200812j Informatica ICC Integration Competency Center

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Integration Competency Center

Steigerung der betrieblichen Effizienz

Berichte und Analysen, die sich per Knopfdruck erstellen lassen, werden immer wichtiger. Bei der dazu notwendigen Datenintegration setzt sich zunehmend der von Gartner entwickelte zentrale Integration-Competency-Center-Ansatz durch.

 

I

n Zeiten, in denen alles miteinander vernetzt ist und Informationen längst digitalisiert sind, sollte eigentlich jeder Report quasi auf Knopfdruck erstellt werden können. Dennoch brauchen Konzerne mitunter Wochen, um die Jahresbilanz mit all ihren Kennziffern zu erstellen. Man gewinnt manchmal den Eindruck, je mehr Daten vorliegen, umso blinder werden Firmen bei der Analyse derselben. Wie kann das sein? Einer der Gründe ist, dass Unternehmensanwendungen zwar in der Lage sind, in ihren Spezialbereichen gute Leistungen zu erzielen, eine Kommunikation mit- oder untereinander jedoch oft ausgeschlossen ist.

IT-Manager haben daher ein Ziel vor Augen: alle Daten ihres Unternehmens plattformunabhängig zu einer einzigen unternehmensweiten Informationsressource zu verschmelzen. Die Plattform dafür bietet Datenintegration (DI). Besonders in großen Unternehmen erkennt man die Vorteile der Datenintegration. Allerdings versuchen viele Organisationen, dieses grundlegende Element »stückweise« oder in Form von Datensilos umzusetzen. Dieser isolierte Inselansatz eignet sich eventuell für ein einmaliges Projekt, für mehrere Projekte aber ist er kostspielig und arbeitsintensiv. Ein Team, das an einem der Projekte arbeitet, lernt die Komplikationen einer Integration kennen, kann aber diese Erfahrung nicht weiter nutzen beziehungsweise darauf aufbauen. Stattdessen müssen andere Programmierer aus dem Unternehmen denselben Lernprozess erneut durchlaufen. Wer daher alle Vorteile der Datenintegration nutzen und vor allem für kommende Projekte gewappnet sein will, der folgt dem von Gartner definierten Ansatz des Integration Competency Centers (ICC).

Zentraler Ansatz beschleunigt Integrationsprojekte

Bei einem ICC handelt es sich um einen Service, der sich aus Menschen, Technologie, Regeln, Erfahrungswerten und Prozessen zusammensetzt. Dieser Service ist für schnelle und kosteneffiziente Planung, Entwicklung und Steuerung von Datenintegrationsprojekten im ganzen Unternehmen verantwortlich. Das im ersten Projekt gewonnene Know-how und die dabei geschaffenen Strukturen sind somit skalierbar und bilden die Basis für alle kommenden DI-Projekte.

ICCs ermöglichen Programme für Customer Relationship Management, Supply Chain Management und Business-to-Business-Interaktion im Rahmen umfassender Prozesse, die den Geschäftsablauf umformen können. Noch wichtiger ist es, dass ein ICC die Möglichkeit neuer Architekturansätze für den universellen Zugriff auf Daten schafft. Herkömmliche, gezielte Ansätze für den Zugriff auf Unternehmensdaten – etwa Datenintegration (DI), Enterprise Application Integration (EAI), Enterprise Information Integration (EII) und Business Intelligence (BI) – dienen allesamt einem speziellen Zweck: dem Sammeln und Bereitstellen von Daten für eine Abteilung. Sie liefern jedoch keinen Architekturansatz für den universellen Zugriff auf Daten. Ein universeller Zugriff ist aber immens wichtig für die gesamte Interaktion mit Daten, erfordert jedoch Dienste für gemeinsam genutzte Informationen, was wiederum Änderungen an der Unternehmensstruktur zur Folge hat.

Ein ICC löst jedoch nicht nur die Probleme bisher verteilter und inhomogener Daten. Dank der ganzheitlichen Sicht auf das Unternehmen können ICC-Manager die zugrunde liegende Technologie des gesamten Geschäftsbetriebs neu konzipieren. Für die Entwicklung eines ICC existieren mehrere Ansätze. Bei der Umsetzung ist der aktuelle Stand in Bezug auf Integrationsprojekte ebenso entscheidend wie die Vorgehensweise – abteilungsweise oder ganzheitlich. Ansätze reichen von der einfachen Projektoptimierung über Best Practices und die Vereinheitlichung von Technologien bis hin zu verteilten oder zentralisierten Diensten.

