20090506m SQS Qualitätsmanagement

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Qualitätsmanagement

Qualität stärkt Nerven und Geschäft

In der derzeitigen Wirtschaftskrise ist einmal wieder Ernüchterung angesagt und die IT-Welt darf sich erneut auf Kostensparen und Konsolidierung einstellen. Gleichzeitig werden zuletzt hochgejubelte Hypes wie das Modell der Service-orientierten IT-Architekturen (SOA) von manchen schon wieder ganz beerdigt.

 

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angen wir bei SOA an: Vor allem bei jenen Unternehmen, die SOA als reine Angelegenheit der IT betrachteten oder den Ansatz gar als Technologie behandelten, war und ist Enttäuschung vorprogrammiert. Denn SOA erfordert zumindest auch mittelfristig eine Inventur der Geschäftsprozesse – mit anschließendem Umbau inklusive. Hinzu kommt, dass nach SOA erstellte und strukturierte Systeme erhöhte Anforderungen an die Qualitätssicherung stellen. Schließlich sollen die einzelnen Service-Bausteine am Ende auch in verschiedenen Systemumgebungen passen. Kurz: SOA ist mit Begleit- und Folgeinvestitionen verbunden, die sich zwar mittelfristig deutlich rechnen, in Zeiten der Kostenbremsen aber gerne auch unter die Räder geraten.

Vielleicht ist diese ewige Achterbahnfahrt zwischen Überschwang und Depression ja unvermeidlich. Ein Blick auf die Geschichte von Wirtschaft und IT legt diesen Schluss nahe. Er verkennt jedoch, dass sich gerade in der noch vergleichsweise jungen Zunft IT dieses Auf und Ab abmildern lässt – und zwar durch mehr Qualität. Durch eine Qualität, die nicht unbedingt immer hochwertige Produkte bedeutet, sondern vielmehr qualitätsgesteuerte IT-Prozesse.

Qualität und Open Source?

Dass entsprechendes Qualitätsbewusstsein häufig fehlt, zeigt der aktuelle Run nach Open-Source-Software (OSS). Angelockt von Kostenfreiheit und der offenen Produktstruktur springen derzeit viele Unternehmen und IT-Verantwortliche auf den Zug auf – und finden sich teilweise vor Gericht wieder, weil kostenfrei nicht automatisch lizenzfrei heißt. Oder sie sind zeitversetzt mit einer Kostenexplosion konfrontiert, weil die freie Ware aufwendig mit den schon vorhandenen Systemen integriert werden muss. Und was ist mit dem Support? Will ein Unternehmen geschäftskritische IT-Geheimnisse wirklich in offenen Internetforen ausbreiten?

Der Hauptgrund für das Risiko der ungesteuerten OSS-Verwendung liegt im sogenannten Copyleft beziehungsweise in entsprechenden Regelungen anderer Lizenzverträge. Bei Copyleft fordert die OSS-Lizenz eine Offenlegung der Quellen. Im Unterschied zum klassischen Copyright erlaubt das Copyleft die einfache Weitergabe des Urheberrechts – jedoch nur, wenn Weiterbearbeitungen der Software ebenfalls frei genutzt werden können. Und zu Weiterbearbeitungen zählen auch Systeme, die Unternehmen zum Beispiel mithilfe von OSS selbst entwickeln. Diese Forderung erstreckt sich nicht nur auf die erste Version der jeweiligen Software, sondern auch auf alle später durchgeführten Änderungen und Erweiterungen.

Doch selbst wenn ein Unternehmen sich diese Transparenz bei seinen Produkten nicht leisten kann, gilt: Zu hoch sind generell die Produktivitätsgewinne, die der Einsatz fertiger Teilkomponenten aus OSS-Quellen bringt, als dass man sie komplett ignorieren könnte. Deshalb gilt auch bei Open Source: Schnellschüsse sind gefährlich. Stattdessen sollten Unternehmen die einzelnen Risiken vorab kalkulieren. Wer juristische Probleme oder zu viel Transparenz beim Innenleben bestimmter Produkte vermeiden will, benötigt ein aktives License Compliance Management (LCM). Ziel und Nutzen eines solches LCM-Prozesses ist es, zum einen das Bewusstsein für eine rechtmäßige Verwendung von Open-Source zu schaffen und zum anderen Transparenz herzustellen. Unternehmen müssen jederzeit wissen, welche OSS-Komponenten sie wo und wie verwenden. Nur so können sie gezielt entscheiden, ob deren Einsatz Sinn macht.

LCM ist eines von vielen Beispielen eines Software-Qualitätsmanagements, das aus Hauruck-Aktionen nachhaltige Investitionen macht. Innovationen wollen nicht nur im Hinblick auf Kosten und Liefertermine gesteuert sein. Wer den Faktor Qualität im Blick hat und systematisches Qualitätsmanagement betreibt, stellt sicher, dass auch langfristig kein böses Erwachen droht. Das schont die Nerven und sorgt selbst in Krisenzeiten dafür, dass der Kater nach der anfänglichen Begeisterung nicht allzu heftig ausfällt.

Rudolf van Megen

 

Rudolf van Megen, CEO der SQS Software Quality Systems AG

 

 

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