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Disaster Recovery und Business Continuity

Nach dem GAU schnell wieder einsatzbereit

Mit einer virtualisierten Infrastruktur können Unternehmen ihre IT-Umgebungen einfach und flexibel konsolidieren. Ergänzt um die Replikationssoftware von Storagesystemen ermöglicht die Virtualisierung zudem eine automatische und sehr zuverlässige Lösung für Disaster Recovery.

 

D

er GAU ist jederzeit möglich: Ein Schwelbrand reicht schon aus, um die Infrastruktur im Rechenzentrum lahm zu legen. Nicht weniger dramatisch sind die Folgen von Hochwasser, wenn Serverräume überschwemmt werden. Wer glaubt, das kann so schnell nicht passieren, sollte sich an das Alpenhochwasser im August 2005 erinnern. In der Schweiz mussten Kraftwerke stillgelegt und Stromleitungen aus Sicherheitsgründen abgeschaltet werden. Weil sie schlecht vorbereitet waren, entstanden bei einer ganzen Reihe von Unternehmen massive Schäden. Ähnlich leidvolle Erfahrungen machten auch die Einwohner von Dresden beim Elbe-Hochwasser im August 2002.

Vor allem mittelständische Unternehmen sind kaum auf solche Situationen vorbereitet. Die Stichworte lauten hier Disaster Recovery und Business Continuity. Aufgabe des Disaster Recovery ist die Wiederherstellung und der Ersatz zerstörter IT-Infrastruktur sowie der unternehmenskritischer Daten. Business Continuity ist umfassender und befasst sich nicht nur mit den technischen Fragen der IT-Rekonstruktion. Aufgabe von Business Continuity ist es, dass wichtige Geschäftsprozesse selbst im Katastrophenfall nicht oder nur temporär unterbrochen werden und die wirtschaftliche Existenz des Unternehmens gesichert bleibt.

Das oberste Ziel der Business Continuity: So wenig Ausfallzeit wie möglich; das gilt nicht nur für den Fall von Katastrophen, sondern auch für geplante Zeiten des Stillstands. Viele der Verfahren und Prozesse, die hier zum Zuge kommen, lassen sich leicht modifiziert und erweitert auf die Aufgaben des Disaster Recovery übertragen. So nutzen bei geplanten Zeiten des Stillstands in virtualisierten Infrastrukturen Administratoren die systematische Abschaltung einzelner Server und Storagesysteme etwa für Updates von Betriebssystemen, Applikationen oder Hardware. In Serverfarmen mit Dell-Hardware kommt hier vielfach Vmware, Vmotion und DRS (Distributed Resource Scheduler) zum Einsatz. DRS überwacht den Nutzungsgrad von Ressourcen-Pools und weist verfügbare Ressourcen zwischen virtuellen Maschinen zu.

Sind die Ressourcen einer virtuellen Maschine zu stark beansprucht, wird zusätzliche Kapazität verfügbar gemacht, indem im laufenden Betrieb virtuelle Maschinen mit Vmotion auf einen anderen physischen Server migriert werden. Vmotion sorgt damit für eine ausgeklügelte Verwaltung der Auslastung, indem es dynamische Veränderungen zulässt, die den Arbeitsablauf nicht stören. Der wichtigste Aspekt dabei heißt »unterbrechungsfrei«. Mit Vmware ist es möglich, eine virtuelle Maschine zu portieren, ohne den laufenden Betrieb zu unterbrechen. Bei anderen Lösungen geht es nicht ganz unterbrechungsfrei. Zu den Technologien, die bei ungeplanten Ausfallzeiten zum Zuge kommen, zählen Clustering und SAN-Replikation sowie gespiegelte Server und Storagesysteme in räumlich getrennten Rechenzentren – und die braucht man für Disaster Recovery auf jeden Fall.

