20090102zf Avocent Green IT Konfigurations- und Strommanagement

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Konfigurations- und Strommanagementtechnologien

Mit grüner IT zum Erfolg

Vor dem Hintergrund eines gestiegenen Bewusstseins über die soziale Verantwortung von Unternehmen und angesichts des Anstiegs der Energiekosten sind die Manager in den Vorstandsetagen gezwungen, sich verstärkt mit ökologischen Fragen zu beschäftigen.

 

E

inen besonderen Schwerpunkt bildet hier die Informationstechnik, da IT-Netzwerke stetig wachsen und folglich immer mehr Strom verbrauchen. Dabei wird mitunter heftig darüber gestritten, wie man Informationstechnologien umweltverträglicher gestalten und einsetzen kann. Eines ist jedoch gewiss: Um den Stromverbrauch und Kohlendioxidausstoß zu reduzieren, bedarf es mehr, als einer Anweisung der Unternehmensleitung, in der die Mitarbeiter aufgefordert werden, ihre Computer oder Bildschirme nach Feierabend abzuschalten. Schließlich kann das verantwortungsbewusste Handeln des Einzelnen nur der Ausgangspunkt für eine umweltgerechtere Ausrichtung des gesamten Unternehmens sein.

Der Begriff »Green IT« ist inzwischen durchaus bekannt und anerkannt. Allerdings heißt dies nicht, dass er auch richtig verstanden wird. Die Materialien, die von IT-Anbietern in guter Absicht veröffentlicht werden, um Kunden zu informieren, verursachen eine Flut von Informationen, die nicht selten das Gegenteil des beabsichtigten Ziels bewirken und dazu führen, dass Unternehmen bei der Abwägung der zahlreichen Energiereduzierungsmaßnahmen zögern, anstatt zu handeln.

Die Rolle der IT-Konfiguration

Ein Beispiel hierfür ist die Energieverwaltung, die Bestandteil des übergeordneten Ziels der Reduzierung des Energieverbrauchs ist. Widersprüchliche und mitunter irreführende Informationen bewirken, dass IT-Mitarbeiter nur schwer entscheiden können, wann und wo der Einsatz von Energieverwaltungstechnologien, sowohl aus ökologischen Gründen als auch aus der wirtschaftlichen Perspektive des Unternehmens, sinnvoll ist. Dabei können sich auch einfache Energieverwaltungsmaßnahmen als Bumerang erweisen, wenn sie nicht durch Richtlinien gelenkt werden. Sicher kennt jeder eine dieser Geschichten, in denen darüber berichtet wird, dass Produktionsanlagen oder Websites zum Erliegen gekommen, oder Datensicherungsvorgänge fehlschlagen sind, weil »irgendjemand in der IT-Abteilung« einen Server abgeschaltet hat.

Oft sind solche Probleme auf ein schlechtes Konfigurationsmanagement zurückzuführen. Anders ausgedrückt: Die IT-Abteilung weiß nicht genau, was die einzelnen Server, Router oder Switches tun und welche Abhängigkeiten zwischen ihnen bestehen. Angesichts dieser Unsicherheiten und Unwägbarkeiten ist der IT-Mitarbeiter eher geneigt, nichts zu tun und nichts abzuschalten, weil er befürchten muss, ein unvorhergesehenes Problem zu verursachen. Durch die Implementierung einer effizienteren Konfigurationsmanagement-Richtlinie können Unternehmen nicht nur ein besseres Verständnis ihrer IT-Systeme, sondern auch ein effektiveres Management der einzelnen Komponenten und somit der IT-Infrastruktur sicherstellen.

Hierzu benötigt die IT-Abteilung Verfahren, mit denen die wechselseitigen Abhängigkeiten zwischen den Komponenten der IT-Landschaft ermittelt werden können. Dies ist von entscheidender Bedeutung, weil das Unternehmen damit die Risiken und Auswirkungen des Energiemanagements besser einschätzen kann und nicht nur einen kompletten Überblick über sämtliche IT-Bestände erhält, sondern diese auch über die gesamte Lebensdauer hinweg verfolgen kann. Diese Form der Informationsverfolgung kann besonders wichtig sein vor dem Hintergrund von Umweltschutzvorschriften wie der EU-Richtlinie für Elektro- und Elektronikaltgeräte (Waste Electrical and Electronic Equipment, WEEE), die vorschreibt, dass EU-Hersteller von Neugeräten für die Wiederverwertung und/oder sichere Aufbereitung, sowie die spätere Entsorgung der von ihnen vermarkteten Produkte bezahlen müssen.

