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Welche Bedeutung haben Virtualisierung und Cloud Computing für Anbieter von Netzwerkdiensten? Wolkige Aussichten Die zunehmende Nutzung von Cloud Computing und Virtualisierung verlagert den Datentransfer, der früher lokal stattfand in das Cloud-Netzwerk, normalerweise das Internet. Der daraus resultierende Anstieg in der Netzwerknutzung hat bedeutende Folgen für die Infrastruktur der Dienstanbieter, die diesen Datenaustausch tragen muss. Netzwerke werden sich weiterentwickeln müssen, um sich den durch Virtualisierung und Cloud Computing getriebenen Innovationen rasch anzupassen und aus den neuen Diensten Kapital zu schlagen.
n der letzten Zeit hat sich »Cloud Computing« zu einem Modewort der High-Tech-Industrie entwickelt. Sinngemäß setzt sich der Begriff aus dem Konzept des Internets (oder auch andere Netzwerke), im Sinne einer »Wolke«, also »Cloud« und High-End Computer-Technologie, »Computing«, zusammen. Inhaltlich bezieht Cloud Computing Technologietrends wie Software-as-a-Service (SaaS) und Web 2.0 mit ein, die Cloud-Netzwerke nutzen, um die IT-Anforderungen der Nutzer zu erfüllen. Virtualisierung ist ein weiteres sehr komplexes Konzept, dass schon länger in der IT-Industrie bekannt ist. Im weitesten Sinne bezeichnet Virtualisierung Methoden, die es erlauben, Ressourcen eines Computers zusammenzufassen oder aufzuteilen. Speziell geht es dabei um das Schaffen von virtuellen (also nicht physisch vorhandenen) Versionen unterschiedlicher Software oder Ressourcen, zum Beispiel Betriebssysteme, Server, Speichermodule oder auch Netzwerk-Kapazitäten. Die Cloud-Computing-Infrastruktur besteht größtenteils aus Anwendungen und Daten die sich nicht auf einem lokalen Rechner befinden, sondern in einer Cloud über eine Anzahl von entfernten Systemen verteilt sind. Die Basis für den Zugriff auf diese entfernten Systeme stellt ein leistungsfähiges Netzwerk dar, welches die Verbindung zwischen Instanzen des Konzepts verschiedener Dienstanbieter (also unterschiedlicher Clouds) ermöglicht. Innerhalb des Netzwerks ermöglichen Datenzentren der nächsten Generation, aufbauend auf Computing und Speicher-Virtualisierungs-Technologien, den ortsunabhängigen, einheitlichen und verlässlichen Zugang zu Diensten innerhalb der Cloud. Gegenwärtig werden beide Konzepte von einer wachsenden Nutzerbasis akzeptiert und entsprechend implementiert. Dabei stellen Dienst- und Inhaltanbieter immer neue Cloud-Computing-Dienste zur Verfügung, unter anderem Amazons S3 Service und Elastic Computing Cloud oder auch EC2 sowie AT&Ts Synaptic Hosting Dienst. Unternehmen bekommen hier eine vollständig gemanagte IT-Umgebung zur Verfügung gestellt, in welcher diese ihre entsprechenden Anwendungen hochladen und entsprechend darauf zugreifen können. Infolge dessen vertrauen Unternehmen zunehmend auf Anwendungen, die in der Cloud angeboten werden und nutzen standardisierte IT-Anwendungen, statt auf »Hausgemachtes« oder speziell zugeschnittene Lösungen zu setzen. Richtig angewendet ist Cloud Computing in der Lage, manche Teile der IT zu ersetzen, die traditionell von internen IT-Teams abgedeckt wurden. Wenn man bedenkt dass durchschnittlich etwa 80 Prozent der lokalen IT-Ressourcen eines Unternehmens ungenutzt bleiben, macht die Virtualisierung mancher Anwendungen (also eine Ver- oder Auslagerung in die Cloud) durchaus Sinn. Die Vorteile sind vielversprechend – geringere Kosten für Softwarelizenzen und weniger IT-Ausgaben sowie die Vorzüge einer standardisierten Lösung. Die Bedeutung der Cloud Die zunehmende Nutzung von Cloud Computing und Virtualisierung verlagert den Datentransfer, der früher lokal stattfand in das Cloud-Netzwerk, normalerweise das Internet. Jedoch hat der daraus resultierende Anstieg in der Netzwerknutzung bedeutende Folgen für die Infrastruktur der Dienstanbieter, die diesen Datenaustausch tragen muss. Da mehr und mehr Anwender bereit sind, für Applikationen, die über das Internet zugänglich sind und auf Servern gehostet werden, zu zahlen, können spezialisierte Anbieter diese nun als Dienste offerieren. Diese Anwendungen nutzen die Cloud und verringern oftmals den Aufwand für Wartung, Betrieb und Support, da sie nicht als Software auf dem Computer des Nutzers installiert und ausgeführt werden. Ein gutes Beispiel hierfür sind Software-as-a-Service-Anwendungen von Salesforce.com oder Google Apps, bei denen der Nutzer von einem beliebigen Ort aus über das Netzwerk ihres Netzwerkanbieters Zugang zu