Aufbauen auf Bewährtem

Auch wenn eine einheitliche Infrastruktur das Ziel ist, kann es sich kein Unternehmen leisten, zu den Anfängen zurückzukehren und mit einem einzigen simplen Computersystem zu arbeiten: Die Leistungsfähigkeit, Flexibilität und der Geschäftswert vorhandener Technologien nehmen immer mehr zu, und Unternehmen müssen stets bereit sein, den Wettbewerbsvorteil einer neuen Lösung zu nutzen. Allerdings können Unternehmen wieder von der Einfachheit eines einzigen Systems profitieren, indem sie mehrere Legacy-Systeme und erstklassige Lösungen in einheitliche, nahtlose unternehmensweite Datendienste integrieren. Firmen, die einen Inselansatz verfolgen, sind hierbei klar im Nachteil gegenüber Unternehmen, die sich für ein ICC-Modell entscheiden und eine schnelle und kostengünstige, teambasierte Entwicklung, Verwaltung und Metadatenverwaltung unterstützen. Einmal realisiert lassen sich die Lösungen mit minimalem Aufwand auf andere Abteilungen oder Landesgesellschaften übertragen.

Für die Realisierung eines ICC müssen Unternehmen gar nicht bei Null anfangen. Fast überall wurden in der Vergangenheit bereits Schritte für eine Datenintegration unternommen, vom Einsatz eines simplen ETL-Tools bis hin zu komplexeren EAI-, EII-, DI- und BI-Initiativen. ICCs können die Transparenz der Unternehmensdaten und die Interaktion mit den Daten mithilfe vereinheitlichter Shared Services verbessern, die die bestehenden Ansätze integrieren und darauf aufbauen.

Deutliche Einsparungspotenziale

Untersucht man die Schritte hin zu einem ICC-Modell, muss man zwei Dinge in Betracht ziehen: erstens die Probleme, Kosten und Risiken, die mit Projektansätzen verbunden sind, der auf einem Datensilo basiert und zweitens den potenziellen Kapitalrückfluss (ROI) durch den effektiven Einsatz einer ICC-Umgebung. Angenommen, eine Integrationsinitiative sieht eine ERP-Konsolidierung, ein unternehmenseigenes Data Warehouse, eine Mainframe-Migration, eine Mitarbeiter-Master-Referenzdatenbank und einen Kunden-Data-Mart vor. Wenn jede Stelle die an sie formulierte Integrationsaufgabe isoliert angeht, kann man davon ausgehen, dass Redundanzen, eine riesige Verschwendung von Ressourcen und gleichzeitig hohe Kosten in Verbindung mit dem Unterhalt der neuen Umgebungen entstehen. Darüber hinaus können diese Datensilos zu einer komplexen Welt mit geringer Konsistenz über verschiedene Geschäftsbereiche hinaus führen und damit letztlich zu einem geringen Vertrauen in die Daten. Unter dem Strich resultiert daraus eine geringe Investitionsrentabilität.

Mit Blick auf den ROI müssen Organisationen daher vor allem die potenziellen Ziele der Implementierung einer ICC-Umgebung berücksichtigen. Zu den Vorteilen der Schaffung eines ICCs kann die Weiterverwendung der Entwicklungsarbeit eines Projekts bei sämtlichen Parallel- oder Folgeprojekten gehören. Laut einer Untersuchung von 50 Projekten von Informatica-Kunden im Jahre 2003 kostete ein typisches Datenintegrationsprojekt damals 500.000 US-Dollar, dauerte 270 Manntage und erforderte bis zur Vollendung über 200 einzelne Datentransformations-Flows. Setzt man eine 35-prozentige Weiterverwendung der Entwicklungsarbeit an einem Projekt für das nächste bei durchschnittlich zehn Projekten an (was bei einer ICC-Umgebung sehr realistisch ist), so ist das Einsparungspotenzial enorm. Eine Beispielrechnung macht es deutlich:

·         Reduzierung der Entwicklungskosten: 500.000 US-Dollar x 10 Projekte x 35 Prozent = 1,75 Mio. US-Dollar

·         Reduzierung der Projektdurchlaufzeit: 270 Manntage x 10 Projekte x 35 Prozent = 945 Tage

·         Reduzierung der Wartungskosten: 200 Transformationen x 10 Projekte x 35 Prozent = 700 Transformationen

HP konsolidiert 85 Datenzentren mit ICC-Ansatz

Ein Projekt aus der Praxis verdeutlicht die Vorteile. Im Jahr 2006 traf die IT-Organisation von HP eine strategische Entscheidung: Die 85 weltweit verstreuten Datenzentren sollten auf drei reduziert werden, so dass die Daten künftig in Atlanta, Houston und Austin konsolidiert vorliegen. Ziel war die Reduzierung der IT-Ausgaben um mehrere Milliarden US Dollar in den kommenden Jahren – mit Hilfe eines modularen Konzepts, das die schnelle Umkonfiguration von Ressourcen und Operationen erlaubt, um geänderten Anforderungen gerecht zu werden. Im Zentrum des Projektes standen dabei das Konzept des Integration Competency Center (ICC) und die Software Informatica PowerCenter.

