20090304b Vitria Operational Intelligence

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Monitoring und Optimierung in Echtzeit

Operational Intelligence

In Unternehmen ist heute alles mit allem digital verbunden – Applikationen, Produkte, Geschäftspartner, Lieferanten. Wo diese enge Verzahnung und die vielfältigen Abhängigkeiten die Geschäftsprozesse weiter beschleunigen, ist eine neue Art von Steuerungsinstrument gefragt: Operational Intelligence.

 

D

er Alltag in vielen Unternehmen wird immer hektischer. Ein Großteil der Geschäftsprozesse steht unter einem enormen Zeitdruck. Kunden, Lieferanten und Partner stellen immer höhere Anforderungen, ohne dass darunter die Qualität leiden darf. Treffend zusammengefasst sind die damit verbundenen Abläufe mit dem von der Gartner Group geprägten Begriff »Real-time Enterprise«. Zur Verdeutlichung der Abläufe verwenden die Berater das Modell eines »Enterprise Nervous System« (ENS). Ebenso wie das menschliche Nervensystem die von den Sinnesorganen ankommenden Informationen verarbeitet, nimmt auch das ENS Business Events aus seiner Umwelt wahr, verarbeitet sie in Echtzeit und veranlasst entsprechende Aktionen. Um bei dieser Analogie zu bleiben, hat eine derartige IT-Lösung die Aufgabe, Datenströme mit komplexen Business Events zu analysieren, Informationen im Kontext zu bewerten und sie für Handlungsanweisungen aufzubereiten.

Letztlich geht es in diesem Zusammenhang um Fragen der Unternehmenssteuerung. Während sich die strategische Betrachtung auf langfristige Zeiträume bezieht, befasst sich die taktische Betrachtung mit mittelfristigen und die operative Sichtweise mit kurzfristigen Perioden. Je nach Anforderungen an Durchführung, Leistungsermittlung und Steuerung lässt sich zunächst einmal zwischen Business Intelligence (BI) und Operational Intelligence unterscheiden. Taktische Entscheidungen betreffen vor allem die Prozessgestaltung (Geschäftsprozessmodellierung) und den Ressourceneinsatz; die operativen Entscheidungen und das Monitoring sollen eine störungsfreie, optimale Durchführung garantieren.

In Verbindung mit Business Process Management widmet sich BI aus strategischer oder auch taktischer Sicht einer effizienten Gestaltung der Geschäftsprozesse. Die dazu notwendigen Daten werden in periodischen Updates (monatlich, quartalsweise, jährlich etc.) zusammengetragen. Operational Intelligence dagegen dient einer effektiven Prozessausführung und -kontrolle; sie bedingt ein Real-time Monitoring von Daten und Ereignissen.

Operational Intelligence ist weit mehr als BI.

Traditionelles BI ist datenzentriert und liefert Berichte über die Ergebnisse einer Summe von Datentransaktionen aus der Vergangenheit: im letzten Monat, im abgelaufenen Quartal oder in dem zu Ende gegangenen Geschäftsjahr. Der Erkenntnisgewinn hat eher mittelfristige Auswirkungen und damit nur einen geringen unmittelbaren Einfluss auf das Tagesgeschäft. Der Schwerpunkt von Business Intelligence liegt auf der Analyse abgeschlossener Geschäftsperioden und dem Nachvollziehen, warum es zu bestimmten Ergebnisse kam. Operational Intelligence dagegen befasst sich explizit mit dem Monitoring der alltäglichen Geschäftsabläufe.

Mit der Überwachung von Geschäftsprozessen hat es auch Business Activity Monitoring (BAM) zu tun. Zielgruppe von BAM sind vorwiegend die Führungskräfte in einem Unternehmen. Zudem liegt der Fokus von BAM auf formal modellierten Geschäftsprozessen. Operational Intelligence dagegen kümmert sich stärker um die Details, beispielsweise das Eintreffen oder auch das Ausbleiben einzelner Ereignisse innerhalb eines lang laufenden Geschäftsprozesses wie dem Order Fulfillment.

CEP als Schlüsseltechnologie von Operational Intelligence.

Bei näherem Hinsehen unterscheiden sich BAM und Operational Intelligence in den Implementierungsdetails: Die Erkennung von Abweichungen im erwarteten Verhalten von Geschäftsprozessen ist eine Funktion, die nur Operational Intelligence beherrscht. Eine Voraussetzung dafür ist Complex Event Processing (CEP). Mehr noch: CEP ist eine Schlüsseltechnologie von Operational Intelligence. Die Aufgabe von CEP ist die Erkennung, Analyse, Gruppierung und Verarbeitung voneinander abhängiger Events.

Eine zentrale Methode von CEP ist die Strukturierung der Ereignisse. Denn einzelne Events hängen kausal voneinander ab und nehmen beispielsweise im zeitlichen Verlauf aufeinander Einfluss. Werden verschiedene Events zu einer Gruppe zusammenfasst und daraus ein übergeordnetes Ereignis gebildet, spricht man von einem aggregierten oder auch einem komplexen Event. Dieses wiederum ist abhängig von einzelnen Ereignissen, aus denen es besteht und die eine Abstraktionsebene darunter angesiedelt sind.

Entwicklungsplattformen und Lösungsbausteine für Operational Intelligence, wie die Software Vitria M3O Operations Book, verknüpfen unterschiedliche Funktionen aus den Bereichen Business Intelligence, Business Activity Monitoring und Complex Event Processing. Mit einer fertigen Lösung erhalten Anwender in den Fachabteilungen in Echtzeit eine Vorstellung über die Qualität der gerade ablaufenden Geschäftsprozesse und können bei Abweichungen von den Sollwerten sofort eingreifen.

