20090304e Actuate Open Source Business Intelligence

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Open-Source-Prinzipien gestalten Reportingprozesse anwenderfreundlicher und flexibler

Business Intelligence – Do it yourself

Spätestens seit der Finanzkrise und den damit einhergehenden reduzierten IT-Budgets gibt es kaum etwas, das die deutsche IT-Industrie mehr bewegt, als das Schlagwort »Open Source«. Immer mehr Unternehmen denken darüber nach, von proprietärer auf quelloffene Software umzusteigen, um diese ihren Bedürfnissen anpassen und ihre Kosten besser kontrollieren zu können.

 

E

in Bereich, in dem Betriebe heute wie zukünftig von Open-Source-Prinzipien profitieren können, ist Business Intelligence. Schärfere Branchenregularien und gesetzliche Vorgaben zwingen Unternehmen verstärkt dazu, die Automatisierung ihres Berichtswesens voranzutreiben und effizienter zu gestalten. Die Aufbereitung von Unternehmensdaten mit Hilfe von Business-Intelligence-Technologien ist für Unternehmen ein Muss. Indem Informationen strukturiert ausgewertet und in Berichten, Dashboards oder Web-Reports darstellt werden, erhalten Mitarbeiter einen vereinfachten Überblick über ihre Geschäftsprozesse und können die Daten ihren individuellen Anforderungen anschließend entsprechend analysieren.

Traditionelle BI-Lösungen sind in der Regel komplex. Bis ein Anwender ein solches Analyse-Tool beherrscht, muss er aufwendige Schulungen durchlaufen. Selbst dann ist es immer noch mühsam , die von ihm erstellten Reports hinsichtlich Format und Inhalt schnell an sich ändernde Anforderungen oder Rahmenbedingungen anzupassen. Was folgt, ist oft ein kosten- und zeitaufwendiger Umweg über die IT-Abteilung. Diese ist in der Regel jedoch mit Anfragen aus den unterschiedlichsten Abteilungen überhäuft, so dass die IT-Mitarbeiter gewünschte Änderungen im Reporting weder bewältigen noch schnell bearbeiten können. Ein weiteres Problem ist vielerorts ein mangelndes Business-IT-Alignment. Da sowohl die IT-Mitarbeiter als auch die Fachanwender meist nur Experten auf ihrem eigenen Gebiet sind, kommt es oftmals zu Missverständnissen, die sich auf Geschäftsprozesse verzögernd auswirken können.

Statt also die Reporting-Software zu nutzen, die sich kaum auf ihre individuellen Anforderungen zuschneiden lässt, greifen viele Anwender auf selbst gebaute Excel-Berichte zurück. Kein Wunder, schließlich sind sie mit ihnen vertraut und kennen deren grundlegenden Funktionsweisen. Das Problem ist nur: Es entstehen hierbei schnell Dateninkonsistenzen und Fehler, weil durch die Vielzahl der Nutzer und Dokumentenversionen keine einheitliche Sicht auf die Daten mehr gewährleistet ist. Um diesem Strudel aus heterogenen Datenquellen, Behelfskonstruktionen und zahllosen Versionen eines Reports zu entkommen und Anwendern die gewünschten Berichte zu bieten, ist ein Umdenken bei der Organisation von BI-Entwicklungsprozessen nötig. Statt immer über die IT gehen zu müssen und diese mit Anfragen zu belasten, sollten die Anwender ihre Berichte selbst erstellen und individuell anpassen können. Das hilft nicht nur den Endanwendern, sondern entlastet gleichzeitig die IT und senkt Kosten.

