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Zukunftsaussichten des Mainframe-Computing

Es wird weiter auf Mainframe gesetzt

Der Mainframe ist nicht Tod zu kriegen, ja er erlebt sogar wieder eine Art Renaissance. Notwendig sind aber die Einbindung in den Rest der IT-Landschaft, eine plattformübergreifende Governance und unabdingbar für das Mainframe Management – eine ganzheitliche, vereinheitlichte Herangehensweise.

 

I

m vergangenen Jahr sahen die Kunden von BMC Software die Zukunftsaussichten des Mainframe-Computing um 13 Prozent optimistischer. Dies belegt die jährliche weltweite Umfrage von BMC Software bei seinen Mainframe-Kunden. Zentrale Ergebnisse der Umfrage: es wird weiter auf den Mainframe gesetzt – das Wachstum erreicht derzeit die Höchstmarke der letzten drei Jahre; die Kunden messen dabei übergreifenden, gemeinsam genutzten Tools und Anwendungen für Mainframe- und dezentrale Plattformen eine sehr hohe Bedeutung zu. Der Schwerpunkt liegt dabei auf ITIL-basierten Bereichen wie Change Management und Service Desk; und für über 70 Prozent der Befragten steht die Erfüllung gestiegener Ansprüche im Bereich der Kostenreduzierung und verbesserten Produktivität im Vordergrund.

Die Umfrage liefert Einsichten zu einer Plattform, die noch sehr oft isoliert vom Rest der IT-Landschaft betrieben wird. Nahezu zwei Drittel (63 Prozent) der befragten Kunden, die derzeit getrennte Mainframe- und dezentrale Systeme im Einsatz haben, gaben an, dass von beiden Plattformen gemeinsam genutzte Tools und Anwendungen von großer Bedeutung seien und sie eine entsprechende Implementierung planen.

Rich Ptak, Mitbegründer und Managing Partner von Ptak, Noel & Associates meint dazu: »Die Umfrage von BMC bestätigt das wachsende Interesse an plattformübergreifenden Governance und Management-Lösungen und belegt das wachsende Vertrauen in die Plattformtransparenz. Dass Investitionen immer stärker in Software als in Hardware und Arbeitskraft fließen, zeigt, dass Mainframe-Anwender sich darauf konzentrieren können, den maximalen Nutzen eher aus Plattformanwendungen zu generieren denn aus Routinesupport und Wartungsaufgaben.«

Mainframe-Management benötigt ganzheitliche Herangehensweise

Mainframe-Architekturen sind entstanden aus zentralisierten Systemen, um eine übergreifende IT-Umgebung betreiben zu können. Sie haben sich mittlerweile entwickelt hin zu dezentralisierten Einheiten, die eine Vielzahl an, über mehrere Mainframes verteilte Betriebsumgebungen, Anwendungen und Arbeitsprozesse verwalten. Die Herausforderung: die Art und Weise, wie Mainframes heute verwaltet werden, konnte nicht Schritt halten mit den Fortschritten des Mainframes in dezentralisierten Umgebungen. Für das betreuende IT-Personal ist es deswegen schwer, seine Systeme effizient zu managen.

Olav Strand, Deutschland-Geschäftsführer bei BMC Software beschreibt, was zu tun ist: »Die Verwaltung von Mainframes wird heute noch zu oft isoliert von der Verwaltung in dezentralen Umgebungen betrachtet. Ziel sollte aber vielmehr eine ganzheitliche Sicht auf die Verwaltung von IT-Infrastrukturen sein. Über Jahrzehnte etablierte Prozesse haben mittlerweile Einzug gehalten in dezentrale Umgebungen. Man hat viel aus der Arbeit mit diesen gelernt und kann daraus Maßnahmen für die optimale Verwaltung von Mainframes und dezentralen Umgebungen ableiten –Stichwort Virtualisierung.« Strand fährt fort, indem er die größte Herausforderung der IT-Abteilung dabei auf den Punkt bringt: »Will die IT-Abteilung heute als vertrauensvoller Partner im Unternehmen wahrgenommen werden, so muss ein vereinheitlichtes Management komplexer, verteilter Prozessumgebungen stattfinden, das alle Plattformen einbezieht. Nur so können Unternehmen sicherstellen, dass umfassende Unternehmensprozesse, -abhängigkeiten, -kosten und Service Levels exakt abgebildet werden.«

