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Ökonomie und Ökologie Green IT als Chance in schwierigen Zeiten Angesichts der aktuellen Wirtschaftlage droht das Thema Green IT in den Hintergrund zu treten. Aber gerade Projekte mit dem »grünen« Anstrich können zu erheblichen Kosteneinsparungen führen.
ährend CIOs des deutschen Mittelstandes noch nicht so recht wissen, ob und wie sie auf das Thema Green IT reagieren sollen, werden Unternehmen in verschiedenen Ballungsgebieten Europas ganz pragmatisch zum Energiesparen gezwungen. So konnte ein Unternehmen in London beispielsweise keine weiteren Hardwarekomponenten anschließen, weil es nicht möglich war, am Standort zusätzliche Energie zu beziehen. Diese Problematik ist in Deutschland zum Glück bisher kaum zu spüren. Dennoch denken viele CFOs – insbesondere aufgrund der aktuellen wirtschaftlichen Situation über Energiesparmaßnahmen in der IT nach – sind doch die Einsparmöglichkeiten hier enorm. Nachfolgend betrachten wir einmal näher, wie sich in der IT Energie einsparen lässt. Beispiel Server.
Der typische maximale Verbrauch eines heute noch in Betrieb befindlichen 2-CPU-Servers liegt gemäß Typenschild bei 550 Watt. Legen wir den in der Industrie gebräuchlichen Wert von 67 Prozent Auslastung zugrunde, benötigt dieser Rechner pro Jahr mehr als 3,2 Megawatt Strom. Zur Kühlung der Abwärme addieren sich dazu nochmals zirka 125 Prozent der verbrauchten Energie. Zusammen ergibt das je nach Verhandlungsgeschick zwischen 850 und 1150 Euro pro Jahr an reinen Stromkosten für einen einzigen Server. Einsparpotenzial bietet sich hier gleich zweifach: Entscheidet man sich zum Beispiel für energiesparende Dual-Quadcore Server, liefern diese fast die Rechenleistung von acht herkömmlichen CPUs. Der Energieverbrauch von maximal 432 Watt liegt jedoch noch unterhalb der eines zwei bis drei Jahre alten 1-CPU-Servers. Zusätzlich können Möglichkeiten genutzt werden, die eine Server-Virtualisierung erlauben. Ausgehend von einer sehr konservativen Ratio von 1:8 kann insgesamt der Energieverbrauch auf weniger als ein Zehntel des ursprünglichen Verbrauchs reduziert werden. Konsequent umgesetzt lassen sich beispielsweise bei 50 Servern, die für Virtualisierung geeignet sind, im Jahr über 140 Megawatt Strom und damit erhebliche Kosten einsparen. Beispiel Endgeräte.
Eine wesentlich günstigere Alternative dazu stellen die sogenannten Thin Clients dar, die mit Terminals im Mainframe-Umfeld zu vergleichen sind und es damit ermöglichen, Applikationen zu nutzen, obwohl diese auf einem zentralen Server laufen. Thin Clients schlagen (inklusive der anteiligen Kosten für die zusätzlich notwendigen Server) mit nur 1.450 Euro pro Arbeitsplatz zu Buche und benötigen dabei umweltfreundlich 51 Prozent weniger Energie. Da sie keine beweglichen Teile wie Lüfter oder Festplatte enthalten, sind sie zudem wesentlich haltbarer und geräuscharmer als handelsübliche PCs. Die durch die Einführung von Thin Clients erreichte zentrale Datenhaltung stellt einen weiteren Vorteil für die Unternehmen dar. Datenverluste durch Datenlagerung auf PCs, die nicht gesichert sind, gehören der Vergangenheit an. Digitale Datenhaltung. Während bei Servern und PCs die Einsparungen relativ schnell zu erzielen sind, stellt die Lagerung digitaler Daten die Unternehmen in Bezug auf Energieverschwendung vor größere Herausforderungen. Glücklicherweise haben nur wenige Firmen die einst vorhergesagten Datenzuwachsraten von über 100 Prozent pro Jahr erreicht. Trotzdem ist das aufzubewahrende Datenvolumen enorm gestiegen. In Speicherprojekten wird nicht mehr über Gigabyte, sondern über Terabyte geredet. Und da aus rechtlichen Gründen vieles