20090304zk Libelle Disaster Recovery Business Continuity

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Disaster Recovery

Ohne Konstruktionsdaten keine Produktion

Nach einem Systemausfall entschloss sich Maschinenhersteller Hubtex, eine Disaster-Recovery-Lösung einzuführen. Sie ermöglicht es, geschäftskritische Daten zeitversetzt auf ein Spiegelsystem zu übertragen und gleichzeitig die Daten vor logischen Fehlern zu schützen.

 

B

ei der Hubtex Maschinenbau GmbH & Co. KG ist der gefürchtete IT-Notfall eingetreten: An einem Tag im März 2007 fiel das System gegen 16 Uhr aus. Als Ursache machte Hubtex einen defekten Controller aus, an dem alle Festplatten mit Datenbanken angeschlossen waren. Da sich der Server nicht mehr starten ließ, war die erneute Anmeldung unmöglich. »Erst nach über neun Stunden hatten wir das System wieder einsatzbereit. Während der normalen Arbeitszeit hätte ein Systemausfall im Jahr 2007 etwa 5.000 Euro pro Stunde gekostet. Wären Daten verloren gegangen, hätten wir mit weitaus höheren Kosten rechnen müssen«, so Christian Schreiner, Gruppenleiter IT bei Hubtex.


 


 

Christian Schreiner ist Gruppenleiter IT bei Hubtex Maschinenbau.


 

 

Sicherung der kundenindividuellen Konstruktionsdaten


 

Systemausfälle und Datenverlust können jedes Unternehmen treffen. Ursache sind routinemäßige Upgrades, Stromausfälle oder defekte Festplatten. Darüber hinaus zerstören fehlgeschlagene Wartungsarbeiten einen korrekten Datensatz. Doch sind Fertigungsunternehmen wie Hubtex auf einen konsistenten Datenbestand angewiesen. Denn auf Basis von Konstruktionsdaten und CAD-Zeichnungen werden kundenindividuelle Maschinen gebaut. Die Maschinen produziert Hubtex nicht in Massen, sondern stellt speziell gefertigte Flurförderzeuge, Seitenstapler und Sondergeräte für schwere und sperrige Güter oft in Losgröße eins her. Dazu gehören beispielsweise Fahrzeuge für die Glasindustrie, die Gewichte von bis zu 80 Tonnen heben können.

Hubtex stellt Spezialmaschinen wie den Elektro-Mehrwege-Seitenstapler her. (Quelle: Hubtex Maschinenbau)

 

Abteilungsübergreifender Datenzugriff

Zu jeder konstruierten Maschine gehören Auftragsdaten, Kundeninformationen und der tägliche Schriftverkehr zwischen Auftraggeber, Hersteller und anderen Beteiligten. Ein Großteil dieser Daten ist im SAP-System gespeichert. Ein korrupter Datensatz hätte weitreichende Folgen und würde nicht nur etwa die Buchhaltung, Logistik und den Vertrieb betreffen, sondern beispielsweise auch die Produktion, die ihre Fertigungsunterlagen den einzelnen Abteilungen wieder zur Verfügung stellt.  

Schnelle Verfügbarkeit der Daten nach Systemausfall
Um die Daten zu schützen, sicherte Hubtex vor Einführung einer Disaster-Recovery-Lösung den gesamten Datenbestand jede Nacht. Christian Schreiner: »Nach dem mehrstündigen Ausfall 2007 bestand für uns dringender Handlungsbedarf. Daher haben wir Anforderungen an eine umfassendes IT-Sicherheitskonzept definiert und uns umgehend auf dem Markt umgeschaut.« Dabei stand die einfache Handhabung der Lösung im Vordergrund. Zudem sollte ein Systemausfall nach spätestens vier Stunden behoben sein. Zufällig lernte Hubtex die Disaster-Recovery-Lösung der Libelle Sales + Services GmbH & Co. KG in einer Live-Demonstration kennen. »Uns hat die leichte Bedienung der Software über eine grafische Oberfläche überzeugt. Zudem haben wir live gesehen, wie die Daten nach einem Systemausfall innerhalb weniger Minuten wieder verfügbar waren. Nicht zuletzt sprach auch das gute Preis-Leistungsverhältnis für sich. Da die Lösung hardwareunabhängig funktioniert, konnten wir zugleich Kosten einsparen«, erläutert Christian Schreiner.

