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IT for Pulp &
Paper
Reißfeste
Prozesse
Die
Globalisierung erfordert heute von der Papierherstellern, sich ständig an
veränderte Rahmenbedingungen anzupassen, die sie nicht selbst beeinflussen
können: Konkurrenz aus Fernost, sinkende Nachfrage durch elektronische Medien
und steigende Energie- und Rohstoffkosten. Gefragt sind deshalb Weitblick,
schnelle Reaktion und flexible Prozesse. Mit moderner, innovativer IT
unterstützt Siemens IT Solutions and Services die internationale Papierindustrie
seit vielen Jahren erfolgreich.
oderne Papiermaschinen produzieren heute mehr Papier in einer Stunde als eine
Papiermühle im letzten Jahrhundert in einem ganzen Jahr. Und trotzdem läuft der
Produktionsprozess noch immer nach der gleichen Formel wie vor 500 Jahren ab:
Alle Bestandteile werden mit Wasser gemischt, entwässert, gepresst, getrocknet,
geglättet und aufgerollt. Wichtigster Rohstoff für die Papierherstellung ist
nach wie vor Holz. Zudem werden auch einjährige Stroh- oder Bambuspflanzen und
textile Faserstoffe wie Baumwolle, Flachs und Wolle sowie Altpapier genutzt. Die
genaue Mischung bestimmt später Struktur und Reißfestigkeit. Nach der
Entwässerung verbinden sich die Faserstoffe auf einem Sieb zu einem
zusammenhängenden Vlies. Das neu entstandene Papier wird nun mit mechanischem
Druck gepresst, durch Dampfwärme getrocknet, über ein Glättwerk geführt und
aufgerollt. Ein abschließender Veredelungsprozess des Rohpapiers dient dazu, den
unterschiedlichen Ansprüchen der weiterverarbeitenden Industrie und der
Endverbraucher gerecht zu werden. So sorgt beispielsweise das Streichen des
Rohpapiers mit Farbe für eine geschlossene und gut bedruckbare Oberfläche.
Trotz
traditioneller Herstellung verändert sich die Branche durch globalen Wettbewerb
und globale Absatzmärkte. Weltweite Fusionen und Zusammenschlüsse sind die
Folgen und setzen die Märkte weiter unter Druck. »Zum einen gibt es weltweit zu
viele kleine Anbieter, die bei schrumpfenden Preisen und steigende Kosten massiv
unter Druck geraten. Sie können die drastisch gestiegenen Rohstoff- und
Energiepreise in der Regel nicht an die Kunden weitergeben. Zum anderen
verändern rasantes Wachstum der Schwellenländer und elektronische Medien die
Nachfrage in den einzelnen Marktsegmenten«, verdeutlicht Jochen von der Lieth,
Mitglied des Branchen-Boards Pulp & Paper bei der Siemens AG und zuständig für
die Leitung des Segments bei Siemens IT Solutions and Services. Doch
Internetkauf- und Auktionshäuser und der wachsende Güterverkehr sorgen für
Wachstum in der Herstellung von Kartonagen. Darüber hinaus rückt der Rohstoff
Holz in jüngster Zeit in den Fokus anderer Industriezweige. »Wenn Energie knapp
und teuer ist, dann wird die Verwendung von Holz als alternative Energiequelle
wieder interessant. Zahlreiche Rohstofflieferanten loten bereits neue
Geschäftsmöglichkeiten in diesem Bereich aus«, erklärt von der Lieth.
Weitblick für flexible Planung
Die neuen
Gegebenheiten zwingen Unternehmen dazu, ihre Prozesse permanent und
unternehmensübergreifend zu überdenken und zu optimieren – sei es im Einkauf, in
der Produktion oder der Logistik. Und sie müssen schnell beurteilen, ob ihre
Werke vor dem Hintergrund schwankender Auslastung rentabel sind. So lassen sich
mit geeigneten IT-Landschaften zum Beispiel Einkauf und Logistik anhand
aktueller Zahlen kostenmäßig optimieren. Zunehmende Fusionen oder
Standorterweiterungen machen es notwendig, die unterschiedlichen IT- und
Reporting-Systeme zu harmonisieren und konsolidieren – oft sogar weltweit. Das
schafft zum einen den für das Management nötigen Überblick über mehrere Werke
hinweg. Zum anderen können die Systeme so reibungsloser miteinander
kommunizieren und wichtige Daten abgleichen.