Erfahrungen aus der Arbeit mit dezentralen Umgebungen nutzen

Indem Prozesse zur Verwaltung dezentraler Systeme auch für Mainframes übernommen werden, kann die gesamte IT-Infrastruktur eines Unternehmens über eine integrierte Management-Infrastruktur verwaltet werden. Dies erlaubt eine an den Unternehmenszielen und an der Beziehung zwischen Mainframes und anderen Komponenten der IT-Infrastruktur ausgerichtete Verwaltung.

Technologien entwickeln sich weiter und so hat sich auch die Mainframe-Hardware weiterentwickelt. Sie ist mittlerweile sehr robust gebaut und daher unverwüstlich. Gleichzeitig sind Mainframes heute hochperformant und spielen eine zunehmend wichtigere Rolle in dezentralen IT-Umgebungen.

Die Verwaltungsprozesse solcher dezentralen, aus der Unternehmenssicht betrachteten IT-Umgebungen vereinigen viele IT-Disziplinen: Anlagenverwaltung, Anwendungsmanagement, Change und Release Management, Service Level Management, Konfigurationsmanagement sowie Incident- und Problem-Management. All diese Prozesse erlauben die Verwaltung dezentraler IT-Umgebungen weitgehend aus der Unternehmenssicht. Interessanterweise wurde die Basis hierzu im Mainframe-Bereich gelegt.

Dabei spielt die IT Infrastructure Library (ITIL) eine entscheidende Rolle. Sie erweitert die Definition des ursprünglich im sogenannten Yellow Book vorgestellten Konzepts der »Change Control«. Dieses geht davon aus, dass das Ziel von Change-Management-Prozessen die Nutzung von standardisierten Methoden und Vorgehensweisen ist, mit der alle Veränderungen effizient und umgehend bewältigt werden können. Ziel ist es, so die Auswirkungen von veränderungsabhängigen Incidents auf die Servicequalität zu minimieren und damit auch das Tagesgeschäft eines Unternehmens zu verbessern.

Auf ITIL-Praktiken basierende Einsichten

Prozesse zur Verwaltung dezentraler IT-Umgebungen werden von einer Vielzahl von Applikationen, Tools und Technologien unterstützt. Viele der heute verfügbaren Service-Management-Lösungen integrieren diese und schaffen damit eine übergangslose IT-Management-Infrastruktur. Die Verwaltung der IT-Infrastruktur erfolgt auf Basis von ITIL Best Practices. Und einige von ihnen beziehen Mainframes mit ein. Die Lösungen ermöglichen es zum Beispiel, dass ein Mainframe an die Configuration Management Database (CMDB) angeschlossen wird, eine der Hauptkomponenten einer ITIL-basierten Management-Infrastruktur. Das CMBD stellt eine zentrale und sehr genaue Informationsquelle der IT-Umgebung dar und gibt Auskunft über Mitarbeiter, Prozesse und Technologien innerhalb der IT-Umgebung. Eine hoch entwickelte CMDB beinhaltet zudem nicht nur Informationen über die physischen und logischen Abhängigkeiten der einzelnen Komponenten, sondern auch über die Beziehung der Komponenten zu den Business Services, die sie unterstützen.

Da die für dezentrale IT-Umgebungen entwickelten IT-Management-Lösungen mehr und mehr auch Mainframes mit einbeziehen, können die IT-Mitarbeiter diese Lösungen – und die Managementprozesse, die sie unterstützen – adaptieren, um damit den Herausforderungen der Mainframe-Verwaltung in einer alles umfassenden IT-Umgebung begegnen. Olaf Strand erläutert die Vorteile: »Indem das Mainframe-Personal die Management-Prozesse dezentraler IT-Umgebungen integriert, kann ein umfassendes Prozessmanagement stattfinden. Wo ursprünglich nur der Mainframe verwaltet wurde, wird jetzt auch die Unterstützung dezentraler Systeme miteinbezogen. Das Ergebnis: eine übergreifende und vereinheitlichte Verwaltung der gesamten IT-Umgebung.«

