welche Kosten entstehen für die Integration einer neuen Version?

Welche Kosten würden bei alternativen Lösungen entstehen?

Welche Hardware-Anforderungen stellen die Anwendungen?

Wie groß und wie gut sind die Anwendungen?

·         Projekt Manager und Applikationsverantwortliche

Welche Schnittstellen existieren?

Wie beeinflusst die neue Version die bestehende Applikation?

Werden die Qualitäts- und Programmrichtlinien eingehalten?

Wie gut sind die Programme dokumentiert?

·         Software-Architekten und ‑Entwickler

Wie funktioniert die Applikation?

Welche Programme sind betroffen, wenn ein bestimmter File geändert wird?

Welche Programme müssen bei der Änderung eines bestimmten Feldes angepasst werden?

Wie lässt sich die Dokumentation aktuell halten?

Für vergleichende Analysen ist eine Quantifizierung unerlässlich, nur so lassen sich für die relevanten Fragen auch Entwicklungstendenzen ermitteln. Ein zentraler Punkt im APM-Konzept sind daher die verwendeten Metriken. Erst sie erlauben es Unternehmen, konkret festzustellen, ob beispielsweise ihre Anwendungen stabil genug sind für Modernisierungs-Projekte, ob sie internen und externen Standards entsprechen, ob ihr Betrieb versteckte Risiken birgt, ob sie von Compliance-Vorgaben wie SOX oder Basel II betroffen sind oder ob sie sich eventuell für das Outsourcing eignen, Unternehmen erhalten auf diese Weise objektive Entscheidungsgrundlagen auf deren Grundlage sie die Pflege und Weiterentwicklung ihrer Anwendungslandschaft steuern können. Unternehmen können so eine genaue und langfristige Budgetplanung für ihre IT-Auf­gaben und Projekte und eine zuverlässige Kalkulation von Projektkosten durchführen, sie können Potentiale für Kosteneinsparungen in Entwicklung und Wartung ermitteln.

Was unterm Strich bleibt

Einer Forrester-Studie zufolge können Unternehmen mit der Implementierung einer APM-Lösung – wie Enterprise View von Micro Focus –10 bis 30 Prozent der jährlichen Kosten für die Pflege ihrer Anwendungen einsparen. Der Return on Invest beträgt nach dieser Untersuchung weniger als ein Jahr. Derartig große Einsparungen lassen sich auf mehrere Faktoren zurückführen. So rechnen die Analysten mit einer Steigerung der Produktivität bei der Software-Entwicklung von etwa 20 Prozent, rund 15 Prozent können durch Transparenz und leistungsgerechte Steuerung bei den Outsouring- oder Dienstleistungs-Kosten gespart werden. Außerdem wird durch APM die Qualität der Software verbessert und die Time-to-Market für Neuentwicklungen verkürzt.

Trotz überzeugender Kostenvorteile, im Detail sollten bei APM immer strategische Überlegungen im Vordergrund stehen. Mit APM wird die Softwareentwicklung für die Unternehmen wieder langfristig plan- und berechenbar. Auf dieser Grundlage lässt sie sich besser auf die Unternehmensziele ausrichten, ein Effekt, der sich nur schwer quantifizieren lässt, der aber letzten Endes von entscheidender Bedeutung ist.

Martin Bordt

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Martin Bordt ist Executive Consultant bei Micro Focus in Ismaning


 

 

Analyse der Daten mit Enterprise View

Ebene

Lösung

Fragestellung

Datenbasis

APM-Engine

 

Applikationsportfolio

Inventarisierung

Was ist vorhanden?

 

Software-Metriken

Wie viel? Wie gut?

 

Analyse der
Auswirkungen

Was passiert warum?

Spezifische Lösungen

Qualitäts-Management

Wie entwickelt sich die Qualität?

 

Produktivitäts-Management

Wie entwickelt sich die Produktivität

 

Outsourcing-Management

Werden die Verträge eingehalten?

 

 

Die Metriken in Enterprise View

Größe

LoS (lines of sources), LoC (Lines of code), CLoC (commented lines of code)

Diese Metriken liefern Informationen über die Programmgröße und erlaubt Produktivitätsanalysen

 

Halstead Length and Volume

Diese Metriken liefern Angaben über den Aufwand für Entwicklung und Wartung, sie ermöglichen den Vergleich von Objekten

Komplexität

McCabe Cyclomatics und Extended Cyclomatic Index

Diese Metriken untersuchen die Anzahl möglicher Pfade durch ein Programm und liefern damit einen Wert für mögliche Testfälle

Wartbarkeit

S.E.I. MI (Level 3 oder 4)

MI ist eine Funktion aus LoC, McCabe und Halstead; sie gibt an, wie einfach oder schwierig die Wartung eines Programms ist

OO-Metriken

Vererbung

Fehlende Zusammenhänge

Wiederverwendbarkeit

 

 

 

Enterprise View

Micro Focus stellt mit Enterprise View eine leistungsfähige APM-Lösung zur Verfügung, die aus verschiedenen Komponenten besteht. Das System platziert einen Agent in der zu untersuchenden Anwendungsumgebung, wo er die Source-Daten auswertet. Die eigentliche APM-Engine läuft unter Unix auf einer Applikation Knowledge Plattform. Hier befindet sich auch das Repository, das die Daten vorhält. Enterprise View umfasst folgende Module:

l    Dynamic Inventory: die Inventarisierung aller relevanten Objekte und die Zusammenstellung von Profilen unter technischen wie unter betriebswirtschaftlichen Gesichtspunkten.

l    Produktivitäts-Management: Durchführung von Benchmarks, Überwachung und Modellierungen

l    Software-Qualität: Metrikanalyse für Maßnahmen zur Kostenreduzierung und Qualitätsverbesserung

l    Impact-Analyse: Vorhersage der Auswirkung von Änderungen

l    Technische Dokumentation: Detailinformationen für Entwickler bis auf die Codeebene

l    Outsourcer-Management: Nachbearbeitung und Verfolgung von Service Level Agreements

 

 

Auch in Outsourcing-Projekten kann Application Portfolio Management für Transparenz sorgen.

 

 

Beim Application Portfolio Management werden Software-Projekte umfassend analysiert.

 

 

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