200812i On-Demand-Software Produkt-Qualitätsplanung

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Fortschrittliche Produkt-Qualitätsplanung

Entwicklung von On-demand-Software mit Prozessstandards der Automobilindustrie

Die Automobilindustrie zeichnet sich wie kaum eine andere Branche durch komplexe Strukturen und Abläufe, eine hochintegrierte Supply Chain und extrem hohe Qualitätsanforderungen aus. Um unter diesen Rahmenbedingungen erfolgreich und profitabel zu sein, haben Automobilhersteller und Zulieferer über viele Jahre hinweg Prozessstandards entwickelt, die heute branchenübergreifend als Benchmark gelten. Die auf On-Demand-Software für Supply-Chain-Management spezialisierte SupplyOn AG hat vorgemacht, wie sich diese Managementmethoden und -werkzeuge auf Projekte in der IT-Industrie anwenden lassen – und wie dadurch erhebliche Qualitätsverbesserungen erzielt werden.

 

D

er Reifegrad von Prozessen und Werkzeugen in der Automobilindustrie ist vielen anderen Branchen fünf bis zehn Jahre voraus«, erklärt Dr. Stefan Brandner. »Konzepte wie die Modularisierung und Plattformen, die in anderen Bereichen heute diskutiert werden, sind in der Automobilindustrie seit Jahren State-of-the-art.« Er muss es wissen, denn Stefan Brandner ist Director Product Management bei SupplyOn, einem der größten Anbieter von E-Business-Dienstleistungen für die Automobil- und Fertigungsindustrie. SupplyOn wurde vor acht Jahren von Bosch, ZF, Continental und anderen führenden Zulieferern gegründet, um eine digitale Plattform für die effiziente Abwicklung von Transaktionen mit Lieferanten aufzubauen.

Heute wird die digitale Plattform von SupplyOn von weltweit mehr als 10.000 Unternehmen genutzt, um Prozesse aus den Bereichen Sourcing, Engineering, Logistik, Finanz- und Qualitätsmanagement abzuwickeln. »Als führender IT-Dienstleister der Automobilindustrie sind wir mit sehr hohen Anforderungen konfrontiert. Einerseits müssen wir die komplexen Prozesse innerhalb der Wertschöpfungskette sehr genau kennen, um eine optimale Plattform zur Verfügung stellen zu können. Andererseits sind wir selbst ein Teil dieser Wertschöpfungskette und müssen uns den in der Branche geltenden Standards für Qualität und Effizienz stellen«, sagt Brandner.

IT-Dienstleister und Automobilzulieferer in einem

Und diese Standards sind hoch: Denn während sich die Lebenszyklen der Kraftfahrzeuge in den letzten Jahren kontinuierlich verkürzt haben, sind die Kundenanforderungen exponentiell gewachsen. Kurze Produktentwicklungszyklen, höchste Qualität und ein harter internationaler Preiswettbewerb erfordern optimale Steuerungsmethoden und Prozessmodelle. Hinzu kommt, dass die Automobilhersteller und Systemlieferanten ihre Wertschöpfungstiefe in den letzten Jahren stark verringert haben. Das bietet ihnen die Chance, sich auf ihre Kernkompetenzen zu konzentrieren, erfordert aber auch reibungslose Abläufe innerhalb der globalen Wertschöpfungsketten: Hakt es zwischen den Partnern, stehen unter Umständen die Bänder still. »Mit unserem Software-as-a-Service-Ansatz stehen wir im Prinzip vor sehr ähnlichen Herausforderungen wie unsere Kunden«, betont Dr. Christian Stöcklmayer, IT-Director bei SupplyOn. »Wir müssen den Blick deshalb permanent auch auf unsere eigenen Abläufe und Standards richten.« Eine entscheidende Rolle spielt dabei das Qualitätsmanagement. Denn genauso wie in der Automobilindustrie muss SupplyOn seine Services sehr schnell entwickeln und über seine Plattform für Tausende von Nutzern freischalten. Eine stufenweise Einführung oder andere Zeitpuffer sind faktisch nicht möglich. Fehler oder Performanceschwankungen sind deshalb fatal, denn die Anwender wickeln über die Plattform Kernprozesse ab, die Voraussetzung für das reibungslose Funktionieren der Supply Chain sind.

Qualitätsvorausplanung: Das A und O des Erfolgs

»Bei unseren webbasierten Services haben wir die gleiche Null-Fehler-Strategie wie unsere Kunden«, sagt Brandner. »Eine effektive Qualitätsvorausplanung ist für uns deshalb die Grundlage aller Projekte.« Dabei setzt SupplyOn auf Methoden und Werkzeuge aus der Automobilindustrie. Dort ist die Produkt- und Qualitätsvorausplanung bereits seit vielen Jahren unter dem Begriff APQP (Advanced Product Quality Planning) als Prozess etabliert und nach nationalen und internationalen Normen wie ISO TS 16949, QS 9000 oder VDA 6.1 standardisiert. Die Methode wurde entwickelt, um trotz hoher Komplexität der Projekte, der großen Zahl involvierter Projektmitarbeiter und des Zeitdrucks die Fehlerquote minimal halten zu können. Der Grundgedanke dabei ist, dass durch weitgehende Standardisierung der Abläufe und hohe Transparenz manuelle Fehler fast vollständig vermieden werden können.

