20080708c Siemens IT SaS Public Private Partnership

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Mit Public Private Partnerships Herausforderungen gemeinsam angehen

Immer gefragter: Privatexpertise im öffentlichen Sektor

Gegen leere Kassen wirken konjunkturbedingte Steuermehreinnahmen oder einmalige Privatisierungserlöse nur wie der bekannte Tropfen auf den heißen Stein. Eine Folge der angespannten Finanzlage ist, dass sich Behörden und Privatwirtschaft immer öfter zusammen tun. Eine Möglichkeit dafür bietet das Geschäftsmodell einer Public Private Partnership (PPP).

 

D

arüber hinaus tritt das Bewusstsein für E-Government, nämlich möglichst viele Dienstleistungen von den Spezialisten weg in ein Front Office oder gleich in E-Services zu überführen, verstärkt in den Vordergrund. Viele Länder haben das Potenzial bereits erkannt und erfolgreich umgesetzt, wie beispielsweise Österreich, der Spitzenreiter 2007 im E-Government-Ranking der EU-Kommission. In Deutschland hingegen, das sich immerhin auf Platz 10 vorarbeiten konnte, grassiert aber oft noch die Angst vor Kompetenz- oder gar Machtverlust, wenn die Sprache auf Auslagerung oder PPP kommt.

Was das Kooperationsmodell einer PPP für beide Seiten so attraktiv macht, ist vor allen Dingen der Know-how-Transfer: Verfügt eine Behörde nicht über die nötige Erfahrung, Strukturen, Personal und Budget, um den technologischen Rückstand aus eigener Kraft aufzuholen, so kann ein privatwirtschaftliches Unternehmen mit eben diesen Kompetenzen dringend erforderliche Innovationen marktkonform realisieren. Private Dienstleister nutzen im Gegenzug das verwaltungstechnische Wissen der Ämter, um passende IT-Lösungen zu entwickeln. Zudem bilden global aufgestellte Service Provider wie Siemens IT Solutions and Services dabei als Applikationsentwickler und Systemintegrator die Brücke zwischen der privaten Wirtschaft und den Anforderungen der Behörden, Verwaltungen und Gemeinden – sei es in Deutschland, Großbritannien, Österreich, Südafrika oder der Schweiz.

Weltweit gültig: Erwartungshaltung eindeutig klären

Ist erst die Entscheidung für eine PPP gefallen, sind zwei Dinge von immenser Bedeutung: erstens klare Service Level Agreements (SLAs), und zweitens deren Anpassungsfähigkeit. Eine eindeutige Vereinbarung über das, was der Dienstleister liefern soll – im Sinne von Ergebnissen und in Form von SLAs – ist sehr schwierig. Dafür muss gemeinsam so präzise wie möglich vorab festgelegt werden, was der Kunde später in welchem Umfang braucht. Hier ergeben sich erhebliche Rückwirkungen auf die Kosten: So macht beispielsweise eine telefonische Erreichbarkeit von 99 Prozent oder eben nur 95 Prozent einen gewaltigen Unterschied aus. Ein ehrlicher Diskussionsprozess ist hier notwendig, damit nachher keine Seite enttäuscht ist.

Das A und O an dieser Stelle ist die klare Entscheidung über das, was an einen externen Partner ausgelagert und was in Eigenregie weitergeführt werden soll sowie die Erwartungen an diese Vorgehensweise. Je mehr Aufwand und Diskussion alle Beteiligten vor und während der Umsetzung investieren, umso geringer ist später das mögliche Konfliktpotenzial. Außerdem wird so gleichzeitig das Zusammengehörigkeitsgefühl gestärkt.

Transparenz, Berechenbarkeit und Modernität sind das unschlagbare Trio, wenn die öffentliche Hand Vor- und Nachteile von PPP diskutiert. Denn erst wenn sämtliche Geschäftsprozesse überschaubar sind, ist eine klare Aussage zu den anfallenden Kosten möglich. Diesen wiederum kann ein echter Nutzen gegenüber gestellt werden. Die Behörde weiß somit genau, wie viel Geld sie einplanen muss, damit beispielsweise die IT läuft. Dieser Fixsatz ist unabhängig von eventuell auftretenden Änderungen wie einem Mehraufwand bei der Hardware, weil der Hersteller plötzlich die Preise erhöht hat. Was die Modernität betrifft, profitiert die öffentliche Hand etwa von definierten Prozessen und den vereinbarten SLAs, die beispielsweise eine Kompletterneuerung der vorhandenen Geräte zum Beispiel im Zwei-Jahres-Turnus vorsehen können.

Europas größte PPP: Herkules

Eines der größten und zugleich komplexesten PPP-Projekte startete mit Herkules im Dezember 2006. Dabei wird die gesamte zivile Informations- und Kommunikationsinfrastruktur der Bundeswehr im Rahmen einer PPP modernisiert, die Vertragslaufzeit beträgt zehn Jahre. Zur Realisierung des 7,1-Milliarden-Euro-Projekts gründeten Siemens IT Solutions and Services, IBM und der Bund die BWI Informationstechnik GmbH (BWI IT). Das Unternehmen bildet zusammen mit den beiden hundertprozentigen Töchtern BWI Services GmbH (Siemens AG) und BWI Systeme GmbH (IBM Deutschland GmbH) den BWI Leistungsverbund.