über Jahre aufbewahrt werden muss, haben etliche Unternehmen die Petabyte-Grenze bereits weit überschritten. Aktuell scheint die Festplatte das konkurrenzlose Medium zur Datenspeicherung zu sein. Die Preise für Plattensysteme sind in den letzten Jahren so dramatisch gesunken, dass es nicht notwendig scheint, Alternativen zu suchen. So argumentieren zumindest immer noch etliche Hersteller von Disk-Systemen. Werden allerdings Betreiber von Rechenzentren nach ihren Disk-Systemen befragt, so nennen einige diese nicht gerade liebevoll ihre »Zentralheizung im Rechnerraum«. Natürlich ist auch im Disk-Bereich die Entwicklung in den letzten Jahren nicht stehen geblieben. Die Systeme arbeiten wesentlich energieeffizienter als noch vor einiger Zeit. Fakt ist jedoch, dass die Platten in traditionellen Festplattensystemen solange in Bewegung sind, so lange das System angeschaltet ist – völlig unabhängig, ob auf die Daten zugegriffen wird oder nicht. Zwangsläufig wird dadurch ununterbrochen Strom verbraucht. 86 Prozent des Energieverbrauches in einer typischen EMC-Symmetrix-3000-Storage-Systemkonfiguration gehen zu Lasten der Festplatten. Die Datenhaltung der Zukunft HSM (Hierarchisches Speicher Management) und ILM (Information Lifecycle Management) waren über einen langen Zeitraum Hype-Themen, die sich nie in der Breite etablieren konnten. Die automatische Auslagerung von Daten, die aktuell nicht benötigt werden, war in den meisten Fällen teurer, als diese Daten einfach weiter auf den produktiven Systemen zu belassen. Die betroffene Datenmenge stand in den meisten Fällen nicht im Verhältnis zu den Kosten, die anfielen, um diese Technologie zu implementieren. Die nicht aufzuhaltende Datenflut wird diese Themen auf jeden Fall in nicht allzu ferner Zukunft wieder zur Relevanz verhelfen. Auch der Mittelstand wird sich in absehbarer Zeit mit dem Thema Datenhaltung beschäftigen müssen: Zu klären ist, wie sich die Daten, auf die kein Zugriff mehr erfolgt, die aber aufbewahrungspflichtig sind, von den energiefressenden, hochperformanten Disk-Systemen auf kostengünstigere Speichersysteme auslagern lassen. Tape – Totgesagte leben länger. Bereits seit langer Zeit geht das Gerücht um, dass Bandspeicher nicht mehr notwendig sind. Einige böse Zungen sprechen hier sogar von überholter Technologie. Schauen wir uns allerdings die Energiebilanz dieses Speichermediums an, so werden wir feststellen, dass es die einzige Wahl für Langzeitspeicherung sein sollte. Kein anderes Speichermedium benötigt weniger Strom zur Aufbewahrung von Daten. Mit Hilfe aktueller, angepasster Archivierungssoftware lassen sich Informationen nicht nur energiesparend über Jahre aufbewahren, sondern sind im Bedarfsfall schnell wieder zu finden. Somit werden Libraries auch in Zukunft aus Rechenzentren nicht wegzudenken sein. MAID (Massive Array of Idle Disk). Eine zusätzliche Alternative könnte die neue Technologie MAID darstellen. Im Gegensatz zu traditionellen Disk-Speichersystemen ist es in diesem Verbund dank spezieller Festplatten möglich, die nicht im direkten Datenzugriff befindlichen Komponenten »abzuschalten«. Diese für Langzeitarchive konzipierten Speicher verbrauchen durch den Abschaltmechanismus wesentlich weniger Energie und erzeugen damit nur einen Bruchteil der Wärme von Produktionsspeichersystemen. Allerdings ist die Auswahl an Archivierungs- und Backup-Software, die diese Systeme ansprechen kann, heute noch eingeschränkt. Resümee. Jeden Tag hören und lesen wir, dass wir uns alle konsequent am Umweltschutz beteiligen müssen, weil wir nur so die Erde lebenswert erhalten können. Die Leistung und damit das Entgelt für Entscheidungsträger berechnen sich aber