20090910n Bebit Hosting Aufwände reduzieren

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Mit Hosting Aufwände reduzieren

Kostenstopp

SaaS, Outsourcing, Cloud Computing... Hosting-Dienste haben angesichts des Wirtschaftsklimas Konjunktur. Thomas Rieg, Leiter IT Services bei dem Mannheimer IT-Dienstleister Bebit, erläutert im Interview, warum Kosten bei der Auslagerung der IT eine große, aber nicht die einzige Rolle spielen.

 

Herr Rieg, folgt man den Ausführungen von Analysten wie IDC & Co. gelten Outsourcing und innovative Beschaffungsmodelle wie Cloud Services als Gewinner der gegenwärtigen Wirtschaftskrise. Warum setzen gerade jetzt Unternehmen auf den Fremdbezug von IT-Leistungen?

Thomas Rieg: Die IT Verantwortlichen in mittelständischen Firmen spüren einen enormen Kostendruck und der ist nicht allein der Wirtschaftskrise geschuldet. Es geht vielmehr darum, eine adäquate Antwort auf die sich verschärfenden Anforderungen an das Risikomanagement zu finden, beispielsweise mit Blick auf das Banken-Kreditrating. Nach unseren Erfahrungen liegt hier der eigentliche Motor für das wachsende Interesse am Outsourcing.

Also alles nur eine Frage des Geldes?

Thomas Rieg: So einfach darf man es sich nicht machen. Wir haben es hier weniger mit dem Erwerb von Hard- und Software zu tun. Vielmehr handelt es sich um Managementsysteme, die von der IT aufzusetzen sind. In einigen Branchen steht die IT beispielsweise vor der Aufgabe, sich nach ISO 9000 (http://tinyurl.com/bdqka2) zertifizieren zu lassen, um ein professionelles Qualitätsmanagement nachzuweisen. Das verursacht einen enormen administrativen Verwaltungsaufwand, der einem mittelständisch geprägten Unternehmen eher fremd ist.

Bleiben wir trotzdem bei den Kosten. Warum kann das Hosting bei einem externen IT-Dienstleister überhaupt günstiger sein? Schließlich will er etwas verdienen.

Thomas Rieg: Bebit betreibt nicht für jeden einzelnen Kunden ein eigenes Rechenzentrum, sondern führt die Arbeiten auf einer hochmodernen, optimal ausgestatten IT durch. Deshalb profitieren die Kunden im Rahmen des Hostings eindeutig von den Skalierungseffekten, die eine größere Infrastruktur bietet. Das gilt sowohl in Bezug auf die Systeme als auch auf das Personal. Nehmen Sie einmal ein mittelständisches Unternehmen, das SAP einsetzt. Um hier eine gewisse Qualität zu gewährleisten, sind zwei, drei Mitarbeiter aus der Belegschaft zu SAP-Spezialisten ausgebildet und ausschließlich für den Betrieb abgestellt. Auf Seiten des IT-Dienstleisters stellt sich das Ganze deutlich wirtschaftlicher dar, da; er benötigt für die Aufgabe möglicherweise nur die Arbeitszeit eines halben Mitarbeiters. Desweiteren kalkulieren wir unsere Preise über die gesamte Vertragslaufzeit. Das erlaubt uns, bereits im ersten Jahr schon Kostenvorteile von bis zu 30 Prozent zu bieten, auch wenn wir zunächst in Vorleistung gehen.

Befeuert Green IT das Thema Outsourcing?

Thomas Rieg: Kaum. Das liegt auch daran, dass in den wenigsten Fällen die genauen Energiekosten ermittelt und zugeordnet werden. Die IT der mittelständischen Firmen ist meist historisch gewachsen, mit verteiltem Rechnerbetrieb in Keller- und Büroräumen. Sie ist deshalb gar nicht in der Lage, die Empfehlungen des BSI – Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (http://www.bsi.bund.de) – an den Rechenzentrumsbetrieb umzusetzen. Wer die Neuplanung seines Rechenzentrums ins Auge fasst, wird allerdings schnell feststellen, dass er viel Geld investieren muss. Spätestens dann wird über Alternativen wie Outsourcing und Hosting nachgedacht.

Ist das klassische Hosting denn überhaupt noch en vogue? Schlagworte wie SaaS, Outsourcing, Cloud Computing...prägen heute den Markt.

Thomas Rieg: Diese Schlagworte beschreiben letztlich alten Wein in neuen Schläuchen. Die Anbieter pushen die Begriffe aus zwei Gründen. Zum einen versuchen sie aus Marketingsicht ihren Leistungen einen neuen, eigenen Anstrich zu geben. Zum anderen ist Outsourcing bei der internen IT von Unternehmen negativ besetzt, während die neuen Begriffe vermutlich weniger Abwehrreaktionen hervorrufen. Am Ende des Tages läuft alles wieder auf ein Hosting- beziehungsweise Outsourcing-Angebot hinaus, das sich allein in der Ausprägung der Fertigungstiefe unterscheidet. Selbst das ist nicht neu. Schon immer zählt die Übernahme dedizierter Aufgaben zum Leistungsangebot von Dienstleistern wie Bebit. Das kann das Hosting einzelner Unternehmensfunktionen wie des Personalmanagement bedeuten; das kann aber auch die Verlagerung des kompletten Backup-Betriebs in bedeuten.

Auf welche Punkte sollten Unternehmen beim Abschluss eines Hosting-Abkommens achten?

Thomas Rieg: Wie in jeder funktionierenden Partnerschaft ist es entscheidend, dass Verträge »gelebt« werden. Es bringt nichts, einen einmal vertraglich niedergeschriebenen Status Quo für immer zu zementieren. Beide Parteien – Kunde und Dienstleister – müssen ein vitales Interesse haben, die Geschäftsbeziehung zum Nutzen beider Seiten auszugestalten. Deshalb ist es wenig hilfreich, eine Diskussion über Service Level Agreements bis zur fünften Stelle nach dem Komma anzustoßen, wie es die großen Outsourcer gerne führen. Weitaus wichtiger für den Erfolg ist die offene Kommunikation darüber, was erwartet wird und was geliefert werden kann. Der Kunde muss überzeugt sein, dass das Hosting-Angebot nicht nur über eine anonymisierte Schnittstelle bereitgestellt wird, sondern Teil seiner Unternehmens-IT ist.

Lässt sich bei den großen Anbietern das Bemühen erkennen, die Angebote mehr und mehr zu standardisieren?

Thomas Rieg: Überspitzt ausgedrückt: Man hat es hier mit einem Produkt zu tun, das einen Kunden sucht. Bei Bebit folgen wir einer anderen Philosophie. Nach unserer Überzeugung muss ein IT-Dienstleister flexibel auf die individuellen Wünsche der Kunden eingehen. Das bedeutet auch, dass die zuständigen Mitarbeiter oder Manager bekannt sind und die Kommunikation nicht anonymisiert über ein Call Center erfolgt, von dem noch nicht einmal der Standort bekannt ist.

Herr Rieg, vielen Dank für das Gespräch.

 

 

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