Planung für den Notfall

Für Mittelständler stellt sich die Frage: Wie soll man das Problem Disaster Recovery angehen? Welche Technologie passt? Auch wenn die IT-Infrastruktur im Vergleich zu großen Unternehmen überschaubar ist, besteht zunächst einmal die Herausforderung, einen Notfallplan zu entwickeln und in regelmäßigen Abständen zu testen. Ein typischer Disaster-Recovery-Plan enthält hunderte von Einzelschritten, angefangen von den Veränderungen bei der Verkabelung bis zu einer detaillierten Beschreibung, in welcher Reihenfolge die Server hochgefahren werden.

Mit einem Plan allein ist es jedoch nicht getan, er muss in regelmäßigen Tests seine Tauglichkeit unter Beweis stellen. Individuell entwickelte Maßnahmen und Handlungsanweisungen erfordern in der Regel viele komplexe, manuelle Schritte zur Bereitstellung von Ressourcen, der Wiederherstellung von Betriebssystemen und Daten sowie der Überprüfung der Betriebsbereitschaft von Servern, Netzwerkkomponenten und Storagesystemen. Statt »selbst gestrickter« Lösungen bietet sich auch hier die Nutzung einer virtuellen Infrastruktur an, kombiniert mit spezieller Backup- und Recovery-Software.

Gemeinsam genutzter Speicher gehört zu den zentralen Komponenten einer virtuellen Infrastruktur. Das Ziel: Sowohl sichere, robuste und redundant gespeicherte lokale Daten als auch erreichbare, doppelt vorhandene, an einem zweiten Ort untergebrachte Speicherkapazitäten. Mit seinem ausgeprägten Funktionsspektrum erlaubt Vmware IT-Abteilungen, effiziente Remote-Datenreplikationen, Disaster-Recovery-Prozesse und sekundäre Speicherorte zu managen.

Mittelständler, die ein iSCSI-Storage-SAN im Einsatz haben, profitieren von remote Datenreplikationen. Denn derartige SANs benötigen kein aufwendiges und oft teueres Fibre-Channel-Equipment, wie es in großen Rechenzentren zum Einsatz kommt. Bei iSCSI genügen die meist bereits vorhandenen Ethernet- und IP-Netzinfrastruktur. Die Integration des iSCSI-Initiators in den Vmware ESX Server Kernel sorgt dabei für einen nativen Zugriff auf das iSCSI-Storage-SAN. Durch die Kombination von Virtualisierung und iSCSI erweitern sich zugleich die potenziellen Einsatzgebiete beispielsweise in kleinen und mittleren Unternehmen.

Ein schnelles, zuverlässiges und möglichst einfach administrierbares Disater Recovery wird durch eine Verzahnung von Speicherreplikations-Software, wie sie beispielsweise die iSCSI-Arrays Dell Equal Logic bieten, und dem Site Recovery Manager von Vmware Infrastructure möglich. Unternehmen können so die Ausfallrisiken reduzieren und den Schutz auf alle wichtigen Systeme und Applikationen ausdehnen. Eine derartige Lösung erfordert, dass sowohl am primären als auch am Recovery-Standort iSCSI-Arrays und die Virtualisierungssoftware installiert sind.

IT-Administratoren erhalten mit einer solchen Paketlösung eine Anleitung, die in einfachen Schritten erläutert, wie eine Verbindung vom eigenen Rechenzentrum zu einem entfernten Standort – an dem sich die gesicherten Applikationen und Daten befinden – und der verwendeten Replikationssoftware hergestellt wird. Auch die Zuordnung von Produktionsressourcen, einschließlich Server- und Netzwerkressourcen, zu den entsprechenden Ressourcen am Recovery-Standort ist sehr anschaulich und leicht verständlich geschildert.