So werden verschiedene Lösungen angeboten, mit denen IT-Leiter den gesamten Lebenszyklus der IT-Ressourcen eines Unternehmens von der Beschaffung über die kontinuierliche Verwaltung und Änderung von IT-Komponenten bis hin zu deren Entsorgung verfolgen und zudem die zwischen ihnen bestehenden Abhängigkeiten nachvollziehen können. Bei der Installation einer neuen IT-Komponente erhält die IT-Abteilung vollständige Kontrolle über deren Lebenszyklus. Dies reicht von geplanten und ungeplanten Änderungen über die Frage, wie und von wem die Komponente genutzt wird, bis hin zu Entscheidungen über Konfigurationsänderungen, die möglicherweise erforderlich sind, um den veränderten Anforderungen des Unternehmens gerecht zu werden.

Agieren statt reagieren

Um die eigene Existenz zu sichern und einen Beitrag zu einem nachhaltigen Umweltschutz zu leisten, sind Unternehmen stets bemüht, ihren Energieverbrauch zu reduzieren. Wenngleich dies ein wichtiger erster Schritt ist, reagieren sie damit lediglich auf das Problem. Unverzichtbar ist deshalb ein proaktives Management, insbesondere bei der Planung und Modellierung des Wachstums der IT-Umgebung. Es reicht nicht mehr aus, lediglich darüber nachzudenken, mit welchem Server ein bestimmtes fachliches/geschäftliches Problem gelöst werden kann. Vielmehr muss die IT-Abteilung auch den Energiebedarf des Servers berücksichtigen und überlegen, wo dieser am besten installiert werden sollte, um eine ausgewogene »Energieumgebung« sicherzustellen. Hierfür benötigen IT-Mitarbeiter sowohl Hard- als auch Softwaretools, mit denen sie den tatsächlichen Stromverbrauch der jeweiligen Umgebung in Echtzeit messen und den idealen Installationsort von Geräten modellieren können, um eine optimale und ausgewogene Energienutzung im gesamten Netzwerk sicherzustellen. Die meisten der heute auf dem Markt erhältlichen Tools basieren auf Worst-Case-Szenarien oder Modellen, die auf der Grundlage der technischen Daten erstellt werden, die auf den Typenschildern von Geräten zu finden sind. Am Horizont tauchen jedoch bereits neuere Lösungen auf, mit denen der Stromverbrauch in Echtzeit modelliert werden kann, so dass ein realistischeres Bild der Umgebung entsteht. Mit diesen Tools verfügen IT-Abteilungen über die Voraussetzungen für die Erstellung eines besseren Optimierungsprofils. Dabei handelt es sich im Grunde um einen Übersichtsplan, aus dem ersichtlich wird, wie Strom fressende Geräte am besten implementiert werden sollten, um mit ihnen optimale Resultate zu erzielen und gleichzeitig den Strombedarf zu minimieren.

Gleichzeitig sind bereits heute Technologien erhältlich, mit denen Systemumgebungen überwacht und bei stromversorgungsbedingten Problemen automatisch wiederhergestellt werden können. Entsprechende Lösungen ermöglichen IT-Administratoren eine proaktivere Vorgehensweise, da sie damit Systemumgebungen im Hinblick auf Situationen überwachen können, die möglicherweise zu Stromversorgungsproblemen führen können. Bei den heute eingesetzten Lösungen hingegen können IT-Administratoren nur reagieren und warten, bis ein Problem auftritt. Wenn beispielsweise eine Überlastsituation eintritt, die dazu führt, dass Sicherungen ausgelöst werden und ganze IT-Installationen zum Erliegen kommen, versucht die IT-Abteilung hektisch, die Ursache des Systemausfalls ausfindig zu machen und die Systeme wiederherzustellen. Verfügt die IT-Abteilung jedoch über geeignete Überwachungstools, kann sie den Stromverbrauch proaktiv beobachten, so dass ein Anstieg des Strombedarfs frühzeitig erkannt und Systeme beim Erreichen bestimmter Grenzwerte vom Netz genommen werden können. Auf diese Weise wird verhindert, dass eine Überlastsituation eintritt, die zum Ausfall von Systemen führt. Gerade im proaktiven Strommanagement zeigen sich die wahren Vorteile dieser Tools und Technologien.

Größere Mobilität von Beschäftigten

Durch immer höhere Breitbandgeschwindigkeiten und die stetige Weiterentwicklung ausgeklügelter Kommunikationstechnologien verfügen Unternehmen über weitere Möglichkeiten, mit denen sie ihren Kohlendioxidausstoß reduzieren können, indem sie verstärkt auf Formen der Telearbeit wie Heimarbeitsplätze oder Außenbüros zurückgreifen und damit die Auswirkungen ihrer geschäftlichen Aktivitäten auf die Umwelt verringern können.

