20080910y Siemens IT SaS Bratislava Water Wassermanagement

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Moderne IT sichert Versorgung mit Lebensressource H2O

Wassermanagement: Das Investment der Zukunft

Die Bratislava Waterworks Company gehört zu den großen Wasserversorgern der Slowakei. Doch mit den hohen Anforderungen des Unternehmens hielt die IT-Infrastruktur nicht mehr Schritt. Um Kapitalkosten zu sparen, entschied sich der Konzern, seine IT rundzuerneuern und gleichzeitig ihren Betrieb weitgehend auszulagern.

 

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asserversorger wie die Bratislava Waterworks Company (BVS) wollen ihren Kunden verlässlich Trinkwasser von hoher Qualität liefern. Dies setzt neben dem effizienten Aufbereiten und Verteilen von Trinkwasser auch optimale administrative Abläufe voraus. Hierfür sind moderne IT-Systeme unverzichtbar. Doch die bei BVS vorhandene Technik war veraltet, Telemetrie und Automatisierung fehlten nahezu flächendeckend. Zudem verwendete zum Beispiel die Materialbestellung in jeder der zwanzig Niederlassungen einen eigenen Ablauf. Viele kleine, abgesetzte Wasserwerke, wie Abwasserreinigungsanlagen oder Pumpwerke, mussten immer wieder vor Ort kontrolliert werden, weil es keine lokalen Automatisierungsgeräte gab, die sich auch über telemetrische Anwendungen überwachen und steuern ließen. Zudem existierte für die unterschiedlichen Aufgaben eine heterogene Applikations- und Systemlandschaft.

Also entschloss sich BVS, die gesamte IT zu erneuern und sie um die zusätzlichen Komponenten zu ergänzen. Da der Versorger in einem regulierten Markt tätig ist, muss er über seine Kostenstruktur strenge Rechenschaft ablegen. Deshalb sollte das Personal in der zentralen IT-Abteilung nicht aufgestockt werden. »Wir wollen bei der Informationstechnik die Kapitalkosten zugunsten von Betriebskosten senken. Denn wir investieren lieber in unser Kerngeschäft, die Wasserinfrastruktur«, beschreibt General Manager Daniel Gemeran die strategische Herangehensweise seines Unternehmens. Also entschloss sich BVS, einen IT-Outsourcing-Partner zu suchen, der die meisten IT-Aufgaben nach einem Plan-Build-Operate-Modell übernehmen sollte.

Komplexe Anforderungen

Potenzielle Dienstleister sollten sich sowohl in Automation und Telemetrie als auch mit IT- und Telekommunikationsthemen wie ERP, IP-Netzen oder Telefonie auskennen. Gefordert war weiterhin, dass sie im Outsourcing von Großprojekten erfahren und vor Ort präsent sind. »Für uns war besonders wichtig, dass wir einen einzigen Ansprechpartner haben. Es wäre wenig effektiv, wenn sich zwei Dienstleister im Störungsfall gegenseitig die Schuld zuweisen. Der reibungslose Betrieb steht im Vordergrund«, berichtet Roland Kvasnica, Projektmanager bei BVS. »Die größte Herausforderung lag darin, einen Anbieter zu finden, der sowohl ERP-Systeme als auch Automation und Telemetrie versteht.«

Letztlich konnte nur ein Konsortium, bestehend aus Siprin – einem Tochterunternehmen von Siemens Österreich –, Siemens Industry Solutions Slowakei und dem Outsourcing-erfahrenen Dienstleister Siemens IT Solutions and Services, die hohen Anforderungen erfüllen und erhielt den Auftrag, der öffentlich ausgeschrieben war. »Allein hätte keine der Firmen unsere Anforderungen erfüllen können, erst gemeinsam kam ein umfassendes, adäquates Angebot zustande«, erinnert sich Kvasnica.

Ende 2005 entschied sich BVS, das Projekt an das Siemens-Konsortium zu geben. »Wichtigstes Argument war neben der Unterschreitung der Preisgrenze die einmalige Kombination von gefordertem Fachwissen, gepaart mit der langjährigen Outsourcing-Erfahrung und der lokalen Präsenz von Siemens Slowakei nur einige hundert Meter von uns entfernt«, begründet Geschäftsführer Gemeran seinen Entschluss. Ende Januar 2006 wurde der Projektvertrag, der bis Ende 2011 läuft, unterschrieben. Das Volumen liegt bei 7,5 Millionen Euro Implementierungs- und mehr als 13 Millionen Euro Auslagerungskosten, die als Festbetrag definiert wurden.