Damit sich die
Papierhersteller auf ihre vielfältigen Endprodukte konzentrieren können,
überlassen sie die komplexen IT-Prozesse häufig spezialisierten Dienstleistern.
Und die Rechnung geht auf, denn wer auf Standards setzt, kann sich die Kosten
mit anderen teilen und bekommt hohe Servicequalität. Gerade die steigenden
Anforderungen für Sicherheit und Backup treiben den Aufwand für den einzelnen
Kunden stetig in die Höhe. Outsourcing-Anbieter lösen diese Fragen hingegen
zentral für alle Kunden. Da sich die Kosten auf mehrere Schultern verteilen,
können sie dieses Know-how günstiger für den einzelnen Kunden einsetzen. »Wir
analysieren und harmonisieren im jeweils erforderlichen Rahmen Daten,
Infrastruktur, IT-Systeme, Applikationen, Prozesse und Reporting-Anforderungen.
Unsere Leistungen erstrecken sich dabei über die gesamte Wertschöpfungskette –
von der Management- und Prozessberatung über Lösungsimplementierung bis zu
Betrieb und Betreuung«, erläutert von der Lieth das Siemens-Spektrum.
Prozessoptimierung bei Südpack
Für den Verpackungsspezialisten Südpack im württembergischen Ochsenhausen hat
Siemens IT Solutions and Services etwa ein durchgängiges Logistikkonzept auf
Basis eines SAP Logistics Execution Systems (SAP LES) als Steuerungsplattform
realisiert. Bereits 1997 hatte Südpack seine gesamte IT neu strukturiert und SAP
R/3 eingeführt. Siemens übernahm die gesamte Implementierung von der Planung
über die kundenspezifische Anpassung bis hin zum Produktivstart. Als die
Produktion im Jahr 2004 erweitert wurde, galt es, die Logistik so umzustellen,
dass die Arbeitsplätze in der Fertigung auch bei höherem Materialbedarf stets
schnell und reibungslos versorgt waren. Zudem sollte sich die
Betriebsdatenerfassung automatisiert in die Gesamtlösung einfügen.
Die 2006 eingeführte neue Lösung bucht alle Warenbewegungen aus und in das
Hochregallager mittels fahrerlosem Transportsystem automatisch in das
SAP-System. Der hohe Automatisierungsgrad strafft heute die Organisationsabläufe
bei Südpack und sorgt für eine papierlose Prozesskette. Das spart wertvolle
Ressourcen und erhöht die Produktivität deutlich. Die optimierte
Produktionslogistik sorgt außerdem für die notwendige Rückverfolgbarkeit der
Prozesse. Im System lässt sich die komplette Auftragshistorie lückenlos
verfolgen. Treten Störungen oder Fehler auf, können diese sofort präzise
lokalisiert und behoben werden. Die Prozessdaten stehen jetzt jederzeit und in
erhöhter Qualität bereit und erlauben ein effizientes Controlling. Auch die
Datenqualität hat sich dank automatisierter Erfassung und durchgängigem
Informationsfluss signifikant erhöht.
Ressourcen und Energieflüsse effektiv steuern
Neben effizienten Prozessen ist in der Papierindustrie auch nachhaltiges
Wirtschaften gefragt. Denn gerade dieser energieintensive Produktionszweig
bekommt die steigenden Strompreise deutlich zu spüren. Angesichts der weltweiten
Ressourcenverknappung, strengeren Umweltschutzauflagen und dem wachsenden
gesellschaftlichen Druck zu mehr ökologischem Engagement rückt die Energie- und
Ressourceneffizienz immer stärker in den Fokus der Unternehmen. 13 Prozent der
Betriebskosten in der Papierindustrie werden durch den Energieverbrauch
verursacht.
