20090304l Opitz SOA: Herausforderung und Chance

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Serviceorientierte Architekturen bringen Unternehmen zahlreiche Vorteile

SOA: Herausforderung und Chance

SOA ist in die Kritik geraten. Dennoch bietet die serviceorientierte Architektur langfristig die beste Grundlage für agile Unternehmen.

 

K

aum ein Thema hat IT-Experten und Branchenkenner in den vergangenen Jahren so beschäftigt und inspiriert wie der SOA-Ansatz, Anwendungen in Form von Diensten (Services) bereitzustellen und flexibel in Prozesse einzubinden. Doch nach der anfänglichen Euphorie mehrt sich inzwischen die Kritik von Experten an der Umsetzung des Konzepts. Ursache für die aktuellen Diskussionen ist eine unerfüllte und durch den Hype überhöhte Erwartungshaltung verschiedener Unternehmen, die sich von SOA ein Plus an Agilität, die schnelle Integration von Geschäftsprozessen und geringere Kosten versprachen. Diese Ziele wurden in vielen Fällen nicht erreicht, was aber — und da gibt es unter Fachleuten einen breiten Konsens — an der Art und Weise liegt, wie viele Anwender bei der Implementierung vorgingen.

Anstatt sich auf die grundsätzlichen Aspekte der Architektur zu konzentrieren, stand oftmals die Technik zu sehr im Vordergrund. Dazu kamen weitere Probleme, wenn die zuständigen Architekten nicht über ausreichende Fähigkeiten verfügten, um SOA in der Organisation zu etablieren. Dennoch: Der Ruf von SOA ist angekratzt, und das obwohl unstrittig ist, dass Serviceorientierung und Integration künftig immer wichtiger werden. Gerade zukunftsorientierte Ansätze wie SaaS oder Cloud Computing sind ohne SOA kaum umsetzbar. Mit der richtigen Herangehensweise bei der Implementierung bietet SOA Unternehmen und Organisationen aber bereits heute zahlreiche Chancen. Insbesondere Firmen aus den Bereichen Telekommunikation, Finanzindustrie und Logistik profitieren von flexiblen IT-Architekturen. Es ist daher kaum verwunderlich, dass DHL, Siemens, die Europäische Zentralbank und viele andere Global Player SOA bereits implementiert haben.

Unabhängig von den unterschiedlichen Tätigkeitsfeldern agieren diese Unternehmen international an vielen verschiedenen Standorten und haben es kontinuierlich mit komplexen Prozessen und hohen Datenmengen zu tun. Mit SOA können sie die Entwicklung und Einführung neuer Produkte und Dienstleistungen effizienter gestalten und ihre Geschäftsmodelle flexibler an geänderte Markt- und Wettbewerbssituationen anpassen. Mitentscheidend für die erfolgreiche Implementierung ist die Umsetzung verschiedener methodischer und organisatorischer Vorgehensweisen. Die organisatorischen Aspekte zielen darauf ab, die Interaktion zwischen im Unternehmen verteilten IT-Projekten zu verbessern und die Fach- und IT-Abteilungen gleichermaßen an der Entwicklung der serviceorientierten Unternehmenslandschaft zu beteiligen. Dies ist von herausragender Bedeutung, weil SOA-Projekte gewisse organisatorische Anforderungen an die betroffenen Mitarbeiter und Prozesse stellen.

Organisatorisches Vorgehen als Schlüssel zum Erfolg.