Zuständig für das gesamte Projekt war das HP-eigene Integration Competency Center. Im Jahr 2001 eingerichtet, ermöglicht es die beschleunigte Auslieferung von Projekten, durch die gemeinsame Nutzung von Wissen, die Standardisierung auf eine kleine Anzahl bewährter Tools und Unterstützung von optimalen Lösungen. »Wir haben PowerCenter intensiv sieben Jahre lang genutzt und wissen, wie man die maximale Funktionalität dieser Plattform erhält«, erklärt Furio Lanzoni Architekt Infrastruktur von HP. Für die Migration übernahm HPs Integration Competency Center (ICC) die Kontrolle über alle Datenintegrationslösungen bis zum Produktivstart auf den neuen geclusterten HP-UC Itanium Servern. In der ersten Phase, die im November 2006 begann, erstellte das Team die Datenintegrationsplattform, definierte die Regeln, die für alle Lösungen gelten, und migrierte innerhalb von sechs Monaten 20 Lösungen. Die zweite Phase, die im April 2007 mit intensiver Unterstützung durch das Management begann, betraf 56 ergänzende Datenintegrationslösungen. Diese Phase musste bis zum April 2008 abgeschlossen werden, denn zu dem Zeitpunkt sollten die anderen Datencenter geschlossen werden.

Eine der Entscheidungen, die im Rahmen des Migrationsprojekts getroffen wurde, war die Standardisierung der Datenintegrationslösungen auf eine einheitliche Version. »Vorher nutzten zwar alle unsere Kunden Informatica PowerCenter, aber nicht unbedingt die gleiche Version«, so Furio Lanzoni. »Um eine homogene Umgebung zu schaffen, haben wir alle auf die gleiche Version umgestellt. In Kombination mit der neuen HP Technologie, bringt uns die Plattform die Stabilität und das Maß an Performance, das von den geschäftskritischen Datenintegrationslösungen benötigt wird, die die BI-Lösungen versorgen, die für sich ebenfalls geschäftskritisch sind.
Weitere Informationen zum Projekt von HP finden Sie auch unter »HP konsolidiert 85 Datenzentren»).

ICC-Einführungen zahlen sich aus

Unabhängige Analysten wie auch Kunden erkennen den Wert eines ICC. So schreiben die beiden Forrester-Analysten Ken Vollmer und Rob Karel in einem im März 2007 erschienenen Bericht, in dem sie Optionen der Integrationstechnologie untersucht haben: »Das Integration Competency Center (ICC) sollte die wichtigste Quelle von Fachwissen zu verschiedenen Integrationsalternativen sein und bei jeder Entscheidung darüber, welche Alternative den formulierten Businessanforderungen am besten entspricht, zu Rate gezogen werden.« Die Marktforscher von Gartner beziffern die Vorteile, die aus der Nutzung eines ICC resultieren können, auf zehn Prozent und mehr des Gesamtaufwandes eines DI-Projektes. Eine Hausnummer, die deutlich macht, dass ICCs nicht nur schnellere Ergebnisse bringen und zukunftssichere Umgebungen schaffen, sondern sich auch finanziell lohnen. Eine Untersuchung von Informatica unterstreicht dies: Ende 2007 wurden mehr als 130 Kunden mit einer Umsatzgröße von 100 Millionen bis über fünf Milliarden US-Dollar befragt. Ergebnis: mehr als 43 Prozent haben bereits ein ICC oder sind dabei, ein entsprechendes Programm einzuführen. Befragt nach dem Erfolg ihres ICC auf einer Skala von 1 bis 5, wobei 5 der höchste Wert war, haben mehr als 75 Prozent einen Durchschnittswert von 4 angegeben, basierend auf erheblichen Kosteneinsparungen, ökonomischen Skaleneffekten und einer schnelleren Marktreife von Datenintegrationsprojekten. Die Zahlen belegen, dass ICC-Einführungen sich für die Unternehmen auszahlen.

Otto Neuer, Geschäftsführer Zentraleuropa der Informatica GmbH

 

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