Zusammen mit IT-Experten arbeiten Papierhersteller deshalb daran, neue Lösungen
und Verfahren zu entwickeln, um die Energie- und Rohstoffabhängigkeit weitgehend
aufzufangen. So nutzt beispielsweise Sappi (South African Pulp and Paper
Industries), einer der weltweit größten Papier- und Zellstoffhersteller, das
Dezentrale Energie Management System (DEMS) von Siemens IT Solutions and
Services. Dieses System dient der bedarfsgerechten Planung und Steuerung der
Energieerzeugung und -verteilung und geht weit über das reine
Energiedatenmanagement hinaus.
Für die
Papiererzeugung benötigt Sappi 800.000 Gigawattstunden Energie im Jahr. Das
entspricht dem Verbrauch einer mittleren Kleinstadt. Darüber hinaus werden für
ein Kilo Papier in der Produktion neun Liter Wasser gebraucht. Bei 880.000
Tonnen Papier pro Jahr sind das 7,9 Milliarden Liter Wasser. Aufgrund des
enormen Energiebedarfs setzen die Grazer Papierhersteller daher verstärkt auf
Selbstversorgung. Das Kraftwerk deckt seinen Bedarf vollkommen selbstständig:
Energie wird aus Gas, Kohle, Lauge und Holzreststoffen gewonnen. Rund 110
Mega-Watt Strom werden täglich produziert: 90 bis 95 MW verbraucht das Werk
selbst, rund 15 MW werden in das öffentliche Netz eingespeist.
Mandy Kühn
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Mandy Kühn,
Fachjournalistin, München
Komplettlösung in Einzelmodulen: Sipapercis
Alle für
die Pulp & Paper-Industrie wichtigen IT-Systeme hat Siemens in dem
branchenspezifischen Lösungspaket Sipapercis zusammengefasst. Es
kann als Komplettlösung oder in Einzelmodulen auf das jeweilige Unternehmen
zugeschnitten werden. Das Sipapercis -Paket ist ein
Kooperationsprodukt von einzelnen Siemens-Bereichen und beinhaltet Module
für folgende Belange der Pulp & Paper-Branche:
●
Energieversorgung: Lösungen für Planung, Optimierung und Projektmanagement
● Antrieb:
mehrmotorige Systeme für alle Produktions- und Veredelungsprozesse
●
Prozessautomation: Automatisierungs- und Projektmanagement-Systeme
●
Qualitätskontrolle: Mess-, Sensor- und Kamerasysteme, Maschinenkontrolle
●
Wassermanagement: Systeme zur Aufbereitung und Reinigung von
Produktionswasser
●
IT-Lösungen: MES, ERP, Workforce, Informations- und Dokumentationslösungen
● Life
Cycle Service: Wartung, Reparatur und Modernisierung

An den
Produktionsanlagen werden mit Hilfe von mobilen Datenerfassungsterminals fertig
gestellte Materialien erfasst, um sie zeitnah im SAP-System zu buchen. Beim
Scannen des Tors wird die Palette auf den LKW gebucht.
(Quelle:
Südpack, 2006)

Die deutschen
Zellstoff- und Papierfabriken belegen im europäischen Länderranking den ersten
Platz und sind weltweit hinter den USA, China und Japan die Nummer Vier. Die
Branche profitiert vom guten Image deutscher Wertarbeit bei der Herstellung von
hochwertigen Papieren.
(Quelle:
Siemens, 2008)

Das
SAPPI-Kraftwerk in Gratkorn deckt seinen Bedarf vollkommen selbständig. Die
Energie wird aus Gas, Kohle und Lauge als Abfallprodukt aus der
Zellstoffproduktion sowie aus Holzreststoffen gewonnen. Rund 110 Mega-Watt Strom
werden täglich produziert.
(Quelle:
Siemens IT Solutions and Services)
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