20090506o Kaspersky Crimeware

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E-Security-Lösungen

Schutz der Unternehmensdaten steht an erster Stelle

Das beherrschende Thema ist zurzeit die weltweite Wirtschaftskrise mit ihren Auswirkungen. Als Reaktion kürzen Firmen ihre Budgets, doch der Bereich IT-Sicherheit nimmt eine Sonderrolle in den Planungen ein.

 

A

uch wenn Deutschland bislang mit einem blauen Auge davon gekommen ist, mehren sich die Anzeichen, dass die weltweite Finanzkrise hier zu Lande bald deutlicher zu spüren sein wird. Prophylaktisch oder weil die ersten Ausläufer bereits zu Umsatzeinbrüchen geführt haben, suchen Unternehmen überall nach Einsparpotenzial. Nicht unbedingt notwendige Investitionen werden aufgeschoben, große Posten auf der Kostenliste unter der Lupe genommen. Die IT ist in vielen Unternehmen ein maßgeblicher Kostenfaktor, daher müssen sich CIOs immer häufiger vor wild geschwungenen Rotstiften in Sicherheit bringen. Antivirus Hersteller Kaspersky Lab hat in der Branche und bei Marktforschern nachgefragt, ob und wie sich die schwierige wirtschaftliche Lage ohne Einbußen bei der Sicherheit meistern lässt. Trotz generellem Sparzwang und Zurückhaltung bei Neuinvestitionen zeichnet sich ein Hoffnungsschimmer ab. Die Analysten von Datamonitor beobachteten in ihrer, im zweiten Halbjahr 2008 durchgeführten Umfrage unter 520 IT-Entscheidern in 14 Ländern, dass acht Prozent von ihnen ihre IT-Ausgaben in diesem Jahr erhöhen wollen. Im ersten Halbjahr waren nur drei Prozent so mutig gewesen. »Das Vertrauen in die Wirtschaft hat zwar gelitten. Aber die Ergebnisse sind nicht so schlecht wie wir erwartet hatten«, fasste Daniel Okubo, Analyst bei Datamonitor und Autor der Studie, die Ergebnisse zusammen.

Deutsche Unternehmen nörgeln weniger

Dabei ist es erstaunlich, wie unterschiedlich Industriestaaten die Notwendigkeit von Einsparungen sehen. Großbritannien, Frankreich und Italien haben die düstersten Erwartungen, hier wollen mehr Unternehmen ihre IT-Ausgaben kürzen als erhöhen. Auch in den USA und in Spanien gibt es vergleichsweise viele Firmen, die ihre IT-Ausgaben zurückfahren wollen, wie Datamonitor herausfand. Mit weitaus mehr Verve gehen Deutschland, Skandinavien, die Benelux-Länder und Australien das Thema an. Anwender in diesen Ländern haben gemeinsam, dass eine Mehrheit Budget-Erhöhungen plant, anstelle Kürzungen vorzunehmen.

Gefragt sind vor allem Lösungen, mit der sich die Effizienz steigern lässt. Customer-Relationship-Management (CRM) kommt im Vertrieb gut an und selbst besonders stark vom Abschwung betroffene Branchen wie der Handel oder die Automobilbranche haben nach wie vor Bedarf an IT-Lösungen – sofern sie auf ihre Bedürfnisse abgestimmt sind. Und die lauten vor allem: Effizienz steigern und alles verhindern, was den runden Lauf der Unternehmensräder bremst. Das zieht einen verstärkten Fokus auf IT-Sicherheit nach sich, ohne die heute keine Firma mehr auskommen will. Kaspersky Lab warnt schon seit Jahren davor, dass die durch Crimeware verursachten Kosten und Imageschäden nicht unterschätzt werden dürfen. Solche Einnahmeausfälle sind schon in Boom-Zeiten nichts, was man in den Büchern sehen möchte, wenn ein Unternehmen um das Überleben kämpft, sind Systemausfälle, entgangene Aufträge und der Imageverlust durch Crimeware völlig fehl am Platz. Aktuelle Zahlen vom Februar 2009 belegen diese Denkweise. Die IT-Studie 2009, auf der CeBIT vom Handelsblatt und der Unternehmer-Beratung Droege & Comp. präsentiert, ergab zwar teilweise sinkende IT-Budgets. So werden 43 Prozent der befragten 322 Unternehmen mit Sitz in Deutschland, Österreich und der Schweiz ihre IT-Investitionen kürzen, davon immerhin 15 Prozent um ein Zehntel und mehr. Andererseits gaben aber 34 Prozent an, ihre Budgets ungeachtet der aktuellen Krise aufstocken zu wollen, bei elf Prozent soll es sogar ein Plus von zehn Prozent und mehr sein.

Sicherheit ist Trumpf

Die Experton Group legte – ebenfalls im März 2009 – eine passgenaue Studie zum Thema vor. »Informationssicherheit: Status Quo und Trends in Deutschland 2009+« gibt einen Branchen übergreifenden Einblick in die Investitionspläne von 150 Firmen mit mindestens 100 Beschäftigten. Dabei kamen Zahlen zum Vorschein, von denen andere Wirtschaftsbereiche nur träumen können. Für das Geschäft mit Security-Lösungen und -Services prophezeit die Experton Group in diesem Jahr eine Zunahme um sechs Prozent auf 4,1 Milliarden Euro. Dass ist zwar deutlich weniger als in den Vorjahren, doch 1,7 Milliarden Euro für Produkte und 2,4 Milliarden Euro für Dienstleistungen zeigen, dass Unternehmen die Sicherheit ihrer Systeme nach wie vor Ernst nehmen. Schon ab 2011 sollen die Steigerungsraten wieder im zweistelligen Prozentbereich liegen, prognostizieren die Analysten.

