20080910t FSC BS2000 Mainframe bei der VOSA

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BS2000 Mainframes bilden Datendrehscheibe für Fahrzeugtests in England

Ausfallsicherheit beim Fahrzeugcheck

Der sogenannte MOT-Test ist das englische Pendant der deutschen TÜV-Hauptuntersuchung. Um die Verkehrssicherheit der Fahrzeuge zu erhöhen, Betrugsfälle zu reduzieren und auch Umweltbelangen gerecht zu werden, entschied sich die zuständige Vehicle and Operator Services Agency (VOSA), die Abwicklung des Testverfahrens IT-seitig zu unterlegen. Für die Computer-gestützte Abwicklung der MOT-Tests wurde VOSA mit mehreren bedeutenden, nationalen Preisen ausgezeichnet.

S

o wurde der IT-Dienstleister Siemens IT Solutions and Services mit der Konzeption, Entwicklung, Implementierung und Administration einer maßgeschneiderten IT-Infrastruktur beauftragt. Dessen Lösung umfasste eine zentrale Applikation und Datenbank, installiert auf BS2000-Mainframes von Fujitsu Siemens Computers als Herzstück. Die auf den Business Servern betriebene Datenbank bildet die Informationsdrehscheibe für die jährlich rund 30 Millionen Fahrzeugtests, die in den landesweit 19.000 Prüfwerkstätten durchgeführt werden. Damit kann VOSA zur Überwachung und Ausführung der Prüfungen auf eine zu 100 Prozent korrekte Datenbasis zugreifen. Überdies lassen sich durch die IT-gestützte Administration des Testverfahrens nun die Prüfergebnisse lückenlos erfassen, ablegen, verwalten und auswerten.

Als Institution zur Überwachung der Verkehrssicherheit ist VOSA in Großbritannien für die Durchführung der sogenannten MOT-Tests verantwortlich. Dabei handelt es sich um einen regelmäßigen jährlichen Check, der für alle privaten Kraftfahrzeuge verpflichtend ist, die älter als drei Jahre und in Großbritannien registriert sind. Die Tests werden in 19.000 privaten, staatlich zertifizierten, unabhängigen Prüfwerkstätten durchgeführt. So werden jährlich rund 30 Millionen Fahrzeugtests durchgeführt, um deren technischen Zustand zu untersuchen.

Hohe Kosten durch viel Papier

Dies bedeutet einen immensen Aufwand hinsichtlich Administration und Auswertung der Prüfdaten. Vor Einführung einer IT-basierten Lösung existierten die Testberichte ausschließlich in Papierform. Jede einzelne Werkstatt schickte monatliche Testberichte an VOSA, wo sie abgelegt wurden. Dieser Prozess nahm viel Zeit in Anspruch, die Aufbewahrung erforderte einen hohen Platzbedarf und zog entsprechende Kosten nach sich. Außerdem war die statistische Auswertung der Ergebnisse ungenau. Denn um den Aufwand zu verringern, wurden lediglich zwei Prozent der monatlich eintreffenden Prüfberichte ausgewertet und auf das Gesamtergebnis hochgerechnet.

Um die Effizienz zu verbessern und Betrug zu bekämpfen, entschied sich VOSA, die Administration des MOT-Test-Verfahrens IT-seitig zu unterstützen und wählte den IT-Dienstleister Siemens IT Solutions and Services (SIS) für die Ausarbeitung eines Lösungskonzepts aus. Wichtig waren eine zentrale Datenhaltung und die nahtlose Anbindung der 19.000 Prüfwerkstätten. Sämtliche Informationen rund um die MOT-Tests sollten schnell und hochverfügbar für legitimierte Nutzer abrufbar sein. Entscheidend war auch, dass das System problemlos die immensen Datenmengen aus Millionen von Fahrzeugtests bewältigen kann. Überdies sollten eine extrem hohe Ausfallsicherheit und damit eine permanente Erreichbarkeit gewährleistet sein.

Moderne IT-Infrastruktur mit Herzstück BS2000

SIS konzipierte und implementierte daraufhin eine IT-Infrastruktur, die auf Hardware von Fujitsu Siemens Computers basiert: In jeder Prüfwerkstätte wurde ein PC der Typen ESPRIMO C100 oder C250 inklusive Modem und Drucker installiert. An diesen PCs erfassen die Gutachter vor Ort die Ergebnisse der Fahrzeugprüfungen und erstellen die Testdokumente. Die Rechner sind per Telefonleitung mit der zentralen Datenbank vernetzt, wo alle Ergebnisberichte der MOT-Tests zusammenlaufen. Per Webbrowser können nun die Mitarbeiter von VOSA bequem auf alle Testdaten zugreifen. Die PC- und Webserver-Applikationen sind in Java programmiert und laufen auf Linux- und Solaris-Plattformen. Das Herzstück der Infrastruktur bilden zwei Mainframes vom Typ BS2000. Ein SX 140-Großrechner dient als Produktivsystem, ein weiterer Business-Server vom Typ SX 130 fungiert als Standby-System. Die Großrechner beherbergen die Sesam-Datenbank, auf der sämtliche Informationen der jährlich 30 Millionen Kfz-Tests in den 19.000 Prüfwerkstätten Großbritanniens gespeichert sind.

Ausschlaggebend für die Wahl der Infrastrukturlösung waren die guten Erfahrungen, die man bereits mit einer vergleichbaren Installation sammelte: So basiert die britische Polizei-Datenbank Police National Computer (PNC) auf denselben Infrastrukturkomponenten von Fujitsu Siemens Computers. VOSA stellte jedoch deutlich höhere Anforderungen an die Verfügbarkeit. Daher wurde das ursprüngliche Ziel, die Anwendung auf der Infrastruktur von PNC zu betreiben, verworfen und eine neue HIPLEX-AF gesicherte Hochverfügbarkeits- und Disaster-Recovery-Konfiguration aufgebaut.