Arbeitsteilung für umfassende Betreuung

Siemens Industry Solutions übernahm das Projektmanagement. Um eine möglichst große Nähe zu BVS zu garantieren, richtete der Dienstleister direkt in der Zentrale des Unternehmens ein Projektbüro ein. Dort konnten Mitarbeiter des Konsortiums arbeiten, die übrigen Konsortialmitglieder waren Lieferanten und berichteten an die Projektleitung.

Zunächst mussten alle technischen, prozessualen und organisatorischen Aspekte bei BVS analysiert werden. Daran waren mehr als 80 Mitarbeiter des Konsortiums beteiligt. Ausgehend davon entstanden detaillierte Spezifikationen für die Implementierung der Teilsysteme. Im August 2006 waren sie komplett fertiggestellt und vom Management abgezeichnet. Besondere Bedeutung kam dabei dem systemweiten Integrations- und Sicherheitskonzept zu.

Milos Molnar, Projektverantwortlicher bei Siemens IT Solutions and Services, erklärt die Zuständigkeiten: »Für die Umsetzung wurden drei Hauptteams gebildet: Automatisierung und Technologie-Dispatching, ERP und ökonomische Subsysteme sowie Integration und Applikationen. Letzterer Bereich umfasste auch die Netzwerke. Die Detailthemen übernahmen weitere Teams unterhalb der Hauptgruppen.«

Komplexe Technik termingerecht umgesetzt

Hinsichtlich einiger betriebswirtschaftlicher Prozesse galt es, strenge Zeitvorgaben umzusetzen. Infolgedessen begannen erste Teilimplementierungen schon während der Spezifikationsphase, mussten doch wegen des bevorstehenden Geschäftsjahresendes von BVS Grundfunktionen der Buchhaltung im neuen Microsoft-Dynamics-System spätestens am 31.Dezember 2006 funktionsfähig sein.

Hohe technische Anforderungen stellte der Aufbau der Telemetrie- und Sensorik-Systeme. Insgesamt wurden rund 250 Datenquellen im Umkreis von 60 Kilometern in die Infrastruktur von Bratislava Waterworks integriert. Standard-Trinkwasserreservoire in der Nähe von Quellen beispielsweise erhielten Sensoren, welche die Messwerte über GPRS und – wo dies nicht verfügbar ist – über andere Funktechniken, optische Übermittlung oder Kabel an die Zentrale senden. Dort lassen sich die Daten über einen SCADA (Supervisory Control and Data Acquisition)-Client darstellen, überwachen, steuern und auswerten. Des Weiteren entstand ein einheitliches MPLS (Multiprotocol Label Switching)-Netz mit mehr als 29 Subnetzen.

Zu den besonderen Herausforderungen während der Implementierung gehörte für die Projektleitung, die zahlreichen Sublieferanten zu verwalten und für alle verständliche Prozesse zu etablieren. Wichtig war dabei auch die vertrauensvolle Zusammenarbeit mit BVS. Denn der Wasserversorger musste diverse interne Veränderungen durchführen, die erst durch die modernisierte IT sinnvoll und möglich wurden. So wurden die verteilte Lagerhaltung durch eine zentrale ersetzt und die Dokumenten-Workflows verändert. Zudem erhielten die Räumlichkeiten in den Rechenzentren neue Technik wie Sensoren für Feuchtigkeit und Temperatur oder unterbrechungsfreie Stromversorgungen, ohne die die modernen Systeme nicht sicher und dauerhaft funktionsfähig gewesen wären.

Strenge SLAs regeln den Outsourcing-Betrieb

Mit der Implementierung der neuen Systeme war der Veränderungsprozess noch nicht abgeschlossen. Vielmehr ging währenddessen schrittweise nahezu der gesamte IT-Betrieb des Versorgers auf den IT-Dienstleister über. Nur das Management der Desktops und einiger damit verbundener Server, etwa des Exchange-Servers, verblieb bei Bratislava Waterworks und lastet nun die fünf Spezialisten des internen IT-Bereichs aus.