sämtlichen Inhalten und Funktionen hat. Da die Nutzung von SaaS jedoch auf die Internetverbindung angewiesen ist, können die Erfahrungen der Anwender sehr unterschiedlich sein. Oft kommt dabei der Verbindung, die vom Dienstanbieter zur Verfügung gestellt wird, eine höhere Bedeutung zu als der eigentlichen Anwendung. Indirekt wird somit der Dienstanbieter zum Anbieter des Anwendungszugangs – zugleich Chance und Risiko. Der immer einfachere mobile Zugang ins Internet über mobile Endgeräte hat ebenfalls gravierende Auswirkungen auf die Geschäftsmodelle – besonders in Hinblick auf die Anforderungen an Bandbreite und Netzwerke – der Dienstanbieter. Diese »neue« Verfügbarkeit des Internets und somit der virtuellen Dienste sprengt die über die Reichweite klassischer drahtloser Netzwerke. Darüber hinaus forcieren neue Geräte wie das iPhone 3G, das Google G1 und weitere Smartphones mit einer einfachen Handhabung, exzellentem Kundenerlebnis und Anwendungen von Drittanbietern, diesen Trend. Durch die allgemeine Verbreitung mobiler Datendienste erfreut sich auch die Nutzung von Virtualisierung und Cloud Computing wachsender Beliebtheit – und das nicht nur auf Seiten der Verbraucher sowie kleiner und mittelständischer Unternehmen, die traditionell offener für technologische Neuerungen sind, sondern auch bei größeren Unternehmen. Konsequenz – neue Anforderungen an die Netzwerkarchitektur Auf Grund der oben beschriebenen Trends sind Dienstanbieter gezwungen, ihre Netzwerkarchitektur und Modelle zur Bereitstellung ihrer Dienste den neuen Anforderungen anzupassen. Eine optimierte Architektur muss flexibel sein und die Kapazitäten bieten, um rasch auf Kundenanforderungen reagieren zu können und die Zeit zwischen Auftrags- und Ertragseingang zu minimieren. Das ist nur möglich, wenn die Netzwerkressourcen dynamisch und mit minimalem personellem Aufwand umkonfiguriert werden können, um sich auf neue Aufträge einzustellen. Laut einer neuen Studie der McKinsey Group »kann eine softwaregestützte Netzwerkarchitektur bei der Erstaufstellung von Diensten die Probezeit und Zeit der Bereitstellung um 20 Prozent reduzieren, bei einer Optimierung der Leitungen (Bandbreite, Servicetyp, Quality-of-Service) sogar um bis zu 70 Prozent«. Grundsätzlich müssen Netzwerke dynamischer und verstärkt softwaregesteuert werden. Drei Punkte sind hierbei entscheidend:
· Time-to-market: Netzwerkanbieter müssen in der Lage sein, ihre Dienste schnell zu schaffen, zu aktivieren und bereitzustellen. Dies ist besonders relevant in Metro- und Access-Netzwerken. · Differenzierung von Diensten: Anbieter müssen ihre Dienste über Service Level Agreements (SLAs) abgrenzen, um somit verschiedene Anforderungsprofile zu identifizieren und im Endeffekt mehr Umsatz pro Kunde zu erzielen. Dafür müssen Dienstanbieter ein erhöhtes Service-Denken entwickeln, damit sie eine verbesserte Abstufung ihrer Dienste, beispielsweise über QoS, bieten können. · Flexibilität: Dienstanbieter müssen ihre Netzwerkkapazität ohne großen Aufwand bereitstellen und skalieren können, um dynamisch auf unvorhersehbare Schwankungen in der Nachfrage zu reagieren. Niemand kann mit Sicherheit sagen, welches Gerät, Anwendung oder Dienst der nächste große, Cloud-basierte »Bandbreitenfresser« wird.
Resümee Es wird immer klarer, dass traditionelle Netzwerkstrukturen und Bereitstellungsmodelle neue, innovative Anwendungen nicht mehr lange tragen können. In dieser neuen Ära benötigen Dienstanbieter eine fundamental andere Herangehensweise – weg vom heutigen Modell des »stupiden Bereitstellens« von Anwendungszugängen, hin zu intelligenten, automatisierten und dienstleistungsorientierten Netzwerken. Netzwerke werden sich weiterentwickeln müssen, um sich den durch Virtualisierung und Cloud Computing getriebenen Innovationen rasch anzupassen und aus den neuen Diensten Kapital zu schlagen. Wer sich darauf einstellt, wird Erfolg haben. Die anderen sehen schweren Zeiten entgegen. Daniel Prokop ____________________________________________ Daniel Prokop Account Manager, Ciena EMEA, ist seit März 2006 bei Ciena in Bad Homburg tätig. Er ist für Kunden und Partnern in Deutschland, Österreich, Belgien und den Niederlanden zuständig. Daniel Prokop ist technischer Spezialist für Cienas Portfolio optischer Transportlösungen sowie für Unternehmens- und Storage Extension-Lösungen. Er besitzt einen Abschluss als Diplom-Wirtschafts-Ingenieur von der Technischen Universität Ilmenau.
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