20080708r Saugatuck SaaS-Modelle für ERP

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SaaS-Modelle für geschäftskritische Applikationen

ERP zum Festpreis

Sourcing und Procurement, Supply Chain Management, Customer Relationship Management – die bisher gängigen Felder für Software-as-a-Service-Angebote. Bereiche mithin, in denen es sich die Verantwortlichen in mittelständischen Unternehmen ohne größere Bauchschmerzen vorstellen können, auf schlanke und effiziente Mietlösungen umzusatteln. SaaS-Angebote im Bereich des Enterprise Resource Planning dagegen waren bislang ebenso dünn gesät, wie auch die Nachfrage gering schien.

 

V

iele mittelständische Unternehmen – genauso wie große Konzerne – betrachteten es als Risiko, die Kontrolle über solch eine Kernapplikation wie ERP zumindest teilweise aus der Hand zu geben. Aus den zögerlichen Anfängen eines Application Service Providing sind allerdings inzwischen – beflügelt auch von den Trends zu Open Source und SOA – ernstzunehmende Software as a Service-Angebote geworden, die ihren Namen verdienen. Selbst die SAP, das ERP-Schwergewicht schlechthin, hat mit ihrem jüngst vorgestellten On-demand-Angebot namens Business By Design sehr gezielt den Markt von SaaS-Businesslösungen für den Mittelstand ins Visier genommen. ERP-Mietlösungen sind auf dem Vormarsch und generell schickt sich Europa in Sachen SaaS-Marktwachstum an, zu den USA aufzuschließen.

 

 

Saugatuck Technology, IT-Analyst mit Stammsitz in Connecticut, geht davon aus, dass bis zum Ende des Jahres 2008 bereits mehr als 55 Prozent aller Unternehmen in Nordamerika wenigstens eine SaaS-Applikation nutzen werden. In Europa werden es immerhin mehr als 40 Prozent sein. Obwohl im europäischen Markt Aspekte wie Sicherheit und Datenschutz eine traditionell größere Rolle spielen, sollten die jährlichen Wachstumsraten für SaaS-Anbieter in Europa doch bei mehr als 60 bis 70 Prozent liegen – in den USA ist dagegen, auch wegen einer abkühlenden US-Wirtschaft, nur noch mit 35 bis 40 Prozent SaaS-Wachstum pro Jahr zu rechnen. Dennoch ist es realistisch, dass bis 2012 wenigstens 30 Prozent aller neuen Business-Software in Form von SaaS-Modellen beschafft und bereitgestellt werden.

 

 

In dem Maß, in dem kleinere und mittelständische Unternehmen, aber auch große internationale Konzerne mit mehr oder minder unabhängigen Tochterunternehmen die Vorteile schlanker SaaS-Lösungen wie Rapid Deployment und niedrige Betriebs- und Administrationskosten als Thema auch für ihre geschäftskritischen Applikationen wahrnehmen, werden sich die arrivierten Softwarehersteller ebenfalls mit SaaS-Angeboten abseits ihrer klassischen On-premise-Lizenzmodelle engagieren – und zu diesem Zweck auch SaaS-Start-ups übernehmen. Nicht zuletzt diese absehbare Konsolidierung macht es für Venture Capital derzeit sehr attraktiv, in junge SaaS-Anbieter zu investieren. Der SaaS-Markt beflügelt die Produktfantasie der klassischen Softwarehersteller auf vielfältige Weise. Der Mittelstandsspezialist Kinamu beispielsweise, vor mehr als einem Jahr als Spin-off ehemaliger SAP-Manager entstanden, war mit seinem SaaS-Modell schon am Markt, bevor die SAP ihre eigene On-demand-Lösung Business By Design vorstellte. Der Unterschied: Kinamu liefert zum festen Mietpreis Installation, Betrieb, Support und Service für die SAP-ERP-Software.

Frank Sempert

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Frank Sempert, Advisory Board Member von Saugatuck Technology

 

SaaS in Europa – 18 Monate nach den USA

In der Studie »SaaS’ Third Wave: On The Road To Personalized Workflows« hat Saugatuck im vergangenen Jahr konstatiert, dass sich der US-Markt für SaaS bereits am Umschlagpunkt zur zweiten SaaS-Welle befindet. Die erste SaaS-Welle von circa 2001 bis 2006 befasste sich im wesentlichen mit der kostengünstigen Bereitstellung von Software. Welle 2 ab circa 2007 bis 2010 sieht SaaS in Gestalt integrierter Businesslösungen – SaaS wird ein Mainstream-Thema. In der dritten Welle von ungefähr 2008 bis 2014 führt SaaS in den Unternehmen zur workflow-gestützten Businesstransformation. Grundlage dieser Saugatuck SaaS-Studie war eine weltweite Web-Umfrage, 30 Briefings mit Softwareherstellern und 15 detaillierte Executive-Interviews mit Early Adaptors von SaaS-Lösungen. Eine anschließende Serie von Briefings in UK, Frankreich und Deutschland, die Teilnahme am ASP Forum in Paris, Gespräche mit Louis Naugès und Laurent Gasser, den Gründern des strategischen Beratungshauses Revevol in Paris, sowie mit Patrick Polak von der niederländischen Venture Investment Firma Newion Investments bestätigten die Einschätzung, dass der europäische Markt der Entwicklung in den USA mit einer Verzögerung von rund 18 bis 24 Monaten folgt. Naturgemäß ist die Entwicklung in Europa allerdings nicht homogen: während etwa Großbritannien und die skandinavischen Länder diese 18-Monats-Frist tendenziell unterschreiten – hier rechnet Saugatuck mit einer Verzögerung von nur 6 bis 12 Monaten –, ist es für Länder wie Frankreich und Deutschland realistisch, dass sie der Entwicklung in den USA mit anderthalb bis zwei Jahren Verspätung folgen werden.

 

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