Im Zuge des Kooperationsprojekts wurden mehr als 2.400 Bundeswehr-Mitarbeiter in die Gesellschaften des BWI Leistungsverbundes gestellt. Gemeinsam mit den Mitarbeitern der Industrie unterstützen sie nun die Bundeswehr dabei, bisherige Abläufe zu verändern und die derzeit genutzte Software durch Standardsoftware zu ersetzen. Für die Anwender wird zudem ein zentraler Helpdesk eingerichtet.

Zuständig für Betrieb und Modernisierung der dezentralen Systeme an mehr als 1.500 Standorten in Deutschland ist der Münchener Dienstleister mit der Tochter BWI IT. Diese Aufgabe umfasst rund 140.000 PCs, 7.000 Server, 300.000 Festnetztelefone, 15.000 Mobiltelefone sowie das Management lokaler und überregionaler Daten- und Sprachnetze.

In den Netzführungszentren laufen im Rahmen von Herkules die Netze der zivilen IT der Bundeswehr zusammen.
(Quelle: BWI)

 

 

Partnerschaftsmodell erfolgreich umgesetzt: Wivertis in Wiesbaden

Eine Vorreiterrolle in Sachen PPP nimmt Wiesbaden ein. Gemeinsam mit der hessischen Landeshauptstadt haben wir die Wivertis Gesellschaft für Informations- und Kommunikationsdienstleistungen mbH gegründet. Seit 1. Januar 2005 ist der Betrieb der Endgeräte wie PCs und Drucker, Hotline, Server, Netzwerke und Telekommunikation Aufgabe der PPP. Die Stadt verfolgt mit dem Joint Venture in erster Linie wirtschaftliche Ziele: Durch die konsequente Ausrichtung Wiesbadens auf eine hoch effektive und wirtschaftliche Verwaltung sollen ein konsolidierter Haushalt und optimierte Verwaltungsprozesse erreicht werden.

Mit Wivertis hat Wiesbaden sowohl das wirtschaftliche Risiko als auch die Verantwortung für qualitativ hochwertige IT-Dienstleistungen an den privaten Partner abgegeben. Lediglich die Kontrolle über die strategische IT-Entwicklung sowie die Koordination und das Management der IT-Services liegt weiterhin in den Händen der Landeshauptstadt.

 

Jede Kommune hat unterschiedliche Anforderungen und erfordert das jeweils passende Modell.
(Quelle: Wivertis)

Die Vergabe des »Innovationspreises PPP 2005« an WIVERTIS sowie schnellere Verwaltungsdienstleistungen im Rahmen von E-Government unterstreichen den Erfolg des PPP-Konzepts in Wiesbaden.
(Quelle: Wivertis)

 

 

Elektronischer Umzugsservice für Schweizer Bürger

Auch die Schweizer setzen verstärkt auf öffentlich-private Kooperationen, etwa in St. Gallen und Zürich: Die Einwohner der beiden Städte müssen bei Umzügen zwar noch selbst die Kartons in die neue Wohnung tragen – aber den Gang zur Behörde können sie sich bald sparen. Denn wer zwischen den beiden Städten oder Kantonen umzieht, kann die Formalitäten bequem via Internet erledigen. Möglich macht dies eine PKI (Public Key Infrastructure), mit der Nutzer Papiere im elektronischen Rechtsverkehr verbindlich unterzeichnen und verschlüsseln können. Das System aktualisiert die eingegangenen Informationen zum Wohnortwechsel automatisch in den Datenbanken. Die geänderten Adressdaten stehen per Knopfdruck allen Ämtern aktuell zur Verfügung. Der Verwaltungsaufwand für die Behörden sinkt damit auf ein Minimum. Siemens IT Solutions and Services hat die entsprechende IT-Lösung entwickelt, realisiert und implementiert. Es ist das erste Projekt dieser Art in der Schweiz.

Schweizer E-Pass: In acht Capture Centern erfolgt freiwillig die Aufnahme des Gesichts und des Fingerabdrucks. Dort kann sich auch jeder Bürger von der Richtigkeit der gespeicherten Daten überzeugen.
(Quelle: Siemens IT Solutions and Services)

 

 

Verkehrssünder werden schneller zur Kasse gebeten

Von einer Alpenrepublik in die nächste und das Thema PPP mit im Gepäck: Wer im österreichischen Mödling zu schnell oder bei Rot fährt, bekommt künftig schneller sein Strafmandat. Der Grund: Die Stadt hat im Jahr 2006 digitale Radargeräte eingeführt. Die neue Lösung reduziert den bisherigen Bearbeitungsaufwand auf ein Minimum. Denn Geschwindigkeitsüberschreitungen, Geisterfahrer oder die Missachtung roter Ampeln können ab sofort digital erfasst und per Mobilfunk an ein Rechenzentrum zur Weiterverarbeitung gefunkt werden. Dafür sind die zwölf bisherigen Radarmessstandorte in Mödling mit neuen Radaranlagen ausgestattet worden

Das Projekt ist Teil des Mödlinger Sicherheitskonzepts, das die Gemeinde mit Kooperationspartnern im Rahmen eines PPP-Modells realisiert hat. Neben der Gesamtprojektleitung war Siemens IT Solutions and Services für die Auswertung und Archivierung der Daten sowie für Fernwartung und den Betrieb der Systeme verantwortlich. Die realisierte Lösung ist die erste dieser Art in Österreich.