Spiegelsystem innerhalb kurzer Zeit produktiv

Kurz nach dem IT-Notfall führte Hubtex im Mai 2007 die Disaster-Recovery-Lösung ein. Das vierköpfige Projektteam implementierte die Software auf das Testsystem, das identisch zum SAP-Produktivsystem aufgebaut ist. Im laufenden Betrieb und bei voller Verfügbarkeit der Produktivseite wurden alle wichtigen Dateien und Datenbanken initial auf das angelegte Spiegelsystem übertragen. Nach einer kurzen Einführungszeit dauerte die eigentliche Produktivumstellung der Lösung etwa eine Woche. Seitdem kopiert die Software permanent alle Transaktionen der Originaldatenbank auf den Spiegel.

Zeitversetzte Datenspiegelung
In einem Zeittrichter, der zwischen Echt- und Spiegelsystem wirkt, werden alle Datensätze vorübergehend zwischenspeichert. Physisch befindet sich der Trichter auf der Spiegeldatenbank, damit er bei Ausfall des Originalsystems zugänglich ist. Wann die Daten vom Trichter an das Spiegelsystem weitergegeben werden, ist individuell einstellbar. Christian Schreiner berichtet: »Wir haben einen Zeitversatz von drei Stunden gewählt und spiegeln nur während der Arbeitszeit zwischen 8 und 18 Uhr. Das ermöglicht uns, auf Anwenderfehler zu reagieren, vor denen wir bisher nicht gewappnet waren. Ganz im Gegenteil zu Hardwarefehlern. Denn ein Standardersatzteil liegt bei uns immer griffbereit im Schrank.« Ab 18 Uhr wird keine Spiegelung mehr vorgenommen. Nächtliche Änderungen bleiben im Trichter und werden erst am nächsten Arbeitstag auf die Spiegeldatenbank übertragen. So gelangen fehlerhafte Transaktionen gar nicht erst auf das Spiegelsystem.

Spiegelsystem entlastet Produktivsystem

Bei einem ersten Test verlief die manuelle Umschaltung vom Produktiv- auf das Spiegelsystem reibungslos. Nach einem simulierten Systemstillstand konnte innerhalb von 30 Minuten auf den unbeschädigten Datensatz auf dem Spiegelsystem zugegriffen werden, einfach per Mausklick wurde es aktiviert. »Die einfache Handhabung macht es allen Nutzern leicht, die Software richtig zu bedienen. Daher wurde die Lösung von den Anwendern sofort akzeptiert. Insgesamt fühlen wir uns heute sicherer. Auch weil wir wissen, dass uns der telefonische Libelle-Service rund um die Uhr zur Seite steht«, erklärt Schreiner. Demnächst ist geplant, die Lösung auf einem separaten Server zu installieren. Dadurch kann dann das Spiegelsystem neben der Datensicherung auch für zusätzliche Aufgaben wie die Durchführung von Updates verwendet werden. Das entlastet nicht nur das Produktivsystem, sondern entschärft zugleich Probleme, die sich durch Updates ergeben können.

 

 

Das Anwenderunternehmen: Hubtex Maschinenbau

Gegründet 1981, gehört die Hubtex Maschinenbau GmbH & Co. KG mit Sitz in Fulda heute zu den führenden Unternehmen im Markt für Fördertechnik. Dabei stellt das Maschinenbauunternehmen mit rund 250 Mitarbeitern speziell gefertigte, kundenindividuelle Flurförderzeuge, Seitenstapler und Sondergeräte für sperrige und schwere Güter her. Insgesamt 60 Serientypen und Sonderfahrzeuge gehören zum Leistungsspektrum. Produktions- und Handelsunternehmen setzen die Fahrzeuge für den Warenumschlag ein. Im Jahr 2007 erzielte Hubtex einen Umsatz von 46 Millionen Euro.

 

 

Der Softwareanbieter: Libelle Sales + Services GmbH & Co. KG

Die in Stuttgart ansässige Libelle ist seit 1994 Softwarespezialist im Bereich Datenhochverfügbarkeit und Disaster Recovery. Über 300 Kunden aus dem Mittelstand sowie Großunternehmen vertrauen bei der Sicherung und Wiederherstellung ihrer geschäftskritischen Daten auf Softwarelösungen von Libelle. Kernprodukt ist die Lösung BusinessShadow, die die Datenspiegelung für Datenbanken und File-Systeme sowie automatisierte Applikationsumschaltung ermöglicht. Die Kunden profitieren vom Service aus einer Hand, denn Support, Vertrieb sowie Softwareentwicklung sind alle am Standort Stuttgart konzentriert. Durch das breite Vertriebspartnernetz ist Libelle auch international aufgestellt, so belegen über 1.000 Installationen die Erfahrung und Kompetenz des Unternehmens. Zudem pflegt Libelle intensive Partnerschaften mit verschiedenen Hard- und Softwareherstellern.

 

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