Open-Source-Prinzipien für mehr Nutzerfreundlichkeit

Ein wichtiger Lösungsansatz für ein flexibleres Reporting ist die Open-Source-basierte Anwendungsentwicklung. Das Motto von quelloffener Software ist dabei so einfach wie überzeugend: Wenn viele Anwender gemeinsam an der Verbesserung von Anwendungen arbeiten, ist das gewünschte Ergebnis schneller da und qualitativ auch anspruchsvoller. Die Open-Source-Community setzt schon lange auf solche offenen und iterativen Prozesse der Softwareentwicklung. Weil hier praktische Erfahrungen und reale Problemstellungen laufend in die Entwicklung einfließen, kommen am Ende bessere Tools heraus, die eng an den Anforderungen der Nutzer ausrichtet sind. Ein Beispiel für eine rege Reporting-Community ist das Business Intelligence and Reporting Tools (BIRT) Projekt der Eclipse Foundation, das den Grundstein für Open-Source-BI gelegt hat. BIRT enthält ein auf offenen Standards basierendes Designformat für Berichte. Mit diesem Format können Report-Entwickler festlegen, wie Business-Intelligence-Daten aus Datenquellen abgerufen, konsolidiert und visuell aufbereitet werden. Durch die offene Struktur und das einheitliche Format können verschiedene Nutzergruppen an der Weiterentwicklung der Berichtsvorlagen und personalisierter Berichte mitarbeiten. So erhalten IT- und Fachanwender mit unterschiedlichen Vorkenntnissen und Fähigkeiten eine jeweils passende Umgebung, in der sie die Berichte verändern und an ihre Anforderungen anpassen können. Die daraus entstehenden Templates können Fachanwender als Grundlage für ihre individuellen Berichte nutzen. So bleibt es zwar die Verantwortung der IT, für die Anbindung der Datenquellen an die jeweils passenden Reportbestandteile zu sorgen. Alles andere, wie die Änderung oder individuelle Anpassung von Berichten, liegt in der Hand des Fachanwenders. Funktionen wie Sortierung, Gruppierung, Filtern oder Formatieren stehen jedem Anwender zur Verfügung und lassen sich auf Knopfdruck und ohne Hilfe der IT anwenden.

Flexible Prozesse und Austausch von Ideen

Die kollaborative Entwicklung von Software ist ein wichtiges Open-Source-Prinzip, um alle Anwender in die Report-Entwicklung einzubeziehen. Ein anderes wichtiges Merkmal sind die flexiblen Bearbeitungszyklen. Starre Entwicklungsprozesse, bei denen Entwickler innerhalb fest definierter Zeiträume neue Versionen und Formate fertig stellen, gehören damit der Vergangenheit an. Vielmehr können Prozesse oder Teilabläufe nach dem Prinzip der iterativen IT-Entwicklung so lange wiederholt werden, bis ein optimales Resultat erzielt wird. Anwendergruppen können somit ohne festgelegte Deadlines ihre Ergebnisse und Ideen austauschen und in das Designformat einfließen lassen. Offene Standards sorgen dafür, dass alle Entwicklungsschritte in geordneten Bahnen ablaufen und jederzeit transparent nachvollzogen werden können. Ein weiterer Vorteil des Open-Source-Modells ist schließlich der modulare Aufbau des Reportdesigns. Entwickler können die einzelnen Bestandteile für den Datenzugriff und die visuelle Gestaltung frei austauschen und wiederverwenden. Das erspart allen Anwendergruppen viel Zeit und Arbeit, da sie nicht jede Reporting-Anwendung von Grund auf neu entwickeln müssen, sondern auf vorhandene Komponenten zurückgreifen können.

Passende Berichte für jede Anwendergruppe

Mit einer quelloffenen, kollaborativen Reporting-Architektur arbeiten IT und Fachanwender innerhalb eines Unternehmens nicht länger nebeneinander her, sondern können Reporting-Anwendungen gemeinsam entwickeln. Dies spart Unternehmen nicht nur Kosten und Zeit. Auch ist eine bessere Informationsversorgung für Entscheidungsträger essenziell, um in wirtschaftlich schwierigen Zeiten Schwachstellen und Einsparpotenzial erkennen und auf neue gesetzliche Vorgaben schnell und flexibel reagieren zu können.

Katharina Streater

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Katharina Streater, Marketing Manager, Actuate

 

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