aufgrund des Unternehmensergebnisses. Leider führen reine Umweltschutzmaßnahmen selten zur Erhöhung von Unternehmensgewinnen und werden gerade in Krisenzeiten zu »Luxus-Themen« degradiert. Hätten Sie gewusst, dass die IT-Technik weltweit genauso viele Emissionen des Treibhausgases CO2 erzeugt wie die als einer der größten Umweltsünder geschmähte Luftfahrt. Das Fliegen sollten wir nach Möglichkeit einschränken. Fliegen wir doch, werden wir durch die permanent steigende Kerosin-Steuer zur Kasse gebeten. Energiesparmaßnahmen in Rechenzentren lohnen sich rein ökonomisch für jedes größere Unternehmen, waren aber trotzdem in den vergangenen Jahren nahezu kein Thema. Ökologische Aspekte fanden schon gar keine Beachtung. Mit Green IT lassen sich nicht nur erhebliche Kosten einsparen, auch die Umwelt wird geschont. Ist es nicht wunderbar, in wirtschaftlich schwierigen Zeiten somit etwas für die Erreichung der Unternehmensziele zu tun und gleichzeitig auch einen Beitrag für unsere Zukunft zu leisten? Angelika Stiehl ____________________________________ Angelika Stiehl ist Solution Manager Application Delivery bei Controlware
Controlware GmbH Die Controlware GmbH, Dietzenbach, ist einer der führenden unabhängigen Systemintegratoren in Deutschland. Das 1980 gegründete Unternehmen unterstützt seine Kunden mit Komplettlösungen und Dienstleistungen in der Informationstechnologie. Das Portfolio erstreckt sich von der Beratung und Planung über Installation und Wartung bis hin zu Management, Überwachung und Betrieb von Kundennetzen durch das firmeneigene Network Operating Center. Zentrale Geschäftsfelder der Controlware sind die Bereiche Communication Solutions, Information Security, Physical Security, IT-Management und Application Delivery. Controlware unterhält als Systemintegrator enge Partnerschaften mit national wie international führenden Herstellern sowie mit innovativen Newcomern der Branche. Das 580 Mitarbeiter starke Unternehmen verfügt mit elf Standorten in Deutschland über ein bundesweit flächendeckendes Vertriebs- und Servicenetz und ist mit eigenen Niederlassungen in Europa, Nordamerika, Asien und Australien vertreten. Und überall hat die Devise »Zuhören, verstehen, handeln – das ist Partnerschaft, wie wir sie verstehen!« oberste Priorität. Zu den Tochterunternehmen der Controlware zählen die Networkers AG, die ExperTeach GmbH und die Productware GmbH.
Philosophie Mensch und Natur – Controlware weiß ihren Wert zu schätzen Kundenbetreuung Stets die optimale Lösung für unsere Kunden zu finden, ist unser oberstes Ziel; denn die Zufriedenheit unserer Kunden ist unser größter Erfolg. »Es ist besser, Geld zu verlieren als Vertrauen.« - Zitat von Robert Bosch. Soziales Engagement Die Bereitschaft zu Aus- und Weiterbildung ist eine der tragenden Säulen unserer Firmenkultur. Mit einer ganzen Reihe von Lehrberufen sowie durch Kooperationen mit mehreren Universitäten und der Unterstützung kombinierter Studiengänge bieten wir jungen Menschen vielfältige Einstiegsmöglichkeiten ins Berufsleben. Und auch unsere Mitarbeiter haben nie ausgelernt: Kontinuierliche Fortbildung wird in unserem Hause großgeschrieben. Gelebte Firmenphilosophie – das bedeutet für uns offene Kommunikation. Denn wir legen großen Wert darauf, dass jeder Mitarbeiter, Kunde und Lieferant seine Ideen einbringen kann - und dies auch tut. Umweltbewusstsein Der verantwortungsvolle Umgang mit der Natur und ihren Ressourcen liegt uns besonders am Herzen. Für die Controlware ist die Entwicklung umweltfreundlicher Produkte daher ebenso selbstverständlich wie Energiesparmaßnahmen und die Einbettung der Natur am Firmensitz.
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