Durch die Einrichtung von Fernarbeitsplätzen kann die tägliche An- und Abreise vieler Mitarbeiter vermieden werden. Angesichts der Tatsache, dass Pendler jedes Jahr mehrere Millionen Tonnen CO2 produzieren, können Unternehmen mit entsprechenden Maßnahmen nicht nur zu einer Verringerung des Verkehrsaufkommens beitragen, sondern auch einen aktiven Beitrag zum Umweltschutz leisten.

Ein Problem, das verhindert, dass die Möglichkeiten der Telearbeit von mehr Unternehmen genutzt werden, ist die oft unzureichende IT-Unterstützung. IT-Abteilungen müssen sicherstellen, dass Telearbeiter nicht durch IT-Probleme und den mit Systemausfällen verbundenen Stress beeinträchtigt werden. Deshalb ist es wichtig, den Benutzern (unabhängig von ihrem jeweiligen Standort) Systeme zur Verfügung zu stellen, mit denen sie kleinere IT-Probleme selbst beheben können, damit diese nicht zu einer Lahmlegung ihrer Arbeitsaktivitäten führen.

Zusammenfassung

Bereits heute sind »grüne« IT-Lösungen erhältlich, die Unternehmen bei der Implementierung von Energiemanagementrichtlinien unterstützen, mit denen sie nicht nur erhebliche wirtschaftliche Vorteile erzielen, sondern gleichzeitig auch ihren Energieverbrauch und Kohlendioxidausstoß reduzieren können. Darüber hinaus bietet die Kombination von Konfigurations- und Strommanagementtechnologien eine effektive Möglichkeit, mit der die Auswirkungen dieser Maßnahmen sichtbar gemacht werden können und sichergestellt werden kann, dass der Übergang zu einer grünen IT keine nachteiligen Auswirkungen auf andere Systeme hat.

Anstatt auf Vorschriften des Gesetzgebers zu warten, sollten sich vorausblickende Unternehmen bereits heute mit der Frage beschäftigen, wie sie grüne Strategien am besten in ihre jeweilige Struktur integrieren können. Unternehmen, die die richtigen Maßnahmen ergreifen, sparen nicht nur Geld und Strom, sondern positionieren sich auch als Branchenführer und Vordenker.

Ben Grimes


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 Ben Grimes, CTO und Senior VP of Corporate Strategy, Avocent Corporation

 

Total Cost of Power

Im Frühjahr 2008 wurde durch das Unternehmen Actionable Research Inc. im Auftrag von Avocent eine Umfrage durchgeführt. Dabei wurden 299 Führungskräfte und IT-Manager aus den Bereichen Fertigung, Hightech, Einzelhandel, Bank-, Gesundheits- und Bildungswesen sowie dem Regierungssektor befragt, welches die größten Herausforderungen dabei sind, die IT den jeweiligen Geschäftszielen anzupassen. Die befragten Personen gaben an, dass Energieeinsparungen mit den derzeitig verfügbaren Tools die schwierigste Aufgabe für sie darstellen. Die Befragten sahen im Management der Gesamtheit der Energiekosten [total cost of power] die zweitgrößte Aufgabe. Des Weiteren gaben zahlreiche Personen an, dass ihr Interesse an Virtualisierungstechnologien durch die Hoffnung auf erhebliche Energieeinsparungspotenziale beeinflusst ist.Hier einige Umfrageergebnisse in Bezug auf den Energieverbrauch:

33 % der Unternehmen haben Server-Virtualisierung eingesetzt, mit dem Ziel, Energie zu sparen

55 % der Unternehmen sind in der Lage, den Energieverbrauch ihrer Rechenzentren zu messen, in erster Linien auf USV-Ebene

83 % schätzen die Möglichkeit, den Energieverbrauch der gesamten Rechenzentren messen zu können, als »wertvoll« oder »überaus wertvoll« ein

 

Unabhängige Untersuchungen haben ergeben, dass fast 60 % aller Verantwortlichen in Rechenzentren aktiv nach IT-Lösungen suchen, die dabei helfen, die mit dem Energieverbrauch verbundenen Kosten zu regulieren1. Dabei wenden sich die IT-Verantwortlichen flexiblen Infrastrukturmanagementlösungen zu, die sich mit diesen Energieproblemen auf jedem Level befassen können - von Desktop-Systemen bis hin zu zentralisierten Rack-Servern (Entnommen aus der Studie »Data Center Management«, März 2008 von Research Concepts, Inc)

 

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