Mit der Implementierung einer SOA werden oft bislang vertikal laufende Prozesse »aufgebrochen«. Ziel der neuen Betrachtungsweise ist es beispielsweise herauszufinden, wo Redundanzen vorliegen oder welche Dienste als Synergieeffekt von einer oder mehreren Abteilungen genutzt werden können. Für den Erfolg einer SOA-Initiative ist daher relevant, dass unterschiedliche Abteilungen sich über die Nutzung gleicher Dienste verständigen. Kooperation ist hier eine notwendige Bedingung, eine klare Hierarchie zudem unerlässlich: Wenn Dienste gemeinsam von verschiedenen Bereichen verwendet werden, müssen die Kompetenzen und Befugnisse für eventuelle Modifikation klar zugewiesen sein. Im Sinne einer SOA-Governance spielen deshalb Richtlinien zur Identifikation, Definition, Entwicklung und zum Betrieb von Services eine entscheidende Rolle. Die Herausforderungen sind somit nicht nur technischer Natur, sondern liegen ebenso in der Etablierung einer neuen organisatorischen Struktur und eines neuen Denkansatzes in den unterschiedlichen Abteilungen.

Auch methodisch stellt der Aufbau einer serviceorientierten IT-Landschaft konkrete Anforderungen: Die Dienste im Unternehmen müssen identifiziert und ein unternehmensweiter Servicepool aufgebaut werden. Ein weiterer wichtiger SOA-Aspekt ist die logische Verknüpfung mehrerer Dienste zu wertschöpfenden Geschäftsprozessen. Services werden in diesem Szenario als Bausteine betrachtet, die einzelne Schritte der Geschäftsprozesse unterstützen. Die SOA regelt hier die Orchestrierung und Interaktion der Services, damit diese auf einer gemeinsamen Ebene arbeiten. Bei der technologischen Umsetzung liegt der Fokus neben der Implementierung und Nutzung der Dienste auf einer Übertragung fachlicher Geschäftsprozesse in Softwaresysteme. Der Wechsel von Produkten zu Diensten ermöglicht es, für jeden Arbeitsablauf zu entscheiden, wie er sich optimal umsetzen lässt. Ob Standardsoftware, Individuallösung oder Open Source: SOA ermöglicht die tiefe fachliche Integration verschiedenster Anwendungen bei maximaler Effizienz.

Von den zahlreichen Vorteilen profitieren.

Die Aufteilung der geschäftsbezogenen Anwendungsfunktionen in standardisierte und wieder verwertbare Dienste hat zur Folge, dass eine wandelbare und flexible Architektur entsteht. Die Abhängigkeit der Unternehmen von den Software-Anbietern wird so vermindert, während sich die Reaktionsgeschwindigkeit signifikant erhöht: Anstatt einer völligen Neuanpassung müssen bei Bedarf nur einzelne Servicekomponenten ausgetauscht werden, um Geschäftsprozesse anzugleichen. Diese Fähigkeit zu einer schnellen Anpassung an veränderte Rahmenbedingungen — sei es aus technologischen, wirtschaftlichen oder politischen Gründen — ist im heutigen wettbewerbsintensiven und global ausgerichteten Markt für mittelständische wie große Unternehmen überlebenswichtig. Die verbesserte Kommunikation zwischen IT- und Fachabteilungen vermindert zudem Reibungsverluste in der Zusammenarbeit und erhöht die Umsetzungsgeschwindigkeit von Managementvorgaben. Auch beim Anstoß neuer Geschäftsprozesse oder dem Erschließen neuer Geschäftsmodelle kann SOA eine wichtige Rolle spielen: Kunden können beispielsweise durch einen schnellen Zugriff über Web-Services auf Applikationen des jeweiligen Unternehmens besser an- und eingebunden werden.

Ein Blick auf den Markt zeigt, dass derzeit eine kaum überschaubare Anzahl von kommerziellen Produkten angeboten wird. Dazu kommt die Möglichkeit, auf Basis von Open Source schnell und effizient in SOA einzusteigen. In der Regel entscheiden sich Unternehmen aber für eine ganzheitliche Komplettlösung eines Anbieters, weil die Handhabung im Vergleich zu Open-Source-Lösungen häufig unkomplizierter ist. Ein Beispiel für ein »Komplettprodukt« ist die Oracle SOA Suite 11g. Ihre Besonderheiten sind die zentrale Administration, die Systemüberwachung durch den Enterprise Manager sowie die standard-basierten Einzelkomponenten. 11g rückt verstärkt die Themen Stabilität und Leistung in den Fokus. Außerdem spielt die Unterstützung und die Einbindung weiterer Standards wie etwa BPEL 2.0 eine wichtige Rolle. Vergleichbare ganzheitliche Lösungsansätze existieren natürlich auch für IBM- oder SAP-dominierte Anwendungslandschaften.