Für den Outsourcing-Betrieb wurden genauso strenge SLAs vereinbart wie bereits bei der Implementierung. Werden sie nicht eingehalten, drohen Strafzahlungen. Drei Service-Level sind je nach Kritikalität der entsprechenden Systeme definiert: In den hochkritischen Bereichen, die ohnehin redundant ausgelegt wurden, beträgt die zugesicherte Zeit bis zur Behebung eines Ausfalls oder Schadens nur zwei Stunden, bei den betriebswirtschaftlichen Anwendungen vier und in anderen Gebieten sechs Stunden.

Um das Personal des Wasserversorgers bei IT-Fragen zu unterstützen, richtete der Outsourcer zudem einen Service-Desk ein. Die Mitarbeiter von BVS kontaktieren diesen nicht nur bei Defekten, sondern auch bei allgemeinen Anwenderfragen rund um die IT. Jeder Anruf wird innerhalb von 30 Sekunden entgegengenommen. Treten Probleme auf, meldet sich nach spätestens einer Stunde ein IT-Spezialist des Dienstleisters und versucht, die Frage zu lösen. Rund 70 bis 90 Anrufe gehen per Monat ein – die meisten dann, wenn komplexe, umfassende Prozesse wie die monatliche Rechnungsstellung laufen.

Arbeitserleichterung und besserer Service

Die Entscheidung für die Modernisierung und Auslagerung der IT hat sich für BVS gelohnt. Der Versorger hat bisher alle angestrebten Ziele erreicht: Wie erhofft, war kein neues IT- oder Betriebspersonal nötig. Die Telemetrie- und Automationslösungen erleichterten die Arbeit der Mitarbeiter erheblich und senkten die Reisekosten. Dank des standardisierten Rechnungswesens erhalten die Kunden ihre Abrechnungen jetzt detailliert aufgeschlüsselt und zeitnah. Das bedeutet tendenziell einen schnelleren Zahlungseingang, also mehr Liquidität.

Kein Wunder also, dass sich Geschäftsführer Gemeran freut: »Wir haben das Siemens-Konsortium als verlässlichen, innovativen und flexiblen Partner kennengelernt, der unseren Allround-Anspruch stets erfüllte. Durch die neue IT können wir uns noch besser auf unsere Kernaufgabe, die Wasserversorgung, konzentrieren und unsere Kunden mit schnelleren Services zufriedenstellen.«

Mandy Kühn

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Mandy Kühn ist Fachjournalistin in München

 

 

Das Unternehmen: Bratislava Waterworks Company

Der Versorger Bratislava Waterworks Company besteht bereits seit 120 Jahren. Die Aktiengesellschaft hat 141 Eigentümer, wobei die Stadt Bratislava mit 59 Prozent Anteil Mehrheitseigner ist. Das Grundkapital des Wasserversorgers, der rund 900 Mitarbeiter beschäftigt, beläuft sich auf 220 Millionen Euro. Die 95.000 Kunden des Unternehmens beziehen jährlich rund drei Millionen Kubikmeter Trinkwasser.

 

 

Projektmanager Roland Kvasnica betreut das Outsourcing-Vorhaben auf Seiten der Bratislava Waterworks Company.

 

Das Projekt Bratislava Waterworks Company umfasst unterschiedliche Lösungen, die von mehreren Siemens-Divisionen und weiteren Zulieferern bereitgestellt und von den drei Konsortialpartnern implementiert wurden. Die Projektleitung lag bei Siemens Industy Solutions. Der Bereich Industry Automation lieferte die Messtechnik und die Automatisierungsausrüstung für die Wasserwerke. Die Implementierung der gesamten betriebswirtschaftlichen Anwendungen auf Basis von Microsoft Dynamics, genau wie den Aufbau des Dokumentenmanagements, der Laborsysteme, der Sicherheits- und Zugangsinfrastruktur sowie der Web-Applikationen übernahm der Dienstleister Siemens IT Solutions and Services. Sprach- und Datennetze kamen von Siemens Enterprise Communications.

(Quelle: Siemens, 2008)

 

 

Während die mit alter Technik ausgestatteten Wasserwerke persönlich vor Ort überwacht werden mussten, ermöglicht die neue Telemetrie-Ausrüstung der Bratislava Waterworks die Remote-Kontrolle via Web.

(Quelle: Siemens, 2008)

 

 

Mit seiner neuen Infrastruktur ist Bratislava Waterworks den hohen Service- und Umweltanforderungen eines zeitgemäßen Wassermanagements gewachsen.

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