Erstellung von Disaster-Recovery-Plänen

Ist die Disaster-Recovery-Infrastruktur einmal eingerichtet, besteht einer der nächsten Schritte darin, Recovery-Pläne für verschiedene Szenarien und unterschiedliche Teile der Infrastruktur zu erstellen, bei Bedarf zu aktualisieren und zu dokumentieren. Die Disaster-Recovery-Pläne werden damit zu einem festen Bestandteil der Administration einer virtualisierten IT-Infrastruktur. So können die Administratoren beispielsweise festlegen, dass virtuelle Maschinen ihren Betrieb unterbrechen oder heruntergefahren werden, um Ressourcen für das Disaster Recovery freizumachen. Definieren lässt sich auch die Reihenfolge, in der virtuelle Maschinen eingeschaltet werden, die automatische Ausführung benutzerdefinierter Skripts und es kann der Punkt bestimmt werden, an dem der Recovery-Prozess unterbrochen wird, wenn etwas schief läuft.

Recht hilfreich ist in diesem Zusammenhang die Erstellung einer isolierten Testumgebung. Hier kommen dann die Snapshot-Funktionen der iSCSI-Speicherarrays zum Einsatz und die virtuellen Maschinen werden mit einem vorhandenen isolierten Testnetzwerk verbunden. Damit lässt sich gleichzeitig die Ausführung des Disaster-Recovery-Plans bei einem tatsächlichen Failover automatisieren. Nach Ablauf können die Administratoren die Testergebnisse analysieren. Die Auto-Snapshot Manager/Vmware Edition ist fester Bestandteil der Equal-Logic-Speicherlösungen und ermöglicht eine automatische, integrierte und skalierbare Absicherung für Vmware-Infrastructure-3-Umgebungen. Die Integration in Vmware Virtual Center und die Verwendung von VMFS-Ordnerstrukturen helfen Schwierigkeiten bei der Datensicherung – die insbesondere durch wachsende virtualisierte Umgebungen entstehen – zu minimieren.

Veranlasst ein Administrator den Vollzug des Disaster-Recovery-Plans, automatisiert der Site Recovery Manager die Ausführung der einzelnen Schritte, um eine planmäßige Wiederherstellung von Betriebssystemen, Applikationen und Daten sicherzustellen. Auch hier gilt, dass die Administratoren die Ausführung des Disaster-Recovery-Plans über das Virtual Center verfolgen und jederzeit anhalten oder rückgängig machen können.

Zusammenfassend bietet die Verknüpfung von Virtualisierung und iSCSI-Storage-Arrays Mittelständlern mit begrenzten personellen Ressourcen spürbare Vorteile. Denn damit lassen sich viele der langsamen und unzuverlässigen manuellen Prozesse und Verfahren eines herkömmlichen Disaster Recoverys vermeiden. Die technischen Vorkehrungen am primären Produktionsstandort und dem davon räumlich getrennten Recovery-Standort erlauben einen automatisierten Ablauf des Recovery-Prozesses. Einer der wichtigsten Punkte: Damit ist ein stets ordnungsgemäßes Disaster Recovery sichergestellt.

Hans Schramm

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Hans Schramm ist Field Product Manager Storage bei Dell in Frankfurt am Main

 

 


Auf einen Blick: Die wichtigsten Elemente von Vmware Infrastructure 3. (Quelle: Dell)

 

 


Die Auto-Replikationsfunktion der iSCSI-Arrays Dell EqualLogic PS5500E überträgt remote Daten und nutzt dabei auch für große Entfernungen ein herkömmliches IP-Netzwerk. (Quelle: Dell)

 

 

 


Das Konfigurationsbeispiel einer Physical-to-Physical-Disaster-Recovery-Umgebung. (Quelle: Dell)

 

 


Das Konfigurationsbeispiel einer Virtual-to-Virtual-Disaster-Recovery-Umgebung auf Basis von Vmware  Infrastructure 3. (Quelle: Dell)

 


Mit einem iSCSI-Interconnect stellt die Dell-Equal-Logic-Architektur eine flexible, virtualisierte Umgebung für dynamische Datenmigrationen, Thin Provisioning und Remote-Replikationen in IP-basierenden Rechenzentren zur Verfügung. (Quelle: Dell)

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