20090506p Kaspersky Sicherheit für Handys

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Sicherheit für die Handtasche

Handys an die digitale Kette legen

Moderne Handys sind mit dem Telefonieren allein unterfordert. Terminplaner, E-Mails, Video- und Musik-Player gehören heute zur Standardausstattung. Im Prinzip alles, was auch ein Computer beherrscht. Doch die Sicherheit kommt beim mobilen Telefon oft zu kurz, mit unter Umständen drastischen Folgen.

 

D

em Einfallsreichtum der Erfinder scheinen keine Grenzen gesetzt. Was moderne Handys heute an Funktionen mitbringen, war vor zehn Jahren noch nicht einmal ansatzweise vorstellbar. Digitale Fotos mit einer Auflösung, die auch gute Digitalkameras nicht besser hinkriegen, gehören bereits zum Standard. Aber Schrittzähler für das Lauftraining? Oder eine Automatik, die Fotos mit GPS-Koordinaten versieht und automatisch ins Internet stellt? Alles schon längst da, selbst Einsteigergeräte sind heute mehr persönlicher Organizer als schlichtes Sprachrohr. Man kann über die Zweckentfremdung des Telefons geteilter Meinung sein, fest steht aber, dass viele Kunden nach den Gimmicks fragen. So spricht das Handy zum Film »Sex And The City« eine junge und Lifestyle-orientierte weibliche Zielgruppe an, sicherlich keine Computerfreaks. Trotzdem beherrscht das Handy – Machwerk eines großen finnischen Herstellers – Online-Chats per Yahoo-Go, lässt über einen Internet-Service andere Benutzer an eigenen Videos und Fotos teilhaben , kann E-Mails versenden und empfangen und enthält Terminkalender, To-Do-Liste und Notizfunktion. Und je mehr man diese Funktionen nutzt, desto mehr Informationen sammeln sich auf den Handtaschenbegleitern an. Informationen, die man nicht verlieren und auf gar keinen Fall in fremden Händen wissen möchte. Trotzdem sind die Schutzmaßnahmen bei den meisten Handys mangelhaft bis nicht vorhanden. Kommt ein Handy abhanden, schützt oft nur die Tastensperre vor dem Zugriff durch den Dieb oder Finder.

Wo sind sie denn?

Bei den Multimedia-Künsten aktueller Handys genügt der interne Speicher nicht mehr für Videos und MP3-Songs. Fast alle Geräte weisen einen Micro-SD-Schacht auf, in den ein fingernagelgroßer Speicherchip geschoben wird. Praktisch, so lässt sich nahezu unbegrenzt viel Lieblingsmusik mit auf langweilige Bahnfahrten oder zum Joggen nehmen. Aber Vorsicht: auf diesen Speicherchips ist mehr als genug Platz für Schadsoftware und nicht alle Schutzprogramme sind in der Lage, hier nach solcher Software zu suchen. Weil die Angreifer verschiedene Methoden zur Verschleierung nutzen, muss die Sicherheitssoftware auch alle üblichen Formate erkennen und durchsuchen, die Dateien auf einem Handy haben können. Und damit sich Schadsoftware nicht unbemerkt einschleichen kann, sollte die Schutz-Software automatisch und regelmäßig nach verdächtigen Programmen suchen. Kriminelle entwickeln ihre Angriffsprogramme ständig weiter, achten Sie deshalb darauf, dass die Schutzsoftware regelmäßig vom Hersteller aktualisiert wird. Wenn das Handy diese Updates automatisch durchführt, können Sie sich entspannt zurück lehnen.

Sicherheitssoftware soll nicht nur das Schlimmste verhindern, manchmal sind die kleinen Lästigkeiten des digitalen Lebens genauso unangenehm. Werbe-SMS beispielsweise oder das Bombardement mit unerwünschten Liebesschwüren. Mittlerweile halten Schutzprogramme solche Störungen zuverlässig von Ihnen fern. Gute Programme lassen die Filterung nach Telefonnummern oder nach Wörtern zu. So landen SMS mit »Gewinnspiel« oder »Love-Letter« automatisch im virtuellen Müllbeutel. Damit Ihre Freunde nicht aus Versehen ausgesperrt werden, ist es sinnvoll, wenn die Software alle Kontakte im Telefonbuch als »erlaubt« einstuft.