Die Zukunft gehört der SOA.

Die Nachfrage nach entsprechenden Produkten sowie die Relevanz des SOA-Konzepts im Allgemeinen werden nach Meinung vieler IT-Analysten in den kommenden Jahren weiter steigen. Globalisierung, Innovation und Kundenzufriedenheit werden die zentralen Herausforderungen der Unternehmen bleiben und verlangen den Firmen eine hohe Bereitschaft zur flexiblen Anpassung ihrer IT-Architektur ab. Dazu kommt, dass der Großteil der IT-Budgets in den Unternehmen derzeit immer noch für Wartung, Pflege und Betrieb der alten, vorhandenen Systeme benötigt wird. Im Hinblick auf die Kosten und die erforderliche Agilität der Softwarearchitektur haben diese oftmals statischen Systeme im Vergleich zum attraktiven SOA-Modell langfristig kaum eine Zukunft.

Torsten Winterberg

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Torsten Winterberg ist Oracle Ace Director und Bereichsleiter bei der Opitz Consulting GmbH in Gummersbach.

 

»Die Relevanz von SOA wird weiter steigen.«

 

 

Portrait

OPITZ CONSULTING wurde 1990 als Gesellschaft für Organisationsberatung und Projektabwicklung gegründet. Das Unternehmen verfügt heute über eine Zentrale in Gummersbach und Standorte in Bad Homburg, Berlin, Essen, Gummersbach, Hamburg, Kraków (Krakau), München und Zürich.

Unsere Gründungsidee bestand darin, unsere Kunden im Bereich Organisation und Informationstechnologie so zu unterstützen, dass sie sich besser entwickeln als ihr Wettbewerb. Hierzu haben wir ein breit gefächertes Leistungsangebot erarbeitet, das bei Business Process Consulting beginnt und mit der Unterstützung des IT-Systembetriebs endet. Somit ein Leistungsangebot, das über das der klassischen Systemintegratoren
deutlich hinausgeht.

OPITZ CONSULTING hat früh erkannt, dass eine hohe Dienstleistungsqualität nur gewährleistet werden kann, wenn standardisierte Vorgehensweisen angewandt werden. Hierzu haben wir die Vorgehensweise Solution Engineering entwickelt. Diese umfasst heute einen sehr umfangreichen Methoden- und Werkzeug-Baukasten, aus dem je nach Projektsituation passende Methoden und Werkzeuge entnommen und – bei Bedarf auch individualisiert – angewandt werden.

In diesen Methoden und Werkzeugen schulen wir nicht nur unsere eigenen Mitarbeiter sehr systematisch, sondern bieten diese Leistungen auch unseren Kunden in unserem Schulungszentrum oder vor Ort an. So stellen wir unser Know-how den Kunden zur Verfügung und helfen ihnen bei der erfolgreichen Umsetzung ihrer Projekte.
Unsere Kunden stammen aus allen Branchen: Industrie, Telekommunikation, Energieversorgung, Handel, Dienstleistung, Logistik, Banken und Versicherungen, Vereine und Verbände sowie Behörden. Im Laufe der Jahre haben wir über 600 Kunden betreut. Zurzeit nutzen mehr als 2/3 der DAX®-notierten Unternehmen unsere Leistungen.

»Die Methoden-, Technologie- und Sozialkompetenz unserer Mitarbeiter sind der Garant für unsere erfolgreichen Projekte.«

Bernhard Opitz, Geschäftsführer OPITZ CONSULTING


 

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