Mehr Sicherheit bei Ausweisdokumenten

Ein Blick über die Grenze in die Tschechische Republik, aber auch nochmals in die Schweiz, zeigt ein weiteres Beispiel für erfolgreiche PPP-Projekte – und zwar im Umfeld der inzwischen gesetzlich vorgegebenen biometrischen Reisepässe. So liefert Siemens als Kooperationspartner für beide Länder ein Gesamtsystem, welches die biometrischen Daten aufnimmt und für die Pässe aufbereitet.

Angaben wie beispielsweise die charakteristischen Merkmale der Gesichtszüge sind auf einem im Dokument eingebetteten RFID-Chip gespeichert und vor unbefugten Zugriffen geschützt. In landesweit verteilten Erfassungszentren werden die biometrischen Daten gespeichert und aufbereitet. Siemens stattet diese Zentren mit Fotoständen inklusive Ausweislesegeräten, Kameras, Druckern sowie Softwarelösungen auf Basis der »Siemens Homeland Security Suite« aus. Sollten die Anwender Fragen haben, können sie den eigens dafür eingerichteten Helpdesk nutzen.

Neben der automatischen Gesichtserkennung ist die Biometrie-Infrastruktur in der Tschechischen Republik bereits so ausgelegt, dass auch der digitale Fingerabdruck – wie von der EU bis 1. Mai 2008 gefordert – in den Pass aufgenommen werden kann. Dafür stehen spezielle Fingerabdruck-Leser bereit. Die Schweizer profitieren darüber hinaus von einem Zusatzservice, durch welchen sie in den Erfassungszentren ihre Daten sofort einsehen können. Dabei vergleichen und überprüfen sie die im Ausweis gespeicherten Informationen an entsprechenden Checkpoint-Systemen mit den an Ort und Stelle erzeugten Daten.

Die Tschechen können seit Frühjahr 2007 Reisepässe beantragen, die ein elektronisch gespeichertes Gesichtsbild enthalten und damit den Eigentümer des Passes zweifelsfrei identifizieren.
(Quelle: Siemens IT Solutions and Services)

 

 

Südafrika: Mehr als nur IT-Outsourcing

Mehr als nur technisches Know-how erwartete das Südafrikanische Arbeitsministerium in Pretoria von uns. 2003 sind wir mit der Behörde eine PPP für die Dauer von zehn Jahren eingegangen und arbeiten gemeinsam an einem Online-Zugang zu den Leistungen des Ministeriums für die Öffentlichkeit sowie südafrikanische Organisationen. Die komplette IT-Lösung und sämtliche Services, inklusive Systemintegration, Betrieb, Applikationsmanagement und IT-Infrastruktur Services werden ebenfalls von Siemens IT Solutions and Services bereit gestellt.

Ausblick: Schrittweise zum Erfolg

Wenn uns ein Kunde sein Vertrauen beweist, indem er Teile seines Leistungsspektrums auslagert – egal ob ein einzelner Prozess oder die gesamte IT -, sollten wir immer evolutorisch damit umgehen. Denn ist der Einstieg erst einmal geschafft, können sich aus kleinen Leistungspaketen über die Zeit große Projekte ergeben. Dennoch gibt es Grenzen: So wird beispielsweise eine Arbeitsverwaltung niemals ihre Kernkompetenz, die Arbeitsvermittlung, auslagern. Wir sehen unsere Rolle als IT-Dienstleister im Schwerpunkt bei den Stützprozessen, die das Kerngeschäft unterstützen und wo einzelne Teilbereiche problemlos outgesourct werden können.

Dr. Dieter Vollkommer

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Dr. Dieter Vollkommer, Leiter Geschäftszweig Employment & Pension Services bei Siemens IT Solutions and Services

 

Dr. Dieter Vollkommer, Leiter des Geschäftszweiges Employment & Pension Services bei Siemens IT Solutions and Services.
(Quelle: Siemens IT Solutions and Services)

 

 

Wichtiges Know-how zur Sicherheitstechnologie kommt bei einer Public Private Partnership mit dem IT-Dienstleister gleich mit ins Haus.
(Quelle: Siemens IT Solutions and Services)

 

Bausteine für einen ganzheitlichen Ansatz der Public Private Partnership.
(Quelle: Siemens IT Solutions and Services)

Faktoren der Informationssicherheit: Für einen großen Outsourcing-Dienstleister gehören die Technologien und Prozesse längst zum Tagesgeschäft.
(Quelle: Siemens IT Solutions and Services)

 

 

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