Und wenn doch der Super-GAU eintritt? Das Handy ist weg, Sie haben Bilder, Videos und ein paar Dutzend SMS mit persönlichem Inhalt darauf gespeichert, die nun offen vor dem neuen – unberechtigten – Eigentümer liegen. Für Blackberry-Besitzer kein Problem. Dessen Hersteller Research in Motion hat eine Funktion eingebaut, die auf Fernkommando alle persönlichen Infos auf dem Gerät löscht. Da hilft auch keine andere SIM-Karte oder sonstige Tricks. Wird der Befehl einmal erteilt, zerstört sich der Inhalt des Blackberry-Speichers unwiderruflich, sobald das Gerät die Weisung erhält. Das ist praktisch und für Firmen, die hauptsächlich zu den »Research in Motion»-Kunden gehören, auch sehr sinnvoll. Doch Privatnutzer hatten bislang keinen Zugriff auf eine solche Notbremse für die persönlichen Infos. Allerdings wird die neueste Version des Programms »Mobile Security« des Sicherheitsherstellers Kaspersky Lab genau diese Fähigkeit für eine Vielzahl von Handy nachrüsten. Dann haben Diebe keine Chance mehr, auch wenn sie die Sicherheitsfunktionen des Handys selbst überlisten. Die Schutzsoftware blockiert den Zugriff auf alle persönlichen Daten, auf Wunsch löscht sie sogar Bilder, Videos, SMS und andere Interna. SIM-Karte tauschen hilft genauso wenig wie bei Blackberrys, im Gegenteil: sobald »Kaspersky Mobile Security« eine neue aktive SIM-Karte im Handy erkennt, schickt es eine SMS mit der neuen Nummer an den rechtmäßigen Besitzer. So steigen die Chancen erheblich, dass das schöne, neue »Sex and the City« Mobiltelefon bald wieder in der richtigen Handtasche liegt.

Viren für alle

Weil Handys immer mehr können müssen, gehen die Hersteller häufig dazu über, ihre Geräte mit Software auszustatten, die einem Computerbetriebssystem wie Windows sehr ähnelt. Smartphones, so werden die aufgebohrten Handys genannt. Von Microsoft gibt es sogar eine spezielle Windows-Version für Smartphones. Auf vielen Nokia-Handys ist Symbian zu finden, dass ebenfalls typische Computeraufgaben beherrscht, genauso wie Apples iPhone und die gerade ganz neu vorgestellten Telefone mit Googles Android-Software. Einerseits eine tolle Sache, so steht die ganze Vielfalt eines ausgewachsenen PCs im Miniformat zur Verfügung. Das Problem dabei: auch für Kriminelle sind Smartphones ein lohnendes Objekt. Schafft es ein Hacker, ein Smartphone mit einem Trojaner oder einer anderen Schadsoftware zu infizieren, steht ihm meist auch der Computer des Opfers zu Hause offen. Oft wird bei der Synchronisation zwischen PC und Handy der mobile Begleiter nicht auf Viren und andere Angriffe geprüft. So gelangt Schadsoftware über die Hintertür auf den Computer. Mittlerweile sind fast 400 Programme bekannt, die sich auf Smartphones und Handys einnisten können. Die Folgen reichen von lästigen Wiederherstellungsarbeiten über hohe Kosten durch automatisierte Premium-SMS, die eine Schadsoftware namens »RedBrowser« versendet. Im schlimmsten Fall wird der eigenen PC zu Hause während der Synchronisation infiziert, die Kriminellen spionieren dann Zugangsdaten für Online-Banking, E-Mail und andere Webseiten aus.

Sicherheit für das Handy beschränkt sich heute in der Regel auf den PIN-Code beim Einschalten. Der hilft aber nur gegen Missbrauch der SIM-Karte, und auch nur dann, wenn Ihr Telefon ausgeschaltet verloren ging oder gestohlen wurde. Schadsoftware infiziert jedoch im laufenden Betrieb, auf öffentlichen Plätzen oder wenn Sie sich bei großen Menschenansammlungen, zum Beispiel einem Konzert, aufhalten. Einige der Schadprogramme nutzen sofort die Gunst der Stunde und versuchen über Bluetooth Handys in der näheren Umgebung zu infizieren. Andere Programme, die es auf Zerstörung abgesehen haben, schicken SMS an alle Kontakte in Ihrem Telefonbuch, die zur Blockade des Handys führen. Der »Skulls« Virus fällt in diese Gruppe, er ist für alle Geräte mit dem Symbian-Betriebssystem fatal. Weil die Nachricht von einer bekannten Nummer kommt, werden viele Empfänger die SMS öffnen und ihr Handy damit, zumindest vorübergehend, außer Gefecht setzen. Schon deswegen ist eine Sicherheitssoftware auf dem eigenen Mobiltelefon wichtig, die dafür sorgt, dass solche Programme gar nicht erst zum Zug kommen. Ein Anti-Malware-Programm überprüft die Daten, die das Handy über Bluetooth, GPRS oder UMTS erreichen und blockt verdächtige Aktivitäten sofort ab. Weil man natürlich zu jeder Zeit Opfer eines solchen Angriffs werden kann, muss der Schutz durchgehend aktiv sein, Real-Time nennen die Softwarehersteller diese Funktion. Wichtig ist, dass die Software auch während des Synchronisierens mit dem PC zu Hause wachsam bleibt und Schädlinge, die vom Handy zum PC wandern wollen, in Schach hält.

 

 
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