»Unsere Entwicklungsprojekte erfordern extrem viel Know-how und eine große Zahl von Mitarbeitern. In der Regel sind zwischen 20 und 30 Spezialisten aus unterschiedlichen Unternehmen in ein Projekt eingebunden«, berichtet Stöcklmayer. »Wir müssen deshalb sicherstellen, dass die definierten Prozesse auch unter Zeitdruck strikt eingehalten werden und dass zum Beispiel neue Projektmitarbeiter sehr schnell in ein laufendes Projekt einsteigen können, ohne es zu gefährden.« Beides lässt sich nur über ein ausdifferenziertes Checklistensystem gewährleisten, das den Kern von APQP bildet. SupplyOn arbeitet hierbei mit Listen, die pro Projekt 300 bis 500 Checklistenpunkte beinhalten. Als SupplyOn Ende 2007 gleichzeitig sieben neue Services frei geschaltet hat, mussten folglich mehr als 2.500 Checklistenpunkte über alle Phasen des Projekts – Vorbereitung, Spezifikation, Management, Entwicklung, Tests, Produktivsetzung – abgearbeitet werden.

Dieses Vorgehen bietet mehrere Vorteile. So ist es erstens weitgehend ausgeschlossen, dass wichtige Punkte vergessen werden. Zweitens erhalten die Checklisten das Projekt-Know-how des Unternehmens und der Partner, was individuelles Wissen zum Allgemeingut macht und die Abhängigkeit von der Verfügbarkeit einzelner Mitarbeiter deutlich reduziert. Drittens sind alle projektrelevanten Dokumente entsprechend der Prozesslogik archiviert und sofort verfügbar. Neue Anforderungen lassen sich viertens sehr schnell in die Prozesse einbauen und sind sofort wirksam, womit fünftens die Grundlage für einen kontinuierlichen Verbesserungsprozess gelegt wird.

»Durch die Anwendung der APQP-Methode haben wir eine sehr hohe Transparenz der Prozesse. Unser Managementteam ist in der Lage, sich jederzeit per Knopfdruck einen aktuellen Überblick über den Status aller Projekte zu verschaffen und notfalls an kritischen Stellen einzugreifen«, berichtet Stöcklmayer. »Das war ohne diesen Ansatz bei der Vielzahl und der Komplexität der Projekte nicht mehr möglich.«

Ein weiterer Vorteil: APQP schafft die Voraussetzungen dafür, dass Unternehmens-, Projekt- und Mitarbeiterziele aufeinander abgestimmt sind. »Unternehmensziele wie Termintreue oder ein Null-Fehler-Anspruch sind maßgeblich für Projektziele und können über die Checklisten direkt in Prozesse einfließen«, erläutert Brandner. »Die Transparenz, die wir über die Abläufe und den Grad der Zielerreichung haben, sowie die Zuordnung der Ergebnisse zu einzelnen Projektbeteiligten, erlauben uns, die Projektziele an die individuellen Ziele der Mitarbeiter zu koppeln.«

Solides technologisches Fundament

Die Basis für eine effiziente Umsetzung der APQP-Methode bildet eine entsprechende Softwarelösung. Sie gewährleistet durch eine automatische Benachrichtigungsfunktion, dass alle Checklistenpunkte abgearbeitet werden, alle relevanten Projektinformationen und Verantwortlichkeiten sofort verfügbar sind und die Managementebene den Projektstatus auf unterschiedlichen Aggregationsniveaus verfolgen kann.

»Um die APQP-Prozesse zu modulieren, die Prozesslogik zu entwickeln und zur Durchführung der Pilotphase mit über 30 einzelnen Projekten haben wir Excel eingesetzt«, erklärt Stöcklmayer. »Als wir sicher waren, dass unser Ansatz tragfähig ist, haben wir unsere für die Automobilindustrie entwickelte Lösung so adaptiert, dass sie auch die Anforderungen der Softwareentwicklung erfüllt.«

Dabei kann SupplyOn auf ein Werkzeug zurückgreifen, das sich in der Automobilindustrie seit langem bewährt hat. Das webbasierte Tool Project Management wurde entwickelt, um bei Projekten, an denen mehrere Unternehmen beteiligt sind, eine effiziente Qualitätsvorausplanung zu gewährleisten. So können anhand von Vorlagen Projekte angelegt und den Projektmitgliedern Teilaufgaben zugeordnet werden. Der Projektverlauf lässt sich über Status-Reports kontrollieren und bietet jedem Projektmitglied Zugriff auf alle aktuellen Projektdaten. Darüber hinaus werden anhand von Ampelfunktionen auftretende Probleme oder überschrittene Termine sofort visualisiert und entsprechende Benachrichtigungen automatisch initiiert.

»Um eine effektive Qualitätsvorausplanung zu gewährleisten, reicht es natürlich nicht, eine Checkliste anzulegen. Man muss einerseits die Prozesse sehr genau analysieren und die passende Prozesslogik entwickeln. Andererseits muss man die Methode über eine leistungsfähige Technologie auch standardisiert implementieren«, erläutert Brandner. »Dass wir die Automobilindustrie sehr gut kennen, war die Voraussetzung dafür, dass wir die entsprechenden Prozesse und Werkzeuge erfolgreich adaptieren konnten.«

 

 

SO-APQP Cockpit: Die einzelnen SO-APQP-Berichte pro Projekt werden in einem zentralen Cockpit dem übergreifenden Projektmanagement sowie dem übergreifenden Entscheidungsgremium zur Verfügung gestellt. Auf dieser Ebene ist ein aktueller, strukturierter Status pro Projekt sowie aktuelle Problembereiche schnell erkennbar.

 

 

Übersicht: SO-APQP Checklisten

 

Ausschnitt 1: SO-APQP Checklisten

 

Ausschnitt 2: SO-APQP Checklisten

 

 

Ausschnitt: SO-APQP Risikomanagement

 

 

 

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