Als aktivitätenzentrierte Applikation ergänzt Operational Intelligence eine Business-Process-Management-Lösung. Speziell mit M3O können Fachanwender selbst BPM- und Operational-Intelligence-Applikationen erstellen. Die Prozessverantwortlichen und die im Alltagsgeschäft aktiven Mitarbeiter modellieren, managen, überwachen und optimieren die Geschäftsprozesse. Passend dazu stellt Operational Intelligence umfangreiche analytische Funktionen bereit, mit denen die Fachanwender Daten aus einer Vielzahl von Quellen in Echtzeit erfassen und bewerten können. Geschäftsprozesse werden damit transparent und lassen sich sehr effektiv überwachen und steuern.

Eine wichtige Anforderung an Operational Intelligence: Anwender in den Fachabteilungen sollten auf einer grafischen Benutzeroberfläche im Web-2.0-Look ihre KPIs (Key Performance Indicators, die betriebswirtschaftlichen Kennzahlen) und Dashboards designen und sofort im Alltag einsetzen können. In die Auswertungen gehen sowohl unternehmensinterne als auch externe Daten ein, es werden historische und aktuelle Quellen angezapft, Verhaltensmuster analysiert sowie Ursache-Wirkungs-Zusammenhänge aufgedeckt.

Die CEP Engine von Vitria verwendet zum Datenzugriff XML und XQuery, die eigentliche Funktion heißt StreamXQuery. Statt zeitaufwendiger Konversionen stehen damit alle Informationen direkt an den Datenquellen zur Verfügung. Auswerten lassen sich die Daten beispielsweise mit Verfahren der Multi-Dimensional Analysis, Correlation Analysis, Pattern Analysis sowie Trend- und Zeitreihenanalyse.

Direkte Reaktion auf Business Events.

Operational Intelligence ermöglicht den Anwendern, die täglich mit den Geschäftsprozessen befasst sind, ganz direkt auf Business Events reagieren zu können, statt wie bei BI erst im Nachhinein die Lage aus Reports zu erfahren. Die Optimierung von Geschäftsprozessen gewinnt damit eine völlig neue Qualität. Mit Operational Intelligence sind die einzelnen Fachabteilungen in der Lage, während die Prozesse ablaufen, Ursache-Wirkungs-Zusammenhänge zu erkennen und bei Abweichungen von erwarteten Business Events steuernd einzugreifen.

Drohende Engpasssituationen oder Terminüberschreitungen lassen sich unmittelbar bei Eintritt erkennen und es können Gegenmaßnahmen eingeleitet werden. Eine proaktive Operational Intelligence für die Qualitätsüberwachung und Qualitätssicherung schließt statistische Methoden aus dem Data Mining mit ein. Entscheidungen werden dann getroffen, wenn die Effekte unmittelbar zu spüren sind – nämlich dann, wenn die Geschäftsprozesse in vollem Gange sind. Die Folge: Unternehmen können sich weit rascher als bislang auf geänderte Rahmenbedingungen einstellen.

Zusammenfassend liegt der Fokus von Operational Intelligence auf dem Real-time Monitoring von Geschäftsprozessen und deren einzelnen Aktivitäten. Operational Intelligence ist primär aktivitätenzentriert, während BI vorrangig als datenzentriert zu charakterisieren ist. Auslöser von Aktivitäten sind Business Events: Die Lieferung für die Produktion erreicht das Werk in ungenügender Qualität, zu spät oder unvollständig. Tritt dieser Fall ein, sind die mit Operational-Intelligence-Applikationen ausgestatteten Mitarbeiter in der Lage, die Auswirkungen des Business Events einzuschätzen und sie können sofort Gegenmaßnahmen ergreifen.

In einem derartigen Umfeld ergänzt Operational Intelligence die taktische Planung sowie deren operative Umsetzung und wird so zu einem wichtigen Element in dem bekannten Zyklus Plan – Do – Check – Act (PDCA). Der Fokus liegt dabei auf der Check-Phase: Business Events werden erfasst, analysiert und bewertet. Act setzt die Maßnahmen um.

Thomas Egeling

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Thomas Egeling ist Senior Sales Consultant bei Vitria Technology

 

 

 


 

Operational Intelligence umfasst Funktionalitäten aus den Bereichen Real-time Business Intelligence (BI), Complex Event Processing (CEP) und Business Activity Monitoring (BAM).

Quelle: Vitria

 


 

Operational Intelligence stellt umfangreiche analytische Funktionen bereit, die es Anwendern in den Fachabteilungen ermöglichen, Daten aus einer Vielzahl von Quellen zeitnah zu erfassen, zu bewerten und bei Bedarf unmittelbar aktiv zu werden.

Quelle: Vitria

 


 

Anwender können im Rahmen von Operational Intelligence auf einer grafischen Benutzeroberfläche ihre KPIs und Dashboards designen und sofort im Alltag einsetzen.

Quelle: Vitria

 

 


 

Die Beschleunigung in den Geschäftsprozessen hat in den letzen Jahren deutlich zugenommen. Anforderungen werden immer höher, ohne dass darunter die Qualität der Ergebnisse leiden darf.

Quelle: Gartner Group

 

 


 

M3O-Operations-Book – Auf einen Blick: Die zentralen Technologiebausteine einer Lösung für Operational Intelligence.

Quelle: Vitria

 


 

StreamXQuery (untere Hälfte des Diagramms) arbeitet im Vergleich zu StreamSQL (obere Hälfte des Diagramms) deutlich effektiver. Statt zeitaufwändiger Datenkonversionen und Joins stehen alle Informationen sehr schnell zur Verfügung.

Quelle: Vitria

 

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