Nach dem Produktivstart im Jahre 2006 zeigte sich schnell der Nutzen der neu implementierten IT-Infrastruktur: VOSA verfügt nun aufgrund der digitalen, zentralisierten Datenhaltung über eine zu 100 Prozent präzise Informationsbasis hinsichtlich des MOT-Test-Verfahrens. So werden sämtliche Daten wie etwa die Ergebnisse der Kfz-Prüfungen, der Teststatus jedes einzelnen Fahrzeugs sowie Details über alle Prüfwerkstätten und technische Gutachter in Echtzeit erfasst und stehen transparent in einer einheitlichen Datenbank zur Verfügung. VOSA kann dadurch lückenlos die MOT-Tests in Großbritannien landesweit überwachen. Damit lassen sich nicht nur die Teststandards erhöhen. Auch der Betrug und der Diebstahl in Verbindung mit den Testzertifikaten kann wirksam bekämpft werden.

Mehr Sicherheit und Benutzerfreundlichkeit des Test-Verfahrens

Die gesamte Administration des MOT-Systems hat sich ebenfalls spürbar vereinfacht. Alle Prüfwerkstätten sind mit der zentralen Datenbank vernetzt und halten diese durch zeitnahe Eingaben immer auf dem aktuellen Stand. Auch wurde das gesamte Verfahren benutzerfreundlicher: So kann der Besitzer eines PKW beispielsweise übers Internet von zu Hause aus bequem Prüfungsdaten seines Autos abrufen. Oder möchte ein Bürger einen Gebrauchtwagen kaufen, kann er mit Erlaubnis des Besitzers die komplette Historie eines bestimmten Fahrzeuges hinsichtlich der Prüfungsergebnisse per Internet einsehen. Werkstattbesitzer hingegen profitieren von einer erhöhten Rechtssicherheit beim Verkauf von Gebrauchtwagen und bei der gesamten Abwicklung der MOT-Tests. Überdies können sie die Testbögen auf elektronischem Wege erwerben, was zu 95 Prozent genutzt wird.

»Das MOT-Test-Verfahren erfordert eine stabile, hochverfügbare, ausfallsichere und zuverlässige Plattform. Diesbezüglich bieten die Mainframes von Fujitsu Siemens Computers absolute Ausfallsicherheit rund um die Uhr«, erklärt Alex Fiddes, Director and Chief Operating Officer bei VOSA. Dem Partner SIS wurden daher anspruchsvolle Service Level Agreements (SLA) auferlegt. Sollte einmal ein System ausfallen, so darf der Ausfall nicht mehr als fünf Minuten dauern. Danach muss das System wieder uneingeschränkt funktionieren und den reibungslosen MOT-Test-Betrieb gewährleisten. Dies ist mit dem Einsatz der beiden BS2000-Großrechner nun gewährleistet.

Für die Implementierung des neuen IT-Systems in Zusammenarbeit mit SIS erhielt VOSA mehrere bedeutende nationale Preise: So erklärte die British Computer Society (BCS) VOSA zum Gewinner des nationalen IT Industry Awards 2007 in der Kategorie Business-to-Business. Es gab insgesamt 600 Nominierungen in 23 Kategorien. Grund für die angesehene Auszeichnung war laut Jury die professionelle Umsetzung eines herausfordernden IT-Projekts, das einen hohen Nutzen für Industrie, Wirtschaft und Gesellschaft mit sich bringt.

Christian Wild

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Christian Wild ist IT-Fachjournalist in München

 

 

 

Die BS2000/OSD SX-Server

Die SX-Serie ist die Weiterentwicklung der BS2000/OSD Business Server von Fujitsu Siemens Computers auf Basis der Sparc64-Technologie. Sie bietet BS2000/OSD-Anwendern eine moderne Hardware-Plattform für den Ausbau der gesamten IT-Landschaft.

Die Koexistenz unterschiedlicher Systemumgebungen auf einer Plattform wird über Hardware-Partitionierung erreicht. Damit lassen sich die Server der SX-Serie in unabhängige Systeme aufteilen, wobei mehrere BS2000/OSD- und Solaris-Partitionen definiert werden können. Die Möglichkeit, parallel zu BS2000/OSD- auch Solaris-Systemumgebungen zu betreiben, eröffnet den Anwendern neue Einsatzszenarien, auch im Hinblick auf die Einbindung von bewährten geschäfts-kritischen Anwendungen in moderne E-Business-Lösungen. Die SX Business Server bieten optimale Voraussetzungen, BS2000/OSD-Applikationen mit neuen Web-orientierten Frontend-Anwendungen auf der Basis von Solaris zu verbinden.

Dabei ist die Technologie als Einzige in der Lage, plattformübergreifend und hochperformant Applikationen durchgängig objektkompatibel zu unterstützen. So lassen sich die mit den Compilern von Fujitsu Siemens Computers erzeugten Anwendungen problemlos auf allen unterstützten Plattformen betreiben.

 

 

»Die Mainframes von Fujitsu Siemens Computers bieten absolute Ausfallsicherheit rund um die Uhr«, erklärt Alex Fiddes, Director and Chief Operating Officer bei VOSA.

 

 

Das neue Firmengebäude von VOSA in Edgbaston bei Birmingham. Quelle: VOSA

 

 

 

Sämtliche Prüfdaten werden vor Ort in Echtzeit erfasst und stehen dann in einer zentralen Datenbank zur Verfügung. Quelle: FSC

 

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