20091112l Aruba Netzwerkvirtualisierung

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Virtuelle Vernetzung der Zweigstellen

Neue Anwendungen brauchen neue Netze

»Mehr erreichen, weniger ausgeben«, so hieß die Devise der Unternehmen im Jahr 2009. Die Krise, die den meisten von ihnen zusetzte, hat ökonomischen und moralischen Druck erzeugt, die traditionelle Arbeitsweise zu ändern: mehr zu erreichen, weniger dafür auszugeben, effizienter und flexibler zu sein.

 

D

en Trend zur Virtualisierung und zum Hosting von Applikationen in Datenzentren, die auf diese Ziele ausgerichtet sind, gibt es schon länger als die aktuelle Rezession. Anwendungen – ein typisches Beispiel ist Sprache – liegen nicht mehr auf einem Server in jeder Niederlassung, sondern werden immer öfter von einem einzigen, sicheren Standort aus bereitgestellt. Das verringert die technische Komplexität in der Zweigstelle und ermöglicht Management und Steuerung in ihrer Gesamtheit von nur einem Punkt aus. Die Zentralisierung der Server im Datenzentrum steigert außerdem die Sicherheit. Noch wichtiger ist aber, dass man mit dieser Architektur kein geschultes IT- und IS-Personal braucht, das die vielen Server außerhalb der Zentrale verwaltet. Thin-Client-Anwendungen streben dasselbe an: weniger Komplexität am Netzwerkrand, zentralisiertes Management und mehr Sicherheit.

Es ist also positiv, die Komplexität im Netzwerkkern zu zentralisieren. Doch dann fragt sich, warum die Netzwerke, über die diese Anwendungen und Dienste heute, 2009, an die Niederlassungen fließen, sich noch an dem aus den 90ern stammenden Modell verteilter Komplexität und teurer Edge-Architekturen orientieren.

Die Antwort hierauf ist, dass Wandel auch schwierig sein kann, vor allem, wenn es starke Interessen gibt, diesen Wandel zu verhindern.

Als die WAN-Bandbreite noch sehr teuer war, hielten Unternehmen die meisten Daten lokal in den Niederlassungen oder Büros, wo sie entstanden. Anwendungen liefen lokal und der Router diente hauptsächlich dazu, Subnetze zu erzeugen, einzelne Bereiche voneinander zu trennen und dafür zu sorgen die (meistens begrenzte) teure WAN-Verbindung nicht zu überlasten.

Allerdings haben sinkende WAN-Kosten und die Einführung von xDSL-Diensten bisherige verbindungstechnische Grenzen beseitigt. Infolgedessen werden die meisten Daten und Anwendungen in großen Organisationen heute zentral gespeichert. Es hat sich also etwas geändert – aber nicht bei den Lösungen für das Remote Networking.

Man könnte argumentieren, dass den Netzwerkanbietern, die ihr Kerngeschäft um den Router herum aufgebaut haben, versuchen, den Status quo aufrecht zu erhalten oder zumindest dafür sorgen, dass im Zentrum aller neuen Netzwerklösungen ein Router in jeder Niederlassung steht. Das gilt allerdings nicht für Integratoren.

Ein guter Technologiepartner, der wertvoll für seine Kunden ist (der sich also differenzieren und gleichzeitig von den angebotenen Diensten leben kann) sollte innovativ sein, den Status quo nicht akzeptieren und beobachten, wo sich in seiner Kundenbasis Veränderungen anbahnen. Integratoren, die es versäumen, nach innovativen Lösungen zu suchen, gehen ein hohes Risiko ein. Es besteht darin, dass ihr Dienst zur Massenware wird und die Kundenbeziehungen deshalb stagnieren, und zwar genau dann, wenn die Endanwender eigentlich die Unterstützung des Integrators am meisten benötigen.

Die Cisco-Methode ist out

Die Maxime »Mehr erreichen und weniger ausgeben« erfordert, anders über Probleme nachzudenken. In der IT-Welt bedeutet das, die »Cisco-Methode« neu zu bewerten, die hauptsächlich darin besteht, überdimensionierte, komplexe und teure Infrastrukturen zu errichten. In den heutigen Märkten und der heutigen Ökonomie gebührt dem Endziel die oberste Priorität – sei dies nun mehr Mobilität, einfachere Vernetzung oder Anbindung der Nutzer an ihre Applikationen. Die Auswahl der geeigneten Werkzeuge sollte sich nach diesem Ziel richten und nach nichts anderem.

