20090910p Digital River Web 3.0 Cloud und Web wachsen zusammen

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Web 3.0 – Die nächste Revolution steht bevor

Cloud und Web wachsen zusammen

Welche Veränderungen der Geschäftsmodelle wird das Web 3.0 erfordern und welche neuen Geschäftsmöglichkeiten wird es bieten?

 

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tellen Sie sich vor, Sie kaufen sich während des Urlaubs einen neuen Laptop-Computer. Sie schalten ihn ein und direkt nach dem Hochfahren haben Sie Zugriff auf alle Ihre persönlichen Daten, Bilder und Adressverzeichnisse, ohne dass Sie irgendeine Anwendung installiert oder eine einzige Datei heruntergeladen haben. Lediglich ein paar Klicks und ein einziges Log-in – und Ihre Informationen stehen zur Verfügung. Oder was halten Sie davon, dass Sie mit Ihrem tragbaren Computer jederzeit und von überall aus schnell und ganz einfach auf Anwendungen, Dateien, Musik, Fotos und vieles andere, das Ihnen wichtig ist, Zugriff haben, obwohl die Daten an einem anderem Ort gespeichert und verwaltet werden?

Hört sich faszinierend an. Was diese Szenarien so interessant macht, ist die Tatsache, dass es sich hierbei um mehr als nur fantastische Ideen handelt. In ein paar Jahren werden sie mit der Weiterentwicklung des Web 3.0 und dem Cloud Computing Realität sein. Die Auswirkungen dieses Trends sind nicht nur für den Konsumenten weitreichend, sondern auch für Unternehmen, insbesondere für Softwarehersteller und andere High-Tech-Firmen, die vornehmlich im Web präsent sind. Inzwischen beginnen sich die Paradigmen für den E-Commerce und die dahinter liegenden Geschäftsmodelle bereits zu verändern.

Wie bei den Vorgängern Web 1.0 und Web 2.0 ist der Übergang zur neuen Generation Web 3.0 kontinuierlich und kein plötzliches Ereignis. Sicher ist, dass dieser Übergang über kurz oder lang erfolgen wird.

Web 1.0

Es ist gar nicht so lange her, als das Web 1.0 entstand. Anfang des Jahres 2000 war das lediglich das Einrichten einer Website. Die Kommunikation war noch nicht ganz einfach. Die meisten Nutzer mussten sich mühsam einwählen, und Zwei-Wege-Kommunikation war schwierig. Softwarehersteller waren die ersten Nutzer der Möglichkeiten des Web 1.0. Sie machten seinerzeit ihre ersten Versuche mit Multi-Channel-Vermarktung, indem sie sich mit ihren Online-Angeboten erstmals direkt an die Endkunden wendeten. Gleichzeitig entwickelten Service-Provider ihre Geschäftsmodelle. Nachdem die Computerindustrie begann, das Client-Server-Konzept zu verlassen, waren Geschäfte mit dem Software-as-a-Service-Modell (SaaS) möglich. Innovative Firmen wie Digital River, ein E-Commerce-Anbieter, erkannten in diesem Umfeld die einzigartige Möglichkeit, Hosted-Online-Services anzubieten, mit deren Hilfe Unternehmen ihre traditionellen Geschäftsprozesse effizienter gestalten konnten. Digital River fokussierte sich auf den Handel mit Software und deren Auslieferung über das Web. Der Software-Download war geboren.

Web 2.0

Nach und nach löste das Web 2.0 das Web 1.0 ab. In den letzen Jahren hat das Web 2.0 das Internet verändert. Auf Grund der zunehmenden Verfügbarkeit von schnellen Breitband-Verbindungen entwickelte sich die Zwei-Wege-Kommunikation zum Standard. Mit den Möglichkeiten des Web 2.0 ist das Internet mehr als nur ein Platz für den Online-Handel. Es ist vielmehr ein Ort, an dem sich soziale Communities bilden, persönliche Informationen ausgetauscht und Dialoge geführt sowie die Verbindungen zu alten Bekannten geknüpft werden. Das Aufkommen von Social Networking Sites wie etwa Twitter oder Facebook haben für breite Bevölkerungskreise das Internet attraktiv gemacht. Auf Grund des starken Publikumsverkehrs auf diesen Seiten sind sie für E-Business-Unternehmen, die nach kostengünstigen und kreativen Wegen suchen, über die sie ihre Kunden erreichen können, sehr schnell zu einem attraktiven E-Marketing-Kanal geworden, mit dem man die jeweiligen Produkte erfolgreich bewerben kann.

Auch hier verändert das Web die Art, wie man Geschäfte macht. So entwickelte sich beispielsweise Social Networking zu einem völlig neuen Weg, über den Spielehersteller die Online-Umsätze ihrer Produkte steigern konnten. Communities wurden sehr schnell zu einem wirkungsvollen Mechanismus, mit dem man die Akzeptanz und den Verkauf von Computerspielen fördern konnte. Mit den Möglichkeiten des Web 2.0 ist es leicht möglich, Konsumenten für Spiele zu begeistern. Nachdem sie mit kostenlosen Einstiegsangeboten Gefallen an solchen Spielen gefunden haben, ist es nicht schwierig, ihnen für ein paar Euro Waffen oder andere Ausrüstungsgegenstände zu verkaufen oder auch Möglichkeiten zum Online-Chat mit Freunden, Anschauen von Videos und ähnliches zu bieten. Dabei müssen die Benutzer das eigentliche Spiel nicht verlassen. Wenn die Gamer-Community fasziniert vom Spielekonzept ist, können die Hersteller mühelos Ergänzungspakete oder weitere Folgen verkaufen, effiziente Marketingprogramme durchführen, Bezahlsysteme für Micro-Payment realisieren und Content von Drittanbietern verkaufen. Es handelt sich dann um eine vollständige integrierte interaktive Online-Umgebung, bei der Commerce, Community und Connection zum User nahtlos ineinander übergehen. Immer mehr Spieleanbieter verdienen mit diesem Geschäftsmodell ihr Geld.