Die Unternehmensziele unterstützen

Indem die Managementprozesse für dezentralisierte Umgebungen zunehmend auch für Mainframes übernommen werden, können die Mitarbeiter die gesamte IT-Infrastruktur vereinheitlicht managen. Viele Unternehmen verfolgen mittlerweile erfolgreich diese Strategie. Das IT-Team kann dabei im Rahmen eines integrierten Konzepts viel besser den Einfluss der IT auf das Business und vice versa einschätzen. Die positive Folge für alle Beteiligten: die IT kann sich bei ihrer Arbeit vor allem auf die Aufgaben konzentrieren, die am wichtigsten für das Business sind. Hinzu kommt, dass Mainframe-Spezialisten Change- und Release-Management-Technologien, die ursprünglich für dezentrale Systeme entwickelt wurden, nun auch für ihre Mainframe-Systeme einsetzen können. Das führt dazu, dass sie Software automatisch von einem zentralen Server auf alle anderen verteilen können. Die erfolgreiche Installation von Software kann so leichter verifiziert werden, was wiederum einen hohen Zeitaufwand für die Entwicklung neuer Mainframe-Applikationen vermeidet.

»Hinzu kommt, dass die Integration des Mainframes in die allgemeine IT-Verwaltung auch die Rolle und Sichtbarkeit der Mainframe-Mitarbeiter im gesamten Unternehmen erhöht. Und sie werden in einem solchen Umfeld auch mehr dafür sensibilisiert, ihre Arbeit noch mehr am Business auszurichten. So können sie den Beitrag der IT zum Business gegenüber dem Topmanagement besser aufzeigen«, so Olav Strand.

Das Ziel: ein ganzheitlicher Blick auf die IT-Infrastruktur

Indem die Verwaltung des Mainframes in die übergreifende und unternehmensweite Verwaltung der IT-Infrastruktur integriert wird, erhält man auch einen ganzheitlichen Einblick in die Infrastruktur. Die für die Mainframes zuständigen Mitarbeiter können den Mainframe in die Configuration Management Database (CMDB) integrieren und durch diese Konsolidierung Incident- und Problemlösung beschleunigen. So können die IT-Mitarbeiter ihre Aufgaben in Abhängigkeit davon priorisieren, welchen Einfluss sie auf das Unternehmensziel haben. Eine konsolidierte Herangehensweise kann darüber hinaus die Zahl der Störungen für Unternehmens-Services reduzieren, die bisher vor allem durch fehlgeschlagene Veränderungsprozesse entstanden sind. Nun kann das IT-Team den Einfluss geplanter Änderungen am Mainframe auf andere Infrastrukturkomponenten und Unternehmens-Services besser einschätzen. Die Mitarbeiter können Veränderungen auf Basis ihrer Auswirkungen für das Business planen und Veränderungsprozesse mit Blick auf Unternehmensfaktoren aufsetzen – so etwa in Abhängigkeit von einer saisonal bedingten oder eine am Monatsende stattfindenden hohen Serverauslastung.

Der Vorstoß des Mainframes in die dezentralisierte IT-Welt hat neue Herausforderungen mit sich gebracht – nicht nur für das Personal, das sich um die Mainframes kümmert, sondern auch für alle IT-Mitarbeiter eines betroffenen Unternehmens. IT-Management Prozesse, die für dezentralisierte Umgebungen entwickelt wurden, wie etwa ITIL und systembasierte Lösungen, die diese unterstützen, werden nun auch zunehmend für den Mainframe-Bereich übernommen. Diese Vereinheitlichung der Verwaltung der IT-Infrastrukturen über alle Arbeitsbereiche hinweg erlaubt nun den wirksamen Einsatz der Mainframe-Steuerung, Virtualisierung und den Unternehmen eine konsistente und wiederholbare Prozesssteuerung.

Olav Strand


Olav Strand ist Deutschland-Geschäftsführer bei BMC Software


 

 

 


Der Mainframe als integraler Bestandteil der IT-Landschaft.

 


 

Von wegen klobig und hässlich: die neuen Mainframes der z-Series von IBM.

 

 

 

 

 
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