Auch die Experton Group sieht bei der IT-Sicherheit einen gegenläufigen Trend zur Entwicklung der Gesamtbudgets. Zwar gehen vor dem Hintergrund der Krise mittlerweile nur noch 15 Prozent der Security-Verantwortlichen von höheren IT-Ausgaben als 2008 aus, doch in die Sicherheit wollen 33 Prozent mehr Geld investieren als im Vorjahr. Nur sieben Prozent der CIOs gaben an, ihre Security-Investitionen zurückzufahren. Mehr als die Hälfte gibt auch in diesem Jahr – Krise hin oder her – genau so viel Geld für die Sicherheit der IT-Systeme aus, wie 2008. Im Schnitt sind das knapp acht Prozent des Gesamt-IT-Budgets. Es sieht so aus, als hätte die Aufklärungsarbeit von Medien und Marketing, verbunden mit den haarsträubenden Sicherheitsvorfällen der letzten Jahre, ein Bewusstsein für einen IT-Basisschutzlevel geschaffen. Eine zuverlässige und einfach zu verwaltende Antivirus Lösung wie sie Kaspersky Lab anbietet gehört auf alle Fälle dazu, denn Cybercrime-Attacken sind real und kosten Geld, so viel ist in den Köpfen des Managements hängen geblieben. Das reicht, um die Grundausstattung des Abwehrpotpourries vor der Kostensense des Abschwungs zu bewahren.

94 Prozent der Befragten setzen Firewalls ein, 88 Prozent Messaging-Sicherheitsfunktionen an Server und Gateway, 86 Prozent nutzen Virtual Private Networks (VPN) und immerhin drei Viertel der Befragten sichern die Messaging-Lösungen am Client ab, nutzen also Anti-Virus Software. Und sogar Pläne für Erweiterungen des Schutzschirms liegen in der Schublade. Im Jahr 2010 wollen ein Drittel der Unternehmen revisionssichere E-Mail-Archivierung angehen, glaubt Experton. Immerhin ein Fünftel findet E-Mail-Verschlüsselung sinnvoll und 18 Prozent liebäugeln mit Festplattenverschlüsselung.

Zuwachs bei Appliances

Auch wenn es um Appliances geht, also fix und fertig konfigurierte Sicherheitssysteme, bleiben Anwender investitionsbereit. Nach IDCs Western European Quarterly Security Appliance Tracker lagen die Ergebnisse im vierten Quartal 2008 um immerhin noch 10,1 Prozent über dem vierten Quartal des Vorjahres. Der Umsatz für das ganze Jahr 2008 erreichte mit 1,48 Milliarden Dollar ein Plus von 14,4 Prozent über 2007.

»Es ist eine sehr schwierige Zeit für alle Technologien«, sagt Romain Fouchereau, Research Analyst bei IDC. »Doch der Markt für Security Appliances zeigte im letzten Jahr recht gesunde Wachstumsraten. Auch wenn es bei den allgemeinen IT-Ausgaben nach unten geht, wissen Firmen, dass Cybercrime-Attacken weiter gehen. Sie können es sich nicht leisten, ihre Daten, IT-Systeme und ihr Recht am geistigen Eigentum nicht zu schützen.«

Doch nicht alle Projekte lassen sich in der heutigen Zeit zu Ende führen, je teurer und komplexer sie werden, desto weniger Begeisterung finden sie in den Vorstandsetagen. So hat Data Leakage Protection laut der Experton-Studie im Moment gar keine Lobby und auch Enterprise Single Sign On (ESSO) wird als nicht wichtig angesehen. Den arg gebeutelten Unternehmen in den USA geht es ähnlich. Einer Studie des Marktforschungsinstituts Forrester zufolge liegt der Fokus der Ausgaben zunehmend in der reinen Absicherung des Tagesgeschäfts, Visionen haben zurzeit Sendepause. Der amerikanische Mittelstand streicht seine IT-Budgets auf das Notwendigste zusammen, wenn noch Geld ausgeben wird, dann für Sicherheit, Effizienz und Disaster-Recovery. Auch Kaspersky Lab empfiehlt, in der Krise zunächst die vorhandenen Sicherheitssysteme auf Optimierungspotenzial abzuklopfen.

Wolfram Funk, Senior Advisor bei der Experton Group, bringt das aktuelle Investitionsverhalten auf den Punkt: Vorrang haben Maßnahmen, die dem Unternehmen deutliche und nachweisbare Vorteile bringen. Also den Kostendruck spürbar lindern und mit überschaubarem Projektrisiko verbunden sind.« Als Beispiele nennt er den Schutz vor Spam, Malware und Phishing, Firewalls sowie die revisionssichere E-Mail-Archivierung.

Auch wenn die wirtschaftliche Situation schwierig ist, haben Firmen erkannt, dass die Kopf-in-den-Sand Strategie keine Lösung darstellt. Cyberkriminelle stoppen ihre Attacken nicht, weil das IT-Budget schrumpft, im Gegenteil alle Analysen deuten drauf hin, dass die Angriffe zunehmen gerade weil Unternehmen durch Einsparungen an der falschen Stelle verletzlicher werden. Die Zeit mag im Moment für umfangreiche Infrastrukturprojekte nicht die richtige sein, doch der IT-Grundschutz darf nicht vernachlässigt werden. Die Analysen zeigen, dass sich Firmen darüber im Klaren sind.

 

 
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