Web 3.0

Während das Web 2.0 das Internet inzwischen für Anbieter und Kunden grundlegend verändert hat, begann bereits die Entwicklung zum Web 3.0. Was eigentlich ist Web 3.0 und was bedeutet es für das Online-Geschäft? Darüber werden bereits heftige Diskussionen geführt. Um es auf den Punkt zu bringen: Web 3.0 wird während seiner Entwicklung viele neue Dinge mit sich bringen. Experten meinen, dass das Web 3.0 ein noch größeres Potenzial hat, neue Möglichkeiten für die Softwareindustrie zu erschließen. Es bietet beispielsweise die Leistung, die erforderlich ist, um sowohl die Techniken als auch die Geschäftsmodelle für den Softwarehandel neu zu definieren.

Die Geschwindigkeit, mit der sich das Web 2.0 zum Web 3.0 weiterentwickeln wird, hängt größtenteils von der Kapazität der Web-Infrastruktur ab. Die schnellen Breitbandsysteme, die die Entwicklung des Web 2.0 vorangetrieben haben, sind dafür nicht mehr ausreichend. Das Web 3.0 wird den Ausbau von Multiplex-Breitbandnetzen erforderlich machen. Allerdings gibt es natürliche Grenzen der globalen Netzwerk-Infrastrukturen, so ähnlich wie die Einschränkungen, auf die seinerzeit die Hersteller von CPUs gestoßen sind. Die Lösung wird hier ähnlich sein wie der Weg, den die Computerindustrie zur Überwindung dieser Grenzen gegangen ist. Man ging zur Parallelverarbeitung und dem Threading über, nachdem mehrere Prozessorkerne in einem Gehäuse vereinigt werden konnten. Die Browser von Mozilla und Microsoft unterstützen heute bereits das Threading.

Aber auch schon im Anfangsstadium verändert das Web 3.0 die Art, wie man mit Computern arbeitet. So kann der User Software und Services nutzen, die in irgendeinem Rechenzentrum angesiedelt sind und sich nicht auf der Festplatte des lokalen Rechners befinden. Dieses Konzept wird mittlerweile von IT-Fachleuten mit dem Begriff »Cloud Computing« bezeichnet.

Als Teil des Cloud Computing werden die Anwendungen der Benutzer in »Rich Internet Applications« transformiert. An Stelle einer umständlichen Computerfunktion – zum Beispiel einer Suche im Internet mit Wörtern – bietet das Web 3.0 dem Benutzer für eine solche Aufgabe eine mehrschichtige Applikation mit umfangreicher Logik. Der eigentliche Durchbruch ist dann erreicht, wenn die gesamte Technik vom Client in das Web verschoben werden kann. In dieser Umgebung werden Software-as-a-Service-Modelle, wie sie bereits vom E-Commerce-Provider Digital River entwickelt wurden, sehr schnell Einzug halten. Entwicklung und Einführung werden außerdem äußerst kosteneffizient erfolgen, denn die Entwicklungsinfrastruktur – der Code – existiert in den Clouds.

In einer Web-3.0-Welt werden die Benutzer das Internet auch wieder ganz anders wahrnehmen. Weil die Inhalte und die Anwendungen in den Clouds existieren, können die Nutzer auch beispielsweise mit ihrem Telefon im Internet unterwegs sein und sind nicht unbedingt an ihren PC gebunden. Vereinfachung der Benutzung und Fortschritte bei der Bedienerfreundlichkeit sind die Schlüssel zum Erfolg. Hier müssen noch Fortschritte gemacht werden, um das neue Multi-Plattform-Modell vollends etablieren zu können.

Die Internet-Nutzer werden sich nach dem Vordringen des Web 3.0 nicht nur an die Veränderungen gewöhnen, auch Unternehmen müssen sich mit ihren Aktivitäten im Online-Handel darauf einstellen. Praktisch alle E-Commerce-Modelle müssen überarbeitet werden.

Denken Sie kurz darüber nach, wie sehr die Konzepte für Entwicklung, Marketing und Verkauf der Softwarebranche von Cloud-Computing-Konzept beeinflusst werden. Wie können beispielsweise Softwarehersteller ihre Anwendungen so strukturieren, dass sie von einer Nutzer- zu einer Internet-Applikation werden? Wie wird sich das typische Profil eines Kunden verändern? Wird der Kunde der Service-Provider sein, der die Applikationen in der Cloud vorhält, oder wird der Endkunde direkt auf die Applikationen in der Cloud zugreifen? Wie bezahlen die Kunden für die Nutzung der Applikationen – per Klick oder im Abo?

Zum Thema Web 3.0 gibt es sicherlich zunächst mehr Fragen als Antworten. Bis jetzt kann man aber mit Sicherheit sagen, dass das Web 3.0 wesentlich offener ist als alle bisher bekannten Techniken. Und dass es definitiv eine der treibenden Kräfte für die Zukunft der Computertechnologie sein wird.

Ted Hoy

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Ted Hoy ist Vice President of Product bei Digital River, dem führenden Anbieter von globalen E-Commerce-Services. Das Unternehmen konzipiert und betreibt das Online-Business für Tausende Firmen weltweit.

 
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