Ein einfaches Beispiel zeigt, was gemeint ist: Wenn ein Kunde sein Firmennetz auf eine Niederlassung ausdehnen möchte, spricht sich Cisco für die Installation eines Routers in jeder der Niederlassungen aus. Der Grund: Cisco ist von VLANs und Subnetzen abhängig, um die Anwender in Campus-Umgebungen zu verwalten und zu steuern. Dieses Paradigma wird einfach auf Niederlassungen ausgeweitet. Das Cisco-System ist so aufgebaut, dass es einen Router benötigt – nicht, weil ein Router immer die beste Lösung ist, sondern weil Cisco nun einmal Router anbietet.

Es gibt besseres

Wenn ein Router nur ein beliebiges Werkzeug ist, muss man allerdings fragen, ob es vielleicht bessere Werkzeuge gibt.

Beispielsweise für die Virtualisierung: Die Vorteile der Anwendungsvirtualisierung (einfacheres Management, mehr Sicherheit und einfachere Bereitstellung) von einem zentralen Standort aus sind anerkannt. Warum kann dann nicht das Netzwerk der Zweigstelle selbst virtualisiert werden?

Die Virtualisierung des Zweigstellennetzwerks erzeugt einen Layer-2-Tunnel durch jedes Layer-3-Netzwerk. Dieser Tunnel verbindet Endanwender und ihre Systeme (Laptops, Telefone, Scanner) direkt mit dem Datenzentrum, und zwar ohne die Komplexität von Routing am Netzwerkrand. Was spricht gegen diese Architektur, wenn sowieso der größte Teil des Datenverkehrs zurück zum Datenzentrum fließt? Ist diese Methode nicht vielmehr die vernünftigste?

Die Virtualisierung der Netze in den Niederlassungen macht es überflüssig, komplexe Router an wirklich jedem Standort zu konfigurieren (ganz zu schweigen von WAN- und LAN-Schnittstellen, ACLs (Access Control Listen), VLANs (virtuellen LANs), DHCP- (Dynamic Host Configuration Protocol), DNS- (Domain Name Service) und Authentisierungsdiensten, Sprachservices, QoS (Quality of Service), Zugangsregeln für verkabelte und drahtlose Netze). Integratoren haben damit eine innovative Lösung für ein Problem, dessen sich viele Organisationen gerade bewusst werden und das sie schnellstens lösen müssen.

Virtuelle Vernetzung der Zweigstellen (Virtual Branch Networking, VBN) ermöglicht Integratoren, mit weniger Aufwand mehr zu bieten. Diese Technologie fordert traditionelle Ansätze heraus und erlaubt den Integratoren, sich nicht nur durch ihre Services zu differenzieren, sondern auch durch Mehrwert für ihre Kunden. Auch hier gilt: Diejenigen, die Chancen wahrnehmen, werden am Ende die Lorbeeren ernten. Wer aber am Status quo festhält, wird unterliegen.

Roger Hockaday

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Roger Hockaday,Director of Marketing, EMEA bei Aruba Networks

 


  

 


 

Kundenbeispiel

Das Steuerprüfungs- und Beratungshaus KPMG spart in den Niederlanden zwei Millionen Dollar beim Redesign seines Netzwerks mit Arubas 802.11n-WLAN-Lösung und dessen Partner BT. Während man nach dem bisherigen IT-Standard über 18.000 Ethernet-Ports gebraucht hätte – durchschnittlich sechs pro Nutzer – , um den Standort mit etwa 2.800 Mitarbeitern zu vernetzen, hat sich KPMG für einen gemischten Ansatz entschieden: die Anzahl der Kabel und Switch Ports wurde reduziert und 500 Access-Points auf Basis von 802.11n implementiert, welche nun der mehrheitlich mobilen Arbeiterschaft (bis zu 75 % mobile Mitarbeiter) eine Komplettabdeckung für den Sprach- und Datentransport bieten. Arubas Adaptive Radio Management (ARM)-Technologie kompensiert dabei automatisch die hohe Dichte der Umgebung, Application Awareness stellt sicher, dass Sprache, Daten und andere Klienten optimale Leistung erbringen. ARM verringert zudem die Installations- und Wartungskosten, indem es Umgebungsanalysen vereinfacht. Durch die Reduzierung des verkabelten Netzwerks um 50 Prozent sind deutlich weniger Kabel, Switch Chassis und Blades nötig, wodurch die jährlichen Betriebskosten um etwa 760.000 Dollar sinken. Durch den geringeren Energieverbrauch für Gerätebetrieb und Kühlung werden zudem allein 350 Tonnen Kohlendioxid jährlich eingespart.

 

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